Auswirkungen von Basel II auf Unternehmen der Logistikbranche


Hausarbeit, 2005

22 Seiten, Note: 2,0


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1 Einführung

2 Basel II als Herausforderung für die Logistikbranche
2.1 Die Entstehung von Basel II
2.2 Basel II
2.3 Mindestkapitalanforderung und Instrumente zur Risikoermittlung
2.4 Bankenaufsicht
2.5 Erweiterte Offenlegung / Markttransparenz
2.6 Feststellung der Bonität durch ein Rating
2.7 Kriterien eines Rating
2.8 Formen des Rating
2.8.1 Das interne Rating
2.8.2 Das externe Rating

3 Die Auswirkungen von Basel II auf die Logistikbranche

4 Fazit

5 Literaturverzeichnis

6 Abbildungsverzeichnis

1. Einführung

Die neuen Baseler Eigenkapitalvereinbarungen sind eine Herausforderung für die Wirtschaft und werden erhebliche Veränderungen im Kreditwesen und somit auch bei mittelständischen Unternehmen mit sich bringen. Es werden sich die Rahmenbedingungen bei der Gewährung von Krediten durch neu eingeführte Rating-Konzepte sehr stark ändern. Dadurch werden vor allem die mittelständischen Unternehmen zu einem noch stärkeren betriebswirtschaftlichen Handeln und Denken gezwungen. Es zählen von nun an nicht nur die quantitativen Faktoren für die Vergabe von Krediten, sondern auch die qualitativen Aspekte. Qualitative Aspekte sind zum Beispiel das Know-how des Managements, die innerbetriebliche Organisation, sowie eine entsprechende Nachfolgeregelung. Aufgrund dieser qualitativen und quantitativen Aspekte wird die Basel I-Vorschrift, welche eine fixe Eigenkapitalhinterlegung von 8 % vorsieht, in Basel II geändert. Es besteht zwar immer noch die Pflicht zur Eigenkapitalhinterlegung; die Höhe jedoch variiert je nach Einschätzung der Banken oder je Ratingergebnis. Diese bonitätsabhängige Gewichtung der Kreditforderungen schütz die Banken vor Kreditausfall und räumt wirtschaftlich und finanziell starken Unternehmen Vorteile ein.

Da die Erreichung eines guten Ratingergebnis nicht nur eine entscheidende Rolle für die Kreditvergabe spielt sondern auch für die Zukunftsfähigkeit des Unternehmens steht, stellt Basel II und das damit verbundene Rating eine Chance für die Unternehmen dar.

In dieser Arbeit stelle ich die Auswirkungen von Basel II auf die Unternehmen in der Logistikbranche vor. Ich werde hierbei die reinen Transportunternehmen und Spediteure im Selbsteintritt von den klassischen Spediteuren und Logistikdienstleistern unterschieden. Des Weiteren zeige ich die immer steigenden Anforderungen, vor allem an mittelständische Unternehmen, aufgrund des intensiveren Ratingverfahrens.

2. Basel II als Herausforderung für die Logistikbranche

Die neuen Bestimmungen von Basel II stellen eine äußerst wichtige Grundlage bei der Kreditvergabe dar. Sie haben tief greifende Veränderungen für Banken und Unternehmen zur Folge. Durch Basel II wird das europäische Kreditwesen reformiert. Es ermöglicht den Banken die Risiken zu reduzieren und gibt Unternehmen mit guter Bonität die Chance auf günstigere Kredite als zuvor. Somit wirkt sich Basel II auch auf die Logistikbranche aus. Aufgrund des Outsourcings der großen Handels- und Industrieunternehmen übernehmen die Logistikdienstleister zunehmend die outgesourcten Aufgabenbereiche. Dies bedeutet häufig hohe Investitionen in neue Technologien und Anlagen durch die Dienstleister. Aufgrund dessen ist Basel II von sehr großer Bedeutung für die Logistikbranche.

