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Stadt im Bauernkrieg. Die Reformation am Beispiel von Memmingen

Title: Stadt im Bauernkrieg. Die Reformation am Beispiel von Memmingen

Seminar Paper , 2005 , 15 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Patrick Mai (Author)

History of Europe - Middle Ages, Early Modern Age
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Das Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, zu zeigen, daß die Städte nicht nur unbeteiligte Beobachter des Ereignisses, das in der Geschichtsforschung als Bauernkrieg eingegangen ist, unter neueren Gesichtpunkten aber als Revolution des Gemeinen Mannes bezeichnet wird, waren oder Rückzugsgebiete der Haufen, sondern durch ihre innerstädtische Situation, den gedanklichen Hintergrund ihrer Bürger und die Einstellung zur Religion im Ausgang des Mittelalters die Reformation und das Selbstbewußtsein, gegen Mißstände aufzubegehren, begünstigte. Zu diesem Zwecke erscheint es mir sinnvoll, die Situation der Stadt einführend, möglichst allgemeingültig, zu beleuchten. Hierbei bot die Arbeit von Sven Tode den Hintergrund meiner Ausführungen. Anhand des Beispiels Memmingen erörtere ich dann in den Kapiteln 2-3 exemplarisch den Verlauf des Bauernkrieges und zeige auf, wie sich gerade die städtische Situation in den Zwölf Artikeln, welche in Memmingen verfaßt wurden, wiederfindet.
Insbesondere der erste Teil meiner Arbeit kann keinesfalls einen allgemeingültigen Überblick über die Situation in den Städten bieten, weil die individuellen Faktoren zu zahlreich sind. Dieses Ziel kann also nur annäherungsweise erreicht werden. Der Teil über die Entwicklung der Reformation und Revolution in Memmingen erstreckt sich über den Zeitraum der ersten Autonomiebestrebungen des Memminger Rates im Bezug auf kirchliche Belange, bis hin zu der Ausarbeitung der Zwölf Artikel durch die Christliche Vereinigung. Insbesondere hier versuche ich zu verdeutlichen, wie sehr der Sonderweg Memmingens in der Revolution die Entstehung der Zwölf Artikel, die bekanntermaßen nicht auf Initiative der Memminger Bürger und Bauern entstanden sind, förderte. Spätere revolutionäre Bestrebungen und reformatorische Entwicklungen lasse ich außer acht, weil sie m. E. nicht direkt auf die städtische Situation im Ausgang des Mittelalters zurückzuführen sind, sondern vielmehr als Rückwirkung der Revolution auf die Situation in Memmingen gesehen werden müssen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Vorbemerkung

1. Die Stadt zu Beginn der Reformation

1.1 Der ökonomisch-rechtliche Faktor

1.2 Der kommunikative Faktor

1.3 Der bürgerlich-religiöse Faktor

2. Die Vorkommnisse in Memmingen

2.1 Die Bürger Memmingens als erste Kraft

2.2 Die Landschaft als zweite Kraft

2.3 Die Bauern der Christlichen Vereinigung als dritte Kraft

Schlußbemerkung

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die Rolle von Städten im Bauernkrieg am Beispiel Memmingens. Dabei wird analysiert, wie innerstädtische wirtschaftliche, kommunikative und religiöse Faktoren die Reformation begünstigten und die Stadt zu einem intellektuellen Zentrum für die revolutionären Bestrebungen des gemeinen Mannes machten.

  • Strukturanalytische Untersuchung der städtischen Situation vor der Reformation
  • Die Bedeutung ökonomischer, kommunikativer und religiöser Faktoren
  • Die Rolle Memmingens als geistiges Zentrum und Tagungsort der Bauern
  • Entstehung und Bedeutung der Zwölf Artikel
  • Das Verhältnis von Rat, Bürgerschaft und Umland

Auszug aus dem Buch

2.3 Die Bauern der Christlichen Vereinigung als dritte Kraft

Die pro-bäuerliche Haltung des Memminger Rates und der Beliebtheitsgrad Christoph Schappelers ließen die Bauernkriegsparteien, vertreten durch den Baltringer Haufen, …. Etc. Memmingen als Tagungsort für die Vereinigungsverhandlungen und zur Ausarbeitung eines Programms wählen. Das Ergebnis dieser Verhandlungen waren die Zwölf Artikel und die Bundesordnung, welche im gesamten Reich Verbreitung finden und intensiven Einfluß auf den Verlauf des Bauernkriegs und die Forderungen der Parteien im besonderen haben sollten. Gewissermaßen waren diese Schriften das einzige ordnende Prinzip in den Wirren des Bauernkriegs und bildeten die ideologische Grundlage.

Am 6.3.1525 trafen sich 50 Bauernführer als Vertreter der Bauernkriegsparteien im Gebiet des Schwäbischen Bundes auf eine Initiative von Huldrich Schmidt, dem Führer des Baltringer Haufens, um ihr Vorgehen gegen den Schwäbischen Bund zu koordinieren und ihre Forderungen auf Grundlage des Wortes Gottes zu formulieren. Das Ergebnis der Verhandlungen war die Gründung der Christlichen Vereinigung als Zusammenschluss des Baltringer Haufens mit dem Allgäuer Haufen und dem Bodensee Haufen. Diese Vereinigung teilte man umgehend dem Schwäbischen Bund mit und darüber hinaus die Zusage, dass man allen Forderungen des Bundes nachkommen würde, sofern sie dem göttlichen Recht entsprachen. Auf der Suche nach einem Schriftgelehrten, der die Forderungen der Christlichen Vereinigung formulierte, traf man in Memmingen auf Sebastian Lotzer, einem Handwerker und Schüler Schappelers, der zudem die Aufgaben für die Vereinigung wahrnahm, welche ein Ratsschreiber für den Rat ausführte.

