Einsatz von Instrumenten und Maßnahmen des Azubimarketings im digitalen Zeitalter

Eine praxisorientierte Analyse anhand des NRW.BANK-Ausbildungsmarketings


Seminararbeit, 2019
26 Seiten, Note: 1,3
Anonym

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abkürzungsverzeichnis

1 Einleitung

2 Grundlagen des Ausbildungsmarketings
2.1 Definition und Einordnung in das Marketing-Umfeld
2.2 Herkömmliche Marketinginstrumente

3 Praxisbeispiel NRW.BANK
3.1 Besonderheiten der NRW.BANK im Interbankenvergleich
3.2 Maßnahmen des NRW.BANK-Azubimarketings
3.2.1 Marketing-Kampagne „10 CHANCEN FÜR DEINE ZUKUNFT“
3.2.2 Printmaterialien
3.2.3 Ausbildungsmessen
3.2.4 Karriereseite
3.2.5 Landingpage
3.2.6 Karriereportale
3.2.7 Instagram
3.2.8 Werbevideos
3.3 Attraktivität der Maßnahmen

4 Fazit

Anhang

Literaturverzeichnis

Abbildungsverzeichnis

Abbildung 1: Ausgewählte Marketingspezialisierungen

Abbildung 2: Marketinginstrumente nach Bereichen

Abbildung 3: Die von der NRW.BANK beworbenen „10 CHANCEN“

Abbildung 7: Messestand Stuzubi Köln

Abbildung 5: Verlinkungen der Karriereseite auf die Berufsbilder

Abbildung 6: Anfang der Landingpage

Abbildung 8: Ausbilderprofil der Bank auf azubiyo.de

Abbildung 4: Auftritt auf Instagram

Abkürzungsverzeichnis

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

1 Einleitung

Phänomene wie der demographische Wandel und der sogenannte Fachkräftemangel stellen besondere Herausforderungen an alle Unternehmen weltweit. Es wird zunehmend zum Problem, ausreichend qualifizierte Mitarbeiter zu finden, um die durch das drohende Ausscheiden geburtenstarker Jahrgänge freiwerdenden Stellen adäquat nachzubesetzen. Da es sich hierbei um weltweite Megatrends handelt, spitzt sich die Wettbewerbssituation noch weiter zu und erschwert die Beschaffung geeigneter neuer Mitarbeiter umso mehr.1

Entsprechend ist dahingehend eine Verschiebung der Verantwortungen zu beobachten, als dass nun die Unternehmen selbst aktiv werden und sich im regelrechten Kampf um neues, geeignetes Personal behaupten müssen anstatt frei aus einem großen Bewerberpool wählen zu können.2 Zur Auslösung dieser globalökonomischen Problemstellung setzen Unternehmen Maßnahmen des Personalmarketing ein. Um dieses zwar nicht neue, aber nach wie vor aktuelle und höchstrelevante Thema näher zu beleuchten, soll eine praxisorientierte Untersuchung des Einsatzes von Maßnahmen des Personalmarketings mit Fokus auf das Ausbildungsmarketing Gegenstand dieser Arbeit sein. Dabei werden die Maßnahmen der NRW.BANK als Unternehmensbeispiel untersucht, welche sowohl als Bank als auch als Kreditinstitut mit besonderem Auftrag sehr spezifizierten Voraussetzungen unterliegt.

Zunächst wird zur Schaffung einer Grundlage der Begriff Ausbildungsmarketing definiert und in den Marketingkontext eingeordnet. Zudem soll eine Übersicht mögliche Methoden und Instrumente darlegen, die hierbei üblicherweise eingesetzt werden. Weiterhin wird die Anwendung der aufgeführten Instrumente am Praxisbeispiel der NRW.BANK untersucht, indem das Repertoire des Unternehmens dargestellt und hinsichtlich seiner Attraktivität und Effektivität untersucht wird. Schlussendlich werden die Arbeitsergebnisse zusammengefasst und ein Fazit gezogen.

