Im Folgenden sollen anhand des Fallbeispiels „Bosman“ elementare Inhalte des EG- Grundrechts der Arbeitnehmerfreizügigkeit dargestellt werden. Zunächst werden notwendige Rechtsgrundlagen mit besonderem Bezug auf Art. 39 (ex Art. 48) EGV gelegt. Es folgt auf die Darstellung relevanter Informationen zum Berufsfußball die Beschreibung des Sachverhalts „Bosman“. Anschließend wird eine Prüfung der dem EuGH vorgelegten Fragen im Gutachtenstil vollzogen. Zudem werden Folgen des Urteils erläutert.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
A Grundlagen
I Die einschlägigen Normen des EGV
II Begriffe und Rechtsgrundlagen (Der Anwendungsbereich)
1 Inhalt Art. 39 EGV
2 Adressaten
3 Schranken
B Der „Fall Bosman“
I Im Jahr 1990: Fußballsport vor „Bosman“
1 Organisation
2 Transferregeln
3 Ausländerregeln
II Sachverhalt „Bosman“
III Vorlagefragen an den EuGH
C Prüfung der Vorlagefragen
I Schutzbereich
1 Arbeitnehmerstatus
2 Drittwirkung
3 Inlandssachverhalt
II Beeinträchtigung
1 Transferregeln
2 Ausländerregeln
III Rechtfertigung der Beeinträchtigung
1 Transferregeln
a) Vereinigungsfreiheit
b) Gleichgewichtsfunktion
c) Talentsuche und –Ausbildung
2 Ausländerregeln
a) Nationale Bindung
b) Reservebildung für Nationalmannschaft
c) Sportliches Gleichgewicht
IV Ergebnis
1 Überblick
2 Antwort des EuGH
D Folgen des Urteils für den Berufsfussballsport
I Bedeutung des Urteils
II Änderungen der Verbandssatzungen
III Wirtschaftliche Folgen
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit analysiert die Auswirkungen des „Bosman-Urteils“ auf die Arbeitnehmerfreizügigkeit innerhalb der EU. Die zentrale Forschungsfrage untersucht, ob die damaligen Transfer- und Ausländerregeln der Sportverbände mit dem europäischen Gemeinschaftsrecht vereinbar waren und welche rechtlichen sowie wirtschaftlichen Konsequenzen das Urteil nach sich zog.
- Grundlagen der Arbeitnehmerfreizügigkeit nach Art. 39 EGV.
- Die Organisation und das Regelwerk des Profifußballs vor 1990.
- Rechtliche Prüfung der Transfer- und Ausländerklauseln durch den EuGH.
- Die Bedeutung der Drittwirkung von Grundfreiheiten im Sportsektor.
- Wirtschaftliche Folgen der Entscheidung für europäische Fußballvereine.
Auszug aus dem Buch
III Rechtfertigung der Beeinträchtigung
Die in den Fall verwickelten Fußballverbände versuchten, mögliche Rechtfertigungsgründe für die bestehende Einschränkung der Freizügigkeit von Berufsspielern durch die Transfer- und Ausländerregelungen vorzubringen. Die Argumentationen stützten sich insbesondere auf die Aufrechterhaltung des sportlichen- und finanziellen Gleichgewichts sowie der kulturellen Integrität. Mangels einschlägig geschriebener Schranken wird nachfolgend die Stichhaltigkeit der Argumentation anhand immanenter Schranken der Freizügigkeit geprüft.
Zunächst werden die den Art. 39 EGV beeinträchtigenden Transfer- und Ausländerregeln auf ihre Rechtfertigung geprüft. Diese liegt begründet vor, „wenn die Regeln einen mit dem Vertrag zu vereinbarenden berechtigten Zweck verfolgen würden und aus zwingenden Gründen des Allgemeininteresses gerechtfertigt wären“. Anschließend werden anerkannte „zwingende Erfordernisse der Allgemeinheit“ am Verhältnismäßigkeitsgrundsatz als „Schranken-Schranke“ überprüft. Voraussetzung für Verhältnismäßigkeit ist, dass die „Anwendung dieser Regeln geeignet sein (müsse), die Verwirklichung des verfolgten Zwecks zu gewährleisten, und (...) nicht über das hinausgehen (dürfe), was zur Erreichung dieses Zwecks erforderlich ist“, überprüft.
Zusammenfassung der Kapitel
A Grundlagen: Einführung in die Rechtsgrundlagen der Arbeitnehmerfreizügigkeit im EG-Vertrag und die Klärung des Begriffs des Arbeitnehmers.
B Der „Fall Bosman“: Darstellung der historischen Rahmenbedingungen des Profifußballs um 1990 sowie des konkreten Sachverhalts um den Spieler Jean-Marc Bosman.
C Prüfung der Vorlagefragen: Detaillierte juristische Untersuchung der Schutzbereiche, Beeinträchtigungen und möglicher Rechtfertigungsgründe für Verbandsregelungen.
D Folgen des Urteils für den Berufsfussballsport: Analyse der Bedeutung des EuGH-Urteils, der resultierenden Satzungsänderungen und der wirtschaftlichen Auswirkungen für die Vereine.
Schlüsselwörter
Bosman-Urteil, Arbeitnehmerfreizügigkeit, EGV, Art. 39, EuGH, Profifußball, Transferregeln, Ausländerregeln, Drittwirkung, Verhältnismäßigkeitsprinzip, Sportrecht, wirtschaftliche Folgen, Vereinsrecht, Spielberechtigung, Arbeitsmarkt.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Hausarbeit untersucht die rechtliche Zulässigkeit der früheren Transfer- und Ausländerbeschränkungen im europäischen Profifußball anhand des wegweisenden Bosman-Urteils.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Zentrum stehen die Arbeitnehmerfreizügigkeit nach europäischem Recht, die Struktur der Sportverbandsregeln sowie die Interaktion zwischen privatrechtlichen Sportreglements und europäischem Gemeinschaftsrecht.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, den rechtlichen Konflikt zwischen den Statuten der Fußballverbände und dem EU-Grundrecht auf Freizügigkeit im Gutachtenstil zu erörtern und die Folgen des Urteils aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt die juristische Methodenlehre, insbesondere die Prüfung der Grundfreiheiten im Gutachtenstil, um den Sachverhalt am geltenden EG-Recht zu messen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Prüfung der Voraussetzungen der Arbeitnehmerfreizügigkeit, die Analyse der Beeinträchtigungen durch Transfer- und Ausländerregeln sowie die Prüfung etwaiger Rechtfertigungsgründe.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Schlagworte sind Bosman-Urteil, Arbeitnehmerfreizügigkeit, EGV, Drittwirkung, Sportrecht und die ökonomischen Folgen für Fußballvereine.
Warum war das Bosman-Urteil für den Fußball so bedeutend?
Es beendete das System, in dem Spieler bei Vertragsende nicht ablösefrei wechseln konnten, und hob die Diskriminierung durch Ausländerklauseln innerhalb der EU auf.
Wie hat das Urteil die wirtschaftliche Situation der Vereine verändert?
Durch den Wegfall von Transferentschädigungen entfielen wichtige Einnahmequellen, was viele Vereine kurzfristig überschuldete und zu gestiegenen Gehaltskosten führte.
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- Thorsten Lampe (Author), 2002, Arbeitnehmerfreizügigkeit in der EU - der Fall Bosman, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/47386