Diese Hausarbeit soll einen Überblick über die nach dem zweiten Weltkrieg entstandenen Subkulturen der britischen Arbeiterjugend liefern. Im Wesentlichen umfasst die Arbeit fünf Teile . Der erste Teil definiert zunächst die Begriffe „Kultur“ und „Subkultur“ und schafft damit zunächst die Basis der Überlegungen. Teil zwei versucht, die wirtschaftliche Umstrukturierung Großbritanniens und die Lebenssituation der Arbeiterklasse möglichst knapp und akkurat wiederzugeben. Dies ist wichtig, um ein die Entstehungshintergründe der verschiedenen Bewegungen besser begreifen zu können. Der dritte Teil befasst sich mit dem Centre of Contemporary Cultural Studies (CCCS), deren Autoren sich erstmals in den 60er Jahren mit dem Phänomen der jugendlichen Subkulturen auseinandergesetzt haben. Ihre Arbeiten gelten als die ersten und unmittelbarsten und dienten nahezu allen späteren Wissenschaftlern als Ausgangsgrundlage für weitere Untersuchungen. Teil vier stellt gleichzeitig auch den Hauptteil der Arbeit. Er baut auf die nun vorhandenen Grundlagen auf und gibt ein konzentriertes Bild der verschiedenen Jugendsubkulturen der Arbeiterklasse wieder. Dabei soll das Hauptaugenmerk auf die wesentlichen Stilmerkmal e der einzelnen Bewegungen gelegt werden. Der fünfte und letzte Teil analysiert den kommerziell bedingten Niedergang der Kulturen, umreißt die Problematik des eigentlichen Konzeptes und fasst die Ergebnisse zusammen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Definition der Begriffe „Kultur“ und „Subkultur“
3. Gesellschaftliche Veränderungen in der Arbeiterklasse in Großbritannien nach dem zweiten Weltkrieg
4. Das Centre of Contemporary Cultural Studies
5. Subkulturen der 50er, 60er und 70er Jahre
5.1. Teddy Boys
5.2. Rocker
5.3. Mods
5.4. Skinheads
5.5. Punks
6. Zusammenfassung und Wirkungsanalyse
7. Literatur
Zielsetzung und Themen
Die Arbeit untersucht die Entstehung und Entwicklung britischer Jugendsubkulturen der Arbeiterklasse in den 1950er bis 1970er Jahren. Dabei wird analysiert, wie diese Gruppen durch Stil, Musik und Konsumverhalten auf gesellschaftliche Veränderungen und ihre eigene Marginalisierung reagierten.
- Theoretische Grundlagen von Kultur und Subkultur
- Sozioökonomische Hintergründe der britischen Arbeiterklasse nach 1945
- Die Rolle des Centre of Contemporary Cultural Studies (CCCS)
- Stilmerkmale und kulturelle Bedeutung der Bewegungen (Teddy Boys, Rocker, Mods, Skinheads, Punks)
- Kommerzialisierung und Niedergang subkultureller Stile
Auszug aus dem Buch
5. Subkulturen der 50er, 60er und 70er Jahre
So unterschiedlich sie auch sind: den in diesem Abschnitt behandelten Subkulturen ist einiges gemeinsam. Sie alle kamen zu Zeiten der Arbeitslosigkeit und sozialer Spannung auf. Sie lehnten bürgerliche Wertvorstellungen ab und stellten sich gegen den Materialismus und Konsumwahn. Dies versuchten sie durch ihr äußeres Erscheinungsbild auszudrücken. Dabei machten sie sich ein System zunutze, dass heute allgemein hin „Bricolage“ genannt wird. Das zugehörige Modell wurde von Levi-Strauss erarbeitet. Es zeichnete sich dadurch aus, dass aus der Gesamtheit der zur Verfügung stehenden Objekte und Zeichen einige herausgenommen und miteinander kombiniert wurden. Dabei war es unerheblich, ob die Objekte und Zeichen schon vorher eine symbolische Aussage innerhalb einer Gesellschaft hatten, denn in ihrer (neuen) Kombination mit anderen Objekten war es durchaus möglich, diese Symbolik abzuändern (- das Tragen des Hakenkreuzes der Nationalsozialisten kann auf die Identifikation des Trägers mit eben jener Ideologie hinweisen, aber auf der zerfetzten Lederjacke eines Punks kann diese Bedeutung fraglich sein). Letztendlich war die spezielle Kombination der Objekte, das Gesamtensemble, ausschlaggebend für die neue Bedeutung der Zeichen.
