Portfolio für das Fach Deutsch über das Themenfeld "Sprache"


Ausarbeitung, 2017
20 Seiten, Note: 2,5

Leseprobe

Inhalt

1. Über Sprache und Sprachgebrauch nachdenken
Interkulturelle Kompetenz: Interkulturelles Training für Lehrkräfte

2. Schreiben lernen und reflektieren
Kreatives Schreiben durch Bildimpulse und Clustering

3. Umgang mit Literatur und Medien
´Eine Woche voller Samstage` - Fantastische Kinderliteratur und deren Verwendung im Literaturunterricht

4. Mündlichkeit
Das literarische Gespräch als Methode beim literarischen Lernen

5. Deutsch als Zweitsprache
Bilingualer Erstspracherwerb und Sprachmischungsphänomene am Beispiel Wortinterner Mischung

6. Reflexion

1. Über Sprache und Sprachgebrauch nachdenken

Interkulturelle Kompetenz: Interkulturelles Training für Lehrkräfte

Interkulturelle Kompetenz und Interkulturelle Bildung

Interkulturelle Kompetenz stellt keinen eigenständigen Kompetenzbereich dar, sondern ist im Sinne, von lat. competere: ´zusammenbringen` am besten als Fähigkeit zu verstehen, individuelle, soziale, fachliche und strategische Teilkompetenzen in ihrer bestmöglichen Verknüpfung auf interkulturelle Handlungskompetenzen beziehen zu können.“ (BOLTEN 2012, 165)

Daher stellt die Interkulturelle Kompetenz eine Schlüsselkompetenz des 21. Jahrhun- derts dar und bekommt durch Debatten über Globalisierung, Internationalisierung und Multikulturalität einen immer höheren Stellenwert zugeschrieben (vgl. ERLL, GYMNICH 2013, 5f.). ERLL und GYMNICH (2013, 148) beschreiben die Interkulturelle Kompetenz als einen nie abgeschlossenen Prozess, der sich trotz vielen Auslandsaufenthalten und -erfahrungen immer weiterentwickelt und bei jeder Interkulturellen Begegnung wächst und nicht irgendwann einfach „vorhanden ist“. Durch ihre überfachlichen In- halte und Kompetenzen wird die Interkulturelle Kompetenz in vielen Berufen voraus- gesetzt und erwartet. Dies verdeutliche ich anhand folgender Beispiele:

- Manager: wollen internationale Abschlüsse erwirken
- Ingenieure: werden ins Ausland entsandt
- Wissenschaftler: nehmen an internationalen Konferenzen teil
- Lehrer und Sozialarbeiter: arbeiten in deutlich multikulturell geprägten Schu- len/Städten

(vgl. ebd, 6f.).

Auch wenn Internationale Bildung kein eigenes Unterrichtsfach ist, ist die Schule eine Institution, die Schülerinnen und Schülern helfen soll, sich in der globalisierten Gesell- schaft zurecht zu finden und einen eigenen Platz zu finden. (vgl. KRÜGER-POTRATZ, 30f.)

Interkulturelles Training für Lehrkräfte

In Deutschland zeichnet ein Großteil der Jugendlichen mit multikulturellem Hinter- grund von sich selbst ein überwiegend defizitorientiertes Bild. Fähigkeiten wie Mehr- sprachigkeit werden oft nicht als Mehrwert erkannt oder sogar gesellschaftlich abge- wertet.“ (ALMURTADA, KEHINDE 2015, 55) Zudem sehen Lehrerinnen und Lehrer Klas- sen mit hohem Ausländeranteil als problematisch und unterstellen ein höheres Risiko zu Konflikten. (vgl. ebd, 55) Die Heterogenität in multikulturellen Klassen stellt die Lehr- person vor eine große Herausforderung, bei welcher der korrekte und wertschätzende Umgang mit jedem einzelnen Schüler von großer Bedeutung ist (vgl. ebd., 59). Inter- kulturelle Trainings sind eine Möglichkeit, die Lehrkräfte im Hinblick auf die Kommuni- kation zwischen den Menschen, verschiedene kulturelle Hintergründe und Fremd- und Selbstreflexion zu sensibilisieren. Das Training soll dazu anregen, sich selbst im Alltag mit diesem interkulturellen Lernen und der interkulturellen Sensibilisierung auseinan- derzusetzen. (vgl. ebd., 57) In einem ´Cultural Awareness`-Training soll die „[…] per- sönliche Haltung und der Umgang mit der eigenen kulturellen Prägung […]“ (ALMUR- TADA, KEHINDE 2015, 58) thematisiert und erarbeitet werden. Dies ist von Nöten, um Konflikte und Missverständnisse, die kulturellen Ursprungs sind, zu vermeiden und an- dere mit dem eigenen Tun nicht zu verärgern. Allgemein gesagt soll also herausgear- beitet und verstanden werden, dass wir Menschen nicht alle gleich sind, es unter- schiedliche Arten gibt sein Leben zu gestalten, jede Situation eine andere Art von Lö- sung benötigt und sowohl Gemeinsamkeiten als auch Unterschiede wichtig sind. (vgl. ebd., 58f.) Dies wird für Schule und den Unterricht benötigt, weil

wenn sich Lehrende sowie Lernende einer Schulklasse ihrer eigenen Werte und Normen bewusst sind, ist es einfach, auf Menschen mit anderen Verhal- tensweisen zuzugehen und Verständnis für das Gegenüber aufzubringen.“ (ALMURTADA, KEHINDE 2015, 59)

Literatur:

ALMURTADA, Rosita; KEHINDE, Yinka (2015): Interkulturelles Training als Methode im Lehrberuf. In: OVER, Ulf (Hrsg.) (2015): Interkulturelle Schulentwicklung. 1. Auflage. Weinheim und Basel: Beltz Verlag.

