Regulierungsmechanismen - kostenbasierte Regulierung


Seminararbeit, 2004

25 Seiten, Note: 1,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Anhangsverzeichnis

Symbolverzeichnis

1 Einleitung

2 Theoretischen Grundlagen
2.1 Natürliches Monopol
2.2 Preisbildung im natürlichen Monopol
2.3 Regulierung
2.3.1 Begriffsdefinition
2.3.2 Regulierungsziele und -methoden

3 Methoden der kostenbasierten Regulierung
3.1 Einführung
3.2 Rentabilitätsregulierung
3.3 Kostenzuschlagsregulierung
3.4 Weitere ausgewählte Methoden

4 Wirkung der Rentabilitätsregulierung – Averch-Johnson-Modell
4.1 Einführung
4.2 Auswirkung unterschiedlicher erlaubter Renditen auf das Verhalten regulierter Unternehmen
4.3 kritische Betrachtung sowie Erweiterungsansätze

5 Ergebnisse
5.1 Strategische Verhaltensanreize für regulierte Unternehmen
5.2 Ausblick

6 Anhang

7 Literaturverzeichnis

8 Eidesstattliche Erklärung

Anhangsverzeichnis

Anhang 1: Grafik zur Preisbildung im Monopol

Anhang 2: Grafik der Preisbestimmung über Grenzkosten im natürlichen Monopol

Anhang 3: Grafik der Gewinnbeschränkung in dreidimensionaler Darstellung

Anhang 4: Grafik der Gewinnbeschränkung mit Profit Hill in zweidimensionaler Darstellung

Anhang 5: Grafik des Effektes der Reduzierung der fairen Rendite

Anhang 6: Grafik der Auswirkung einer Änderung der Kapitalkosten

Anhang 7: Darstellung der unter den Kapitalkosten liegende faire Rendite

Symbolverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einleitung

Öffentliche Regulierung ermöglicht es bei offensichtlich vorliegenden Marktversagen aktiv in Marktprozesse und in das Wirtschaftsgeschehen einzugreifen.[1]

Gestörte Marktstrukturen können beispielsweise vorliegen, wenn die gesamte Produktion eines Marktes durch ein einziges Unternehmen zu geringeren Kosten herstellbar ist, als durch zwei oder mehrere Unternehmen (natürliches Monopol).[2]

Versorgungsunternehmen (Gas, Wasser, Strom, Fernwärme), Transportunternehmen (Eisenbahn, Spedition) sowie Post- und Telekommunikationsunternehmen sind klassische Bespiele für natürliche Monopolunternehmen.[3]

Unternehmen mit natürlichen Monopolstrukturen haben keinen Anreiz wohlfahrtsmaximal zu produzieren, da sie durch das Setzen eines höheren Preises verbunden mit einer geringeren Ausbringungsmenge ihren Gewinn (sog. Monopolgewinn) maximieren können – im Vergleich zur Wettbewerbssituation, in der immer wohlfahrtsmaximal produziert wird, d.h. in der der Preis den Grenzkosten entspricht. Verlangt ein mit anderen Unternehmen direkt im Wettbewerb stehendes Unternehmen einen höheren Preis, so verliert es die Nachfrage und scheidet aus dem Markt aus.[4]

Ziel der Regulierungsinstanzen ist es, das gewinnmaximale Verhalten des Monopolisten zu unterbinden und den daraus resultierenden Wohlfahrtsverlust zu minimieren. Nicht die Produzentenrente sondern die Maximierung der Konsumentenrente steht im Vordergrund der Regulierungstätigkeit.[5]

Welche Möglichkeiten bestehen für die Regulierungsinstanz das angesprochene Ziel (Korrektur des Marktversagens) zu erreichen? Welche strategischen Verhaltensweisen der regulierten Unternehmen lassen sich dabei beobachten?

Für die Durchführung dieser Aufgabe stehen der Regulierungsinstanz diverse Regulierungsmethoden zur Verfügung.

Eine Möglichkeit der Regulierung ist der Einsatz kostenbasierter Regulierungsmethoden, wie zum Beispiel die in Amerika übliche Rentabilitätsregulierung. Der Schwerpunkt der vorliegenden Arbeit liegt auf der ihrer Wirkungen. Insbesondere werden die strategischen Verhaltensanreize, die sich für das regulierte Unternehmen ergeben, untersucht.

Als Ergebnis lässt sich festhalten, dass die Methode der kostenbasierten Regulierung, stellvertretend dargestellt durch die gebräuchlichste Form der Rentabilitätsregulierung, die Probleme, die aus dem Vorhandensein von Monopolen resultieren, nicht ausreichend lösen kann. Die asymmetrische Informationsverteilung zwischen der Regulierungsinstanz und dem reguliertem Unternehmen in Bezug auf Kosten- und Nachfragefunktion stellt das größte Problem dar. Das Setzen von geeigneten Anreizen zur wohlfahrtsmaximierender Produktion durch die Regulierungsinstanz ist nur sehr schwer möglich.

