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Wäre eine Einheitsfront von KPD und SPD eine Alternative zur Tolerierungspolitik der SPD gewesen? Wo gab es Chancen der jahrelangen Auseinanderentwicklung?

Title: Wäre eine Einheitsfront von KPD und SPD eine Alternative zur Tolerierungspolitik der SPD gewesen? Wo gab es Chancen der jahrelangen Auseinanderentwicklung?

Seminar Paper , 2005 , 22 Pages , Grade: sehr gut

Autor:in: Stephanie Görk (Author)

History of Germany - Postwar Period, Cold War
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„Es gibt aber in Deutschland keine Voraussetzungen für eine solche Front mehr. Man muss als Ausgangspunkt für die Politik die Wirklichkeit nehmen wie sie ist. Diese Wirklichkeit lässt weder das Fortleben der bestehenden Ordnung in unveränderter Form, noch die sofortige Umwälzung der Gesellschaft, wie sie von denjenigen Kommunisten, die überhaupt etwas denken, gedacht wird, zu.
Wer diesen Staat nicht dem faschistischen Experiment ausliefern will, muß nach dem neuen Weg suchen und dann mit aller Kraft um diesen Weg kämpfen.“
Folgende Sätze stammen aus Georg Deckers Zeitschriftenartikel „Das unbekannte Volk“. Er wurde im Oktober 1930 in der sozialdemokratischen Zeitschrift „Die Gesellschaft“ veröffentlicht.
Der Sozialdemokrat Georg Decker analysiert darin die Lage der SPD nach den Reichstagswahlen vom 14. September 1930. Er versucht in seinem Artikel den starken Wählerzuwachs der NSDAP und der KPD zu erklären und Schlussfolgerungen für die zukünftige Politik der SPD zu ziehen. Nach Deckers Situationsanalyse gibt es keine „einheitliche bewusste bürgerliche Front“ mehr in Deutschland und auch eine konstruktive Zusammenarbeit mit der NSDAP oder der KPD wird als unrealistisch bewertet. Aufgabe der SPD müsse es daher sein durch unermüdliche Arbeit und unaufschiebbare Reformen den Wählerkreis der Sozialdemokraten zu erweitern. Als endgültige Konsequenz ergibt sich für ihn, dass ein anderer Pfad aufgetan und von den Sozialdemokraten beschritten werden müsse.3

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

Hauptteil

1. Die „Spaltung“ der deutschen Arbeiterbewegung

1.1 Die Ideologie / politische Ausrichtung der SPD – ein Überblick 1918-1930

1.1.1 Die SPD als staatstragende Partei

1.2 Die ideologische/ politische Ausrichtung der KPD – ein Überblick 1918-1929

1.2.1 Die ultralinke Opposition 1924-1929

2.1 Die ultralinke Wende

2.2 Die Tolerierungspolitik der SPD 1930

2.2.1 Generalstreik und Legalitätskurs

4. Einschätzung der Einheitsfrontangebote

4.1. Widerstandsregungen gegen die Politik der Parteien

5.1 Die Basis der Parteien

Schlussteil

6. Zusammenfassung

6.1 Ausblick

7. Quellenverzeichnis

7.1 Literaturverzeichnis

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht, ob eine Einheitsfront von KPD und SPD eine reale Alternative zur Tolerierungspolitik der SPD zwischen 1930 und 1933 hätte darstellen können, um den Aufstieg des Nationalsozialismus zu verhindern. Dabei wird analysiert, welche historischen Entwicklungen und ideologischen Differenzen eine solche Zusammenarbeit verhinderten und ob es alternative Handlungsspielräume gab.

  • Analyse der Entstehung und der ideologischen Spaltung von SPD und KPD
  • Untersuchung der Tolerierungspolitik der SPD gegenüber der Regierung Brüning
  • Evaluierung des KPD-Einheitsfrontkonzepts und der "Sozialfaschismustheorie"
  • Bewertung von Widerstandsansätzen an der Parteibasis versus Parteiführung
  • Reflexion über die Möglichkeiten eines antifaschistischen Generalstreiks

Auszug aus dem Buch

2.1 Die ultralinke Wende der KPD

1928/29 brach eine neue linke Phase in Russland an. Die dritte Internationale kam zu dem Schluss, dass der Weltkapitalismus in der letzten Phase sei und daher automatisch die Massen zum Kommunismus getrieben werden würden. Daher müsse auch die Partei sich radikalisieren. Bourgeoisie und SPD tendierten immer stärker nach rechts, so dass ein Unterschied zwischen bürgerlichen Parteien, SPD und Faschisten nicht mehr existieren würde. Somit würden sie eine faschistische Einheitsfront bilden, der sich eine proletarische unter Führung der KPD entgegenstellen müsse.

Damit war die Wendung zur Einheitsfront nur von unten festgesetzt worden und zugleich wurde der verschärfte Kampf gegen SPD und reformistische Gewerkschaften Programm.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Vorstellung der Fragestellung anhand von Georg Deckers Artikel „Das unbekannte Volk“ zur Lage der SPD nach den Wahlen von 1930.

1. Die „Spaltung“ der deutschen Arbeiterbewegung: Analyse der historischen Vorbelastungen und Richtungskämpfe innerhalb der Arbeiterbewegung seit 1914.

1.1 Die Ideologie / politische Ausrichtung der SPD – ein Überblick 1918-1930: Untersuchung des demokratischen Selbstverständnisses der SPD und ihres Legalitätskurses.

1.1.1 Die SPD als staatstragende Partei: Darstellung der Probleme der SPD bei der Vereinbarkeit von Systemstabilisierung und Interessenvertretung.

1.2 Die ideologische/ politische Ausrichtung der KPD – ein Überblick 1918-1929: Beschreibung der Stalinisierung und Moskauhörigkeit der KPD nach dem Tod von Luxemburg und Liebknecht.