BOLTON, Jürgen (2012): Interkulturelle Kompetenz. [Online:] http://www.ikkompe- tenz.thueringen.de/downloads/1210Bolten_Ik_Kompetenz_Vorversion_5Aufl.pdf [letzter Abruf: 20.01.17]

ERLL, Astrid; GYMNICH, Marion (2013): Interkulturelle Kompetenzen. Erfolgreich kom- munizieren zwischen den Kulturen. 3. Auflage. Stuttgart: KLETT Lerntraining.

KRÜGER-POTRATZ (2005): Interkulturelle Bildung. Eine Einführung. Münster: Waxmann

2. Schreiben lernen und reflektieren

Kreatives Schreiben durch Bildimpulse und Clustering

Es gibt viele verschiedene didaktische Ansätze zum Schreibunterricht in der Schule. Sie unterscheiden sich alle grundlegend in ihren Methoden, Zielen und Schreibanläs- sen. In diesem Text konzentriere ich mich auf den didaktischen Ansatz des kreativen Schreibens. Die Vertreter dieses Ansatzes sind der Meinung, dass dieser die Schüle- rinnen und Schüler stärker zum Schreiben motiviert und die Themen mit dieser Her- angehensweise subjektiver bearbeitbar und offener gestaltbar sind (vgl. FIX 2006, 116). Außerdem „ bietet [es] neue Perspektiven, Ziele und Konzepte und vor allem an- dere Motivations-, Förderungs- und Verfahrensstrukturen an “ (BÖTTCHER 2010, 9). Das kreative Schreiben ist, trotz anderer Meinung einzelner Vertreter, klar vom freien Schreiben abzugrenzen, da beim kreativen Schreiben, im Gegensatz zum freien Schreiben, „ die Zugänge zum Schreiben arrangiert [werden] und die subjektiven Pro- zesse damit nicht völlig ungesteuert ablaufen “ (FIX 2006, 116). Besonders Wert gelegt wird beim kreativen Schreiben auf den Einsatz von Schreibanlässen und Methoden, die zum Schreiben animieren.

Bild-Impulse für das kreative Schreiben

Um einen kreativen Schreibprozess zu initiieren, kann man einen passenden Impuls vorgeben. Dieser soll Assoziationen hervorrufen, Imaginationen entfalten und die Fan- tasie anregen. (vgl. FIX 2006, 151) Ein passender Impuls wäre ein Bild oder eine Foto- grafie, welches für die Kinder leicht erkennbar ist und für sie eine Bedeutung hat. Die Schreibanlässe beim kreativen Schreiben, in diesem Fall das Bild, dürfen nicht zu kom- plex sein, da dies bei den Kindern ansonsten zu Schreibblockaden führen kann (vgl. BÖTTCHER 2010, 43). Daher sollte in der Grundschule entweder ein sehr einfaches und eindeutiges Bild als Impuls verwendet werden, oder sogar mehrere zur Verfügung ge- stellt werden. Somit können die Kinder sich eines heraussuchen, welches für sie die beste Möglichkeit bietet, einen Text zu verfassen. Um die Kinder nach dem Zeigen oder Präsentieren des Impulses nicht alleine zu lassen und ohne Unterstützung direkt losschreiben zu lassen, gibt es die Möglichkeit, die Imaginationen und Assoziationen zu dem jeweiligen Bild zu sortieren und weiterzuführen. Dies lässt sich sehr gut in einem Cluster realisieren.

Clustering

Das Cluster ist eine ungeordnete oder nicht lineare Form des Brainstormings, wobei sich erst aus dem Verfahren heraus die eigentliche Idee entwickelt. Es wird ein einge- kreistes Wort aufgeschrieben und zu diesem passende Verknüpfungen erstellt und Gedanken aufgeschrieben. Diese Gedanken und Assoziationen werden weitergeführt, geordnet oder verknüpft. Jede Assoziation wird umkreist und mit dem jeweiligen Be- griff, welcher diese Assoziation hervorgerufen hat, verbunden. (vgl. BÖTTCHER 2010, 49) Dies kann sowohl in Gruppen als auch alleine passieren und soll den Kindern hel- fen, sich zu einem Bild oder einem vorgegebenen Wort eigene Gedanken zu machen, diese weiterzuführen und herauszufinden, was man persönlich mit dem Bild oder Im- puls assoziiert. Auffallend ist, dass nicht immer der erste Begriff des Clusters die Grundstruktur prägt, sondern dass sich das Cluster entwickelt und es so zu ganz ver- schiedenen, sehr unterschiedlichen Einfällen innerhalb der Klasse kommt. (vgl. FIX 2006, 153f.) Daher werden innerhalb einer Klasse, trotz desselben Impulses sehr un- terschiedliche und individuelle Texte geschrieben. Mit dem Cluster wird die Planung des kreativen Schreibprozesses übernommen, bei dem die Kinder sich ihre Themen für den zu schreibenden Text überlegen (vgl. BÖTTCHER 2010, 18f.).

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Ende der Leseprobe aus 20 Seiten

Details

Titel
Portfolio für das Fach Deutsch über das Themenfeld "Sprache"
Hochschule
Pädagogische Hochschule Weingarten
Note
2,5
Autor
Jahr
2017
Seiten
20
Katalognummer
V476831
ISBN (eBook)
9783668978744
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Portfolio, Phantastische Literatur, Interkulturelle Kompetenz, Literarisches Gespräch, Wortmischungsphänomene, Kreatives Schreiben, Bilingualer Erstspracherwerb
Arbeit zitieren
Helen Kramer (Autor), 2017, Portfolio für das Fach Deutsch über das Themenfeld "Sprache", München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/476831

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