2.1 Die Entstehung von Basel II

Aufgrund der Ölkrise in den 70er Jahren und den daraus resultierenden heftigen Schwankungen auf den Finanzmärkten entstand der Baseler Ausschuss für Bankenaufsicht. Ziel war es den Finanzsektor zu stabilisieren und somit Zusammenbrüche einzelner Finanzhäuser auszuschließen. Die Zusammenbrüche waren in Zeiten der Ölkrise kein Einzelfall. Wertberichtigungen auf Kredite und den daraus resultierenden Rückgang des Eigenkapitals der Banken, bedeuteten für viele Finanzhäuser das Aus.

Um dies zukünftig zu vermeiden sollte das Bankensystem international, national und institutsbezogen harmonisiert und damit stabilisiert werden. Der Baseler Akkord oder auch bekannt als Basel I sieht eine Mindest-Eigenkapitalhinterlegung von 8 % der Höhe des vergebenen Kredites vor.[1] Diese Eigenkapitalhinterlegung soll die Finanzhäuser vor Kreditausfällen schützen. Bei der Eigenkapitalhinterlegung nach Basel I, wurde eine Einteilung in vier Risikoklassen vorgenommen. So belief sich der Eigenkapitalanteil bei Krediten an OECD-Staaten auf 0 %, an Banken mit Sitz in OECD-Staaten auf 1,6 %, bei Wohnungsbau-Hypothekenkredite auf 4 % und schließlich bei Kredite an Unternehmen und alle übrigen Kunden auf 8 %. Basel I wurde 1988 erstmals angewendet. Nach den Entwicklungen in der Finanz- und Weltwirtschaft, geriet diese Regelung in den 90er Jahren immer stärker in Kritik und wurde als nicht mehr ausreichend für die sich ständig veränderten Rahmenbedingungen angesehen. Besonders die einheitliche Mindestkapitalhinterlegung von 8 % wurde stark kritisiert. Dadurch dass die Eigenkapitalhinterlegung aller Kredite als Eigenkapitalkostensatz im Kreditzins enthalten ist, hat es eine Quersubventionierung von Kreditnehmern schlechter Bonität, durch die Kreditnehmer guter Bonität zu Folge. Somit müssen Unternehmen mit einer geringen Bonität zu niedrige Kreditzinsen und Unternehmen mit einer überdurchschnittlichen Bonität zu hohe Kreditzinsen bezahlen. Diese Pauschalierung der Eigenkapitalhinterlegung von 8 % führt zu Fehlanreizen bei der Kreditvergabe und letztlich zu Preisverzerrungen bei den Kreditkonditionen. Das Verlangen nach einer Gewichtung abhängig von der Bonität der Schuldner und eine weitere Abstufung innerhalb der Risikoklassen wurde immer stärker. Momentan besteht bei der Eigenkapitalhinterlegung kein Unterschied, ob die geforderten Kredite ein hohes Ausfallrisiko oder eine äußerst geringe Ausfallwahrscheinlichkeit besitzen. Es fand keine Differenzierung zwischen unterschiedlichen Risiken aufgrund der Bonität statt.[2] Um diese Ungerechtigkeit abzuschaffen, muss ein System geschaffen werden, welches die Kreditvergabe durch die Finanzhäuser marktgerechter gestalten soll.[3]

2.2 Basel II

Durch die zunehmenden technologischen Möglichkeiten der Erfassung, Aufbereitung und verfeinerten Auswertung von Kreditnehmerdaten wurde eine differenzierte Einstufung der Kreditnehmer möglich.[4] Klar definierte Ziele wie Staffelung der Eigenkapitalunterlegung nach Risiken, individuelle Ausrichtung der Eigenkapitalunterlegung am Risikoprofil der Kreditinstitute, Abdeckung der wesentlichen Risiken im Banksektor und die Berücksichtigung moderner Kapitalmarktinstrumente und damit Stabilisierung des internationalen Finanzsystems werden festgelegt.[5] Die Umsetzung soll durch eine Risikogewichtung mittels eines Unternehmer-Ratings erfolgen. Diese Einführung der Risikogewichtung war das wichtigste Ziel von Basel II.[6] Zur Umsetzung und Erreichung dieser Ziele dient die drei Säulen-Strategie des Baseler Akkord II.[7] Diese Strategie soll zur Stabilität des gesamten Finanzsystems beitragen.[8]

