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US-, Britische und EU-Geldpolitik - Ein Vergleich aus konjunkturpolitischer Sicht

Title: US-, Britische und EU-Geldpolitik - Ein Vergleich aus konjunkturpolitischer Sicht

Term Paper , 2004 , 30 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Christoph Holtkötter (Author), Christian Reitzke (Author)

Business economics - Economic Policy
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Am 1. Januar 1999 begann mit der dritten Stufe der EWU ein neues Zeitalter auf den Internationalen Finanzmärkten. Zu den bestehenden „Global Playern“, dem Federal Reserve System und dem zweitwichtigsten Finanzplatz der Welt, London mit der Bank of England, gesellte sich die noch junge EZB. Die Etablierung der EZB und die Einführung des Euro werden im allgemeinen Konsens als „Jahrhundertprojekt“ apostrophiert. Es galt eine Strategie zu entwickeln, die eine ökonomische Integration der differenzierten nationalen geldpolitischen Konzeptionen ermöglicht und den strukturellen wirtschaftlichen Unterschieden in den Mitgliedsstaaten Rechnung trägt.
Resultat ist die „Zwei-Säulen-Strategie“, welche immer wieder Mittelpunkt heftiger Diskussionen in Wissenschaft und Praxis ist. Demgegenüber steht die 1992 von der Bank of England implementierte Strategie des „Inflation Targeting“, welche sich in der letzten Dekade zur dominanten geldpolitischen Konzeption weiterentwickelt hat. Mit welcher Strategie operiert aber die FED? Ein prägnantes Bonmot auf den Finanzmärkten der Welt gibt es unserer Ansicht nach treffend wieder:
„Die EZB hat eine Zwei-Säulen-Strategie – Die FED hat Alan Greenspan“
Welche Auswirkungen und Gefahren birgt dieses auf eine Person fixierte Konzept für die konjunkturpolitische Einflussnahme einer Zentralbank? Wie sind die Erfolge des Inflation Targeting zu bewerten?
Diesen Fragestellungen werden wir im Rahmen dieser Arbeit nachgehen. Zuerst werden dazu die Konzeptionen auf normativer, strategischer und operativer Ebene dargestellt. Daran schließt sich eine realwirtschaftliche Analyse der Zentralbankaktivitäten im Zeitraum von 1999 bis heute vor dem Hintergrund ihrer konjunkturpolitischen Wirkung an. Abschließend werden die gewählten Konzeptionen kritisch beleuchtet, sowie Entwicklungspfade für die Zukunft aufgezeigt.
Auf eine Darstellung der historischen Entwicklung sowie der Entscheidungsgremien wird im Rahmen dieser Arbeit bewusst verzichtet. Der für die Gegenüberstellung der Geldpolitiken wichtige Aspekt der Unabhängigkeit soll indes hier kurz erwähnt werden, da allgemein eine inverse Beziehung zwischen Unabhängigkeit und Inflation als stilisierendes Faktum akzeptiert ist.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. EZB, BoE und FED – Zentralbanken mit globalem Einfluss

2. Zielsetzungen, Strategien und Instrumente im Vergleich

2.1. Normative Zielsetzungen der Zentralbanken

2.2. Strategiekonzepte der Zentralbanken

2.2.1. Die stabilitätsorientierte geldpolitische Strategie der EZB

2.2.2. Inflationssteuerung der Bank of England

2.2.3. Pragmatische Geldpolitik der FED

2.3. Geldpolitische Instrumentarien als operative Elemente

3. Realwirtschaftliche Auswirkungen der Zentralbankpolitik

3.1. Ermittlung der impliziten Inflationsziele

3.2. Technische Analyse und Bewertung der geldpolitischen Maßnahmen

3.3. Zwischen Neo-Keynesianismus und Neo-Monetarismus?

3.4. Die Schwäche des Euroraums

4. Beurteilung der Konzepte und strategische Empfehlungen

5. Abschließendes und Zukunftsperspektiven

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht und vergleicht die geldpolitischen Strategien der EZB, der Bank of England (BoE) sowie des Federal Reserve System (FED) im Zeitraum von 1999 bis 2004 aus konjunkturpolitischer Sicht. Zentrales Ziel ist es, die Wirksamkeit der unterschiedlichen Konzeptionen – insbesondere im Hinblick auf ihre Flexibilität bei konjunkturellen Schwankungen – zu bewerten und Handlungsempfehlungen abzuleiten.

  • Vergleich normativer Zielvorgaben und geldpolitischer Strategien (z. B. Zwei-Säulen-Konzept vs. Inflation Targeting).
  • Analyse der operativen geldpolitischen Instrumente in den drei Währungsräumen.
  • Untersuchung der realwirtschaftlichen Auswirkungen geldpolitischer Entscheidungen auf Wachstum und Preisstabilität.
  • Diskussion über das Spannungsfeld zwischen Neo-Keynesianismus und Neo-Monetarismus.
  • Kritische Würdigung der EZB-Strategie vor dem Hintergrund europäischer Wirtschaftsstrukturen.

Auszug aus dem Buch

2.2.1. Die stabilitätsorientierte geldpolitische Strategie der EZB

Damit die EZB ihrem Ziel, der Gewährleistung von Preisstabilität, möglichst nahe kommt, ist eine Antizipation und Beurteilung der zukünftigen wirtschaftlichen Lage unabdingbar. Das von der EZB gewählte Konzept zur Erfüllung dieses Ziels besteht aus den so genannten „zwei Säulen“, welches auf der Zusammenführung von zwei grundsätzlichen analytischen Perspektiven beruht. Die monetäre Säule der geldpolitischen Strategie steht in der Tradition der Geldmengensteuerungskonzepte und orientiert sich im Wesentlichen an dem vor der Errichtung der EWU erfolgreich praktizierten Modell der Deutschen Bundesbank. Der nicht monetäre Teil macht Anleihen bei den Konzepten der direkten Inflationssteuerung.