Doch indem die verwendeten Materialien immer auch an den Kontext ihrer Herkunft erinnerten, verlor die prinzipiell unendliche Zahl von Kombinationsmöglichkeiten der „Bricolage“ an Substanz. Die „Stilbasteleien“ waren also nicht ewig manipulierbar, sondern verschwammen nach und nach immer mehr gemäß ihres natürlichen Prozesses.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Diese Einleitung skizziert den Aufbau der Arbeit, die sich mit den britischen Jugendsubkulturen der Nachkriegszeit und ihrer wissenschaftlichen Untersuchung befasst.
2. Definition der Begriffe „Kultur“ und „Subkultur“: Hier werden die theoretischen Begrifflichkeiten definiert, um eine soziologische Basis für die Betrachtung jugendlicher Gegenkulturen zu schaffen.
3. Gesellschaftliche Veränderungen in der Arbeiterklasse in Großbritannien nach dem zweiten Weltkrieg: Das Kapitel analysiert die Wohnraumpolitik und die damit einhergehende Zerstörung traditioneller nachbarschaftlicher Strukturen in Arbeitervierteln.
4. Das Centre of Contemporary Cultural Studies: Dieser Abschnitt erläutert die Bedeutung der CCCS-Forschung für das Verständnis der Beziehungen zwischen den Klassen und der Entstehung von Subkulturen.
5. Subkulturen der 50er, 60er und 70er Jahre: Dieses zentrale Kapitel analysiert die spezifischen Merkmale der Gruppen Teddy Boys, Rocker, Mods, Skinheads und Punks im Hinblick auf ihren Stil und ihre Musik.
6. Zusammenfassung und Wirkungsanalyse: Hier werden die Ergebnisse zusammengeführt und das Problem der Unbeständigkeit von Subkulturen sowie ihre kommerzielle Vereinnahmung kritisch bewertet.
Schlüsselwörter
Jugendsubkulturen, Arbeiterklasse, Großbritannien, Bricolage, CCCS, Teddy Boys, Rocker, Mods, Skinheads, Punks, Popkultur, Massenmedien, Kommerzialisierung, Musiksoziologie, Widerstand.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit bietet einen Überblick über die Entwicklung und soziologische Bedeutung verschiedener Jugendsubkulturen der britischen Arbeiterklasse zwischen den 1950er und 1970er Jahren.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die zentralen Themen sind der soziokulturelle Wandel in Großbritannien nach 1945, die Identitätsbildung Jugendlicher durch Mode und Musik sowie die theoretische Analyse durch das CCCS.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die Entstehungshintergründe sowie die stilistischen Merkmale und das kommerzielle Ende dieser Subkulturen als Reaktion auf gesellschaftliche Bedingungen darzustellen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Auseinandersetzung mit soziologischen Konzepten (wie dem der Bricolage) und analysiert bestehende Forschungsarbeiten zur Jugendkultur.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Im Hauptteil liegt der Fokus auf der detaillierten Beschreibung der fünf Bewegungen Teddy Boys, Rocker, Mods, Skinheads und Punks und deren jeweiliger ästhetischer Selbstdarstellung.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Arbeiterjugend, Subkultur, Klassenspezifik, Stilmerkmale, Musikindustrie, moral panic und kommerzielle Verwertung.
Welche Rolle spielt Musik für die untersuchten Subkulturen?
Musik fungiert als fester Bestandteil des Lebensstils, der zur Identifikation und zur Abgrenzung gegenüber anderen Gruppen oder der bürgerlichen Gesellschaft dient.
Warum endet die Arbeit mit einer Wirkungsanalyse?
Die Analyse zeigt auf, dass Subkulturen oft durch ihre Kommerzialisierung an Bedeutung verlieren und ihre ursprünglichen Widerstandspotenziale durch die Massenmedien verharmlost wurden.
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- Christiane Rohr (Author), 2004, Jugendsubkulturen der Arbeiterklasse - Die 50er, 60er und 70er Jahre, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/47290