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

Abb. 1 Die 3 Säulen von Basel II

(Vgl. http://www.fma.gv.at/basel2_de/_print/baselii/baselii/basisinf/architek/diearchi.htm)

2.3 Mindestkapitalanforderung und Instrumente zur Risikoermittlung

Die erste Säule spiegelt die Weiterentwicklung der Mindestkapitalanforderungen wieder, welche den wichtigsten Teil des neuen Regelwerks darstellt. Die pauschale Eigenkapitalhinterlegung von 8 % wird durch eine Risikoabhängige ersetzt. Dieser eindeutig festgelegte Unterschied zwischen Basel I und Basel II hat zur Folge, dass für Kredite mit höherem Risiko zukünftlich eine höhere Eigenkapitalhinterlegung von den Banken gefördert wird. Die Höhe der Eigenkapitalhinterlegung wird also von dem jeweiligen Kreditrisiko abhängig gemacht.[9] Das Kreditrisiko, welches sich bisher aus dem Kreditausfallrisiko und dem Marktrisiko zusammensetzte, wurde bei Basel II um das operationelle Risiko erweitert. Operationelles Risiko ist „die Gefahr von unmittelbaren oder mittelbaren Verlusten, die infolge der Unangemessenheit oder des Versagens von internen Verfahren, Menschen und Systemen oder von externen Ereignissen eintreten“. So wird zum Beispiel das Verlustrisiko wegen einem Computerfehler, mangelnder Dokumentation oder schlechter bzw. keiner Nachfolgeregelung mit gewertet.[10] Durch die Erweiterung auf das operationelle Risiko soll eine bonitätsabhängige Gewichtung der Kreditforderungen erzielt werden und somit werden die Kredite je nach Risiko von den Banken unterschiedlich gewichtet.[11]

[...]


[1] Olfert / Reichel, Kompakt-Training Finanzierung, S. 80,81

[2] Übelhör Matthias, Warns Christian, Grundlagen der Finanzierung, S.180

[3] Geyer Helmut, Ahrendt Bernd, Crashkurs BWL, S.187

[4] Ehlers, Basel II / Rating: Die Hausaufgaben für Mittelstandsunternehmen und ihre Berater, S.8

[5] http://www.microsoft.com/germany/businesssolutions/basel.mspx

[6] Übelhör Matthias, Warns Christian, Grundlagen der Finanzierung, S.182

[7] http://www.microsoft.com/germany/businesssolutions/basel.mspx

[8] Übelhör Matthias, Warns Christian, Grundlagen der Finanzierung, S.182

[9] http://www.microsoft.com/germany/businesssolutions/basel.mspx

[10] Übelhör Matthias, Warns Christian, Grundlagen der Finanzierung, S.183

[11] Olfert / Reichel, Kompakt-Training Finanzierung, S. 81

Ende der Leseprobe aus 22 Seiten

Details

Titel
Auswirkungen von Basel II auf Unternehmen der Logistikbranche
Hochschule
BVL Campus gGmbH
Note
2,0
Autor
Jahr
2005
Seiten
22
Katalognummer
V47755
ISBN (eBook)
9783638446327
ISBN (Buch)
9783638738309
Dateigröße
427 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Auswirkungen, Basel, Unternehmen, Logistikbranche
Arbeit zitieren
Andreas Götz (Autor), 2005, Auswirkungen von Basel II auf Unternehmen der Logistikbranche, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/47755

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