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Fremdfondsvertrieb von Banken - 'Open Architecture' als Vertrauenssignal und Qualitätsmotor?

Title: Fremdfondsvertrieb von Banken - 'Open Architecture' als Vertrauenssignal und Qualitätsmotor?

Diploma Thesis , 2005 , 68 Pages , Grade: 1,3

Autor:in: Diplom-Kaufmann Alexander Schmidt (Author)

Business economics - Banking, Stock Exchanges, Insurance, Accounting
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Eine aktuelle Umfrage von TNS-Emnid zeigte, dass nur 34% aller Befragten ihrer Bank oder Sparkasse sehr vertrauen. Fast jeder Fünfte der Befragten misstraut den Banken sogar. Aber gerade wenn es um einen für das tägliche Leben so enorm wichtigen Bereich wie das Thema Geld geht, ist Vertrauen eine Grundvoraussetzung für eine konstruktive Zusammenarbeit. Um das Kundenvertrauen wieder zu stärken ist eine objektive Beratung, welche auch Fremdprodukte einbezieht, eine gute Strategie, denn 61% der Befragten halten dies für sehr wichtig, bei Depotbesitzern liegt dieser Anteil mit 80% nochmals höher. Im Folgenden wird der Vertrieb von Investmentfonds deutscher Banken näher betrachtet, denn in diesem Bereich sind die Banken mehrheitlich dazu übergegangen, zunehmend auch Fremdprodukte von in- und ausländischen Anbietern in ihre Produktpalette aufzunehmen. Eine Begründung der Banken ist der Kundenwunsch verknüpft mit der Hoffnung, verlorenes Vertrauen so wieder zurückzugewinnen, denn der Vertrauensverlust in der Vergangenheit resultierte bei Investmentfondsbesitzern vielfach aus Fehlberatungen sowie der schwachen Performance hauseigener Fondsprodukte. Daher erhoffen sich sowohl Banken als auch Anleger von dieser Öffnung eine höhere Qualität von Produkten und Beratung. Die zentrale Frage dieser Arbeit wird sein, ob der Fremdfondsvertrieb die in ihn gesetzten Erwartungen hinsichtlich der Erhöhung des Vertrauens und der Qualität gerecht werden kann.
Um diese Frage zu beantworten wird im folgenden Kapitel der Absatz des Gutes Investmentfonds näher analysiert. Dabei spielen die Besonderheiten des Investmentfondsvertriebes aus Sicht der Neuen Institutionenökonomie eine besondere Rolle, ebenso das Konstrukt Vertrauen. Im dritten Kapitel wird ein kurzer Marktüberblick über die verschiedenen Formen des Drittfondsvertriebes sowie den Argumenten für und gegen die Öffnung der Banken für fremde Produkte gegeben. Die Frage aus dem Titel der Arbeit, ob der Fremdfondsvertrieb ein Qualitätsmotor und ein Vertrauenssignal darstellen kann, wird im vierten Kapitel genauer untersucht. Die Commerzbank AG ist als erste Bank in Deutschland dazu übergegangen, ihren Fondsauswahlprozess zertifizieren zu lassen. Ist dies nur ein Marketinggag oder hat diese Zertifizierung wirklich einen Signalwert? Diese Frage wird im fünften Kapitel diskutiert, bevor im abschließenden Fazit die zentralen Ergebnisse zusammengefasst werden.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einführung

2. Besonderheiten beim Absatz von Investmentfonds

2.1. Funktionsweise von Investmentfonds

2.2. Investmentfonds: Vertrauens- oder Erfahrungsgüter?

2.3. Das Problem der Qualitätsunsicherheit

2.3.1. Annäherung an den Qualitätsbegriff für Investmentfonds

2.3.2. Methoden der Produktqualitätsmessung

2.4. Informationsasymmetrien und Interessenskonflikte

2.5. Vertrauen in der Beratung zu Investmentfonds

2.5.1 Vertrauen als Mechanismus zur Überwindung der PA-Problematik

2.5.2. Wie kann eine Bank Vertrauenswürdigkeit signalisieren?

3. Fremdfondsvertrieb deutscher Banken

3.1. Definition Fremdfondsvertrieb

3.2. Marktüberblick

3.3. Darstellung der Argumente der Branche

3.3.1. Argumente für den Fremdfondsvertrieb aus Bankensicht

3.3.2. Argumente gegen den Fremdfondsvertrieb aus Bankensicht

4. Auswirkungen des Fremdfondsvertriebes

4.1. Fremdfondsvertrieb als Qualitätsmotor?

4.1.1. Auswirkungen auf die Beratungsqualität

4.1.2. Auswirkungen auf die Produktqualität

4.2. Fremdfondsvertrieb als Vertrauenssignal?

5. Zertifizierung als zusätzliches Signal

5.1. Fremdfondsvertrieb der Commerzbank AG

5.2. Die TÜV-Zertifizierung „Geprüfte Fondsauswahl“

5.3. Problemfelder des Zertifikates

5.4. Wirkung des TÜV-Zertifikates

5.4.1. Wirkung als Vertrauenssignal?

5.4.2. TÜV-Zertifikat als Qualitätsmotor?

6. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht, ob der Fremdfondsvertrieb durch deutsche Banken als Instrument zur Wiederherstellung von Kundenvertrauen und zur Qualitätssteigerung dienen kann. Dabei wird analysiert, inwieweit die Öffnung für fremde Produkte die bestehenden Informationsasymmetrien zwischen Bank und Anleger reduzieren oder bestehende Interessenskonflikte abmildern kann.

  • Analyse der Besonderheiten des Investmentfondsvertriebs aus institutionenökonomischer Sicht.
  • Untersuchung des Konzepts "Open Architecture" und anderer Vertriebsmodelle.
  • Bewertung des Fremdfondsvertriebs als Qualitätsmotor und Vertrauenssignal.
  • Evaluierung von Zertifizierungsmaßnahmen wie der TÜV-Prüfung „Geprüfte Fondsauswahl“.
  • Diskussion der Rolle von Ratings und Rankings für die Qualitätsmessung bei Finanzprodukten.

Auszug aus dem Buch

2.5.1 Vertrauen als Mechanismus zur Überwindung der PA-Problematik

Vom Begriff des Vertrauens gibt es bis heute trotz zahlreicher Veröffentlichungen keine einheitliche Definition, des Weiteren herrscht eine z.T. verwirrende Vielfalt an Verwendungen dieses Begriffes. Für den weiteren Verlauf der Ausführungen wird die ökonomische Definition von Ripperger maßgeblich sein, da sie m.E. eine umfassende Erklärung des Konstruktes Vertrauen ermöglicht. Sie lautet: „Vertrauen ist die freiwillige Erbringung einer riskanten Vorleistung unter Verzicht auf explizite vertragliche Sicherungs- und Kontrollmaßnahmen gegen opportunistisches Verhalten in der Erwartung, dass sich der andere, trotz Fehlen solcher Schutzmaßnahmen, nicht opportunistisch verhält.“

Vertrauen bezieht sich somit ausschließlich auf den motivationalen Aspekt von Kooperation und damit auf Verhaltensrisiken, d.h. Risiken endogener Art. Auf Risiken exogener Art, z.B. die Kapitalmarktentwicklung, kann sich Vertrauen nicht beziehen, hier hofft man auf eine bestimmte Entwicklung. Folglich bezieht sich Hoffnung auf exogene Risiken, mit deren Auslöser kein Vertrag geschlossen werden kann. Ebenso falsch ist die allgemeinsprachliche Aussage in die Fähigkeiten einer Person zu vertrauen. Risiken, die in der Kompetenz einer Person ihren Ursprung haben, werden durch Zutrauen bewältigt. Die Vertrauensbeziehung zwischen zwei Personen, im Folgenden Vertrauensgeber und Vertrauensnehmer genannt, kann man als Prinzipal-Agent-Beziehung darstellen.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einführung: Die Einleitung beleuchtet die Vertrauenskrise deutscher Banken und stellt die Forschungsfrage, ob der Fremdfondsvertrieb ein geeignetes Mittel zur Qualitäts- und Vertrauenssteigerung darstellt.

2. Besonderheiten beim Absatz von Investmentfonds: Dieses Kapitel analysiert Investmentfonds als Vertrauensgüter und beleuchtet die Prinzipal-Agent-Problematik sowie die Rolle der Informationsasymmetrien zwischen Berater und Kunde.

3. Fremdfondsvertrieb deutscher Banken: Hier wird der Status quo des Drittfondsvertriebs dargelegt, inklusive Definitionen von "Open Architecture" und der Argumente aus Sicht der Branche.

4. Auswirkungen des Fremdfondsvertriebes: Das Kapitel untersucht kritisch, ob der Vertrieb von Fremdprodukten tatsächlich die Beratungs- und Produktqualität verbessert und ob er als Vertrauenssignal funktioniert.

5. Zertifizierung als zusätzliches Signal: Fokus auf die TÜV-Zertifizierung "Geprüfte Fondsauswahl" der Commerzbank als konkretes Beispiel für eine Reputationsstrategie.

6. Fazit: Die Arbeit schließt mit einer zusammenfassenden Bewertung, dass der Fremdfondsvertrieb zwar Wettbewerb fördert, aber das fundamentale Problem des Moral Hazard bei der Beratung nicht ohne weiteres löst.

Schlüsselwörter

Fremdfondsvertrieb, Investmentfonds, Banken, Vertrauen, Qualitätsunsicherheit, Open Architecture, Prinzipal-Agent-Theorie, Beratungsqualität, Produktqualität, Informationsasymmetrien, Moral Hazard, TÜV-Zertifizierung, Rating, Ranking, Finanzdienstleistungen.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Diplomarbeit befasst sich mit der strategischen Öffnung deutscher Banken für den Vertrieb von Investmentfonds anderer Anbieter (Fremdfonds) und deren Auswirkung auf das Vertrauensverhältnis zum Kunden.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Zentrum stehen die Konzepte der Neuen Institutionenökonomie, insbesondere die Prinzipal-Agent-Beziehung, das Konstrukt des Vertrauens, der Einfluss von Zertifizierungen auf die Reputation sowie die Qualitätsmessung bei Investmentfonds.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, kritisch zu hinterfragen, ob der Fremdfondsvertrieb als "Qualitätsmotor" und "Vertrauenssignal" fungieren kann oder ob es sich eher um eine Reaktion auf veränderte Marktbedingungen handelt, die grundlegende Interessenskonflikte nicht auflöst.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Analyse unter Verwendung der Neuen Institutionenökonomie sowie der Auswertung von Branchenstudien, Marktüberblicken und Fallbeispielen zur Zertifizierung.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil analysiert die Funktionsweise des Fremdfondsvertriebs, die Argumente der Banken für und gegen dieses Konzept, die Auswirkungen auf die Produkt- und Beratungsqualität sowie eine spezifische Fallstudie zur TÜV-Zertifizierung der Commerzbank.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zu den wichtigsten Begriffen zählen Fremdfondsvertrieb, Open Architecture, Informationsasymmetrien, Moral Hazard, Vertrauenssignal und Qualitätsunsicherheit.

Warum wird der Fremdfondsvertrieb als unsicheres Vertrauenssignal eingestuft?

Da mittlerweile fast alle Banken Fremdfonds anbieten, verliert das Signal seine Unterscheidungskraft zwischen vertrauenswürdigen und weniger vertrauenswürdigen Anbietern; zudem bleibt das Risiko des Moral Hazard durch den Berater trotz größerer Auswahl bestehen.

Wie bewertet der Autor die TÜV-Zertifizierung der Commerzbank?

Der Autor sieht in der Zertifizierung ein wirksames Reputationssignal für informationsaktive Kunden, weist jedoch darauf hin, dass das Prüfverfahren durch die geringe Anzahl an Testberatungen und den klassischen Interessenkonflikt zwischen Prüfer und Bank eine begrenzte Aussagekraft hat.

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Details

Title
Fremdfondsvertrieb von Banken - 'Open Architecture' als Vertrauenssignal und Qualitätsmotor?
College
University of Trier
Grade
1,3
Author
Diplom-Kaufmann Alexander Schmidt (Author)
Publication Year
2005
Pages
68
Catalog Number
V47591
ISBN (eBook)
9783638445047
ISBN (Book)
9783638708142
Language
German
Tags
Fremdfondsvertrieb Banken Open Architecture Vertrauenssignal Qualitätsmotor
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Diplom-Kaufmann Alexander Schmidt (Author), 2005, Fremdfondsvertrieb von Banken - 'Open Architecture' als Vertrauenssignal und Qualitätsmotor?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/47591
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