1.2.1 Die ultralinke Opposition 1924-1929: Analyse innerparteilicher Gruppierungen in der KPD und deren Strategien zur Einheitsfrontpolitik.

2.1 Die ultralinke Wende: Erklärung der radikalen Kursänderung der KPD unter dem Einfluss der Dritten Internationale und der "Sozialfaschismustheorie".

2.2 Die Tolerierungspolitik der SPD 1930: Bewertung der SPD-Politik als Reaktion auf die aussichtslose Koalitionslage und die zunehmende Polarisierung.

2.2.1 Generalstreik und Legalitätskurs: Diskussion über die Umsetzbarkeit von Massenaktionen gegen den Staatsstreich angesichts der Parteibasis.

4. Einschätzung der Einheitsfrontangebote: Kritische Würdigung der KPD-Angebote, die aufgrund ihrer Doppelstrategie unglaubwürdig blieben.

4.1. Widerstandsregungen gegen die Politik der Parteien: Betrachtung von Kooperationsansätzen links der Parteiführungen im Widerstand gegen den NS.

5.1 Die Basis der Parteien: Untersuchung der Lebensrealität der Arbeiter, die sich oftmals von den dogmatischen Konflikten der Führung abhob.

6. Zusammenfassung: Fazit über die Rolle der ideologischen Entfremdung und Fehleinschätzung des Nationalsozialismus.

6.1 Ausblick: Kurzer Rückblick auf spätere Kurskorrekturen der Parteien im Exil nach 1933.

7. Quellenverzeichnis: Auflistung der verwendeten Primärdokumente.

7.1 Literaturverzeichnis: Auflistung der wissenschaftlichen Sekundärliteratur.

Schlüsselwörter

Einheitsfront, Weimarer Republik, SPD, KPD, Sozialfaschismus, Nationalsozialismus, Tolerierungspolitik, Arbeiterbewegung, Komintern, Klassenkampf, Legalitätskurs, Stalinisierung, Widerstand, Gewerkschaften, Georg Decker.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert das politische Scheitern der deutschen Arbeiterparteien (SPD und KPD) in der Endphase der Weimarer Republik, insbesondere im Hinblick auf eine mögliche Kooperation gegen den Nationalsozialismus.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die Schwerpunkte liegen auf der Ideologiegeschichte der Arbeiterbewegung, der Rolle der Komintern, der Bedeutung der Parteibasis sowie der Analyse zentraler politischer Strategien wie der Tolerierungspolitik und dem Einheitsfrontkonzept.

Was ist das primäre Ziel oder die zentrale Forschungsfrage?

Die Untersuchung zielt darauf ab, zu klären, ob eine antifaschistische Einheitsfront von KPD und SPD eine realistische Alternative zum Scheitern der Republik gewesen wäre.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zur Anwendung?

Es handelt sich um eine quellenbasierte historische Analyse unter Verwendung zeitgenössischer Dokumente sowie einer Auswertung relevanter politikwissenschaftlicher und historischer Sekundärliteratur zur Weimarer Ära.

Was umfasst der inhaltliche Hauptteil?

Der Hauptteil gliedert sich in die Untersuchung der ideologischen Divergenzen, die Analyse der KPD-Strategiewende ("Sozialfaschismustheorie"), die SPD-Tolerierungspolitik und eine Evaluierung von Basis-Widerstandsbewegungen.

Durch welche Schlüsselwörter lässt sich die Arbeit charakterisieren?

Zentrale Begriffe sind Einheitsfront, Weimarer Republik, Sozialfaschismus, Nationalsozialismus und der Legalitätskurs der SPD.

Wer war Georg Decker und warum ist er wichtig für diese Arbeit?

Georg Decker war ein sozialdemokratischer Publizist, dessen Artikel „Das unbekannte Volk“ (1930) als Ausgangspunkt dient, um die damalige Fehleinschätzung und die Handlungsoptionen der SPD kritisch zu beleuchten.

Warum lehnte die SPD eine Einheitsfront mit der KPD ab?

Die Ablehnung resultierte primär aus der tiefgreifenden ideologischen Entfremdung, dem Legalitätskurs der SPD zur Verteidigung der demokratischen Staatsform sowie der als bedrohlich wahrgenommenen diktatorischen Ambitionen der KPD.

Welche Rolle spielte die Parteibasis der Arbeiterbewegungen?

Die Arbeit zeigt, dass an der Basis oft eine pragmatische Zusammenarbeit und eine geringere Trennung herrschte als in den dogmatischen, zerstrittenen Parteiführungen, was durch gemeinsame Abwehrmaßnahmen gegen SA-Überfälle belegt wird.

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Details

Title
Wäre eine Einheitsfront von KPD und SPD eine Alternative zur Tolerierungspolitik der SPD gewesen? Wo gab es Chancen der jahrelangen Auseinanderentwicklung?
College
University of Kassel
Course
Proseminar Neuere Geschichte : Gegenrevolution in Deutschland? 1813/15 - 1848/49 - 1933
Grade
sehr gut
Author
Stephanie Görk (Author)
Publication Year
2005
Pages
22
Catalog Number
V47389
ISBN (eBook)
9783638443500
ISBN (Book)
9783656827658
Language
German
Tags
Wäre Einheitsfront Alternative Tolerierungspolitik Chancen Folge Auseinanderentwicklung Entwicklung Proseminar Neuere Geschichte Gegenrevolution Deutschland
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Stephanie Görk (Author), 2005, Wäre eine Einheitsfront von KPD und SPD eine Alternative zur Tolerierungspolitik der SPD gewesen? Wo gab es Chancen der jahrelangen Auseinanderentwicklung?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/47389
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