Die vorliegende Hausarbeit behandelt das Thema Drogenmissbrauch, der durch die sogenannten Residential Scchools in Kanada bedingt wurde. Seit Jahrhunderten wird gegen Diskriminierung indigener Völker in der ganze Welt angekämpft. Ein Land, das immer noch mit diesem Problem kämpft, ist Kanada. Aufgrund der Abstufung Einheimischer als ungebildet oder ähnliches wurde dort versucht, die Einheimischen an die Kolonisten zu assimilieren. Dadurch sollte unter anderem die Kluft zwischen den kommenden Generationen gemindert werden und das Eintreten in die Gesellschaft und somit das Finden von Arbeit erleichtert werden. Bis zum Ende des 20. Jahrhunderts gab es dafür die Residential Schools, auf denen eingeborene Kinder von ihren Traditionen, ihrer Sprache und ihrem Glauben abgeschnitten wurden und stattdessen die Sitten der Kolonisten erlernten. Durch das Verhindern der Weitergabe der eigenen Kultur an die nächste Generation ging viel Wissen verloren. Dieser Verlust an Identität indigener Kinder wurde als Verbrechen an sich eingestuft.
Daneben war aber auch die Art, wie Kinder dort behandelt wurden, grausam und unmenschlich. Neben dem Zwang, die eigene Persönlichkeit und den Glauben zu ändern, wurden Kinder dort sexuell und körperlich misshandelt. Es gibt Berichte über Strafen wie Schläge oder Isolation, aber auch solche, dass Kinder gezwungen wurden ihr eigenes Erbrochenes zu essen. Die Auswirkungen sind neben lebenslangen Traumata oder Persönlichkeitsstörungen auch psychische Erkrankungen und Abhängigkeit von Alkohol oder Drogen.
Im Film "Rhymes for Young Ghouls" von Jeff Barnaby sind Gewalt und andere negative Erlebnisse im Residential School System die Auslöser für den Missbrauch von Drogen bei indigenen Kanadiern. Dort benutzen die Opfer der Schulen im Red Crow Reservat - Kinder wie Erwachsene – Drogen und Alkohol um die schlechten Erfahrungen und Grausamkeiten zu vergessen, die sie in ihrer Residential School erlebt haben.
Inhaltsverzeichnis
1. Diskriminierung eingeborener Kanadier
2. Historische Sicht auf das Residential School System
3. Residential School System in Rhymes for Young Ghouls
3.1 Gewalt im Residential School System
3.2 Kriminalität als Folge
3.3 Schuldmotiv
3.4 Drogenmissbrauch
4. Folgen des Residential School Systems im Film
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen den traumatischen Erfahrungen im kanadischen Residential School System und dem daraus resultierenden Drogenmissbrauch bei indigenen Kanadiern, exemplifiziert an der Filmanalyse von Jeff Barnabys Werk "Rhymes for Young Ghouls".
- Historische Aufarbeitung des Residential School Systems in Kanada
- Analyse filmischer Darstellungsmittel von Gewalt und Trauma
- Untersuchung des Motivs der Schuld und generationsübergreifender Traumata
- Darstellung von Kriminalität und Drogenmissbrauch als Bewältigungsmechanismus
- Filmische Dekonstruktion kolonialer Machtstrukturen
Auszug aus dem Buch
3.1 Gewalt im Residential School System
Aila selbst muss nur einen kurzen Aufenthalt in der Residential School ertragen. Ihr werden ihre Habseligkeiten und Kleidung abgenommen; besonders in der Halbnahaufnahme mit langsamem Zoom auf ihren misshandelten Rücken, während links und rechts jeweils eine Nonne ihr die Kleider gewaltsam vom Körper reißt, zeigt sich die schlechte Behandlung. (RFYG 1:57:00) Danach werden ihre langen Zöpfe, die sie bereits als Kind getragen hat, abgeschnitten. Ein Close-Up zeigt dabei ihren schmerzlichen Gesichtsausdruck und ihre Mühe, Wut und Tränen zu unterdrücken. (RFYG 1:57:50) Trotzdem wehrt sich Aila gegen „Indian Agent Popper’s colonial machine of dominance that works to dehumanize and destroy both her and her community“43.
