Die vorliegende Arbeit beschäftigt sich mit dem Gemälde "Die Blendung des Simson" von Rembrandt Harmenszoon van Rijn, das 1636 in Amsterdam entstanden ist. (Abb. 1) Das Bild zeigt eine Szene des Alten Testaments.
Der Schwerpunkt der Arbeit liegt in der Darstellung des alttestamentarischen Hintergrundes und die Umsetzung der biblischen Szene in ein Werk des 17. Jahrhunderts. Eine genaue Bildanalyse steht in diesem Zusammenhang im Vordergrund. Abschließend werden ausgewählte Werke mit der gleichen biblischen Geschichte als Grundlage mit dem hier vorliegenden vergleichen. Anhand dieser Vergleiche wird ein erster Überblick über die verschiedenen Darstellungsweisen des gleichen Themas in einer Epoche gegeben.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Kurzbiographie des Malers
3. Bildbeschreibung unter Berücksichtigung des Inhalts
3.1 Komposition des Bildes
4. Darstellung des alttestamentarischen Hintergrundes
5. Vergleich zu anderen Darstellungen
5.1 Rubens und Mantegnas „Simson und Delila“ im Vergleich zu Rembrandts Darstellung
5.2 Die Besonderheiten in Rembrandts Werk
6. Schlussbetrachtung
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die vorliegende Arbeit untersucht das Gemälde „Die Blendung des Simson“ von Rembrandt aus dem Jahr 1636 mit einem Fokus auf der künstlerischen Umsetzung der alttestamentarischen Vorlage und einer vergleichenden Analyse mit Werken von Rubens und Mantegna.
- Detaillierte Bildbeschreibung und Analyse der Komposition von Rembrandts Hauptwerk.
- Darstellung des biblischen Hintergrunds der Simson-Geschichte.
- Kontrastreiche Gegenüberstellung mit der „Simson und Delila“-Darstellung von Peter Paul Rubens.
- Einordnung des Werks im Kontext der barocken Kunsttheorie und ihrer emotionalen Wirkung.
- Vergleichende Betrachtung der unterschiedlichen künstlerischen Intentionen in der Darstellung von List und Gewalt.
Auszug aus dem Buch
3. Bildbeschreibung unter Berücksichtigung des Inhalts
Das 205 cm x 272 cm große Ölgemälde (Abb. 1) von Rembrandt Harmensz. van Rijn, gen. Rembrandt, entstand 1636 und wurde in Öl auf Leinwand gemalt. Es trägt den Titel „Die Blendung Simsons“ und befindet sich heute im Städelschen Kunstinstitut in Frankfurt am Main. Im Zentrum des Bildes wird auf brutalste Weise die Blendung des Simson gezeigt. Die Hauptfigur fällt rücklings in die Bildmitte hinein und wird von hinten von einem Philister festgehalten, der den Sturz des Simson erst verursachte. Von der Bildmitte bis zur oberen rechten Ecke staffeln sich drei weitere Philister, die alle an der Tat maßgeblich beteiligt sind. Der erste beugt sich über Simsons, durch Fesseln hochgezogenen Arm und sticht ihm mit einem großen Messer, oder ähnlich scharfem Gegenstand, das rechte Auge aus. Die Figur dahinter hält mit einer schweren Eisenkette Simsons rechten Arm fest, damit dieser sich nicht wehren kann. Der dritte Mann am rechten Bildrand bedroht ihn mit einem erhobenen Degen. Diese Person verhält sich besonders passiv und verfolgt das Geschehen mit weit aufgerissenen Augen und offenstehendem Mund.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung definiert den Untersuchungsgegenstand, erläutert die methodische Herangehensweise der Bildanalyse und umreißt den vergleichenden Ansatz mit anderen Werken.
2. Kurzbiographie des Malers: Dieses Kapitel skizziert den Lebensweg Rembrandts, seine Ausbildung bei Lastmann und seinen Aufstieg in der Amsterdamer Kunstszene bis zu seinem Lebensende.
