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Erscheinungsformen des Grotesken in Heinrich Wittenwilers Ring

Title: Erscheinungsformen des Grotesken in Heinrich Wittenwilers Ring

Term Paper (Advanced seminar) , 2004 , 35 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Maik Hemmecke (Author)

German Studies - Older German Literature, Medieval Studies
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„Ist es sinnvoll, daß die Sprache, der wir weithin gefolgt sind, trotz aller Abwandlungen in dem, was sie damit meinte, doch immer wieder das eine Wort ´grotesk´ bereithielt?“

Dieser Frage von Wolfgang Kayser möchte ich nachgehen - will dieses schwer zu fassende Wort ein wenig durchleuchten und greifbarer für mich machen.
Anschließend werde ich dann am Hauptwerk unseres Seminars - Heinrich Wittenwilers ´Ring´ - darstellen, wo und in welcher Form sich groteske Elemente verbergen. Der ´Ring´ und die Erwähnung des Grotesken mit Bezug auf das Werk, scheinen schon seit Beginn der Forschungsarbeit am ´Ring´ zu koexistieren. Bereits 1884 spricht Karl Goedeke von einer „grotesken Erzählung, die in plumper Wüstheit mit rohem Behagen schwelgt“; und auch Edmund Wießner, der die Ring - Forschung in der ersten Hälfte des vergangenen Jahrhunderts wie kein zweiter prägte, gibt in der Einleitung zu seiner Ring - Übersetzung zu verstehen, dass es sich um ein „grotesk - komisches Bauernepos handelt.“ Diese Koexistenz setzt sich in der zweiten Hälfte des letzten Jahrhunderts bis in die heutige Zeit hinein fort, so schreibt z. B. Ulrich Gaier:

„Am meisten Anklang hat der Terminus des Grotesken gefunden: man sieht im ´Ring´ ein groteskes Werk (...) und sogar eine Groteske der Gattung nach.“

Allerorts werden in Verbindung mit der Arbeit am ´Ring´ groteske Züge erkannt, diese zu erkennen und zu benennen ist das primäre Ziel dieser Arbeit.
Dazu ist es unumgänglich, vorab eine akzeptable Begriffsklärung des Wortes
´grotesk´ zu erarbeiten - in diesem Fall mit einer gesonderten Betrachtung der Epoche ´Spätmittelalter´ - anschließend dann der Transfer vom Begriff zum Werk.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

I Einleitung

1. Problematik und Zielstellung der Arbeit

2. Zum Forschungsstand

3. Eine Annäherung an den Groteske - Begriff

3.1 Zum etymologischen Ursprung

3.2 Versuch einer Definition

3.3 Das Groteske im Spiegel der Zeit

II Hauptteil

1. Groteske Züge in Wittenwilers ´ Ring ´

1.1 Der groteske Widerspruch zwischen Lehre und Handlung

1.2 Das Widergöttliche als groteskes Element

1.3 Der groteske Körper

1.4 Das groteske Spiel mit Verhältnis und Maß

1.5 Die Spirale der grotesken Gewalt

1.5.1 Die kriegerische Gewalt

1.5.2 Die sexuelle Gewalt

1.5.3 Die sprachliche Gewalt

III Schluss

1. Abschließende Bemerkungen

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit zielt darauf ab, groteske Elemente in Heinrich Wittenwilers Werk „Der Ring“ zu identifizieren und zu benennen, wobei eine vorherige theoretische Begriffsklärung des Grotesken im Kontext des Spätmittelalters als methodische Grundlage dient.

  • Analyse der Erscheinungsformen des Grotesken in Wittenwilers „Ring“.
  • Untersuchung des Spannungsfeldes zwischen didaktischer Lehre und grotesker Handlung.
  • Deutung des menschlichen Körpers als Ort grotesker Entgrenzung und Deformation.
  • Exploration der grotesken Gewaltspirale in kriegerischen, sexuellen und sprachlichen Kontexten.
  • Einordnung des Werkes in den kulturellen Kontext des spätmittelalterlichen Krisenbewusstseins.

