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Die intervenierende Variable "Thema" im Agenda-Setting-Prozess

Title: Die intervenierende Variable "Thema" im Agenda-Setting-Prozess

Seminar Paper , 2005 , 53 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Anne Lehwald (Author), Enrico Hanisch (Author)

Communications - Research, Studies, Enquiries
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Mehr als 350 Untersuchungen zum Agenda-Setting- Effekt der Massenmedien wurden seit der Pionierstudie von Maxwell McCombs und Donald Shaw im Jahr 1972 publiziert (Selb 2003, S. 4). Die Mehrheit dieser empirischen Studien hat die relativ einfache Grundannahme, dass die Medienagenda in die Publikumsagenda diffundiert, keineswegs bestätigt. Es wurden intervenierende Variablen identifiziert, die die Stärke des Agenda-Setting- Effekts beeinflussen (Brosius / Weimann 1995, S. 312). Eine dieser intervenierenden Variablen ist das Thema. Wir wollen mit dieser Hausarbeit über „Themenabhängige Agenda-Setting- Effekte“ einen systematischen Überblick über Modifikationen auf der Themenebene geben, die das Ausmaß der Agenda-Setting-Effekte zu beeinflussen vermögen. Innerhalb einer kurzen Darstellung des aktuellen Forschungsstandes und der Untersuchungsmethoden des Agenda-Settings wird die Untersuchung
intervenierender Variablen in den Forschungsprozess eingeordnet und verschiedene Definitionen des zentralen Begriffs „Thema“ werden vorgestellt. Warum einige Themen trotz mäßiger Berichterstattung hohe öffentliche Aufmerksamkeit erlangen, während manche von den Medien stark betonte Themen einen untergeordneten Platz auf der Publikumsagenda einnehmen (Selb 2003, S. 48), wird im Hauptteil der Arbeit erläutert. Die Wirkung der Eigenschaften der Themen auf den Agenda-Setting- Effekt steht im Mittelpunkt. Der aktuelle Forschungsstand über die Bedeutung von Themenmerkmalen wie Personalisierung, geografische und psychologische Nähe, Überraschung, Abstraktheit und Konkretheit sowie die Aufdringlichkeit wird dargestellt.
Eine Übersicht über in der Arbeit erläuterte Agenda-Setting-Studien und der Versuch einer Zuordnung der untersuchten Themen zu den Wirkungsmodellen von Hans-Bernd Brosius und Hans-Mathias Kepplinger schließt sich an. Zudem werden die Bedeutung des Themenwettbewerb zwischen „Victim- and Killer-Issues“ sowie das Verhältnis der Wirkungstheorien der „Obtrusive Contingency“ und dem „Cognitive Priming“ erläutert.
Den Abschluss der Arbeit bildet ein ausführlicher Kritikteil, der sowohl methodische als auch konzeptionelle Aspekte hinterfragt, gefolgt von einen Resümee.

