Grin logo
de en es fr
Shop
GRIN Website
Publicación mundial de textos académicos
Go to shop › Sociología - Relaciones y Familia

Die Entstehung des Geschlechtskörpers

Título: Die Entstehung des Geschlechtskörpers

Trabajo Escrito , 2003 , 18 Páginas , Calificación: 2

Autor:in: Fabienne Krause (Autor)

Sociología - Relaciones y Familia
Extracto de texto & Detalles   Leer eBook
Resumen Extracto de texto Detalles

Judith Butler, geboren 1956 in Cleveland/Ohio, ist eine der profiliertesten Vertreterinnen poststrukturalistischer Theorien. Mit ihrem einflußreichsten Buch "Das Unbehagen der Geschlechter" (Gender Trouble, 1990), positioniert sie sich selbst als feministische Theoretikerin in der Geschlechterforschung. Sie setzt sich vor allem mit den Phänomenen Macht, Geschlecht, Sexualität und Identität auseinander und wendet sich an zweiter Stelle dem Gebiet der "queer studies", der Lesben- und Homosexualitätsforschung, zu.
Butler kritisiert vor allem die feministische Forschung, die Frauen, ihrer Meinung nach, fälschlicherweise als homogene Gruppe mit gemeinsamen Merkmalen und Interessen betrachte. Der Feminismus habe durch diese Voraussetzung das binäre System der Geschlechter, geteilt in zwei deutlich differenzierte Gruppen von Männern und Frauen, nur noch bestätigt und die Auffassung einer patriarchalen Kultur gefestigt, die ein binäres System der Zweigeschlechtlichkeit als naturgegeben hinstellt.
Butler dagegen beabsichtigt durch Aufdecken der Konstruktion von Geschlecht die Reintegration von ausgeschlossenen Individuen, die Erweiterung des gesellschaftlich Anerkannten und die Pluralisierung und Integration ausgegrenzter und verworfener Identitätsformen. Sie fordert außerdem eine selbstkritische feministische Analyse, die die Unterdrückungsstrategien nicht einfach nur umkehrt, sondern die grundlegenden Begriffe, die solch eine Unterdrückung hervorrufen, dekonstruiert. Durch ihren radikalen Gestus hat Judith Butler eine breite Debatte ausgelöst und gilt in der feministischen Theorie der Neunzigerjahre als "Superstar". Ihre Theorie provoziert vor allem dadurch, daß sie den Körper in seiner materiellen Existenz in Frage stellt. Sie nimmt dabei eine erkenntnistheoretische Position ein, die in die (de)konstruktivistische Geschlechterforschung einzuordnen ist. Butlers Theorie unterscheidet sich von vorherigen Theorien besonders durch ihre radikale Position in der sie nicht nur gender und desire, Geschlechtsidentität und Begehren, als ein kulturelles Konstrukt entlarvt, sondern auch den sex, das biologische Geschlecht, in Frage stellt und ihn ebenfalls als eine Konstruktion und Produkt der Maschinerien der Macht dekonstruiert.

Extracto


Inhaltsverzeichnis

1. Verortung Butlers Theorie

2. Judith Butlers Theorie

2.1 Macht

2.2 Zwangsheterosexualität

2.3 Materialisierung des Geschlechtskörper

2.4 Performanz, Anrufung, Zitat

3. Butlers politisches Konzept

4. Kritik an Butlers Theorie

4.1 Kritik am Konzept des „Gender Trouble“

4.2 Kritik an Butlers subjektfeindlichem Dekonstruktivismus

5. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit analysiert die Theorie von Judith Butler zur Entstehung des Geschlechtskörpers und untersucht dabei insbesondere, wie Machtverhältnisse und diskursive Praktiken Identitäten konstruieren und normieren. Ziel ist es, das Konzept der Geschlechtsidentität als kulturelles Konstrukt aufzuzeigen und die kritischen Auseinandersetzungen mit diesem dekonstruktivistischen Ansatz darzustellen.

  • Die Rolle von Macht und Diskurs bei der Hervorbringung von Geschlechtsidentität.
  • Die Konzepte der Zwangsheterosexualität und performativen Sprechakte.
  • Die Materialisierung des Körpers durch soziale und sprachliche Normen.
  • Politische Strategien zur Subversion und parodistischen Imitation von Geschlecht.
  • Kritische Reflexion der theoretischen Position Butlers im Kontext feministischer Debatten.

Auszug aus dem Buch

2.1 Macht

Butler geht in ihrer Theorie davon aus, daß Worten eine Macht innewohnt, die Dinge wie den biologischen Körper hervorbringen können. Es gibt dabei kein Außerhalb dieser Macht und unabhängig von ihr kann nichts gedacht werden. So wie es nichts Existentes außerhalb dieser Macht gibt, die sich vermittels des herrschenden Diskurses zeigt, kann es auch keine vordiskursiven, natürlichen Körper geben.

