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Homo homini lupus et deus? Zum Menschenbild in der politischen Philsophie des Thomas Hobbes

Title: Homo homini lupus et deus?  Zum Menschenbild in der politischen Philsophie des Thomas Hobbes

Intermediate Examination Paper , 2003 , 23 Pages , Grade: 1 -

Autor:in: Simon Hollendung (Author)

Philosophy - Philosophy of the 17th and 18th Centuries
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Summary Excerpt Details

Das oft zitierte Wort vom "Homo homini lupus" gilt vielen Interpreten als
Leitspruch des Menschenbildes in der politischen Philosophie von Thomas
Hobbes. Dabei werden viele Brüche in seiner Argumentation und vor allem die
Möglichkeit des ebenfalls von ihm zitierten "Homo homini deus" übersehen.
Ziel des vorliegenden Buches soll es sein, sich aufgrund dieser scheinbaren
Gegensätze dem Menschenbild des Thomas Hobbes zu nähern. Dabei müssen vor
allem die Gründe und Voraussetzungen, warum Menschen sich wölfisch oder
göttlich zueinander verhalten, fokussiert werden. Hobbes stellt das wölfische
Gegeneinander im Zustand der Staaten untereinander, ergo auch im Naturzustand
des Menschen, und das göttliche Zueinander im innerstaatlichen Zustand fest
Um Hobbes Menschenbild möglichst vielseitig zu erfassen, wird diese
Fragestellung nicht nur philosophisch, sondern auch soziologisch, historisch,
politisch und juristisch betrachtet. Bereits die Titel der angegebenen Bücher lassen
die unterschiedliche Herangehensweise erkennen und führen hoffentlich im Laufe
dieser Betrachtung zu einem philosophischen Ganzen.
Generell lohnt sich bei der Beschäftigung mit der politischen Philosophie von
Thomas Hobbes ein zweites Hinschauen. Er benutzt oft alte Termini für neue
Denkansätze, was in der Rezeptionsgeschichte nicht selten dazu geführt hat, das
der neue Gedanke in alter Hülle, vor allem beim Naturrecht, nicht als solcher
wahrgenommen worden ist.
Auch den biografische Abriss und eine Betrachtung seiner Zeit halte ich,
abgesehen davon, dass es mir bei vielen Philosophen als Schlüssel zum Werk
erscheint, für sehr erhellend in Bezug auf meine Fragestellung. Muss nicht in
Kriegszeiten das Menschenbild ein düstereres, animalischeres und der Glaube an
die Vernunft ein kleinerer sein?

Thomas Hobbes wird überraschende Antworten geben.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Thomas Hobbes

1.1 Leben, Werk und politische Situation

1.2 Hobbes` Definition von Frieden in Zeiten des Krieges

2. Die Entwicklung der Gedanken

3. Der Naturzustand

4. Der menschliche Wille

5. Recht

5.1 Das Naturrecht

5.2 Subjektive Rechte und objektive Gesetze im Naturzustand

5.3 Das Recht des Menschen und seine Befreiung aus der Tradition

6. Widersprüche bei Hobbes

7. Vernunft und Effekt

7.1 Homo homini lupus und Homo homini deus ?

7.2 Krieg der Affekte?

7.3 Krieg der Vernunft?

7.4 Die Rolle der Vernunft bei Thomas Hobbes

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die vorliegende Arbeit untersucht das differenzierte Menschenbild von Thomas Hobbes, indem sie die scheinbaren Widersprüche zwischen dem wölfischen Naturzustand und dem göttlichen Miteinander im Staatszustand analysiert und durch die zentrale Rolle der Vernunft zu deuten versucht.

  • Analyse des hobbeschen Menschenbildes zwischen Leidenschaft und Vernunft.
  • Untersuchung des Naturzustands als theoretisches Konstrukt und Ausgangslage.
  • Betrachtung der Bedeutung von Naturrecht und staatlicher Souveränität.
  • Hinterfragung der Rolle von Affekten und Rationalität bei der Staatsbildung.
  • Diskussion der Widersprüche innerhalb der politischen Philosophie bei Hobbes.

Auszug aus dem Buch

1.3 Leben, Werk und politische Situation

Thomas Hobbes kam am 5. April 1588 als Frühgeburt zur Welt, weil die Angst vor einer nahenden spanischen Armada seine Mutter ins Kindbett warf. Für einige Interpreten liegt bereits in diesem Ereignis die Ursache für "den düsteren Hintergrund seines Bildes vom Menschen und vom Staate." Sein Vater, ein Landgeistlicher in Westport bei Malmesbury mit bescheidener Bildung, muß nach einer Tat im Affekt fliehen. Der Onkel nimmt sich des geistig frühreifen Kindes an, sorgt für sein Studium der klassischen Sprachen und der "aristotelischen Physik und Logik im Lichte der scholastischen Interpretation" in Oxford, die er 1607 mit dem Baccalarureus Artium beschließt.

