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Die Diskussion um den White Cube im Kontext der Geschichte des Kunstmuseums

Title: Die Diskussion um den White Cube im Kontext der Geschichte des Kunstmuseums

Bachelor Thesis , 2005 , 53 Pages , Grade: 1,7

Autor:in: Katharina Lang (Author)

Art - Miscellaneous
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In wieweit kann der Anspruch vom idealen Ausstellungsraum gelten? Die vorliegende Arbeit mit dem Titel „Die Diskussion um den White Cube im Kontext der Geschichte des Kunstmuseums“ soll dieser Frage unter besonderer Fokussierung des White Cube – des reduzierten weißen Ausstellungsraumes – nachgehen.
Dabei gilt es zunächst in Kapitel 2 die Entwicklungsgeschichte des Kunstmuseums nachzuzeichnen, um wesentliche Veränderungen und diesen zugrunde liegenden Motive benennen zu können. Insbesondere das 20. Jahrhundert rückt bei dieser Betrachtung in den Vordergrund, da sich hier eminente Kontroversen im Kontext des Ursprungs mit zeitgenössischer Kunst ergaben (Kapitel 3).
Der White Cube als zentraler Aspekt dieser Arbeit erfordert es, in Kapitel 4 die Entwicklung der Innenraumgestaltung des Kunstmuseums gesondert zu untersuchen, bevor dieser in Kapitel 5 selbst Diskussionsgegenstand ist. Hierbei stehen vor allem die Essays Brian O’Dohertys im Mittelpunkt, die den weißen Ausstellungsraum erstmalig einer differenzierten und umfassenden theoretischen Diskussion zugeführt haben. In Anlehnung an seine Theorien wird analysiert, ob der White Cube die an ihn gestellten Forderungen eines neutralen Rahmens für Kunst erfüllt und mit ihm ein paradigmatischer Wendepunkt in der Gestaltung musealer Ausstellungsräume einhergeht.
Inwieweit der theoretische Ansatz O’Dohertys mit der ersten künstlerischen Installation, die den weißen Ausstellungsraum ins Zentrum stellt, in der Praxis konform geht, soll abschließend untersucht werden, bevor die Arbeit mit einem Fazit schließt.
An dieser Stelle sei darauf hingewiesen, dass nachfolgend freilich nur markante Entwicklungstendenzen nachgezeichnet werden können, was jedoch nicht suggerieren soll, dass die museale Gestaltung einem stringent verbindlichen Muster folgt, sondern vielmehr unterschiedliche Parallelentwicklungen bestanden und bestehen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Die Entwicklungsgeschichte der Kunstmuseen