In der monetären Säule wird der quantitätstheoretischen Tradition folgend eine systematische Beobachtung der Geldmengenentwicklung vorgenommen. Die herausragende Rolle spielt hierbei eine Quantifizierung der Wachstumsrate der Geldmenge M3, welche als Referenzwert dient. Anhaltende Abweichungen des M3-Wachstums sollen hierbei Risiken für die Preisstabilität signalisieren. Anders als seinerzeit die Deutsche Bundesbank ihren Geldmengenkorridor, betrachtet die EZB den Referenzwert nicht als Zielgröße und betreibt somit keine Geldmengensteuerung i. e. S.. Die Entwicklung von M3 dient der EZB lediglich als Maßstab zur Selbstbindung und als Informationsvariable. Somit wird sichergestellt, dass die EZB nicht mechanistisch auf kurzfristige, nicht im Zusammenhang mit der Inflation stehenden Erhöhungen der Geldmenge durch exogene Schocks reagiert.

Zusammenfassung der Kapitel

1. EZB, BoE und FED – Zentralbanken mit globalem Einfluss: Einleitung und Problemstellung, die die Relevanz der Zentralbanken für die Weltwirtschaft und die Bedeutung der unterschiedlichen geldpolitischen Ansätze hervorhebt.

2. Zielsetzungen, Strategien und Instrumente im Vergleich: Detaillierte Gegenüberstellung der normativen Ziele, der strategischen Konzepte und der operativen Instrumente der drei untersuchten Zentralbanken.

3. Realwirtschaftliche Auswirkungen der Zentralbankpolitik: Analyse, wie die geldpolitischen Entscheidungen der Zentralbanken die konjunkturelle Entwicklung im Zeitraum von 1999 bis 2004 beeinflusst haben.

4. Beurteilung der Konzepte und strategische Empfehlungen: Kritische Reflexion der Strategien sowie Ableitung von Verbesserungsvorschlägen für die geldpolitische Ausrichtung, insbesondere für die EZB.

5. Abschließendes und Zukunftsperspektiven: Zusammenfassung der Ergebnisse und Ausblick auf die zukünftige Notwendigkeit einer stärkeren Annäherung an ein proaktives Inflation Targeting.

Schlüsselwörter

Geldpolitik, EZB, Federal Reserve, Bank of England, Preisstabilität, Inflation Targeting, Zwei-Säulen-Strategie, Konjunkturpolitik, Geldmenge M3, Leitzins, Wirtschaftswachstum, Zinspolitik, Zentralbank, Realzinsen, Geldmengensteuerung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Hausarbeit vergleicht die geldpolitischen Ansätze und Strategien der Europäischen Zentralbank, der Bank of England und des Federal Reserve System im Hinblick auf deren konjunkturpolitische Wirkung.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Zentrum stehen die normativen Zielsetzungen, die operativen Instrumente, die strategischen Ansätze (wie Inflation Targeting oder das Zwei-Säulen-Konzept) sowie deren Auswirkungen auf die reale Wirtschaftsentwicklung.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Ziel ist es, die Effektivität und Flexibilität der verschiedenen Strategien bei der Bewältigung konjunktureller Herausforderungen zu analysieren und Empfehlungen für eine transparentere und effektivere Geldpolitik zu formulieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer deskriptiven und vergleichenden Analyse von Fachliteratur, Wirtschaftsdaten und geldpolitischen Berichten der Notenbanken für den Zeitraum 1999 bis 2004.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die Darstellung der theoretischen Konzepte, eine empirische Untersuchung der realwirtschaftlichen Auswirkungen im besagten Zeitraum und eine kritische Beurteilung der Strategien.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen gehören Geldpolitik, Preisstabilität, Inflation Targeting, Leitzins und Konjunktursteuerung.

Warum wird die Zwei-Säulen-Strategie der EZB kritisiert?

Die Kritik richtet sich vor allem auf das Festhalten an der Geldmenge M3 als Leitindikator, da externe Schocks den Aussagewert dieses Indikators in der Praxis beeinträchtigen können.

Welche Rolle spielte Alan Greenspan für das Federal Reserve System?

Greenspan gilt als charismatische Führungspersönlichkeit, deren intuitives Handeln und Reputation es der FED ermöglichten, auch ohne explizite und formale Strategie flexibel und erfolgreich auf konjunkturelle Krisen zu reagieren.

Was unterscheidet das britische Inflation Targeting vom Ansatz der EZB?

Die Bank of England verfolgt ein explizites und symmetrisches Inflationsziel, das proaktive Eingriffe zur Stabilisierung der Wirtschaft ermöglicht, während die EZB stärker auf Preisstabilität fixiert ist und als weniger proaktiv wahrgenommen wird.

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Details

Title
US-, Britische und EU-Geldpolitik - Ein Vergleich aus konjunkturpolitischer Sicht
College
Private University of Economy and Engineering Vechta-Diepholz-Oldenburg
Grade
1,3
Authors
Christoph Holtkötter (Author), Christian Reitzke (Author)
Publication Year
2004
Pages
30
Catalog Number
V47574
ISBN (eBook)
9783638444958
Language
German
Tags
Britische EU-Geldpolitik Vergleich Sicht
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Christoph Holtkötter (Author), Christian Reitzke (Author), 2004, US-, Britische und EU-Geldpolitik - Ein Vergleich aus konjunkturpolitischer Sicht, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/47574
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