Wie instrumentalisierte das Nazi-Regime die deutsche Geschichte für seine Propagandazwecke? Das Beispiel Otto von Bismarcks


Hausarbeit, 2017

13 Seiten, Note: 2.7


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Wie funktionierte die NS Propaganda und Indoktrination ?
2.1 Schule unter besonderer Berücksichtigung des Geschichtsunterrichts
2.2 Wie instrumentalisierte er die deutsche Geschichte 8-10 am Beispiel Bismarcks ?

3. Welchem Beispiel folgte Hitler ? 10-

4. Fazit 11-

5. Quellenverzeichnis

6. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Nach Marcel Reich-Reinicki war Hitler einer der größten deutschen Redner. 1 Mit seiner Redegewandtheit, seinem rhetorischen Talent und letztlich seiner überdimensionalen Überzeugungskraft bekam die Wirkkraft seiner Ideologien eine unabsehbare Tragweite, die letztlich ins dritte Reich mündete. Hieraus ergibt sich die Frage, welche Faktoren neben Hitlers erfolgreicher Redekunst zusätzlich sein Wirken so verstärkt haben müssen, dass es überhaupt zu einem „Nazideutschland“ kommen konnte. Einer dieser Faktoren, die sicherlich zur einer verstärkten Verbreitung des nationalsozialistischen Gedankenguts beigetragen haben, ist die Medienarbeit bzw. nationalsozialistische Propaganda.

Bereits zu Anfängen der nationalsozialistischen Zeit in Deutschland, waren Medien im Alltag der Bevölkerung allgegenwärtig. Für Hitler waren Medien eines der wichtigsten Instrumente der Politik. Er selbst hielt diese Art der Propaganda für ein Instrument dessen Anwendung gar eine wirkliche Kunst sei.2

Medien zur Zeit des Nationalsozialismus wurden gezielt dafür benutzt, um bestimmte Einstellungen und Ideologien in den Köpfen der Bevölkerung einzunisten. Nationalsozialistisches Gedankengut in Form verschiedener Ansichten und Einstellungen, die mithilfe von Medien wie beispielsweise dem Rundfunk, Film, Plakaten oder anderen Druckmedien auf z.B. Lebensmitteln, wurden so bei der Bevölkerung stark gemacht. Zu diesen Ansichten und Einstellung zählen u. a. gezielte Feindbilder über jüdische Mitbürger oder aber die Verwendung von Symbolen, Persönlichkeiten sowie Ereignissen aus der vergangenen deutschen Geschichte.

Daraus stellt sich die Frage, die nun im Folgenden näher durchleuchtet werden soll; nämlich welche Teilelemente aus der deutschen Geschichte setzte Hitler gezielt im Rahmen seiner nationalsozialistischen Propaganda ein, um das Volk für sein Ideologien und Einstellungen zu gewinnen.

Die Auseinandersetzung mit dieser Frage erfordert die Darstellung der wesentlichen Wirkungselemente der NS-Propaganda im Allgemeinen. Dieser Darstellung folgt die nähere Betrachtung der Rolle von Bildungsinstitutionen wie beispielsweise der Schule. Denn Hitlers Neuinterpretation der deutschen Geschichte setzt bereits in der Schule bzw. Vorschule im Geschichts- bzw. Sachkundeunterricht an.

In Anbetracht dessen, dass die Person Bismarcks bei Hitlers Reden oder Schriften immer wieder als Beispielspersönlichkeit der deutschen Geschichte angeführt wird, muss die historische Person Bismarcks im Kontext der NS-Propaganda untersucht werden. Abschließend soll ein Bezug zu dem Historiker und Zeitgenossen Bismarcks Heinrich von Treitschke hergestellt werden. Treitschke steht als Vorreiter Hitlers dafür, wie deutsche Geschichte zum Zwecke der Propaganda politischer Ideologien neuausgelegt werden kann.

Propaganda war und ist eine wichtige Strategie für die Verbreitung und Einnistung politischer oder auch religiöser Ideologien. Sie ist gleichzeitig auch eine Kontrollinstanz, die gezielt bestimmte Ereignisse oder Prozesse in Gang setzt. Abschließend sollen einige wenige Beispiele der Gegenwart erwähnt werden, anhand derer man die Bedeutung und Tragweite moderne Propaganda mit Rückgriff auf historische Zusammenhänge unterstreicht.

2. Wie funktionierte die nationalsozialistische Propaganda und Indoktrination?

Die nationalsozialistische Propaganda bediente sich vieler verschiedener Medien, welche unter anderem Rundfunk, Film sowie diverse Druckmedien wie Plakate oder Zeitungen bzw. Zeitschriften waren..

Der Rundfunk bzw. das Radio wurde von der Abteilung Rundfunk der NSDAP-Partei kontrolliert. Die Kontrolle bestand darin, dass das gesamte Radioprogramm zensiert wurde und ausschließlich pro nationalsozialistische Gedanken gezielt intendiert worden sind.3

Mithilfe des Radios konnten politische Reden, politische Beiträge, Lieder oder Hymnen übertragen werden, sodass eine regelrechte „Rundfunkhetze“ betrieben werden konnte.4

Auf diese Weise bekamen pro nationalsozialistischer Radiobeiträge eine sehr ausgedehnte Reichweite in einer sehr kurzen Zeit.