Excerpt


Gliederung

1 Einleitung

2 Überblick über die Agenda-Setting-Forschung

2.1 Allgemeine Erkenntnisse und Methoden

2.2 Vier Phasen der Agenda-Setting-Forschung

2.3 Definition: „Thema“ – „Issue“ – „politische Streitfrage“

3 Eigenschaften von Themen

3.1 Personalisierung, Nähe, Konflikt, Überraschung, Negativismus und Eindeutigkeit

3.2 Obtrusiveness versus Unobtrusiveness

3.2.1 Die Dependenztheorie als eine Grundlage des Obtrusiveness-Konzepts

3.2.2 Das Obtrusiveness-Konzept nach Harold Zucker

3.2.3 Weitere Studien zu Aufdringlichkeit

3.2.4 Abweichende Definitionen

3.2.5 Festlegung der Aufdringlichkeit

3.2.6 Untersuchung von Winfried Schulz

3.3 Abstrakte versus konkrete Themen

3.4 Lokale versus nationale Themen

3.4.1 Studie von Palmgreen und Clarke (Politische Nähe)

3.4.2 Exkurs: Inhaltsanalyse von Burdach (Geographische Nähe)

3.5 Zeitpunkt der Themenuntersuchung und Themenverlauf

4 Interdependenzen von Themen

4.1 Katalysatoreffekte und Trigger Events

4.2 Themenwettbewerb: Victim- und Killer-Issues

4.3 Agenda-Setting als Nullsummenspiel

4.4 Killer-Themen nach Brosius & Kepplinger

5 Systematisierung

5.1 Übersicht über die vorgestellten Studien

5.2 Themeneigenschaften, die zu starken Agenda-Setting-Effekten führen

5.3 Themenzuordnung zu den Modellen von Kepplinger

6 „Obtrusive Contingency“ versus „Cognitive Priming“

6.1 Das Modell des “Cognitive Priming”

6.2 Vergleich der beiden Wirkungsmodelle

6.3 „Obtrusiveness“ als rezipientenspezifisches Merkmal

6.4 Lee´s analytisches Modell

7 Kritik

8 Resümee

Zielsetzung & thematische Schwerpunkte

Ziel der Arbeit ist es, die intervenierende Rolle des „Themas“ im Agenda-Setting-Prozess zu analysieren und zu erklären, warum bestimmte Themen trotz intensiver Berichterstattung oder umgekehrt trotz mäßiger Präsenz in den Medien unterschiedliche Effekte auf der Publikumsagenda erzielen.

  • Analyse der Einflussfaktoren wie Themeneigenschaften (Aufdringlichkeit, Abstraktheit, Personalisierung).
  • Untersuchung von Interdependenzen und Themenkonkurrenz zwischen verschiedenen Issues.
  • Vergleich von Wirkungstheorien wie „Obtrusive Contingency“ und „Cognitive Priming“.
  • Diskussion der methodischen Herausforderungen in der Agenda-Setting-Forschung.

Auszug aus dem Buch

3.2.2 Das Obtrusiveness-Konzept nach Harold Zucker

Damals bahnbrechend, in der Zwischenzeit aber in ihrer Bedeutung modifiziert, ist die grundlegende Unterscheidung, die der amerikanische Kommunikationswissenschaftler Harold Zucker Ende der 70er Jahre des 20. Jahrhunderts machte: Er ging davon aus, dass Agenda-Setting-Effekte nicht nur das Resultat von Medienberichterstattung sein müssen, sondern sich ebenfalls durch direkte Konfrontation mit dem Problem im Alltag einstellen können. Bereits Funkhouser bemüht eine entsprechende Erklärung für unterschiedliche Agenda-Setting-Effekte verschiedener Themen (vgl. Funkhouser 1973, S.67), aber erst mit der Untersuchung von Zucker wurde das Konzept der „obtrusivness“ in der Forschungspraxis operationalisiert. Auf seinen Überlegungen gründete Zucker die Unterscheidung von Themen nach dem Grad ihrer Sichtbarkeit, Auffälligkeit bzw. Aufdringlichkeit (engl.: obtrusiveness) für die Rezipienten. Als Beispiel: „Inflation“ ist ein aufdringliches Thema, weil steigende Preise für alle direkt sicht- und erfahrbar sind. Umgekehrt sind die „Zunahme von Kriminalität“ oder „Probleme der internationalen Politik“ weniger sichtbar, da die wenigsten Leute damit direkt konfrontiert werden (Zucker 1978, S. 227). Diese Unterscheidung entwickelte sich in den 80er Jahren zu einem der wichtigsten Kriterien für die Kategorisierung von Themen.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Die Einleitung führt in die Bedeutung des Themas als intervenierende Variable im Agenda-Setting-Prozess ein und umreißt die Struktur sowie die zentrale Fragestellung der Untersuchung.

2 Überblick über die Agenda-Setting-Forschung: Dieses Kapitel gibt einen Abriss über die historische Entwicklung und die verschiedenen Phasen der Agenda-Setting-Forschung sowie die Schwierigkeiten der Begriffsdefinition.

3 Eigenschaften von Themen: Hier werden Merkmale wie Personalisierung, Konfliktgehalt, Aufdringlichkeit und Abstraktionsgrad diskutiert und deren Einfluss auf die Agenda-Setting-Effekte systematisiert.

4 Interdependenzen von Themen: Das Kapitel beleuchtet das Phänomen der Themenkonkurrenz, die Rolle von Trigger Events und den Wettbewerb zwischen „Victim-“ und „Killer-Issues“.