Auszug aus dem Buch

1.3 Der groteske Körper

Der Angriff auf die klassische Gestalt ist bei Wittenwiler verbunden mit der Entharmonisierung des menschlichen Körpers. Der reinen Schönheit des Minneideals stellt er das „gegenbildlich Häßliche“ gegenüber. Das Hässliche des Körpers ist symbolischer Ausdruck für die Verworfenheit, oder zumindest Haltlosigkeit der menschlichen Seele. Best betont das atheistische Motiv, wenn er das Hässliche als „verzerrte Gottesebenbildlichkeit“ bezeichnet, „die zugleich Gottesferne ausdrückt“. Die Explosion des Nicht - mehr - schönen zeigt sich besonders stark in der Beschreibung von Mätzli Rüerenzumph; ein Auszug:

Die hiez Mätzli Rüerenzumph.

Sei was von adel lam und krumpf,

Ir zen, ir händel sam ein brand,

Ir mündel rot sam mersand.

Zusammenfassung der Kapitel

I Einleitung: Dieses Kapitel führt in die Problemstellung ein, verortet den Forschungsstand zum Werk und legt die theoretischen Grundlagen zum Begriff des Grotesken.

II Hauptteil: Der Hauptteil untersucht die spezifisch grotesken Erscheinungsformen in Wittenwilers „Ring“, von der Diskrepanz zwischen Lehre und Handlung bis hin zur expliziten Darstellung von Gewalt.

III Schluss: Hier erfolgt eine zusammenfassende Reflexion, in der die groteske Welt des „Rings“ als Ausdruck eines spätmittelalterlichen Krisen- und Übergangsbewusstseins gewürdigt wird.

Schlüsselwörter

Heinrich Wittenwiler, Der Ring, Groteske, Spätmittelalter, Didaxe, Gewalt, Hässlichkeit, Körperbild, Krise, Weltangst, Literaturgeschichte, Rezeption, Deformation, Satire, Mittelalterliche Literatur.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit analysiert die „Erscheinungsformen des Grotesken“ in Heinrich Wittenwilers Werk „Der Ring“ und untersucht, wie der Autor groteske Elemente nutzt, um seine Inhalte zu vermitteln.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die zentralen Themen sind das Spannungsfeld zwischen höfischer Lehre und bäuerlicher Realität, die Darstellung des grotesken Körpers, die Rolle von Gewalt sowie der historische Kontext des Spätmittelalters.

Welches ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Ziel ist es, groteske Züge im „Ring“ systematisch zu erkennen, zu benennen und auf Basis einer fundierten Begriffsklärung des Grotesken zu interpretieren.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit verbindet eine literaturwissenschaftliche Begriffsklärung mit einer werkzentrierten Analyse, wobei sie den Transfer vom abstrakten Begriff des Grotesken auf die konkrete Formgebung im „Ring“ vollzieht.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in verschiedene Aspekte des Grotesken: Widersprüche zwischen Lehre und Handlung, das Widergöttliche, die Darstellung des Körpers, das Spiel mit Maß und Verhältnis sowie die Spirale der Gewalt.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Groteske, Spätmittelalter, Gewalt, Körperbild, Didaxe und Wittenwilers „Ring“ charakterisiert.

Welche Bedeutung hat das „widergöttliche“ Element für die Interpretation?

Es fungiert als groteskes Element, das den Missbrauch religiöser Formen durch die unreflektierten Protagonisten (Bauern) aufzeigt und die Grenze zwischen Mensch und Dämon im Sinne des Grotesken verschwimmen lässt.

Warum wird die Gewalt im „Ring“ als „Spirale“ bezeichnet?

Weil sie sich von moralischen oder logischen Begründungen löst, irrationale Züge annimmt und die Akteure auf ihre reine Triebhaftigkeit reduziert, was den Menschen unweigerlich in eine groteske Hölle führt.

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Details

Title
Erscheinungsformen des Grotesken in Heinrich Wittenwilers Ring
College
University of Göttingen
Grade
2,0
Author
Maik Hemmecke (Author)
Publication Year
2004
Pages
35
Catalog Number
V47655
ISBN (eBook)
9783638445504
Language
German
Tags
Erscheinungsformen Grotesken Heinrich Wittenwilers Ring
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Maik Hemmecke (Author), 2004, Erscheinungsformen des Grotesken in Heinrich Wittenwilers Ring, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/47655
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