Zeichen und Sprache sind dabei in ihrer symbolischen und diskursiven Bedeutung die Voraussetzung für die Materialisierung des Körpers. Butlers These ist also, daß Diskurse mittels performativer Sprechakte körperliche Gestalt annehmen. Jedes Individuum obliegt dieser diskursiven Matrix kohärenter Normen, die die Gesamtheit normativer Zwänge darstellt. Durch sie wird jedes Individuum in seiner Entwicklung geprägt und ohne sie könnte ein Individuum nicht intelligibel - gesellschafts- und lebensfähig - sein. Diese Matrix erzwingt laut Butler bei jedem Menschen die Entwicklung einer eigenen Identität und appelliert dauerhaft an diese.

Die Allgegenwart von sozialen Regeln wird hergestellt durch die Regeln des Diskurses. Sprache ist dabei nur dann verständlich und realitätsmächtig, wenn sie den grammatischen, syntaktischen, semantischen Regeln entspricht.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Verortung Butlers Theorie: Einleitende Vorstellung Judith Butlers als zentrale Theoretikerin der Poststrukturalismus- und Geschlechterforschung sowie Skizzierung ihrer Kritik an der feministischen Forschung.

2. Judith Butlers Theorie: Detaillierte Darlegung der zentralen Konzepte, darunter die allumfassende Macht, Zwangsheterosexualität, der Prozess der Materialisierung des Körpers und die Bedeutung performativer Sprechakte.

3. Butlers politisches Konzept: Analyse von Subversionsmöglichkeiten durch die Umdeutung und parodistische Imitation von Geschlechternormen, erläutert am Beispiel der Travestie.

4. Kritik an Butlers Theorie: Auseinandersetzung mit Einwänden gegen Butlers Konzept, insbesondere hinsichtlich der Wirksamkeit parodistischer Praktiken sowie der Kritik an ihrer subjektfeindlichen Dekonstruktion.

5. Fazit: Zusammenfassende Bewertung der theoretischen Arbeit unter Berücksichtigung der Stärken und Schwächen von Butlers philosophischem Ansatz.

Schlüsselwörter

Judith Butler, Geschlechtskörper, Macht, Zwangsheterosexualität, Materialisierung, Performativität, Diskurs, Geschlechtsidentität, Gender Trouble, Dekonstruktivismus, performative Sprechakte, Subversion, Identität, Poststrukturalismus.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der vorliegenden Arbeit grundlegend?

Die Arbeit befasst sich mit der Theorie Judith Butlers und deren zentraler These, dass Geschlecht keine biologische Gegebenheit, sondern eine kulturelle und diskursive Konstruktion ist.

Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?

Die Untersuchung konzentriert sich auf die Wechselwirkung von Macht, Sprache, Körpermaterialisierung und die Mechanismen der Zwangsheterosexualität.

Welches primäre Ziel verfolgt die Arbeit?

Ziel ist es, Butlers komplexes Theoriegebäude zur Entstehung des Geschlechtskörpers verständlich aufzuarbeiten und die daraus resultierende politische Strategie der Identitätsverschiebung kritisch zu beleuchten.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zur Anwendung?

Es handelt sich um eine theoretisch-analytische Arbeit, die primär auf der Auswertung und Zusammenführung einschlägiger Fachliteratur der (de)konstruktivistischen Geschlechterforschung basiert.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der theoretischen Grundbegriffe, die Erläuterung von Butlers Macht- und Sprachkonzept sowie eine ausführliche Diskussion der kritischen Gegenpositionen aus der feministischen Theorie.

Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren den Text?

Die zentralen Begriffe sind Performativität, Machtregime, Materialisierung, Zwangsheterosexualität und die Dekonstruktion des biologischen Geschlechts.

Wie unterscheidet Butler nach der Arbeit zwischen "Sex" und "Gender"?

Butler hinterfragt die klassische Zweiteilung von "Sex" (biologisch) und "Gender" (sozial) und argumentiert, dass auch das biologische Geschlecht ("Sex") ein diskursives Produkt von Machtmechanismen ist.

Warum wird Butlers "Gender Trouble"-Konzept kritisiert?

Kritiker wie Paula-Irene Villa hinterfragen, ob parodistische Inszenierungen wie Travestie tatsächlich normierte Geschlechterbilder effektiv entnaturalisieren oder ob sie letztlich nur die bestehenden Kategorien reproduzieren.

Final del extracto de 18 páginas  - subir

Detalles

Título
Die Entstehung des Geschlechtskörpers
Universidad
University of Münster  (Institut für Soziologie)
Curso
Your Body is a Battleground
Calificación
2
Autor
Fabienne Krause (Autor)
Año de publicación
2003
Páginas
18
No. de catálogo
V47402
ISBN (Ebook)
9783638443593
Idioma
Alemán
Etiqueta
Entstehung Geschlechtskörpers Your Body Battleground
Seguridad del producto
GRIN Publishing Ltd.
Citar trabajo
Fabienne Krause (Autor), 2003, Die Entstehung des Geschlechtskörpers, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/47402
Leer eBook
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
  • Si ve este mensaje, la imagen no pudo ser cargada y visualizada.
Extracto de  18  Páginas
Grin logo
  • Grin.com
  • Envío
  • Contacto
  • Privacidad
  • Aviso legal
  • Imprint