2 Grundlagen des Ausbildungsmarketings

2.1 Definition und Einordnung in das Marketing-Umfeld

Das Personalmarketing stellt eine spezialisierte Form des Marketings dar. Hauptvermarktungsgegenstand ist hier kein Unternehmen oder von ihm angebotenes Produkt bzw. Dienstleistung, sondern eine vom Unternehmen angebotene Beschäftigungstätigkeit.3

Abbildung 1: Ausgewählte Marketingspezialisierungen

Quelle: Eigene Darstellung

Das Ausbildungsmarketing bedeutet hierbei eine noch tiefere Spezialisierung, indem die Zielgruppe weiter eingeschränkt und die Instrumente und Methoden noch mehr an das Informations- und Kommunikationsverhalten der Zielgruppe angepasst werden.4 Hierbei sind neben den potenziellen neuen Auszubildenden an sich auch Meinungsbildner wie Eltern, Lehrer und Berufsberater als Zielgruppe zu verstehen.5

2.2 Herkömmliche Marketinginstrumente

Das Ausbildungsmarketing, kurz Azubimarketing, soll zielgerichtet die Nachfrage nach Ausbildungsplätzen erhöhen. Hierzu werden verschiedene Analysen benutzt, um eine festgelegte Marketingstrategie zu erarbeiten und in deren Rahmen die Auswahl der einzusetzenden Instrumente zu treffen.6 Mit dem Ziel der Akquise geeigneter Auszubildender sollen dabei Informationen über das Unternehmen, seine Kultur und das Angebot an Ausbildungsplätzen verbreitet, das allgemeine Interesse geweckt und der Bekanntheitsgrad sowie das Image des Unternehmens positiv beeinflusst werden.7 Da dies im weitesten Sinne den Zielen des Absatzmarketings bei Produkten und Dienstleistungen entspricht, können die dort gängigen Maßnahmen direkt oder mit leichten Abwandlungen auch im Ausbildungsmarketing eingesetzt werden.8

Die Informationsverarbeitung kann entweder auf direktem Wege durch die Anwesenheit von Unternehmensvertretern erfolgen – hierzu können neben hauseigenen Veranstaltungen und Informationsaufenthalten u. a. auch Messebesuche oder Beratungsgespräche genutzt werden – oder über andere Vertriebskanäle wie Printmedien, Rundfunkwerbung, Veröffentlichungen im Internet und durch aktuelle Auszubildende betriebene Blogs und Social Media-Kanäle.9 Besonders Letztere bieten sich wegen ihrer weiten Verbreitung innerhalb der Zielgruppe an: 88% der 16 bis 24-Jährigen nutzen laut Eurostat10 entsprechende Plattformen wie bspw. Facebook und Twitter.

Abbildung 2: Marketinginstrumente nach Bereichen

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: In Anlehnung an Berk, B., Hochschulkontakte, 1993, S. 215; Ferring, K. et al., Trainee, 1993, S. 223; Grabs, A. et al., Follow, 2018, S. 55 ff.; Kreutzer, R., Praxis, 2012, S. 107 ff.; Sauder, G., Auszubildende, 1992 S. 161 – 165;

3 Praxisbeispiel NRW.BANK

3.1 Besonderheiten der NRW.BANK im Interbankenvergleich

Als Spezialinstitut mit Förderauftrag des Landes NRW verfolgt die NRW.BANK das Ziel der Wirtschaftsförderung im Bundesland Nordrhein-Westfahlen. Die ihm zugeteilten Mittel soll das Institut gemäß der Schwerpunktsetzung durch die verschiedenen Ministerien verteilen und so neben lokalen Unternehmen (Fokus auf KMU sowie Start- Ups) u. a. auch den sozialen Wohnungsbau und verschiedenste Infrastrukturprojekte (mit)finanzieren.11 Entsprechend dieser speziellen Handelsfelder ergeben sich bestimmte Differenzen zu den herkömmlichen Privat- und Geschäftsbanken.

