„Nichts beeinträchtigt Menschen so sehr wie Arbeitslosigkeit – selbst wenn sie wieder einen Job gefunden haben.“ (Seils 2008). So zitiert „Zeit online“ den Sozialforscher Gert Wagner in einem Interview aus dem Jahre 2008. Laut dem Sozialwissenschaftler gibt es keine anderen sozioökonomischen Faktoren, welche die Lebenszufriedenheit von Menschen so negativ und langfristig beeinflussen wie der Verlust des Arbeitsplatzes. Diese Aussagen spiegeln die Bedeutung von Arbeitslosigkeit im Leben von Menschen und auch in der sozialwissenschaftlichen Forschung sehr prägnant wider. Auch wenn die Arbeitslosenzahlen in Deutschland in den letzten Jahren immer weiter sinken (von 4,86 Mio. 2005 auf 2,34 Mio. 2018) spielt das Phänomen der Arbeitslosigkeit auch heutzutage immer noch eine wichtige Rolle im gesellschaftlichen Diskurs; der Politik und auch in der Wissenschaft.
In der Sozialwissenschaft beschäftigt sich die Arbeitslosigkeitsforschung mit dem Phänomen der Arbeitslosigkeit und deren Auswirkungen auf betroffene Personen. Dieses Forschungsfeld hat bereits eine lange Tradition und blickt auf vielfältige Untersuchungen zurück. „Die Arbeitslosen von Marienthal - Ein soziographischer Versuch über die Wirkung langandauernder Arbeitslosigkeit“ von Marie Johada, Paul Lazersfeld und Hans Zeisel, welche bereits in den 30er Jahren des vergangenen Jahrhunderts die Folgen des Arbeitsplatzverlustes wissenschaftlich und systematisch untersuchten, kann sicherlich als einer der Grundsteine dieses Forschungsfeldes bezeichnet werden.
Ziel meiner Arbeit ist es in diesem Zusammenhang, zwei Dinge zu untersuchen. Zum einen soll es darum gehen, die Auswirkungen und Folgen von Arbeitslosigkeit, welche in der 2009 erschienenen Studie: „Pilotprojekt: Effekte der Arbeitslosigkeit“ der Universität Wien, zu Tage gebracht werden konnten, darzustellen. Zum anderen möchte ich die Grundüberzeugungen der beteiligten Forscher und Forscherinnen um Projektleiterin Sylvia Kritzinger, näher untersuchen und versuchen herauszufinden, welches Paradigma (qualitativ oder quantitativ) in dieser Studie vertreten wird. Zudem soll analysiert werden, inwieweit sich dieses Projekt dem zugrunde gelegten Paradigma konsistent verhält, oder ob Abweichungen von den Grundannahmen der gewählten Forschungsrichtung bestehen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Das quantitative Paradigma im Vergleich mit dem qualitativen Paradigma
2.1 Exkurs: Doppelspaltexperimente – Entstehung und Hintergründe beider Forschungsparadigmen
2.2 Grundlagen quantitativer Forschung
2.3 Grundlagen qualitativer Forschung
3. Der qualitative Charakter des „Pilotprojekt: Effekte der Arbeitslosigkeit“
3.1 Zusammenfassung der vorliegenden Studie
3.2 Überblick der wichtigsten Erkenntnisse und Empfehlungen der Forschungsarbeit
3.3 Die paradigmatische Ausrichtung und Konsistenz der Studie
4. Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Das primäre Ziel dieser Arbeit ist es, die Auswirkungen von Arbeitslosigkeit auf betroffene Personen anhand des „Pilotprojekt: Effekte der Arbeitslosigkeit“ darzustellen und gleichzeitig eine kritische Auseinandersetzung mit dessen forschungsparadigmatischer Ausrichtung (qualitativ versus quantitativ) zu führen, um die methodische Konsistenz der Studie zu bewerten.
- Vergleich der theoretischen Grundlagen quantitativer und qualitativer Forschungsparadigmen.
- Analyse der zentralen Studienergebnisse hinsichtlich psychosozialer Folgen und gesundheitlicher Auswirkungen von Arbeitslosigkeit.
- Untersuchung der forschungsmethodischen Intentionen der Studienautoren.
- Bewertung der Konsistenz des Forschungsprojekts in Bezug auf die gewählten paradigmatischen Grundannahmen.
- Ableitung von Empfehlungen zur Verbesserung der Situation von Arbeitslosen basierend auf den Studienerkenntnissen.
Auszug aus dem Buch
1. Einleitung
„Nichts beeinträchtigt Menschen so sehr wie Arbeitslosigkeit – selbst wenn sie wieder einen Job gefunden haben.“ (Seils 2008: 1). So zitiert „Zeit online“ den Sozialforscher Gert Wagner in einem Interview aus dem Jahre 2008. Laut dem Sozialwissenschaftler gibt es keine anderen sozioökonomischen Faktoren, welche die Lebenszufriedenheit von Menschen so negativ und langfristig beeinflussen wie der Verlust des Arbeitsplatzes (Seils 2008: 2). Diese Aussagen spiegeln die Bedeutung von Arbeitslosigkeit im Leben von Menschen und auch in der sozialwissenschaftlichen Forschung sehr prägnant wider. Auch wenn die Arbeitslosenzahlen in Deutschland in den letzten Jahren immer weiter sinken (von 4,86 Mio. 2005 auf 2,34 Mio. 2018) (siehe Anhang, Abbildung 1) spielt das Phänomen der Arbeitslosigkeit auch heutzutage immer noch eine wichtige Rolle im gesellschaftlichen Diskurs; der Politik und auch in der Wissenschaft.