5 Systematisierung: Es erfolgt eine tabellarische Gegenüberstellung und Einordnung der in der Literatur behandelten Studien hinsichtlich ihrer Designs und Ergebnisse.

6 „Obtrusive Contingency“ versus „Cognitive Priming“: Dieses Kapitel stellt die konkurrierenden Erklärungsmodelle gegenüber, die versuchen zu erklären, wie und warum persönliche Betroffenheit die Wirkung der Massenmedien beeinflusst.

7 Kritik: Es erfolgt eine kritische Reflexion der theoretischen Fundierung, der Wahl der untersuchten Themen und der methodischen Schwachstellen bisheriger Agenda-Setting-Studien.

8 Resümee: Das Schlusskapitel fasst die wichtigsten Erkenntnisse über den Wandel von medienzentrierten Transfermodellen hin zu komplexeren, rezipientenorientierten Modellen zusammen.

Schlüsselwörter

Agenda-Setting, Themen, Aufdringlichkeit, Obtrusiveness, Cognitive Priming, Themenwettbewerb, Killer-Issues, Massenmedien, Publikumsagenda, Medienwirkung, Intervenierende Variable, Themenmerkmale, Rezipientenspezifische Merkmale, Themenkonkurrenz, Trigger Events

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, welche Faktoren auf der Ebene der „Themen“ entscheiden, ob und in welchem Ausmaß massenmediale Berichterstattung die Wichtigkeitseinschätzung des Publikums (Agenda-Setting-Effekt) beeinflusst.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die Schwerpunkte liegen auf den Eigenschaften von Themen (wie Aufdringlichkeit und Abstraktion), der Konkurrenz zwischen verschiedenen Themen um Aufmerksamkeit sowie der Rolle der persönlichen Betroffenheit des Publikums.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, den Einfluss des „Themas“ als intervenierende Variable zu verstehen und aufzuzeigen, warum manche Themen besser als andere durch die Medien auf die Agenda des Publikums gelangen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die den aktuellen Forschungsstand aufarbeitet, bestehende empirische Studien systematisiert und theoretische Konzepte (wie das „Cognitive Priming“) kritisch diskutiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert Themencharakteristika wie „Obtrusiveness“, Themenwettbewerbe (Killer-Issues) und vergleicht verschiedene Modelle der Agenda-Wirkung unter Einbeziehung der Dimensionen Zeit und Rezipientenmerkmale.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Begriffe sind Agenda-Setting, Obtrusiveness, Themenwettbewerb, Cognitive Priming, Killer-Issues und Medienwirkung.

Was unterscheidet „aufdringliche“ von „unaufdringlichen“ Themen?

Aufdringliche Themen sind solche, mit denen die Rezipienten persönliche Erfahrungen im Alltag machen (z.B. Inflation), während unaufdringliche Themen für die Mehrheit nur durch Medienberichte zugänglich sind (z.B. internationale Politik).

Was versteht die Arbeit unter einem „Killer-Issue“?

Ein Killer-Issue ist ein Thema mit hoher Intensität und Nachrichtenwert, das aufgrund seiner Dominanz die Aufmerksamkeit so stark bindet, dass andere Themen von der Agenda verdrängt werden.

Warum kritisieren die Autoren die „dichotome Klassifizierung“ von Themen?

Sie kritisieren diese Einteilung als zu holzschnittartig, da die Aufdringlichkeit eines Themas nicht objektiv feststeht, sondern individuell und kontextabhängig variiert.

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Details

Title
Die intervenierende Variable "Thema" im Agenda-Setting-Prozess
College
Dresden Technical University  (Institut für Kommunikationswissenschaft)
Course
Agenda-Seminar
Grade
2,0
Authors
Anne Lehwald (Author), Enrico Hanisch (Author)
Publication Year
2005
Pages
53
Catalog Number
V47488
ISBN (eBook)
9783638444293
Language
German
Tags
Variable Thema Agenda-Setting-Prozess Agenda-Seminar
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Anne Lehwald (Author), Enrico Hanisch (Author), 2005, Die intervenierende Variable "Thema" im Agenda-Setting-Prozess, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/47488
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