Miro Gavrans "Pacijent doktora Freuda" - Figurenanalyse


Seminararbeit, 2005
17 Seiten, Note: 1,3

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einleitung

2 Miro Gavran – Eine kurze Biographie,

3 „Pacijent doktora Freuda“: Aufbau und Inhalt
3.1 Aufbau
3.2 Inhalt

4 Figurenalanlyse
4.1 Dr. Freud
4.2 Christine
4.3 Hitler

5 Resümee

6 Literaturverzeichnis

[Titelbild: http://www.mgavran2.htnet.hr/plays/drfreudpat.html]

1 Einleitung

Die zeitgenössische kroatische Literatur der vergangenen Jahre hat einen spürbaren Aufschwung erlebt – einer ihrer berühmtesten Autoren ist Miro Gavran.

Mit seinem Stück von 1993 „Pacijent doktora Freuda“ schafft Gavran es, ein ernstes historisches Thema mit witzigen Elementen zu kombinieren. Sein Hauptheld Adolf Hitler wird mit all seinen Charaktereigenschaften dargestellt, die es im Laufe des Stückes zu entdecken und therapieren gilt – eine durchaus interessante Aufgabe für Dr. Sigmund Freud. Das Stück stellt ein mögliches Szenario dar, welches sich so zutragen hätte können, jedoch niemals zugetragen hat.

In der folgenden Hausarbeit möchte ich anfangs nach einem Überblick über Miro Gavrans Biographie zum besseren Verständnis und zur Vollständigkeit kurz auf den Aufbau und den Inhalt von „Pacijent doktora Freuda“ eingehen. Hiernach soll eine gründliche Analyse der einzelnen Figuren, ihrer Handlungen und Beziehungen untereinander im Mittelpunkt stehen.

2 Miro Gavran – Eine kurze Biographie

Der kroatische Autor Miro Gavran wurde 1961 in Slavonien geboren und ist einer der erfolgreichsten und profiliertesten Autoren Kroatiens seiner Generation. Er studierte zunächst an der Akademie für Theater, Film und Fernsehen in Zagreb. Nach seinem Studium arbeitete er von 1986 bis 1992 am renommierten &TD Theater Zagreb, zunächst als Dramaturg, später als künstlerischer Direktor. Im Laufe der Zeit avancierte Miro Gavran zum meist übersetzten kroatischen Dramatiker der Gegenwart.[1],[2]

Zu Gavrans Errungenschaften zählen u.a. das „Modern Croatian Drama project“ (1990-1992), die „Drama Bibliothek“ am &TD Theater, das Literaturjournal „Plima“, eine weiterführende Schule des kreativen Schreibens, Dramas und der Prosa sowie das „Epilog Theater“. Zusammen mit seiner Frau, der Schauspielerin Mladena Gavran, gründete er 2002 das GAVRAN Theater in Zagreb.

Sein Debüt hatte Gavran 1983 mit „Kreontova Antigona“ am Gavella Theater. Hierauf folgten mehr als 30 Schauspiele, 6 Romane und 7 Kinder- bzw. Jugendbücher. Seine Stücke wurden u.a. mit dem Central European Time International Literary Award als Best Central European Writer of the Year (1999) ausgezeichnet. 2004 erhielt sein Stück „Lachen verboten“ den „Main Drzic“ Preis des Kroatischen Kulturministeriums. 2005 ist sein Roman „John der Baptist“ für den „Internationalen Impac Dublin Literaturpreis“ in Irland nominiert.

3 „Pacijent doktora Freuda“: Aufbau und Inhalt

3.1 Aufbau

Miro Gavrans „Pacijent doktora Freuda“ ist ein groteskes Drama und besteht aus einem einzigen Akt, welcher 7 Szenen beinhaltet. Die 7 Szenen stehen jeweils für einen Tag der Woche; die Handlung des Stückes vollzieht sich demzufolge in einer Woche, beginnend mit dem Sonntag.

Das Stück an sich findet an 2 Schauplätzen in Wien im Jahre 1919 statt: Dem Behandlungszimmer Dr. Sigmund Freuds sowie dem Hotelzimmer Adolf Hitlers und seiner Freundin Christine.