Während der Isolation in einer gefängnisartigen Zelle fühlt sich Aila verzweifelt, ohne Hoffnung sitzt sie im Schatten. Die Beleuchtung ist mangelhaft, die einzige Lichtquelle ist das Fenster der Tür. (RFYG 1:00:55) Erst als ihr Helfer ihr die Tür der Zelle öffnet, fällt Licht auf sie und zerstört so die Dunkelheit und semantisch auch ihre Verzweiflung. (RFYG 1:01:11)
Zusammenfassung der Kapitel
1. Diskriminierung eingeborener Kanadier: Ein Überblick über die historische Diskriminierung indigener Völker in Kanada und die Einführung der Residential Schools als Instrument der kulturellen Assimilation.
2. Historische Sicht auf das Residential School System: Eine historische Einordnung der Gründung, der grausamen Lebensbedingungen und der langfristigen psychologischen Auswirkungen des Schulsystems auf die Betroffenen.
3. Residential School System in Rhymes for Young Ghouls: Analyse der filmischen Umsetzung, wobei Gewalt, Kriminalität, Schuldgefühle und Drogenmissbrauch als zentrale Themen und Folgen des Systems identifiziert werden.
4. Folgen des Residential School Systems im Film: Ein Fazit, das die Verbindung zwischen historischer Realität und filmischer Fiktion reflektiert und das Potenzial der Überwindung von Unterdrückungsmechanismen hervorhebt.
Schlüsselwörter
Residential School System, Kanada, Indigene Völker, Rhymes for Young Ghouls, Trauma, Drogenmissbrauch, Kolonialismus, Assimilation, Gewalt, Kriminalität, Schuldmotiv, psychologische Folgen, Jeff Barnaby, Diskriminierung, Widerstand
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert, wie das kanadische Residential School System indigene Identitäten nachhaltig beschädigte und welche Rolle dieses Trauma bei der Entstehung von Drogenmissbrauch spielt.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Themenfelder umfassen die historische Unterdrückung indigener Bevölkerungsgruppen, die filmische Darstellung von Gewaltstrukturen und die soziologischen Folgen generationsübergreifender Traumata.
Was ist das primäre Forschungsziel?
Das Ziel ist es, die Verbindung zwischen der systemischen Gewalt in Residential Schools und den persönlichen sowie gesellschaftlichen Krisen der indigenen Gemeinschaft im Film "Rhymes for Young Ghouls" aufzuzeigen.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zur Anwendung?
Es wird eine filmwissenschaftliche Analyse durchgeführt, die durch historische Kontexte und einschlägige Fachliteratur gestützt wird.
Was umfasst der Hauptteil der Arbeit?
Der Hauptteil gliedert sich in eine historische Aufarbeitung des Residential School Systems und eine detaillierte Untersuchung der Motive Gewalt, Kriminalität, Schuld und Drogenmissbrauch im besprochenen Film.
Welche Schlagworte charakterisieren das Werk?
Wichtige Begriffe sind insbesondere Kolonialismus, kulturelles Trauma, indigene Identität und die filmische Aufarbeitung von Gewalt.
Welche Funktion hat die Figur Popper im Film?
Popper verkörpert als "Truant Officer" die koloniale Unterdrückungsmaschine, die ihren eigenen Sadismus und Hass unter dem Deckmantel staatlicher Autorität auslebt.
Warum spielt das "Schuldmotiv" eine so zentrale Rolle?
Das Schuldmotiv verdeutlicht den Teufelskreis, in dem die Opfer des Systems gefangen sind, und zeigt auf, wie das Trauma der Eltern unbewusst an die nachfolgenden Generationen weitergegeben wird.
- Citar trabajo
- Lea Jell (Autor), 2019, Drogenmissbrauch bedingt durch die Residential Schools in Kanada, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/475213