Zusammenfassung der Kapitel

Vorbemerkung: Einführung in die Zielsetzung der Arbeit, Städte als aktive Akteure statt passiver Beobachter des Bauernkriegs darzustellen.

1. Die Stadt zu Beginn der Reformation: Analyse der sozioökonomischen und religiösen Rahmenbedingungen, die den Boden für die Reformation im 16. Jahrhundert bereiteten.

1.1 Der ökonomisch-rechtliche Faktor: Untersuchung des Wandels durch den Wegfall des Tauschhandels und den wachsenden Druck auf die Bauern, in die Städte zu drängen.

1.2 Der kommunikative Faktor: Betrachtung der Stadt als Zentrum für Informationsaustausch und der Rolle des Druckereiwesens bei der Verbreitung reformatorischer Ideen.

1.3 Der bürgerlich-religiöse Faktor: Analyse der religiösen Verankerung im Alltag und der zunehmenden antiklerikalen Stimmung bei gleichzeitigem Wunsch nach existentieller Sicherheit.

2. Die Vorkommnisse in Memmingen: Darstellung des Memminger Sonderwegs im Umgang mit Bürgern und Umland während der Reformationszeit.

2.1 Die Bürger Memmingens als erste Kraft: Erläuterung der zunftgeprägten Struktur Memmingens und des wachsenden sozialen Spannungsfeldes innerhalb der Stadt.

2.2 Die Landschaft als zweite Kraft: Analyse der Forderungen der ländlichen Gemeinden und der vermittelnden, bauernfreundlichen Rolle des Memminger Rates.

2.3 Die Bauern der Christlichen Vereinigung als dritte Kraft: Beschreibung der Rolle Memmingens als Tagungsort, an dem die Zwölf Artikel und die Bundesordnung ideologisch geformt wurden.

Schlußbemerkung: Synthese der Ergebnisse, wonach Memmingen als geistiges Zentrum und Basis der revolutionären Bewegung fungierte.

Schlüsselwörter

Bauernkrieg, Memmingen, Reformation, Zwölf Artikel, Christliche Vereinigung, Stadt-Land-Verhältnis, Rat der Stadt, Sebastian Lotzer, Christoph Schappeler, Revolution des gemeinen Mannes, göttliches Recht, Zünfte, Zehnt, Reformationsgeschichte, Schwäbischer Bund.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser wissenschaftlichen Arbeit grundlegend?

Die Arbeit untersucht die aktive Rolle von Städten im Bauernkrieg am Beispiel Memmingens und zeigt, dass Städte weit mehr als bloße Rückzugsgebiete waren.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Die Arbeit beleuchtet das ökonomische Stadt-Land-Verhältnis, die Rolle der Kommunikation in der Reformation und die religiösen Spannungen des frühen 16. Jahrhunderts.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, den "Sonderweg" Memmingens aufzuzeigen und zu belegen, wie die Stadt zur intellektuellen und organisatorischen Basis für den Bauernkrieg wurde.

Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?

Die Arbeit basiert auf einer strukturanalytischen Untersuchung der städtischen Situation, gestützt auf die historische Forschung von Autoren wie Sven Tode und Peter Blickle.

Was wird im Hauptteil der Arbeit detailliert behandelt?

Der Hauptteil analysiert die drei Kräfte (Bürger, Landschaft, Christliche Vereinigung) und deren Zusammenspiel bei der Umsetzung der Reformation und der Formulierung der Zwölf Artikel.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die vorliegende Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Reformation, Bauernkrieg, Zwölf Artikel, Christliche Vereinigung und den spezifischen historischen Kontext Memmingens definiert.

Warum spielt Memmingen als Beispiel eine so besondere Rolle?

Memmingen stellt einen Sonderfall dar, da der dortige Rat frühzeitig reformatorische Anliegen aufgriff und damit eine gewaltfreie Revolution und Einigung mit der Bevölkerung ermöglichte.

Welche Bedeutung hatten die "Zwölf Artikel" für die Bauernbewegung?

Sie bildeten das wichtigste ideologische Dokument und das ordnende Prinzip der Bauernbewegung im gesamten Reich, formuliert im Umfeld der Memminger Reformator-Kreise.

Wie positioniert sich der Autor zur Rolle des Memminger Rates?

Der Autor argumentiert, dass der Rat eine pro-bäuerliche und vermittelnde Politik betrieb, die Memmingen zu einem intellektuellen Zentrum machte, statt sich den Aufständischen nur zögerlich anzuschließen.

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Details

Title
Stadt im Bauernkrieg. Die Reformation am Beispiel von Memmingen
College
University of Trier
Course
Europa im Zeitalter Karl V.
Grade
2,0
Author
Patrick Mai (Author)
Publication Year
2005
Pages
15
Catalog Number
V47561
ISBN (eBook)
9783638444835
ISBN (Book)
9783656871606
Language
German
Tags
Stadt Bauernkrieg Reformation Beispiel Memmingen Europa Zeitalter Karl
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Patrick Mai (Author), 2005, Stadt im Bauernkrieg. Die Reformation am Beispiel von Memmingen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/47561
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