Zunächst kann die Förderbank nur da tätig werden, wo seine Aktivitäten dem Land direkt oder indirekt zugutekommen. Dies ist bspw. der Fall, wenn ein in NRW ansässiges Verkehrsunternehmen zum Ausbau seines Straßenbahnnetzes eine Förderung beantragt oder ein mittelständisches Unternehmen durch den geplanten Export seiner Waren, der finanziert werden soll, zusätzliche Arbeitsplätze in NRW schafft. Zudem unterhält die Bank kein Privatkundengeschäft mit Einlagen- oder Anlageverwaltung. Darunter leidet der allgemeine Bekanntheitsgrad des Instituts, da keine eigenen Produkte an Privatkunden vermarktet werden. Ebenso erfolgt die Fördermittelvergabe ausschließlich im Hausbankverfahren, bei dem der Kreditnehmer ein strukturiertes Finanzierungsangebot sowohl mit Hausbank- als auch mit Fördermitteln der NRW.BANK enthält. Hierbei ist die NRW.BANK jedoch auf die aktive Ansprache des Kreditnehmers durch den Hausbankberater angewiesen, der hinreichend über die Möglichkeit dieser gemeinsamen Mittelvergabe informiert und diese Informationen entsprechend an seinen Kundenkreis weitergeben muss, da auch hier die NRW.BANK aufgrund des Wesens dieses Vergabeverfahrens keine eigene Werbung initiiert.12

Entsprechend ist der Bekanntheitsgrad der Bank deutlich geringer, als der einer kommerziellen Geschäftsbank.13 Diese Situation wird zwar aus Perspektive der Produktvermarktung durch die Kreditvergabe im Hausbankenverfahren ausgeglichen, jedoch besteht für den Personalbeschaffungsprozess keine entsprechende Regelung, sodass hier ein deutlicher Wettbewerbsnachteil auf dem Arbeitsmarkt besteht. Entsprechend ist die Bank dazu gezwungen, im erweiterten Rahmen Marketingaktivitäten für das Personalwesen zu unterhalten. Dies spiegelt sich ebenso in der Suche nach Bewerbern für eine unternehmensinterne Berufsausbildung wieder, wobei die NRW.BANK neben der IHK-Ausbildung zum Bankkaufmann/ zur Bankkauffrau auch die zwei dualen Studiengänge Bachelor of Science – Wirtschaftsinformatik und Bachelor of Arts – Finance & Banking in Kooperation mit der Fachhochschule für Ökonomie und Management (kurz FOM) anbietet.14 Insgesamt setzt die NRW.BANK sieben Marketinginstrumente im Ausbildungsmarketing ein, die im Folgenden erläutert werden.

3.2 Maßnahmen des NRW.BANK-Azubimarketings

3.2.1 Marketing-Kampagne „10 CHANCEN FÜR DEINE ZUKUNFT“

Die Azubi-Marketing-Kampagne „10 CHANCEN FÜR DEINE ZUKUNFT“ (im Folgenden auf „10 CHANCEN“ verkürzt) definiert sich selbst durch „10 Chancen, die wir [NRW.BANK] dir [dem potenziellen Bewerber] in unseren Angeboten für ein Duales Studium oder eine Ausbildung bieten“15. Eine Ausführung zum genauen Inhalt dieser beworbenen Chancen befindet sich auf der Karriereseite des Unternehmens, wobei der Fokus neben dem Aus- und Weiterbildungsangebot auch auf betrieblichen Vergünstigungen und den praktischen Arbeitseinsätzen im Rahmen der Sonderaufgaben des Instituts liegt (siehe Abbildung 3 ). Die Ausarbeitung der Kampagne erfolgte in den Jahren 2017 und 2018, sodass die ersten unter der Kampagne erarbeiteten und überarbeiteten Maßnahmen ebenfalls erst seit 2018 im Einsatz sind.

Abbildung 3: Die von der NRW.BANK beworbenen „10 CHANCEN“

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Quelle: NRW.BANK, Azubiwelt, 2018, o. S.

Die bereits bestehenden Einzelmaßnahmen und Marketinginstrumente, welche konkret von der NRW.BANK für ihr Azubimarketing eingesetzt werden, wurden entsprechend der Stilistik der Kampagne überarbeitet und angepasst. Ebenso wurden im Rahmen der Kampagne neue Instrumente in das Repertoire aufgenommen, welche ebenfalls vollständig in diesem Stil gehalten sind. Eine genauere Erläuterung der Stilistik erfolgt im Rahmen der Analyse zur Attraktivität (Kapital 3.3).