3. Bildbeschreibung unter Berücksichtigung des Inhalts: Es erfolgt eine detaillierte deskriptive Analyse der abgebildeten Szene, wobei die Rollen der Akteure und die brutale Inszenierung der Blendung zentral sind.
3.1 Komposition des Bildes: Die Untersuchung konzentriert sich auf die Hell-Dunkel-Kontraste, den Lichteinfall und die räumliche Anordnung der Figuren.
4. Darstellung des alttestamentarischen Hintergrundes: Dieses Kapitel fasst die biblische Erzählung aus dem Buch der Richter zusammen, die als Grundlage des Gemäldes dient.
5. Vergleich zu anderen Darstellungen: Der Autor ordnet das Thema in die Kunstgeschichte des 16. und 17. Jahrhunderts ein und begründet die Wahl der Vergleichswerke.
5.1 Rubens und Mantegnas „Simson und Delila“ im Vergleich zu Rembrandts Darstellung: Die Analyse kontrastiert Rubens’ sinnlich-ästhetische Herangehensweise und Mantegnas idyllisch-narrative Darstellung mit der dramatischen Gewalt Rembrandts.
5.2 Die Besonderheiten in Rembrandts Werk: Das Kapitel arbeitet heraus, warum Rembrandts Werk als „Martyrium“ wirkt und wie es durch den Verzicht auf Beschönigung den Betrachter erschüttert.
6. Schlussbetrachtung: Die Arbeit resümiert, dass Rembrandt durch seine drastische Darstellung menschlicher Ängste und seine spezifische Gebärdensprache eine Ausnahmestellung unter den Künstlern seiner Zeit einnimmt.
Schlüsselwörter
Rembrandt, Simson, Delila, Bildanalyse, Barock, Kunstgeschichte, Altes Testament, Blendung, Rubens, Mantegna, Hell-Dunkel-Kontrast, Ikonographie, Malerei, Gewaltdarstellung, Städel
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit befasst sich mit der detaillierten kunsthistorischen Analyse von Rembrandts Historiengemälde „Die Blendung des Simson“ von 1636.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Zentrum stehen die Bildkomposition, die biblische Grundlage der Simson-Erzählung sowie der Vergleich mit anderen barocken Darstellungen desselben Motivs.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel ist es, die spezifische Umsetzungsweise der biblischen Szene durch Rembrandt zu untersuchen und durch Vergleiche zu verdeutlichen, wie sich Rembrandt von zeitgenössischen Künstlern in der Darstellung von Gewalt und Dramatik unterscheidet.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit nutzt die Methode der kunsthistorischen Bildanalyse in Kombination mit einer vergleichenden Literatur- und Motivstudie.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil umfasst eine exakte Bildbeschreibung, eine Analyse der Komposition, eine Zusammenfassung des alttestamentarischen Hintergrunds sowie den Vergleich mit Werken von Rubens und Mantegna.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind Rembrandt, Simson und Delila, Barock, Hell-Dunkel-Malerei, Bildkomposition und die biblische Geschichte der Richter.
Inwiefern unterscheidet sich Rembrandts Darstellung von der Rubens'?
Während Rubens das Thema eher sinnlich und auf den Verrat sowie das Liebesverhältnis konzentriert darstellt, fokussiert Rembrandt ungeschönt und drastisch auf den finalen Akt der Gewalt und den körperlichen Schmerz.
Warum wird das Gemälde von Rembrandt als „Martyrium“ bezeichnet?
Der Autor führt diesen Begriff ein, um zu verdeutlichen, dass das Werk an einer Stelle tröstlich wirkt und den Betrachter mit der „brutalen Realität“ des Leidens konfrontiert, wie es in der holländischen Kunst jener Zeit ungewöhnlich war.
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- Stefanie Breitzke (Author), 2005, Die Blendung des Simson von Rembrandt, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/47803