2.1 Begriffsursprung

2.2 Die Entstehung der ersten Museen im 18. Jahrhundert

2.3 Das Museum im 19. Jahrhundert

2.4 Die Lage der Museen im 20. Jahrhundert

3. Die Museen und die Kunst der Gegenwart

3.1 Die Entstehung der Problematik im Umgang mit zeitgenössischer Kunst

3.2 Die künstlerische Moderne

3.3 Die Haltung der Künstler der Moderne gegenüber den Museen

3.4 Die Museumskrise der 60er Jahre

4. Die Entwicklung der Innenraumgestaltung der Museen

4.1 Von der ursprünglichen Problematik bis zur Entstehung der ersten Museen

4.2 Die Raumgegebenheiten in den ersten Kunstmuseen

4.3 Das 19. Jahrhundert

4.4 Das 20. Jahrhundert

4.4.1 Die veränderte Anordnung der Kunstwerke

4.4.2 Die farbliche Umgestaltung der Ausstellungsräume

4.4.3 Das Weiß hält Einzug in die Museen

5. Eine kritische Betrachtung des White Cube

5.1 Brian O’Doherty: In der weißen Zelle – Inside the White Cube

5.1.1 Brian O’Doherty: „Die weiße Zelle und ihre Vorgänger“

5.1.2 Brian O’Doherty: „Das Auge und der Betrachter“

5.1.3 Brian O’Doherty: „Der Kontext als Text“

5.1.4 Brian O’Doherty: „Die Galerie als Gestus“

5.2 Über die scheinbare Neutralität des White Cube

5.3 Die Auswirkungen des White Cube auf das Ausstellungswesen

5.4 White Cube versus Le Vide

5.4.1 Yves Klein: Le Vide

5.4.2 Vergleich der Ansätze von O’Doherty und Yves Klein

6. Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht die historische Entwicklung des Kunstmuseums mit einem besonderen Fokus auf den "White Cube" – den reduzierten weißen Ausstellungsraum. Ziel ist es, die theoretische und praktische Bedeutung dieses Raumes für die Präsentation moderner und zeitgenössischer Kunst zu analysieren und zu hinterfragen, ob er seinem Anspruch als neutraler Rahmen gerecht wird.

  • Historische Genese und Wandlung des Kunstmuseums vom 15. bis zum 20. Jahrhundert
  • Kritische Analyse der Rolle des White Cube basierend auf Brian O’Dohertys Essays
  • Vergleich des White Cube mit Yves Kleins radikaler Performance "Le Vide"
  • Untersuchung der architektonischen und kuratorischen Entwicklung musealer Innenräume
  • Diskussion der Institutionskritik und alternativer Raumkonzepte in der Moderne und Postmoderne

Auszug aus dem Buch

5.4.1 Yves Klein: Le Vide

Während Brian O’Doherty seine Analyse des reinen weißen Ausstellungsraumes als Erster derart differenziert theoretisch formulierte, gab es seit dem Minimalismus und demzufolge bereits vor dem Erscheinen institutionskritischer Arbeiten Bestrebungen, den White Cube auch innerhalb der Kunst selbst zu reflektieren. Der französische Künstler Yves Klein, der vor allem durch seine monochromen, blauen Gemälde Ansehen in der Kunstwelt erlangte, war mit seiner Ausstellung Le Vide der Erste, der den White Cube selbst thematisierte, indem er ihn zu dem zentralen Gegenstand seiner Ausstellung machte.

Am 28. April 1958 eröffnete Yves Klein seine Ausstellung Le Vide in der Pariser Galerie von Iris Clert. Der Titel der Ausstellung, der übersetzt Die Leere bedeutet, bezog sich auf den 20 Quadratmeter großen, weißgetünchten, leeren Galerie-Raum, den der Künstler durch eine aufwendige, an ‚seiner’ Farbe Ultramarinblau orientierte Rahmengestaltung in Szene setzte. Vor der Eingangstür zu dem Galerie-Raum stand ein blauer Baldachin, unter welchem zwei uniformierte Vertreter der Republikaner-Garde das Eintreten der Besucher in den Kern der Ausstellung symbolisch überwachten. Zudem wurden den Besuchern der Ausstellung blaue Cocktails gereicht, die die Körperflüssigkeiten blau einfärbten, sodass sich das Blau auch auf jeden einzelnen Gast persönlich ausweitete.

Während auch die Fenster der Galerie von außen in besagtem und allgegenwärtigem International Klein Blue erschienen, erstrahlte das Innere des Galerie-Raumes in leuchtendem Weiß. „Voller Konzentration auf die eigene malerische Sensibilität“ hatte Yves Klein den Galerie-Raum innerhalb von 48 Stunden mit weißer Farbe ausgemalt. Unter Anwendung einer speziellen Technik wollte er nicht nur einen rein weißen Raum schaffen, sondern zudem die Wände des Raumes in ein eine Einheit bildendes Gemälde verwandeln, welches dem Raum Stabilität zusichern sollte.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Die Einleitung definiert das Ziel der Arbeit, den White Cube als paradigmatischen Ausstellungsraum im Kontext der Museumsgeschichte zu hinterfragen.

