Diese Arbeit beschäftigt sich mit der Adjektivsteigerung und dessen Vermittlung im DaF-Unterricht. Dazu soll zunächst das grammatische Phänomen der Adjektivsteigerung im Deutschen vorgestellt werden, bevor auf dessen Darstellung in zwei Grammatiken exemplarisch eingegangen wird. In diesem Rahmen soll untersucht werden, welche Vermittlungsmethode sich anbietet, wann die Vermittlung sinnvoll ist und welche Vorkenntnisse notwendig sind, um jegliche Aspekte des Konzepts zu erfassen. Diesbezüglich sollen die zu untersuchenden Grammatiken kritisch betrachtet werden.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Steigerung von Adjektiven
2.1 Der Positiv
2.2 Der Komparativ
2.3 Der Superlativ
2.4 Der Elativ
2.5 Besonderheiten bei der Bildung der Steigerungsformen
3 Adjektivsteigerung im DaF-Unterricht
3.1 Grammatikvermittlung im FSU
3.2 Voraussetzungen für die Vermittlung der Adjektivsteigerung
3.3 Kritische Betrachtung zweier Lehrwerke
4 Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht das grammatische Phänomen der Adjektivsteigerung im Deutschen sowie dessen Vermittlung im Unterricht für Deutsch als Fremdsprache (DaF). Ziel ist es, geeignete Vermittlungsmethoden zu evaluieren und die Darstellung der Adjektivsteigerung in ausgewählten Grammatiken kritisch zu vergleichen, um daraus Empfehlungen für eine effektive didaktische Umsetzung abzuleiten.
- Grammatische Grundlagen der Adjektivsteigerung (Positiv, Komparativ, Superlativ, Elativ)
- Unterschiede zwischen deduktiver und induktiver Grammatikvermittlung
- Anforderungen und Voraussetzungen für DaF-Lernende
- Kritische Analyse von Muttersprachler-Grammatiken versus Ausländergrammatiken
Auszug aus dem Buch
3.3 Kritische Betrachtung zweier Lehrwerke
An dieser Stelle ist anzumerken, dass sich die differenzierte Untersuchung muttersprachlicher und DaF-Übungsgrammatiken als nicht sonderlich sinnvoll erwies, da das grammatische Phänomen nur eine geringe Formenvielfalt aufweist, was zu sehr ähnlichen Übungsschemata in sämtlichen Lehrwerken führt. Stattdessen wurde geprüft, wie die Adjektivsteigerung jeweils in einer Muttersprachengrammatik und in einer Fremdsprachengrammatik erklärt wird. Dazu wurden die Duden-Grammatik (1998) für Muttersprachler und die deutsche Grammatik von Helbig und Buscha (2007) für den Ausländerunterricht systematisch begutachtet. Dabei sind einige Unterschiede aufgefallen, die kurzerhand erläutert werden sollen.
Die Grammatik für den Muttersprachler gibt auf insgesamt ca. elf Seiten zunächst einen kurzen Überblick über die Komparation des Adjektivs, bevor im Anschluss die Steigerungsformen einzeln behandelt werden. Hier wird jeweils erst auf deren Verwendung und anschließend auf deren Bildung inklusive einiger struktureller Besonderheiten eingegangen. Im Zuge dessen werden an angebrachter Stelle auch alternative sprachliche Mittel zu Ausdruck bestimmter Grade angeboten. Anschließend folgt die Präsentation weiterer Gradabschattungen, die sich nicht mehr auf Adjektive beschränken. Erst danach folgt die Darstellung der Besonderheiten bei der Bildung der Vergleichsformen, die die unregelmäßigen Vergleichsformen, Vergleichsformen zusammengesetzter Adjektive und Adjektive ohne Steigerungsformen beinhalten.
Im Unterschied dazu bietet die untersuchte Ausländergrammatik einen etwas kompakteren Aufbau, der sich über nicht mal drei Seiten erstreckt. Diese beginnt sofort mit der Darstellung der vier Steigerungsformen. Im Anschluss folgt eine Seite voller Anmerkungen, die sowohl Besonderheiten der Bildung sämtlicher Steigerungsformen beinhaltet, als auch alternative Steigerungskonstruktionen. Dieser letzte Unterpunkt wirkt etwas unübersichtlich und könnte wegen der separaten zu Verwirrung seitens der Lerner führen.
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Kontroverse um die Grammatikvermittlung im DaF-Unterricht und legt den Fokus auf die Untersuchung der Adjektivsteigerung.
2 Steigerung von Adjektiven: Dieses Kapitel erläutert die grammatischen Formen des Positivs, Komparativs, Superlativs und Elativs sowie deren spezifische Bildungsbesonderheiten.
3 Adjektivsteigerung im DaF-Unterricht: Hier werden didaktische Methoden wie induktives und deduktives Lernen diskutiert und die Vermittlung der Adjektivsteigerung in unterschiedlichen Lehrwerken kritisch gegenübergestellt.
4 Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass die Adjektivsteigerung kein hochkomplexes Thema darstellt und empfiehlt aufgrund der Sprachkenntnisse der Lerner eine induktive Vermittlungsmethode.
Schlüsselwörter
Adjektivsteigerung, DaF-Unterricht, Grammatikvermittlung, Komparativ, Superlativ, Elativ, Induktive Methode, Deduktive Methode, Fremdsprachenlernen, Sprachdidaktik, Morphosyntaktik, Sprachvergleich, Lernergrammatik, Lehrwerkanalyse, Deklination.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der linguistischen Struktur der Adjektivsteigerung im Deutschen und der didaktischen Herausforderung, dieses Phänomen effizient im Unterricht für Deutsch als Fremdsprache (DaF) zu vermitteln.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der morphosyntaktischen Beschreibung der Steigerungsformen, der Abwägung von Lehrmethoden (induktiv vs. deduktiv) sowie der Analyse von Darstellungsweisen in etablierten Grammatikwerken.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es zu untersuchen, wie die Adjektivsteigerung für DaF-Lernende am sinnvollsten aufbereitet werden kann, unter Berücksichtigung von deren Vorkenntnissen und dem Ziel eines erfolgreichen Spracherwerbs.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt eine systematische Analyse von linguistischer Fachliteratur und vergleicht exemplarisch zwei spezifische Grammatikwerke (Duden vs. Helbig/Buscha) hinsichtlich ihrer didaktischen Aufarbeitung.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Vorstellung der grammatischen Phänomene der Adjektivsteigerung, die Erörterung theoretischer Ansätze zur Grammatikvermittlung und die kritische Bewertung der Praxis in Lehrwerken.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Kernbegriffe sind Adjektivsteigerung, DaF-Didaktik, induktive Grammatikvermittlung, Komparativ, Superlativ und Lehrwerkanalyse.
Warum wird der induktiven Methode für dieses Thema der Vorzug gegeben?
Die Arbeit argumentiert, dass DaF-Lerner das Konzept der Steigerung oft bereits aus ihrer Muttersprache kennen und durch induktive Übungen die neuen morphosyntaktischen Strukturen im Deutschen aktiver und einsichtiger erschließen können.
Was ist das Ergebnis der kritischen Betrachtung der Lehrwerke?
Die Analyse zeigt, dass Muttersprachler-Grammatiken oft zu detailliert für DaF-Lerner sind, während spezielle Ausländergrammatiken zwar kompakter sind, aber teilweise unübersichtliche Darstellungen enthalten, die zu Lernschwierigkeiten führen können.
- Quote paper
- Anonym (Author), 2018, Zur Steigerung von Adjektiven und deren Vermittlung im DaF-Kontext, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/476877