Das Stück stellt eine Komödie in szenischer Form dar und zeigt Merkmale des klassischen geschlossenen Dramas (Aristotelisches Drama):

Gegeben sind eine eindeutige Struktur sowie die Einheit von Handlung und Raum, während die Einheit der Zeit von 24 Stunden auf eine Woche ausgedehnt wurde.

Die Handlung wird konsequent durchgeführt, es sind keine Nebenhandlungen gegeben. Äußerlich lässt das Stück keine 5 Akte zu, die Struktur ist jedoch gleichmäßig über das Stück verteilt und erlaubt eine Einteilung in die klassischen 5 Phasen eines Dramas nach G. Frytag.[3] Mit nur 3 Charakteren erfüllt „Pacijent doktora Freuda“ auch die 3-Personen Regel des klassizistischen Bühnendramas von Sophokles.

Die gewählte Sprache in „Pacijent doktora Freuda“ ist keine Verssprache, sondern an die moderne Alltagssprache unserer Zeit angepasst. Das Stück schaut auf seinen Held Adolf Hitler herab und macht sich über ihn als (im weitesten Sinne) sozial übergeordnete Person lustig. Auch hier wird der Hauptcharakter auf eine Eigenschaft reduziert, um welche das Stück sich dreht.

3.2 Inhalt

Das Drama beginnt an einem Sonntag, an welchem Hitler aufgelöst Dr. Sigmund Freud aufsucht und ihn verzweifelt um Hilfe bittet, und zwar nicht für sich selbst, sondern für seine Freundin Christine, welche großes Probleme zu haben scheint, und es aufgrund dieser in ihrer Beziehung nicht mit der Sexualität klappen möchte. Auf sein Drängen hin erklärt sich Dr. Freud bereit, Adolf Hitler gemeinsam und seine Freundin Christine in den darauf folgenden Tagen zu empfangen.

Während Hitler am Montag Christine kurz und bündig klarzumachen versucht, dass das Problem bei ihr läge und dass Sie zu erst allein zu Dr. Freud gehen müsse, so besucht sie ihn auch am darauf folgenden Dienstag in seiner Sprechstunde. Hier erfährt Christine jedoch das genaue Gegenteil: Dr. Freud macht ihr unmissverständlich klar, dass das Problem bei Adolf liegen würde und er ihre Unterstützung brauche, um ihn heilen bzw. seinem Problem auf den Grund gehen zu können. Die Lösung sieht Dr. Freud in einer Hypnosesitzung, die Aufschluss über Hitlers Verhalten bringen soll. Hierbei stellt sich in der vierten Szene heraus, dass Hitler selbst bedingt durch eine Neurose aus der Jugend nicht in der Lage ist, sexuell aktiv zu sein und demzufolge noch keinen erfolgreichen sexuellen Kontakt zu einer Frau gehabt hat. In der folgenden Sitzung empfiehlt Dr. Freud dem Paar, es nochmals in aller Ruhe und im Glauben daran, zu versuchen – doch leider schlägt auch dieser Versuch fehl. In der letzten Szene sucht die völlig verzweifelte Christine ein letztes Mal alleine Dr. Freud auf, um ihm von der Nacht zu berichten. Auf der Suche nach einer Bestätigung ihrer Weiblichkeit verführt Christine Dr. Freud und es kommt zum Geschlechtsverkehr zwischen den beiden.

[...]


[1] Vgl. http://www.literaturfestival.com/bios1_1_6_297.html, 05.04.2005

[2] Vgl. http://www.mgavran2.htnet.hr/biograph.html, 05.04.2005

[3] Die 5 Phasen nach G. Frytag sind die Exposition, steigende Handlung, Klimax, fallend Handlung und die Katastrophe bzw. das Happy End.

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
Miro Gavrans "Pacijent doktora Freuda" - Figurenanalyse
Hochschule
Universität Mannheim  (Slavisches Seminar)
Veranstaltung
Serbische und kroatische Dramen des 20. Jahrhunderts
Note
1,3
Autor
Jahr
2005
Seiten
17
Katalognummer
V47403
ISBN (eBook)
9783638443609
ISBN (Buch)
9783638811811
Dateigröße
577 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Miro, Gavrans, Pacijent, Freuda, Figurenanalyse, Serbische, Dramen, Jahrhunderts
Arbeit zitieren
Natalie Webbeler (Autor), 2005, Miro Gavrans "Pacijent doktora Freuda" - Figurenanalyse, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/47403

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