In der Sozialwissenschaft beschäftigt sich die Arbeitslosigkeitsforschung mit dem Phänomen der Arbeitslosigkeit und deren Auswirkungen auf betroffene Personen. Dieses Forschungsfeld hat bereits eine lange Tradition und blickt auf vielfältige Untersuchungen zurück. „Die Arbeitslosen von Marienthal - Ein soziographischer Versuch über die Wirkung langandauernder Arbeitslosigkeit“ von Marie Johada, Paul Lazersfeld und Hans Zeisel, welche bereits in den 30er Jahren des vergangenen Jahrhunderts die Folgen des Arbeitsplatzverlustes wissenschaftlich und systematisch untersuchten, kann sicherlich als einer der Grundsteine dieses Forschungsfeldes bezeichnet werden. Im Verlauf der Zeit und aufgrund der zunehmenden Arbeitslosenzahlen wie beispielsweise am Ende des vergangenen Jahrhunderts oder während der Finanz- und Wirtschaftskrise der 2000er Jahre stieg das Forschungsinteresse in Bezug zur Arbeitsthematik in den vergangenen Jahrzehnten deutlich an. (Kritzinger/ Ludvig/ Müller 2009a: 11-13).
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die hohe Relevanz des Phänomens Arbeitslosigkeit für die Lebenszufriedenheit und ordnet das Forschungsthema in den historischen sowie aktuellen sozialwissenschaftlichen Kontext ein.
2. Das quantitative Paradigma im Vergleich mit dem qualitativen Paradigma: Dieses Kapitel erläutert die theoretischen Fundamente und Unterschiede beider Forschungsströmungen, wobei insbesondere der Einfluss physikalischer Weltbilder (klassische Physik vs. Quantenphysik) auf das jeweilige Forschungsverständnis diskutiert wird.
3. Der qualitative Charakter des „Pilotprojekt: Effekte der Arbeitslosigkeit“: Das Hauptkapitel fasst die Studie zusammen, präsentiert zentrale Ergebnisse zur gesundheitlichen Belastung von Arbeitslosen und untersucht kritisch, ob und inwieweit die methodische Vorgehensweise den Kriterien qualitativer oder quantitativer Paradigmen folgt.
4. Fazit und Ausblick: Das Fazit resümiert die gewonnenen Erkenntnisse über die Auswirkungen von Arbeitslosigkeit und stellt abschließend fest, dass die untersuchte Studie zwar dem qualitativen Paradigma zugeordnet werden kann, jedoch methodische Konsistenzlücken aufweist.
Schlüsselwörter
Arbeitslosigkeit, Sozialforschung, Forschungsparadigma, qualitative Forschung, quantitative Forschung, Triangulation, Ganzheitlichkeit, Kausalität, Lebenszufriedenheit, empirische Sozialforschung, Gesundheit, Methodik, Konstruktivismus, Arbeitsplatzverlust, Sozialwissenschaft.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die Auswirkungen von Arbeitslosigkeit auf betroffene Menschen und analysiert gleichzeitig die methodische Ausrichtung einer spezifischen Studie aus dem Jahr 2009, um deren Konsistenz innerhalb der Forschungsparadigmen zu prüfen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen sind die gesundheitlichen und psychosozialen Folgen von Arbeitslosigkeit, die Unterschiede zwischen quantitativen und qualitativen Forschungsansätzen sowie die wissenschaftliche Qualitätssicherung durch Triangulation.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das primäre Ziel ist die Darstellung der Effekte von Arbeitsplatzverlusten auf das Leben der Betroffenen und die Einordnung der Studie „Pilotprojekt: Effekte der Arbeitslosigkeit“ in die forschungsparadigmatischen Strömungen der Sozialwissenschaft.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine komparative Literaturanalyse und eine systematische Untersuchung der methodischen Struktur des besprochenen „Pilotprojekts“, um die paradigmatische Konsistenz anhand von Kriterien wie Ganzheitlichkeit und Kausalitätsprüfung zu bewerten.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden zunächst die theoretischen Grundlagen quantitativer und qualitativer Forschung gegenübergestellt, gefolgt von einer detaillierten Analyse des „Pilotprojekts“ hinsichtlich seiner Ergebnisse und der verwendeten methodischen Ansätze wie Umfragen, Experteninterviews und Fokusgruppen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die wichtigsten Begriffe sind Arbeitslosigkeit, Sozialforschung, Forschungsparadigma, qualitative und quantitative Forschung, Triangulation sowie Ganzheitlichkeit.
Was waren die Haupterkenntnisse des untersuchten Projekts?
Die Studie belegte, dass Arbeitslosigkeit besonders in unteren sozialen Schichten gesundheitliche Probleme verstärkt und dass Frauen signifikante Nachteile im Vergleich zu Männern hinsichtlich der Stabilität ihrer Erwerbsbiografien aufweisen.
Warum wird die Konsistenz des Projekts als lückenhaft bezeichnet?
Die Arbeit kommt zu dem Schluss, dass das „Pilotprojekt“ zwar qualitativ orientiert ist, jedoch durch das wiederholte Bestreben, Kausalhypothesen zu prüfen und Einzelvariablen zu isolieren, Elemente einer quantitativen Forschungslogik einfließen lässt, was die methodische Reinheit schwächt.
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- Benjamin Leonhardt (Autor), 2019, Auswirkungen von Arbeitslosigkeit auf das Leben von Betroffenen, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/475260