3.2.2 Printmaterialien

Zur Verbreitung von Informationen über das Unternehmen und die von ihm angebotenen Ausbildungsberufe wird Informationsmaterial gedruckt, welches u. a. auf Messen und Jobbörsen ausgegeben werden kann. Konkret handelt es sich hierbei um je eine Postkarte mit Spruch für die drei angebotenen Ausbildungsberufe16 und eine aufklappbare Broschüre, welche neben den Ansprechpartnern auch Internetadressen und QR-Codes beinhaltet17. Beim Einscannen mit dem Smartphone kann so schnell die entsprechend hinterlegte Internetseite, in diesem Fall die Azubi-Landingpage des Unternehmens, schnell und unkompliziert für weitere Informationen aufgerufen werden.

[...]


1 Vgl. Dincher, R., Personal, 2013, S. 2.

2 Vgl. Scott, D., Regeln, 2014, S. 95.

3 Der Begriff Personalmarketing ist insoweit irreführend, als dass es sich nicht um die Vermarktung von Personal handelt, sondern vielmehr um die Vermarktung von Beschäftigungstätigkeiten. Angemessener wären daher Bezeichnungen wie bspw. Arbeitsplatzmarketing oder Beschäftigungsmarketing. Da jedoch das allgemeine Verständnis dem Personalmarketing die entsprechenden Inhalte zuordnet, soll an dieser Stelle auf eine Differenzierung verzichtet werden.

Vgl. Dincher, R., Personal, 2013, S. 1; Sauder, G., Auszubildende, 1992, S. 160.

4 Vgl. Dincher, R., Personal, 2013, S. 1; Sauder, G., Auszubildende, 1992 S. 160.

5 Vgl. Sauder, G., Auszubildende, 1992 S. 160.

6 Vgl. Reich, K., Schröter, A., Personalmarketing Bank, 1992, S. 262.

7 Vgl. Dincher, R., Personal, 2013, S. 3 ff.; Reich, K., Schröter, A., Personalmarketing Bank, 1992, S. 264.

8 Vgl. Dincher, R., Personal, 2013, S. 1; Reich, K., Schröter, A., Personalmarketing Bank, 1992, S. 261,

Saud er, G., Auszubildende, 1992 S. 160.

9 Vgl. Berk, B., Hochschulkontakte, 1993, S. 215; Ferring, K. et al., Trainee, 1993, S. 223; Grabs, A. et al.,

Follow, 2018, S. 55 ff.; Kreutzer, R., Praxis, 2012, S. 107 ff.; Sauder, G., Auszubildende, 1992 S. 161 – 165;

10 Eurostat, Internetnutzer, 2018, o. S.

Hinweis: Die Ansicht zeigt die Nutzung von Social Media-Kanälen in Deutschland ohne Altersbeschränkung. Unter Art der Einzelpersonen kann die Anzeige in bestimmte Altersklassen aufgegliedert und entsprechend gefiltert werden.

11 Vgl. NRW.BANK, Aufgaben, 2019, o. S.

12 Vgl. NRW.BANK, Recht, 2019, o. S.

13 Dies wird bspw. auf Karrieremessen deutlich, auf denen sowohl Schüler als auch deren Begleitpersonen häufig angeben, vorher nie etwas von der NRW.BANK gehört zu haben.

14 Vgl. NRW.BANK, Azubiwelt, 2018, o. S.

15 N R W .BANK, Azubiwelt, 2018, o. S.

16 Siehe Anlagen 1 bis 3.

17 Hierbei handelt es sich um eine ältere Broschüre. Unter ähnlichem Layout, jedoch im Stil der neuen Kampagne gehaltene Broschüren befinden sich laut zuständiger Personalreferentin zurzeit noch in der Entwicklung.

Ende der Leseprobe aus 26 Seiten

Details

Titel
Einsatz von Instrumenten und Maßnahmen des Azubimarketings im digitalen Zeitalter
Untertitel
Eine praxisorientierte Analyse anhand des NRW.BANK-Ausbildungsmarketings
Hochschule
FOM Hochschule für Oekonomie & Management gemeinnützige GmbH, Düsseldorf früher Fachhochschule
Note
1,3
Jahr
2019
Seiten
26
Katalognummer
V476870
ISBN (eBook)
9783668961562
Sprache
Deutsch
Schlagworte
bank marketing azubi ausbildung ausbildungsmarketing
Arbeit zitieren
Anonym, 2019, Einsatz von Instrumenten und Maßnahmen des Azubimarketings im digitalen Zeitalter, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/476870

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Einsatz von Instrumenten und Maßnahmen des Azubimarketings im digitalen Zeitalter


Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden