Durch die sozialen Netzwerke können wir Kontakt zu Menschen überall auf der Welt halten. Neben persönlichen Nachrichten posten viele Nutzer auch Bilder und Videos aus ihrem Alltag. Auf viele Menschen hat das aber nicht nur positive Auswirkungen.
Soziale Medien können sich nämlich auch negativ auf das Wohlempfinden auswirken. Vor allem der ständige Vergleich mit den Postings anderer User kann nicht nur junge Menschen verunsichern. Nick Feldmann setzt sich mit dem Zusammenhang zwischen sozialen Vergleichsprozessen auf Instagram und dem Selbstwertgefühl des Nutzers auseinander.
Aufgrund der hohen Nutzerzahlen von Social Media sind von diesen Mechanismen besonders viele Menschen betroffen. Die Selbstwahrnehmung hat außerdem einen großen Einfluss auf den Erfolg im Leben. Feldmann untersucht deshalb, inwiefern sich bewusstes und unbewusstes Vergleichen mit anderen Menschen in den sozialen Netzwerken auf den Selbstwert auswirkt.
Aus dem Inhalt:
- Digitalisierung;
- Facebook;
- Sozialpsychologie;
- Sozialität;
- Verhaltenspsychologie
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Theoretischer Teil: Hintergrund und Forschungsstand
2.1 Forschungsfeld Sozialpsychologie
2.1.1 Das menschliche Wesen
2.1.2 Digitale Sozialität
2.2 Das Selbst
2.2.1 Selbstkonzept
2.2.2 Selbstwert
2.2.2.1 Impliziter und expliziter Selbstwert
2.2.3 Quellen des Selbstkonzeptes und des Selbstwertes
2.2.3.1 Selbstwahrnehmung
2.2.3.2 Fremdwahrnehmung und Soziale Rückmeldung
2.2.3.3 Soziale Vergleichsprozesse
2.2.4 Selbstwertdienliche Prozesse
2.2.5 Selbstdarstellung
2.2.5.1 Selbstdiskrepanztheorie und regulatorischer Fokus
2.3 Das soziale Netzwerk Instagram
2.3.1 Soziale Vergleichsprozesse auf Instagram
2.4 Herleitung der Forschungsfrage und Hypothesen
3 Methodik
3.1 Erhebungsmethode
3.2 Beschreibung des Fragebogens
3.3 Beschreibung der Stichprobe
3.4 Auswertungsmethode
4 Ergebnisse
4.1 Hypothesenprüfung und empirische Befunde
4.2 Weitere Erkenntnisse
5 Diskussion
5.1 Kritik
6 Fazit und Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht den Zusammenhang zwischen sozialen Vergleichsprozessen innerhalb der Plattform Instagram und dem expliziten Selbstwertgefühl der Nutzer. Es wird der Frage nachgegangen, ob eine höhere Tendenz zu solchen Vergleichen mit einem geringeren Selbstwert korreliert.
- Grundlagen der Sozialpsychologie und Selbstkonzept-Theorien
- Mechanismen digitaler Sozialität und die Rolle von Instagram
- Empirische quantitative Analyse der Selbstwert-Subdimensionen
- Einfluss von Nutzerverhalten und Feedback-Mechanismen (Likes) auf das Selbstwertgefühl
- Diskussion über selbstwertdienliche Prozesse und soziale Erwünschtheit
Auszug aus dem Buch
2.2.4 Selbstwertdienliche Prozesse
Der Wunsch danach die Gesamtheit der eigenen Person als etwas Positives wahrzunehmen, kann als psychologisches Grundbedürfnis betrachtet werden (Pittman & Zeigler, 2007). Dass positive Bewertungen des Selbst mit psychischer Gesundheit einhergehen, zeigt sich in umfangreichen Untersuchungen (Taylor & Brown, 1988). Um die selbstbezogene Zufriedenheit und das generelle Wohlergehen zu bewahren oder zu steigern, streben Individuen stets nach einem hohen Selbstwert. Wie Kessler und Fritsche (2018) festhalten, bedient sich der Mensch, bewusst und unbewusst, verschiedener Strategien mit dem Ziel den Selbstwert zu steigern, bzw. zu wahren. Diese Strategien beeinflussen das Filtern und Einordnen von selbstwertrelevanten Informationen sowie das menschliche Handeln und werden in diesem Kapitel als selbstwertdienliche Prozesse vorgestellt.
Die Interpretation des eigenen Handelns oder dessen anderer, unterliegt dem Einfluss der allgemeinen Motivation, den Selbstwert zu schützen. Zunächst sei gesagt, dass sich menschliches Handeln von Verhalten insofern unterscheidet, dass es bewusst und zielgerichtet verläuft (Rheinberg, 2004). Zur Bestimmung der Ursache eines Handlungsergebnisses bieten sich dem Menschen zwei Möglichkeiten. Demnach kann der Ausgang einer Handlung entweder sich selbst oder der Umwelt zugeschrieben werden (Kanning, 2000). Die sog. „self-serving bias“ (deutsch: „selbstdienliche Verzerrungen“) beschreiben diesbezüglich einen Prozess innerhalb der Selbstwahrnehmung. Selbstdienliche Verzerrungen beziehen sich also auf die menschliche Tendenz, erfolgreiche Leistungen selbstbezogenen Ursachen und Misserfolge äußeren Faktoren, wie etwa der Schwierigkeit einer Aufgabe oder misslichen Umständen, zuzuschreiben. Die geschieht unabhängig von der objektiven Wahrheit (Deppe & Harackiewicz, 1996). Erfolge anhand eigener Eigenschaften und Fähigkeiten festzumachen, beeinflusst sowohl die Selbst- als auch Fremdwahrnehmung.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Einführung in die Thematik der sozialen Vergleiche im digitalen Zeitalter und Darlegung der zentralen Forschungsfrage.
2 Theoretischer Teil: Hintergrund und Forschungsstand: Umfassende theoretische Fundierung zu Selbstkonzept, Selbstwert, sozialen Vergleichsprozessen und der Funktionsweise von Instagram.
3 Methodik: Beschreibung der quantitativen Fragebogen-Erhebung, der Stichprobe sowie der angewandten statistischen Auswertungsverfahren.
4 Ergebnisse: Präsentation der statistischen Analyseergebnisse bezüglich der Hypothesen sowie weiterer explorativer Erkenntnisse.
5 Diskussion: Kritische Interpretation der Studienergebnisse vor dem Hintergrund der theoretischen Ausgangslage und Reflexion der methodischen Vorgehensweise.
6 Fazit und Ausblick: Zusammenfassung der zentralen Erkenntnisse und Empfehlungen für weiterführende sozialpsychologische Forschung.
Schlüsselwörter
Soziale Vergleichsprozesse, Instagram, Selbstwertgefühl, Selbstkonzept, digitale Sozialität, expliziter Selbstwert, psychische Gesundheit, Nutzungsintensität, soziale Rückmeldung, Selbstdarstellung, Performance self-esteem, Social self-esteem, Appearance self-esteem, soziale Erwünschtheit, Online-Umfrage.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Forschungsarbeit grundlegend?
Die Arbeit untersucht den sozialpsychologischen Einfluss von Instagram auf das Selbstwertgefühl der Nutzer, wobei der Fokus auf sozialen Vergleichsprozessen liegt.
Was sind die zentralen Themenfelder der Untersuchung?
Die zentralen Themen umfassen die psychologische Theorie des Selbst, die Dynamiken sozialer Vergleiche und die spezifische Wirkung digitaler Plattformen wie Instagram auf das menschliche Erleben.
Was ist die primäre Forschungsfrage?
Die Forschungsfrage lautet: Besteht ein Zusammenhang zwischen sozialen Vergleichsprozessen auf Instagram und dem Selbstwert des Nutzers?
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Der Autor führt eine quantitative Online-Fragebogenstudie mit 134 Probanden durch und wertet die Daten mittels statistischer Verfahren (Pearson-Korrelation, T-Test) in SPSS aus.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte theoretische Herleitung der Konzepte, eine präzise methodische Beschreibung der Datenerhebung sowie die ausführliche Darlegung und Diskussion der empirischen Ergebnisse.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Studie?
Die Arbeit lässt sich maßgeblich durch Begriffe wie "Soziale Vergleichsprozesse", "Selbstwertgefühl", "Instagram" und "Expliziter Selbstwert" definieren.
Warum spielt der Instagram-Algorithmus eine Rolle für das Selbstwertgefühl?
Der Algorithmus priorisiert Inhalte basierend auf Relevanz und Ähnlichkeit, was dazu führt, dass Nutzer vermehrt Inhalte sehen, die sie eher zu sozialen Vergleichen anregen und somit ihr Selbstwertgefühl beeinflussen können.
Was besagen die Ergebnisse zur Hypothese der Nutzungsintensität?
Entgegen der Erwartung konnte kein statistisch signifikanter Zusammenhang zwischen der reinen Nutzungsintensität (Minuten pro Tag, Follower-Anzahl) und dem expliziten Selbstwert nachgewiesen werden.
Wie beeinflussen die Subdimensionen des Selbstwertes die Ergebnisse?
Die Studie untersuchte Performance-, Social- und Appearance self-esteem. Insbesondere das Social self-esteem korrelierte signifikant negativ mit der Tendenz zu sozialen Vergleichen auf Instagram.
- Citation du texte
- Nick Feldmann (Auteur), 2019, Soziale Vergleiche auf Instagram und das Selbstwertgefühl der Nutzer. Wie die sozialen Medien unsere Selbstwahrnehmung beeinflussen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/476705