In einem ersten Schritt werden die theoretischen Grundlagen gelegt und die Begriffe natürliches Monopol und Regulierung definiert sowie die Preisgestaltung eines unregulierten Monopolisten vorgestellt.

Dann wird der Ansatz der kostenbasierten Regulierungsmethoden vorgestellt und diskutiert. Außerdem werden weitere Regulierungsmethoden kurz dargestellt.

Das Verhalten eines unter Rentabilitätsregulierung stehenden Monopolisten anhand des
Averch-Johnson-Modells[6] steht im Mittelpunkt des nächsten Abschnittes, der mit einer kritischen Betrachtung sowie ausgewählten in der Literatur angesprochenen Erweiterungsansätze abschließt.

In einem letzten Schritt werden die erarbeiteten Ergebnisse zusammengefasst. Dabei werden die strategischen Verhaltensanreize von regulierten Unternehmen dargestellt sowie ein Ausblick zukünftiger Regulierung gegeben.

2 Theoretischen Grundlagen

2.1 Natürliches Monopol

Ein natürliches Monopolunternehmen ist dadurch gekennzeichnet, dass die gesamte Produktion eines Marktes auf dieses eine Unternehmen konzentriert ist, da sich die angebotenen Güter und/oder Dienstleistungen[7] mit geringeren Kosten herstellen lassen als durch zwei oder mehrere Unternehmen.[8] Die Kostenfunktion eines natürlichen Monopolunternehmens weist die Eigenschaft der Subadditivität (vgl. F 1) auf:

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten.[9] (F.1)

Durch das Vorhandensein von economies of scale (Skaleneffekte) über alle Produktionsmengen hat das Unternehmen die Möglichkeit, im Vergleich zu anderen Unternehmen, bei geringeren Kosten auch zu geringeren Preisen seine produzierten Güter anzubieten. Dies drängt andere Anbieter aus dem Markt bzw. hindert potentielle Wettbewerber am Markteintritt.[10]

Auf Grund mangelnder Konkurrenz sowie fehlender Substitutionsmöglichkeiten[11] ist der Monopolist in der Lage, den Absatzpreis so zu wählen, dass er seinen Gewinn maximiert.

Borrmann und Finsinger (1999) geben zu bedenken, dass es sich bei der Bezeichnung natürliches Monopol nicht zwingend um ein Monopol handeln muss. Die Bezeichnung besagt lediglich, „dass die Gesamtkosten der Produktion im Monopol am geringsten wären“[12]. Es ist ohne weiteres möglich, dass eine Industrie, die ein natürliches Monopol darstellt, in der Realität aus zwei Anbietern besteht.

Weiter ist zu beachten, dass sich die Unternehmensvoraussetzungen bei einer Änderung der Nachfrage- und/oder der Kostenfunktion ändern und die natürliche Monopolstellung verloren gehen kann.[13]

2.2 Preisbildung im natürlichen Monopol

Der Monopolmarkt ist durch mangelnden Wettbewerb auf der Anbieterseite gekennzeichnet, was dazu führt, dass das Monopolunternehmen das Verhalten konkurrierender Unternehmen bei der Preisfestsetzung nicht zu berücksichtigen braucht.[14]

Daher setzt er seinen gewinnmaximalen Preis sowie die gewinnmaximale Menge, anders als in der Wettbewerbssituation, über Grenzerlöse und Grenzkosten fest.[15]

Hierbei kommt es für die Konsumenten zu einem Wohlfahrtsverlust (deadweight loss) in Höhe des Dreiecks ABC der Abbildung 1 im Anhang. Das Quadrat ACDE stellt für den Monopolisten zusätzlichen Gewinn dar. Der Monopolist maximiert seinen Gewinn auf Kosten der Konsumentenrente, was zu einem allokativen Wohlfahrtsverlust führt.[16]

Liegen die Durchschnittskosten über den Grenzkosten und wird der Absatzpreis über die Grenzkosten bestimmt, so kann dies zu einem Verlust führen, wenn economies of scale noch nicht voll ausgeschöpft sind (Vgl. Abbildung 2 im Anhang).[17]

Daher ist es für einen natürlichen Monopolisten nicht effizient seinen Preis über die Grenzkosten zu bestimmen. Er wählt einen Preis, der seine Durchschnittskosten deckt und demzufolge über den Grenzkosten liegt[18], was unweigerlich zu einem Wohlfahrtsverlust für die Konsumenten führt.[19]

2.3 Regulierung

2.3.1 Begriffsdefinition

Unter Regulierung versteht man staatliche Eingriffe in die individuelle Vertragsfreiheit[20] sowie der Wirtschafts- und Gewerbefreiheit[21] der Wirtschaftssubjekte bei vorliegenden gestörten Marktstrukturen.