Im Unterschied zum Rundfunk setzten die Druckmedien Eyecatcher, Symbole oder Schlagwörter ein, durch die pro nationalsozialistische Ansichten verherrlicht wurden. Beispielsweise wurden Soldaten auf Motorrädern auf Werbeplakaten von BMW dargestellt oder sich entspannt sonnende Frauen in Kriegsgebieten.5 Dargestellte Szenarien dieser Art konnte man überall sehen: auf der Straße, in Cafes, auf Arbeitsplätzen oder sogar auf Zigarettenschachteln. Auch der Einsatz von kurzen Filmsequenzen im Rahmen der Wahlpropaganda gehörte zu den Strategien der NS- Propaganda.6

Durch den Einsatz verschiedener Medien im Zuge der NS-Propaganda sind alle unterschiedlichen Bevölkerungsgruppen und –schichten angesprochen worden. Alle diese Medien waren bezüglich ihres Wirkens und ihrer Bedeutung im Zuge der Propagandaarbeit gleichwertig und einander ergänzend. Ziel war es, relativ schnell so viele Menschen wie möglich schnellstmöglich für sich gewinnen zu können. Um dies zu erreichen, wurden die BürgerInnen in all ihren alltäglichen Lebenssituation mit pro nationalsozialistischem Gedankengut konfrontiert; sie wurden regelrecht eingeladen dazu, sich diesen Ideologien anzuschließen, da man sie hat glauben lassen wollen, dass die Unterstützung dieser Ideologien nur Gutes für alle BürgerInnen nach sich ziehen würde.

Neben der Indoktrination durch Medien fand auch die Indoktrination in den Schulen sowie der Hitlerjugend statt. Bereits im Keim sollten pro nationalsozialistische Ansichten eingenistet, gehegt und gepflegt werden. Kinder sollten von ganz klein an dieser Ideologie entsprechend erzogen werden, um zu funktionsfähigen Soldaten und Führern heranwachsen zu können. Auf die Institution Schule soll im Folgenden näher eingegangen werden.

2.1 Die Schule im Nationalsozialismus unter besonderer Berücksichtigung des Geschichtsunterrichts

Hitler führte neben den normalen Schulen noch drei weitere Schulformen ein; die Adolf-Hitler Schulen, Ordensburgen und Hohen Schulen. Während die Hohe Schule den Betrieb bis zum Ende des Nationalsozialismus nicht vollständig aufnehmen konnte, hatten die Adolf-Hitler-Schulen und Ordensburgen schon vollends begonnen zu arbeiten. Die Ordensburgen waren für die Bildung von Erwachsenen zuständig. Hingegen bildeten die Adolf-Hitler-Schulen Jungen im Alter von 12-18 Jahren, einer Altersstufe in der die Jungen am leichtesten zu beeinflussen sind, aus. Sie sollte in den Gebieten Deutschlands eröffnet werden, in denen die Schulbehörden aus verschiedenen Gründen die Indoktrination und Propaganda nicht in gewünschtem Maße ausüben konnten. Jährlich wurden ungefähr 300 Schüler aus den Gaus aufgenommen. Die Aufnahmekriterien waren „Führereigenschaften“, „Erbgesundheit“ und „Rassereinheit“7, ebenso wie eine Qualifikation für die Oberschulen (Gymnasien), welche von den Rassen-Experten beurteilt wurden. Jungen die die erste Runde überstanden kamen in ein zweiwöchiges Lager, in dem sie ständig von einem Gruppenleiter begleitet wurden, der am Ende ihren Charakter und ihr außerschulisches Verhalten beurteilen sollte.

[...]


1 Fischer, Jörg: Über Hitlers Sprache ( 2012), in: https://www.nzz.ch/ueber-hitlers-sprache-1.17606855

2 Hitler, Adolf: Mein Kampf, Leipzig 1925, S. 195.

3 Goebbels, Joseph: Wesen und Aufbau der nationalsozialistischen Propaganda, in Sösemann, Bernd (Hg.): Propaganda. Medien und Öffentlichkeit in der NS Diktatur Bd. 2, Beiträge zur Kommunikationsgeschichte Bd. 25, Stuttgart 2011, S. 749-750.

4 Feindpropaganda, in Sösemann, Bernd (Hg.): Propaganda. Medien und Öffentlichkeit in der NS Diktatur

Bd. 1, Beiträge zur Kommunikationsgeschichte Bd. 25, Stuttgart 2011, S. 577.

5 Bildinszenierung: Kriegsalltag, in Sösemann, Bernd (Hg.): Propaganda. Medien und Öffentlichkeit in der

NS Diktatur Bd. 1, Beiträge zur Kommunikationsgeschichte Bd. 25, Stuttgart 2011, S. 781.

6 Goebbels, Joseph: Wesen und Aufbau der nationalsozialistischen Propaganda, in Sösemann, Bernd (Hg.): Propaganda. Medien und Öffentlichkeit in der NS Diktatur Bd. 2, Beiträge zur Kommunikationsgeschichte Bd. 25, Stuttgart 2011, S. 749-750.

7 Ley, Robert: Wir alle helfen dem Führer, München 1937, S. 123.

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Details

Titel
Wie instrumentalisierte das Nazi-Regime die deutsche Geschichte für seine Propagandazwecke? Das Beispiel Otto von Bismarcks
Hochschule
Ruhr-Universität Bochum
Note
2.7
Autor
Jahr
2017
Seiten
13
Katalognummer
V477607
ISBN (eBook)
9783668965881
ISBN (Buch)
9783668965898
Sprache
Deutsch
Schlagworte
nazi-regime, geschichte, propagandazwecke, beispiel, otto, bismarcks
Arbeit zitieren
Ferihan Cemre Terzioglu (Autor:in), 2017, Wie instrumentalisierte das Nazi-Regime die deutsche Geschichte für seine Propagandazwecke? Das Beispiel Otto von Bismarcks, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/477607

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