2. Die Entwicklungsgeschichte der Kunstmuseen: Dieses Kapitel zeichnet den Weg von den frühen Sammlungen der Renaissance bis zu den öffentlichen Museen des 19. und 20. Jahrhunderts nach.

3. Die Museen und die Kunst der Gegenwart: Hier wird der Konflikt zwischen der Institution Museum und der modernen bzw. zeitgenössischen Kunst sowie die aufkommende Museumskrise der 60er Jahre beleuchtet.

4. Die Entwicklung der Innenraumgestaltung der Museen: Das Kapitel untersucht den Wandel von der dekorativen Präsentation hin zum puristischen, weißen Ausstellungsraum im 20. Jahrhundert.

5. Eine kritische Betrachtung des White Cube: Dieser Hauptteil analysiert die Essays Brian O’Dohertys, die scheinbare Neutralität des White Cube sowie den künstlerischen Gegenentwurf durch Yves Kleins Le Vide.

6. Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass der White Cube zwar dominierend blieb, jedoch keine finale oder neutrale Lösung für die Kunstpräsentation darstellt und stetigem Wandel unterworfen bleibt.

Schlüsselwörter

White Cube, Kunstmuseum, Innenraumgestaltung, Brian O’Doherty, Zeitgenössische Kunst, Ausstellungsarchitektur, Museumsgeschichte, Yves Klein, Le Vide, Institution Museum, Museumsreform, moderne Kunst, Präsentationsformen, Raumkonzeption, Institutionskritik.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundlegend?

Die Arbeit behandelt die Entwicklung des White Cube als dominantes Ausstellungsformat und dessen kritische Auseinandersetzung im Kontext der Museums- und Kunstgeschichte.

Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?

Zu den Schwerpunkten zählen die Genese des Kunstmuseums, die Architektur der Ausstellungsräume, die Kritik an der vermeintlichen Neutralität des White Cube sowie das Verhältnis von Kunst und Raum.

Was ist das primäre Ziel der Forschungsarbeit?

Das Ziel ist es, den White Cube nicht als neutrale Gegebenheit, sondern als konstruiertes, historisch gewachsenes System zu entlarven, das die Wahrnehmung von Kunst maßgeblich beeinflusst.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse und einer theoretischen Reflexion, insbesondere unter Einbeziehung der Essay-Reihe von Brian O’Doherty sowie institutionskritischer Perspektiven.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die historische Untersuchung der Museumsgestaltung und die kritische Dekonstruktion des White Cube durch theoretische Analysen und ein Fallbeispiel zur zeitgenössischen Kunst.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Zentrale Begriffe sind White Cube, Institution Museum, Raumkonzeption, Museumsreform, zeitgenössische Kunst und Ausstellungsästhetik.

Welche Bedeutung kommt Yves Kleins Ausstellung "Le Vide" in dieser Untersuchung zu?

Yves Kleins Ausstellung dient als ein entscheidendes Fallbeispiel für die künstlerische Reflexion über den leeren Ausstellungsraum und wird O’Dohertys theoretischem Ansatz gegenübergestellt.

Zu welchem Schluss kommt die Autorin bezüglich der Zukunft des White Cube?

Die Autorin schlussfolgert, dass der White Cube trotz aller berechtigten Kritik als "selbstverständliche Konvention" fortbesteht, sich jedoch aufgrund gesellschaftlicher Veränderungen in Zukunft neuen Wahrnehmungsrahmen unterordnen könnte.

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Details

Title
Die Diskussion um den White Cube im Kontext der Geschichte des Kunstmuseums
College
University of Siegen
Grade
1,7
Author
Katharina Lang (Author)
Publication Year
2005
Pages
53
Catalog Number
V47729
ISBN (eBook)
9783638446105
Language
German
Tags
Diskussion White Cube Kontext Geschichte Kunstmuseums
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Katharina Lang (Author), 2005, Die Diskussion um den White Cube im Kontext der Geschichte des Kunstmuseums, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/47729
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