Dem Thema Machtmotivation in Organisationen soll sich in dieser Arbeit in zwei Schritten genähert werden. Im ersten Teil werden Grundlagen der Macht und der Machtmotivation erarbeitet. Die Fragen nach Abläufen von Machthandlungen, Machtquellen und Gründen des Machthandelns werden dabei geklärt und wo möglich bereits in den organisationalen Kontext gebracht. Im zweiten Teil der Arbeit liegt der Fokus auf der Betrachtung von Macht und Machtmotivation in Organisationen. Dazu sind zunächst die Besonderheiten des Umfeldes „Organisation“ zu prüfen. Wie wird Macht in Organisationen verteilt und genutzt? Schließlich soll die besondere Rolle von Machtmotivation in der Motivstruktur von Führungskräften analysiert werden.
Gliederung
Einleitung
A Grundlagen Macht
I Was ist Macht?
II Komponenten der Macht nach Cartwright und Kipnis
III Machtquellen nach French und Raven
IV Warum Machthandeln? Das Machtmotiv
V Entwicklungsstufen des Machtmotivs nach McClelland
B Macht in Organisationen
I Organisation – ein soziales Gebilde
II Verteilung und Nutzung von Macht in Organisationen
III Motivstruktur von Führungskräften
1 Ausprägungen Leistungs-, Macht- und Anschlußmotiv
2 Führungsmotivmuster
Zielsetzung & Themen
Diese wissenschaftliche Arbeit untersucht das Phänomen der Machtmotivation innerhalb organisationaler Kontexte. Das primäre Ziel ist es, ein theoretisches Verständnis für die Mechanismen, Quellen und Wirkungsweisen von Macht zu schaffen und zu analysieren, welche Rolle das Machtmotiv in der spezifischen Motivstruktur von Führungskräften einnimmt.
- Theoretische Grundlagen von Macht und Machthandeln
- Komponenten des Machtmodells nach Cartwright und Kipnis
- Kategorisierung von Machtquellen nach French und Raven
- Dynamiken und Nutzung von Macht innerhalb von Organisationen
- Bedeutung des Machtmotivs für den Führungserfolg
Auszug aus dem Buch
I Was ist Macht?
Überall dort, wo Menschen zusammen leben, interagieren sie. Sie stehen in Wechselbeziehungen zu ihren Mitmenschen. Diese Wechselbeziehungen werden in der Sozialpsychologie in verschiedene Klassen bzw. nach Rheinberg in „Grund Situationen“ eingeteilt. Rheinberg nennt beispielhaft die vertrauensvolle Kontakt Aufnahme, Hilfeleistung und Sexualität. Daneben ist „eine dieser Grundsituationen (...) dadurch charakterisiert, dass in sozialen Beziehungen Person A absichtlich versuchen kann, das Verhalten und Erleben von Person B zu beeinflussen“. Wenn A erfolgreich ist, so besitzt A Macht über B. „Macht ist ein alltäglicher Mechanismus unserer sozialen Existenz. Sie ist (...) eine nicht aus der Welt zu Schaffende Dimension jeder zwischenmenschlichen Beziehung.“ In seiner berühmten Definition bezeichnet der Soziologe Max Weber Macht als „jede Chance, innerhalb einer sozialen Beziehung den eigenen Willen auch gegen Widerstreben durchzusetzen, gleichviel, worauf diese Chance beruht“. Der Sozialpsychologe Kurt Lewin sieht "Macht als Quotient der maximalen Kraft, die B über A hat und des maximalen Widerstands, den A aufbieten kann." Das Streben nach Rang und Macht ist ebenso wie die Bereitschaft zur Unterordnung gegenüber Stärkeren in allen Kulturen zu finden. Es besteht die Annahme von genetischer Disposition zu diesem Verhalten. Auch im Tierreich werden Machthandlungen, wie z.B. in der „Hackordnung“ auf einem Hühnerhof oder im Dominanzverhalten von Rudeltieren beobachtet.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Die Arbeit gibt einen Überblick über das Vorgehen, bei dem zunächst Grundlagen der Macht erarbeitet und anschließend auf den organisationalen Kontext übertragen werden.
A Grundlagen Macht: Dieses Kapitel erläutert die Definitionen von Macht, die Komponenten des Machthandelns, verschiedene Machtquellen sowie die psychologischen Grundlagen des Machtmotivs und dessen Entwicklungsstufen.
B Macht in Organisationen: Dieses Kapitel analysiert Organisationen als soziale Gebilde, die Verteilung und praktische Nutzung von Macht innerhalb von Strukturen sowie die spezifische Motivkonstellation von Führungskräften.
Schlüsselwörter
Machtmotivation, Machthandeln, Machtquellen, Organisation, Führungskräfte, Führungsmotivmuster, Leistungsmotiv, Anschlussmotiv, Sozialpsychologie, Machthemmung, Motivstruktur, Machtmittel, Machtwirkungen, Führungserfolg, Soziale Gebilde.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der psychologischen Analyse von Machtmotivation und deren spezifischer Rolle und Wirkung innerhalb von organisationalen Strukturen.
Was sind die zentralen Themenfelder der Arbeit?
Die zentralen Themen sind die theoretischen Grundlagen des Machtbegriffs, die psychologischen Motive hinter Machthandlungen sowie die Anwendung und Verteilung von Macht im Kontext von Organisationen und Führung.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel der Arbeit ist es, die Abläufe, Quellen und Gründe von Machthandeln zu klären und zu untersuchen, welche Bedeutung die Machtmotivation für die Motivstruktur und den Erfolg von Führungskräften hat.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Aufarbeitung psychologischer Motivtheorien (u.a. nach McClelland, Rheinberg, Cartwright/Kipnis) und deren Verknüpfung mit organisationalen Analysen.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Herleitung der Machtkomponenten und Machtquellen sowie in die detaillierte Betrachtung von Organisationen als Schauplätze für Machtausübung und Motivmuster bei Führungskräften.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Machtmotivation, Machtquellen, Organisation, Führungsmotivmuster, Leistungsmotiv und Anschlussmotiv charakterisiert.
Was unterscheidet das sozialisierte Machtmotiv vom personalisierten Machtmotiv?
Während bei der personalisierten Macht (Stadium IIIa) das Durchsetzen gegen Mitmenschen im Vordergrund steht, ist die sozialisierte Macht (Stadium IIIb) darauf ausgerichtet, Macht zum Nutzen anderer und der Organisation auszuüben.
Welche Rolle spielen Unsicherheitszonen in Organisationen?
Unsicherheitszonen sind Bereiche, die nicht vollständig durch formale Regeln determiniert sind; die Kontrolle über diese Zonen stellt eine zentrale Machtressource für Organisationsmitglieder dar.
Was besagt das "leadership motive pattern" (LMP)?
Das LMP beschreibt eine Erfolgskonfiguration von Führungskräften, bei der ein hohes Machtmotiv mit einer starken Machthemmung (kontrollierte sozialisierte Macht) bei gleichzeitig geringerem Anschlussmotiv kombiniert ist.
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- Thorsten Lampe (Author), 2004, Machtmotivation in Organisationen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/47387