In dieser Arbeit soll die Berichterstattung über die royale Hochzeit von Prinz William und Kate Middleton in unterschiedlichen Publikumszeitschriften analysiert werden. Warum wurden Kate Middleton und Prinz William so volksnah dargestellt, obwohl beide weder dem einfachen Volk entstammen noch ein vergleichbares Leben führen?
Dazu werden ausgewählte Diskursstränge der Berichterstattung über die Hochzeit analysiert. Nach der Darlegung der Ergebnisse erfolgt eine kritische Betrachtung der Vorgehensweise und Ergebnisgewinnung. Die Analyse des Materials als auch die Auswertung stützt sich dabei auf die methodische Diskursforschung von Siegfried Jäger und Jürgen Link. Beide Autoren orientieren sich an der Theorie Michel Foucaults. Die Arbeit konzentriert sich auf die Darstellung der Hochzeit in den deutschen Printmedien, da ein ähnliches Ergebnis der Analyse auch international zu erwarten war.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Erstes Kapitel
2.1. Beschreibung des Forschungsgegenstandes
2.2. Auswahl des Materials und Vorgehensweise
3. Zweites Kapitel
3.1. Durchführung und Prozess der Ergebnisgewinnung
3.2. Exkurs: Qualitative Bildinterpretation
3.3. Inhaltliche Auswertung der Ergebnisse
3.3.1. Kollektivsymbole und Klischees
3.3.2. Die Geschichte vom bürgerlichen Märchen: (un)vereinbar?
4. Schlussbetrachtung und Reflexion
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den medialen Diskurs rund um die Hochzeit von Prinz William und Kate Middleton. Ziel ist es, mithilfe der Diskursanalyse nach Siegfried Jäger und Jürgen Link sowie der dokumentarischen Bildinterpretation nach Ralf Bohnsack zu ergründen, welche gesellschaftlichen Bilder von Monarchie und Adel in der Presse transportiert werden und wie durch die Inszenierung des Ereignisses ein kollektives Verständnis von Wirklichkeit erzeugt wird.
- Analyse der Berichterstattung in Publikumszeitschriften und Nachrichtenmagazinen
- Untersuchung von Diskursfragmenten wie der Märchenmetapher und der Volksnähe
- Dekonstruktion der Inszenierung des britischen Königshauses als "Marketingfirma"
- Vergleich der Darstellung zwischen Boulevardpresse und kritischer Tagespresse
- Bildanalytische Untersuchung der visuellen Vermittlung von Nähe und Ferne
Auszug aus dem Buch
Interpretation des Bildes „Kate und William im offenen Landauer“
An diesem Punkt soll aufgrund des Umfangs und der Detailreiche des Bildes auf eine vor-ikonoraphische Interpretation verzichtet werden. Der Schwerpunkt der Analyse soll dabei auf der reflektierenden Interpretation liegen.
Formulierende Interpretation
Ikonographische Interpretation
Wir wissen bereits aus dem Kontext der GALA, Ausgabe Nr. 19 vom 02.05.2011, dass das Foto anlässlich der Hochzeitszeremonie aufgenommen wurde. Da Braut und Bräutigam vor der Hochzeit getrennt zur Kirche erschienen sind, muss das Foto nach der Trauung auf dem Weg zum Empfang in den Buckingham Palace aufgenommen worden sein. Zu sehen sind Kate und William im „offenen Landauer“ aus dem Jahre 1902. Kate winkt, William hält seine weiß behandschuhte Hand halb hoch, beide lächeln. Im Hinter- und Vordergrund des Bildes sind Menschenmassen zu erkennen, die teilweise den beiden zuwinken. Ebenfalls zu sehen ist ein typisch englischer Guard auf einem Pferd und zwei Pagen hinten auf der Kutsche.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung führt in das mediale Großereignis der Hochzeit ein und stellt die theoretische Basis der Diskursanalyse sowie die Relevanz des Themas für das gesellschaftliche Verständnis von Wirklichkeit dar.
2. Erstes Kapitel: Dieses Kapitel definiert den Forschungsgegenstand, diskutiert die methodische Herangehensweise und erläutert die Kriterien der Textkorpusauswahl, um eine fundierte Analyse des Diskurses zu ermöglichen.
3. Zweites Kapitel: Das Kapitel widmet sich der konkreten Analyse der Diskursfragmente, führt einen Exkurs zur Bildinterpretation durch und wertet die Ergebnisse in Bezug auf zentrale Mythen und Klischees aus.
4. Schlussbetrachtung und Reflexion: Hier werden die Ergebnisse kritisch reflektiert, die Validität der gewählten Methoden bewertet und Anknüpfungspunkte für weiterführende wissenschaftliche Forschungen aufgezeigt.
Schlüsselwörter
Diskursanalyse, Königshaus, Hochzeit, Kate Middleton, Prinz William, Publikumszeitschriften, Märchenmetapher, Kollektivsymbolik, Volksnähe, Bildinterpretation, Medienhype, Boulevardpresse, Monarchie, Diskursfragmente, Inszenierung
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert, wie die Hochzeit von Prinz William und Kate Middleton in verschiedenen Medien dargestellt wurde und welche gesellschaftlichen Mythen dabei konstruiert wurden.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Zentrale Themen sind die Medialisierung des Adels, die Konstruktion einer Märchenwelt durch die Presse und das Spannungsfeld zwischen traditioneller Monarchie und moderner Inszenierung.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie durch die Berichterstattung über die Hochzeit gesellschaftliche Vorstellungen von Monarchie, Familie und Bürgerlichkeit geformt und unkritisch als Realität vermittelt werden.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es wird eine Diskursanalyse nach Siegfried Jäger und Jürgen Link angewendet, ergänzt durch die dokumentarische Bildinterpretation nach Ralf Bohnsack.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil befasst sich mit der Aufbereitung der Diskursfragmente wie "Märchen", "Volksnähe" und der "Royals als Marketingfirma" sowie der detaillierten Interpretation von Bildmaterial.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Diskursanalyse, Märchenmetapher, Kollektivsymbolik, Mediale Inszenierung und Monarchie als Marke.
Warum spielt das Bildmaterial eine so große Rolle in der Untersuchung?
Da in den betrachteten Zeitschriften der visuelle Anteil sehr hoch ist, dient das Bildmaterial als eigenständiger "Text", der versteckte Informationen und Inszenierungsstrategien offenbart.
Welche Rolle spielt die Unterscheidung zwischen Boulevardpresse und Nachrichtenmagazinen?
Die Gegenüberstellung erlaubt es, den "Hype" der Boulevardpresse von der kritischeren, teilweise sarkastischen Einordnung in Nachrichtenmagazinen abzugrenzen.
- Citation du texte
- Juliane Wilson (Auteur), 2011, Diskursanalyse in der Boulevardpresse als kulturwissenschaftliche Methode, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/475286