Die folgende Arbeit geht der Frage nach, wie das Nazi-Regime die deutsche Geschichte für seine Propaganda instrumentalisierte, was exemplarisch am Beispiel Otto von Bismarcks verdeutlicht wird.
Die Auseinandersetzung mit dieser Frage erfordert dafür die Darstellung der wesentlichen Wirkungselemente der NS-Propaganda im Allgemeinen. Dieser Darstellung folgt die nähere Betrachtung der Rolle von Bildungsinstitutionen wie beispielsweise der Schule. Denn Hitlers Neuinterpretation der deutschen Geschichte setzt bereits in der Schule beziehungsweise Vorschule im Geschichts- und Sachkundeunterricht an.
Propaganda war und ist dabe ieine wichtige Strategie für die Verbreitung und Einnistung politischer oder auch religiöser Ideologien. Sie ist gleichzeitig auch eine Kontrollinstanz, die gezielt bestimmte Ereignisse oder Prozesse in Gang setzt. Abschließend sollen aus diesem Grund einige wenige Beispiele der Gegenwart erwähnt werden, anhand derer die Bedeutung und Tragweite moderne Propaganda mit Rückgriff auf historische Zusammenhänge unterstrichen werden.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Wie funktionierte die NS Propaganda und Indoktrination ?
2.1 Schule unter besonderer Berücksichtigung des Geschichtsunterrichts
2.2 Wie instrumentalisierte er die deutsche Geschichte am Beispiel Bismarcks ?
3. Welchem Beispiel folgte Hitler ?
4. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht, wie das nationalsozialistische Regime die deutsche Geschichte instrumentalisierte, um ideologische Ziele zu festigen. Im Zentrum steht dabei die Frage, wie historische Figuren wie Bismarck und Denkmuster von Historikern wie Treitschke gezielt in die Propaganda und den Bildungssektor integriert wurden, um die Bevölkerung für das Regime zu gewinnen.
- Mechanismen der NS-Propaganda und Indoktrination
- Einfluss des Nationalsozialismus auf den Geschichtsunterricht
- Die gezielte Instrumentalisierung Bismarcks als Identifikationsfigur
- Historische Vorbilder für Hitlers Taktiken am Beispiel von Heinrich von Treitschke
Auszug aus dem Buch
2.2 Wie instrumentalisierte Hitler die Deutsche Geschichte am Beispiel Bismarcks ?
„Bismarck“ ein Name der in Zusammenhang mit Hitler sehr oft auftaucht. Doch handelte es sich bei dieser Würdigung tatsächlich um Hitlers Bewunderung oder auch wieder um eine gezielte Heroisierung zu Propagandazwecken? Neuste Forschungen besagen, dass Bismarck als der Führer überhaupt galt und dass es im Volk in den 1920 Jahren eine sogenannte Führersehnsucht gab. Hans-Ulrich Wehler vertritt diesbezüglich zum Beispiel die These, dass Hitler die Sehnsucht des Volkes nach einem wiederkehrenden Bismarck benutzte um mehr Stimmen zu erhalten. Auch Richard Frankel und Rober Gerwarth untersuchten diese Fragestellung und kamen zu dem Schluss, dass Bismarck im Nationalsozialismus instrumentalisiert wurde um die Anhängerschaft im Volk zu erweitern.
Gerwarth fügt jedoch nach detaillierteren Untersuchungen hinzu, dass Bismarck nicht im Mittelpunkt der Nationalsozialistischen Propaganda stand. Dies lässt sich auch anhand der Untersuchung der Medienpropaganda nachweisen, denn es gab nur wenige Plakate auf denen mit Bismarck propagiert wurde. Christoph Nübel äußert diesbezüglich, dass alle diese Untersuchungen dazu führen, dass Hitler durch die historischen Verweise und heroisierung der Charaktere versuchte den Nationalsozialismus zu legitimieren. Wilhelm Mommsen setzt mit dem Befund, dass Hitlers Verbindung zu Bismarck recht widersprüchlich war einen neuen Schwerpunkt in der Geschichtsforschung.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet Hitlers rhetorische Fähigkeiten und stellt die Forschungsfrage, wie die nationalsozialistische Medienarbeit und Propaganda das Wirken des Regimes verstärkt haben.
2. Wie funktionierte die NS Propaganda und Indoktrination ?: Dieses Kapitel analysiert die Nutzung verschiedener Medien zur Manipulation der Bevölkerung und untersucht die Indoktrination innerhalb der Bildungsinstitutionen.
2.1 Schule unter besonderer Berücksichtigung des Geschichtsunterrichts: Hier wird dargelegt, wie der Geschichtsunterricht zur Vermittlung nationalsozialistischer Ideologien und zur Erziehung eines „nationalistischen Fanatikers“ umgestaltet wurde.
2.2 Wie instrumentalisierte er die deutsche Geschichte am Beispiel Bismarcks ?: Das Kapitel untersucht die strategische Heroisierung und spätere Distanzierung von Bismarck im Kontext von Hitlers Propagandazielen.
3. Welchem Beispiel folgte Hitler ?: Dieser Abschnitt stellt eine Verbindung zu dem Historiker Heinrich von Treitschke her, dessen Methoden der Geschichtsdarstellung als ideologische Vorlage für Hitler dienten.
4. Fazit: Die Arbeit schließt mit der Erkenntnis, dass Geschichte im Nationalsozialismus nicht zentral, aber als machtvolles Instrument zur Manipulation und ideologischen Untermauerung eingesetzt wurde.
Schlüsselwörter
Nationalsozialismus, Propaganda, Indoktrination, Geschichtsunterricht, Bismarck, Hitler, Heinrich von Treitschke, Führerprinzip, Medienarbeit, Ideologie, Geschichtsfälschung, Politische Sozialisation, Heldenverehrung, Feindbilder, Nationaler Mythos.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit analysiert, wie die Nationalsozialisten die deutsche Geschichte selektiv nutzten, um ihre Ideologie zu festigen und das Volk ideologisch zu beeinflussen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf der NS-Propaganda, der Indoktrination in Schulen sowie der gezielten Instrumentalisierung historischer Figuren.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Hitler durch die Neuinterpretation historischer Ereignisse und Persönlichkeiten versuchte, sein Regime zu legitimieren.
Welche wissenschaftliche Methode wurde verwendet?
Es handelt sich um eine historische Analyse, die auf Literaturrecherche und der Untersuchung zeitgenössischer Reden und Dokumente basiert.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil analysiert die Medienlandschaft des NS-Regimes, die Struktur des Schulsystems und die spezifische propagandistische Nutzung von Bismarck und Treitschke.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Propaganda, Indoktrination, Bismarck, Führerprinzip und Geschichtsmanipulation charakterisiert.
Welche Rolle spielte Bismarck in der NS-Propaganda?
Bismarck diente als Identifikationsfigur, um eine „Führersehnsucht“ im Volk zu bedienen, wobei Hitler sich als Nachfolger stilisierte, der Bismarcks Werk vollenden wollte.
Inwiefern beeinflusste Heinrich von Treitschke Hitler?
Hitler übernahm methodische Ansätze von Treitschke, insbesondere die heroische Darstellung der Vergangenheit und die Erschaffung von Feindbildern zur emotionalen Mobilisierung des Volkes.
- Citar trabajo
- Ferihan Cemre Terzioglu (Autor), 2017, Wie instrumentalisierte das Nazi-Regime die deutsche Geschichte für seine Propagandazwecke? Das Beispiel Otto von Bismarcks, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/477607