Betroffene Sektoren, in die der Staat planend und steuernd eingreift oder in denen er über öffentliche Unternehmen die Produktion selbst übernimmt, sind:[22]

- Wasser- und Energieversorgung,
- Post- und Telekommunikationsdienste sowie
- Transportwesen.

Es besteht ein öffentliches Interesse allokativ ineffiziente Markteigenschaften, wie mangelnder Wettbewerb sowie unvollständige Informationen, die Wohlfahrtsverluste zur Folge haben, durch gezielte Regulierung zu beseitigen.[23]

In der Literatur wird in (1) direkte und (2) indirekte Regulierung unterschieden.[24]

Im Rahmen der direkten Regulierung ist es dem Staat erlaubt, den Unternehmen Preise oder Investitionen direkt vorzuschreiben. Bei der indirekten Regulierung hat der Staat die Möglichkeit, indirekt (bspw. über Steuern oder Subventionen) Einfluss auf die Unternehmen zu nehmen.

Ferner werden die positive sowie die normative Theorie der Regulierung unterschieden.[25]

Hierbei erklärt die positive Theorie der Regulierung die Auswirkungen von Regulierungsmaßnahmen und sucht Gründe für das Ergreifen dieser Maßnahmen. Weiter klärt sie die Fragen aus welchen Gründen und von welchen Gruppen solche Maßnahmen nachgefragt werden.

Die normative Theorie der Regulierung beschäftigt sich hingegen mit der Frage, ob und wie reguliert werden soll.

Auf die genannten Theorien wird im Rahmen dieser Arbeit eingegangen, eine explizite Erwähnung in den weiteren Ausführungen findet jedoch nicht statt.

[...]


[1] Vgl. Balzer-Schnurbus (1992), S. 2

[2] Vgl. Borrmann/Finsinger (1999), S. 122f

[3] Vgl. Noth (1994), S. 1 sowie Borrmann/Finsinger (1999), S. 8

[4] Der Monopolmarkt ist hingegen durch mangelnden Wettbewerb kennzeichnet, d.h. das Monopolunternehmen

kann nicht aus dem Markt gedrängt werden.

[5] Vgl. Noth (1994), S. 1

[6] Vgl. Averch/Johnson (1962)

[7] Im weiteren Verlauf dieser Arbeit wird nur noch von produzierten Gütern die Rede sein. Hierunter sind auch

Dienstleistungen zu verstehen.

[8] Vgl. Balzer-Schnurbus (1992), S. 8

[9] Vgl. Balzer-Schnurbus (1992), S. 8; Church/Ware (2000), S. 754; Noth (1994), S. 6; Borrmann/Finsinger

(1999), S. 122; Bühler (2002), S. 22ff

[10] Vgl .Noth (1994), S. 6

[11] Vgl. Bester (2003), S. 25

[12] Borrmann/Finsinger (1999), S. 123

[13] Vgl. Borrmann/Finsinger (1999), S. 123

[14] Vgl. Bester (2003), S. 25

[15] Im vollständigen Wettbewerb bestimmt sich der Preis über die Grenzkosten, d.h. der Preis entspricht gerade

den marginalen Kosten der Produktion.

[16] Vgl. Balzer-Schnurbus (1992), S. 17

[17] Vgl. Church/Ware (2000), S. 759

[18] Vgl. Wirl (1991), S. 171

[19] Im Rahmen von Marktzutrittsbarrieren gegenüber anderen Anbietern kann ein Monopolist einen Anreiz dazu

haben seinen Absatzpreis bei vorliegenden hohen irreversiblen Kosten deutlich unter das Niveau der

Grenzkosten zu senken – die irreversiblen Kosten wirken dann für den Monopolisten als Marktaustritts-

barriere, solange der erzielbare Preis noch über dem Niveau der irreversiblen Kosten liegt. (Vgl. Balzer-

Schnurbus (1992), S. 46)

[20] Vgl. Balzer-Schnurbus (1992), S. 6

[21] Vgl. Noth (1994), S. 15

[22] Vgl. Borrmann/Finsinger (1999), S. 8

[23] Vgl. Balzer-Schnurbus (1992), S. 2, 6

[24] Für die folgenden Ausführungen vgl. Noth (1994), S. 15

[25] Für die folgenden Ausführungen vgl. Borrmann/Finsinger (1999), S. 9

Ende der Leseprobe aus 25 Seiten

Details

Titel
Regulierungsmechanismen - kostenbasierte Regulierung
Hochschule
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg  (Lehrstuhl für Finanzwissenschaft)
Note
1,0
Autor
Jahr
2004
Seiten
25
Katalognummer
V47637
ISBN (eBook)
9783638445375
Dateigröße
692 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Regulierungsmechanismen, Regulierung
Arbeit zitieren
Thorben Wicht (Autor), 2004, Regulierungsmechanismen - kostenbasierte Regulierung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/47637

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