In der Arbeit werden die Vermittlungsbemühungen der UN-Mission MINURSO zwischen der Frente POLISARIO und der marokkanischen Seite untersucht. Sowohl ein historischer Abriss über die Zeit zwischen der Kolonialherrschaft Spaniens bis zum Einsatz der MINURSO, als auch eine ausführliche Bewertung der Rolle der UN und ein Ausblick sind in der Ausarbeitung enthalten. + Anhang mit erklärenden Grafiken + Literaturverzeichnis
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
2 Historische Entwicklung des Konflikts
2.1 Von der Kolonialherrschaft Spaniens bis zur Gründung der Frente POLISARIO
2.2 Vom „Befreiungskampf“ der Frente POLISARIO bis zum Beginn der UNO-Mission MINURSO
3 Die Rolle der Vereinten Nationen (UNO)
3.1 Auftrag und Ziel der MINURSO
3.2 Der Baker-Plan und die Reaktionen der Konfliktparteien auf die Vermittlungsbemühungen
3.3 Die Problematik der Bestimmung der Wahlberechtigten für das Referendum und die Ansprüche Marokkos auf die Westsahara
4 Ausblick: Die MINURSO - eine „Mission Impossible“?
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Ziel dieser wissenschaftlichen Arbeit ist es, die Ursachen für die scheinbare Unlösbarkeit des Westsaharakonflikts zu identifizieren und mögliche Lösungsansätze unter Einbeziehung der internationalen Akteure zu erörtern. Dabei steht die Frage im Zentrum, warum der seit Jahrzehnten schwelende Konflikt trotz internationaler Vermittlungsbemühungen und UN-Missionen bisher nicht befriedet werden konnte.
- Historische Genese des Konflikts von der spanischen Kolonialzeit bis zur Gründung der Frente POLISARIO.
- Analyse der Rolle der Vereinten Nationen (UNO) und der spezifischen Aufgaben der MINURSO-Mission.
- Kritische Untersuchung des Baker-Plans und seiner Auswirkungen auf die Konfliktparteien.
- Völkerrechtliche Einordnung der marokkanischen Ansprüche und die Problematik der Wahlberechtigtenregistrierung.
- Diskussion über Zukunftsszenarien und die Glaubwürdigkeit der Vereinten Nationen.
Auszug aus dem Buch
Die Problematik der Bestimmung der Wahlberechtigten für das Referendum und die Ansprüche Marokkos auf die Westsahara
Ein zentraler Streitpunkt zwischen der Frente POLISARIO und Marokko bei der Umsetzung des Referendums ist bis heute die Bestimmung der Personengruppen, die an der Abstimmung teilnehmen dürfen. Im Folgenden sollen die Positionen der beiden Streitparteien erörtert werden.
Der am 29. April 1991 vom Sicherheitsrat gebilligte Friedensplan sah als Grundlage für die Erstellung von Wählerlisten den von der spanischen Kolonialverwaltung ermittelten Zensus aus dem Jahre 1974 vor. Das heißt, jeder Sahraui, der über achtzehn Jahre alt ist und in dem spanischen Zensus erfasst wurde, darf am Referendum teilnehmen. Um auch diejenigen Sahrauis am Referendum zu beteiligen, die 1974 nicht erfasst wurden, wurde von der UNO eine Identifizierungskommission (Identification Commission) eingerichtet. Da das Ziel der marokkanischen Regierung, damals noch unter Hassan II, natürlich war und ist, das Referendum für sich zu entscheiden, siedelte sie rund 350.000 Marokkaner (inklusive Soldaten) in der Westsahara an und „erklärt sie kurzerhand zu Sahrauis“60 Die POLISARIO würde zur Ergänzung des Zensus drei Kriterien, von denen mindestens eines erfüllt sein müsste, akzeptieren:
„a) ein enges Familienmitglied (Vater, Mutter, Sohn, Tochter) muß in der Liste von 1974 registriert sein;
b) die Person muß im Jahr des Zensus im Territorium ansässig gewesen sein;
c) die Person ist im Territorium geboren, und zwar als Sohn/Tochter eines Vaters, der ebenfalls im Gebiet der Westsahara geboren wurde.“61
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die aktuelle Problematik der Westsahara ein, thematisiert das geringe öffentliche Interesse an dem Konflikt und definiert das Ziel der Arbeit, die Ursachen für die scheinbare Unlösbarkeit der Situation zu erforschen.
2 Historische Entwicklung des Konflikts: Das Kapitel beleuchtet den historischen Kontext von der spanischen Kolonialisierung bis hin zur Entstehung der Frente POLISARIO und der anschließenden bewaffneten Auseinandersetzung.
3 Die Rolle der Vereinten Nationen (UNO): Es wird der Auftrag der MINURSO analysiert sowie der umstrittene Baker-Plan und die komplexen Schwierigkeiten bei der Identifizierung der wahlberechtigten Bevölkerung für ein Referendum dargelegt.
4 Ausblick: Die MINURSO - eine „Mission Impossible“?: Dieses Kapitel zieht ein Resümee über den bisherigen Erfolg der UN-Mission und diskutiert mögliche Zukunftsszenarien unter Berücksichtigung der Interessen der Konfliktparteien.
Schlüsselwörter
Westsahara, MINURSO, Frente POLISARIO, UNO, Baker-Plan, Referendum, Entkolonialisierung, Selbstbestimmungsrecht, Marokko, Phosphatvorkommen, Konfliktlösung, Völkerrecht, Sahrauis, Befreiungskampf, Waffenstillstand.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit dem langjährigen Konflikt um die Westsahara und untersucht die Rolle der Vereinten Nationen bei dem Versuch, diesen durch die MINURSO-Mission und ein Referendum zu lösen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der historischen Entwicklung seit der Kolonialzeit, der Analyse der UN-Friedenspläne sowie der völkerrechtlichen Problematik der territorialen Ansprüche und Identifizierung der Wahlberechtigten.
Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?
Das Ziel ist es, die Ursachen für die Unlösbarkeit des Konflikts zu erfassen, mögliche Lösungswege aufzuzeigen und die Rolle internationaler Akteure kritisch zu hinterfragen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Autorin stützt sich auf eine Literaturanalyse, die offizielle UN-Berichte, völkerrechtliche Gutachten sowie historische Dokumentationen einbezieht, um den aktuellen Stand der Forschung darzulegen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden die historische Entwicklung, die UN-Vermittlungsprozesse (insb. der Baker-Plan) und die spezifischen Konfliktpunkte bei der Wahlberechtigung detailliert analysiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die zentralen Begriffe sind Westsahara, MINURSO, Frente POLISARIO, Selbstbestimmungsrecht und das Spannungsfeld zwischen politischen Lösungen und völkerrechtlichen Ansprüchen.
Welche Bedeutung kommt dem IGH-Gutachten zu?
Das Gutachten des Internationalen Gerichtshofs bestätigte, dass keine territorialen Souveränitätsbindungen zwischen Marokko und der Westsahara existierten, was die völkerrechtliche Basis der marokkanischen Ansprüche schwächt.
Warum wird der Baker-Plan als kritisch angesehen?
Der Plan wird von Experten als politische Lösung betrachtet, die sich von den ursprünglichen Entkolonialisierungszielen entfernt und die POLISARIO in eine schwache Position gegenüber der marokkanischen Verwaltung drängt.
- Quote paper
- Till Döring (Author), 2004, Der Konflikt um die Westsahara - Die MINURSO - eine 'Mission Impossible'?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/47727