Hobbes wurde Erzieher im Hause des Barons Cavendish (ab 1613 Earl of Devonshire), mit dessen Sohn er sich ab 1610 drei Jahre in Frankreich und Italien aufhielt. Dabei übersetzte er Thykidides Werk über den Peloponnesischen Krieg "als Warnung vor den Gefahren von Demagogie und Demokratie" und freundete sich mit Francis Bacon an, den er bis zu dessen Tod 1626 unterstützte. Auf dem Kontinent bricht 1618 der Dreißigjährige Krieg aus. Die zweite Festlandsreise, im Dienste der Familie Clinton, läßt Hobbes Euklids "Elemente der Geometrie" kennenlernen.

Wieder im Hause Devonshire begleitete Hobbes den Sohn seines ehemaligen Schülers nach Frankreich und Italien, wo die Begegnung mit Descartes, Gassendi, Mersenne (in Paris) und Galilei (in Florenz) den Gedanken der alles zu Grunde liegenden Bewegung in ihm reifen lies.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Thomas Hobbes: Dieses Kapitel liefert einen biografischen Abriss sowie eine Kontextualisierung des politischen Umfelds und definiert Hobbes' Verständnis von Frieden.

2. Die Entwicklung der Gedanken: Hier wird der Einfluss von Mechanik und Mathematik auf die politische Philosophie von Hobbes und sein Bruch mit der aristotelischen Tradition erläutert.

3. Der Naturzustand: Es wird analysiert, wie Hobbes den vorstaatlichen Zustand als ahistorisches Gedankenexperiment nutzt, um die Notwendigkeit des Staates zu begründen.

4. Der menschliche Wille: Dieses Kapitel untersucht, wie Hobbes den menschlichen Willen mechanistisch ableitet und welche Rolle Furcht und Vernunft dabei spielen.

5. Recht: Hier werden die Grundlagen des Naturrechts, die Bedeutung subjektiver Rechte und die Rolle des Souveräns bei der Definition von Recht und Unrecht behandelt.

6. Widersprüche bei Hobbes: Dieses Kapitel widmet sich den inneren Inkonsistenzen der hobbeschen Argumentation, insbesondere im Hinblick auf das Verhältnis von Individuum und Souverän.

7. Vernunft und Effekt: Abschließend wird das Spannungsfeld zwischen den menschlichen Affekten und der Vernunft untersucht, um die Synthese von Homo homini lupus und Homo homini deus zu bilden.

Schlüsselwörter

Thomas Hobbes, Menschenbild, Naturzustand, politische Philosophie, Leviathan, Vernunft, Affekte, Naturrecht, Souveränität, Selbsterhaltung, Homo homini lupus, Homo homini deus, Staatsphysik, Kontraktualismus, Gesellschaftsvertrag.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit analysiert das komplexe Menschenbild in der politischen Philosophie von Thomas Hobbes und hinterfragt das Verhältnis von individueller Leidenschaft und vernunftbasierter staatlicher Ordnung.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zu den Schwerpunkten gehören der Naturzustand, die Funktion der Vernunft, die Rolle der Affekte, das Naturrecht und die Entstehung des Staates als künstliche Gemeinschaft.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, die scheinbaren Widersprüche zwischen dem oft zitierten "wölfischen" Menschenbild und der Möglichkeit eines "göttlichen" Miteinanders durch eine philosophische Gesamtschau aufzulösen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit verfolgt einen multidisziplinären Ansatz, der philosophische, soziologische, historische, politische und juristische Perspektiven kombiniert, um Hobbes' Denken umfassend zu erfassen.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Im Hauptteil werden Hobbes' Biographie, die Entwicklung seines mechanistischen Weltbildes, die Konzeption des Naturzustands, das Naturrecht sowie das spannungsgeladene Verhältnis zwischen Vernunft und Affekt detailliert analysiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Schlagworte sind unter anderem Naturzustand, Leviathan, Vernunft, Affekte, Selbsterhaltung und Kontraktualismus.

Wie löst Hobbes laut dem Autor das "Gefangenendilemma" im Naturzustand?

Der Autor führt aus, dass Hobbes den Staat als Körperschaft aller Individuen einsetzt, wodurch das Festhalten an Regeln zur gemeinschaftlichen Notwendigkeit wird und der Einzelne als Teil des Staates agiert.

Was bedeutet die Formel "Homo homini lupus et deus qua ratio"?

Dies ist die Schlussfolgerung des Autors: Der Mensch ist sowohl Wolf als auch Gott, wobei die Vernunft (ratio) die entscheidende Komponente ist, die das menschliche Verhalten im staatlichen Kontext leitet und strukturiert.

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Details

Title
Homo homini lupus et deus? Zum Menschenbild in der politischen Philsophie des Thomas Hobbes
College
University of Hamburg  (Philosophisches Seminar)
Grade
1 -
Author
Simon Hollendung (Author)
Publication Year
2003
Pages
23
Catalog Number
V47607
ISBN (eBook)
9783638445122
ISBN (Book)
9783638708159
Language
German
Tags
Homo Menschenbild Philsophie Thomas Hobbes
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Simon Hollendung (Author), 2003, Homo homini lupus et deus? Zum Menschenbild in der politischen Philsophie des Thomas Hobbes, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/47607
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