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Die zögerliche Annäherung Großbritanniens an Europa

Title: Die zögerliche Annäherung Großbritanniens an Europa

Seminar Paper , 2005 , 15 Pages , Grade: gut (2,0)

Autor:in: Nils Schnelle (Author)

Politics - Topic: European Union
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Summary Excerpt Details

Seit dem Ende des 2. Weltkriegs und dem Beginn des Aufbaus der europäischen Gemeinschaften ist Großbritannien in Europa ein Sonderfall, die Eigenwahrnehmung angesichts der sich neu ordnenden Welt schwankte zwischen Großmachtsansprüchen, dem Festhalten am zerfallenden Empire und der Frage nach der Zugehörigkeit zu Europa einerseits und der „special relationship“ mit den USA andererseits. Man fühlte sich nicht als Teil von Europa, die geographisch bedingte Vorstellung von GB als „sichere Insel“ war durch die Geschichte, nicht zuletzt auch durch die zwei Weltkriege, gefestigt worden. Die Stimmung in der Bevölkerung war und ist, unterstützt durch Massenmedien wie die berüchtigte „Sun“, aber auch seriöse Blätter (die oft regelrechte Kampagnen gegen Brüssel gestartet haben), zum großen Teil mindestens euroskeptisch, resultierend oft aus Halbwissen und schlichten Verdrehungen und Falschmeldungen durch die Medien. Auch die politischen Eliten standen Europa oft mindestens skeptisch gegenüber. Winston Churchill wird heute als einer der Väter Europas angesehen, basierend auf seinen visionären Ideen aus den dreißiger Jahren sowie seinen Reden in z.B. Zürich. GB blieb bei seinen Visionen von einem vereinten Europa jedoch stets außen vor, es sollte kein Vollmitglied sein, nur „verbunden, aber nicht Teil“1 Europas. Diese Vorstellung von der britischen Rolle wird verständlich, wenn man bedenkt, dass Großbritannien sich nach dem zweiten Weltkrieg als selbstbewusste Siegernation fühlte, die sich außenpolitisch zwischen drei Kreisen bewegte: erstens dem Commonwealth, zu dem man enge Handelsbeziehungen unterhielt, zweitens den USA und schließlich Europa.

Die Annäherung an Europa und die Integration in die entstehenden europäischen Gemeinschaften in der Zeit vom Ende des zweiten Weltkriegs bis heute geschah daher langsam und zurückhaltend, oft widerwillig und bremsend. Die Arbeit soll die Politik der wichtigsten britischen Premierminister gegenüber den europäischen Gemeinschaften und den europäischen Partnerländern beschreiben und vergleichend bewerten, inwiefern sich Tony Blair von seinen Vorgängern unterscheidet.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

Die Andersartigkeit der Briten

2. Die Geschichte der britischen Integration in Europa: Chronologie verpasster Gelegenheiten

2.1 Die Nachkriegsjahre: die Suche nach dem Platz der Briten in der Welt

2.2 Das Fernbleiben in Messina und die europa-politische Kehrtwende

2.3 Nach De Gaulles Absage: das zweite Beitrittsgesuch

2.4 Der Beitritt unter Edward Heath & das Referendum unter Wilson

2.5 Margaret Thatcher: der Wandel von Kooperationsbereitschaft und Integration zur Isolation Großbritanniens

2.6 John Major: Vom Ausstieg aus dem EWS zum Tiefpunkt der Beziehungen

3. Der Wandel der Labour-Partei und die Europapolitik New Labours unter Tony Blair: im Herzen Europas?

4. Resümee: Die Prüfsteine des Tony Blair

5. Literatur

Zielsetzung und Themen der Arbeit

Die vorliegende Arbeit untersucht das historische und politische Verhältnis Großbritanniens zur europäischen Integration von der Nachkriegszeit bis zur Ära von Tony Blair. Dabei wird analysiert, inwieweit die Politik von New Labour einen tatsächlichen Bruch mit der zurückhaltenden, oft euroskeptischen Haltung der Vorgängerregierungen darstellt.

  • Die historische Entwicklung der britischen Integrationspolitik seit 1945.
  • Die Rolle prominenter Premierminister und deren spezifische Europapolitik.
  • Der Einfluss nationaler Eigeninteressen, der „special relationship“ mit den USA und der Commonwealth-Beziehungen.
  • Die Transformation der Labour-Partei unter Tony Blair hinsichtlich ihrer Europa-Ausrichtung.
  • Die Bewertung von Zögerlichkeiten und Integrationshemmnissen wie der Euro-Einführung.

Auszug aus dem Buch

1. Einleitung Die Andersartigkeit der Briten

Seit dem Ende des 2. Weltkriegs und dem Beginn des Aufbau der europäischen Gemeinschaften ist Großbritannien in Europa ein Sonderfall, die Eigenwahrnehmung angesichts der sich neu ordnenden Welt schwankte zwischen Großmachtsansprüchen, dem Festhalten am zerfallenden Empire und der Frage nach der Zugehörigkeit zu Europa einerseits und der „special relationship“ mit den USA andererseits. Man fühlte sich nicht als Teil von Europa, die geographisch bedingte Vorstellung von GB als „sichere Insel“ war durch die Geschichte, nicht zuletzt auch durch die zwei Weltkriege, gefestigt worden. Die Stimmung in der Bevölkerung war und ist, unterstützt durch Massenmedien wie die berüchtigte „Sun“, aber auch seriöse Blätter (die oft regelrechte Kampagnen gegen Brüssel gestartet haben), zum großen Teil mindestens euroskeptisch, resultierend oft aus Halbwissen und schlichten Verdrehungen und Falschmeldungen durch die Medien. Auch die politischen Eliten standen Europa oft mindestens skeptisch gegenüber. Winston Churchill wird heute als einer der Väter Europas angesehen, basierend auf seinen visionären Ideen aus den dreißiger Jahren sowie seinen Reden in z.B. Zürich. GB blieb bei seinen Visionen von einem vereinten Europa jedoch stets außen vor, es sollte kein Vollmitglied sein, nur „verbunden, aber nicht Teil“ Europas. Diese Vorstellung von der britischen Rolle wird verständlich, wenn man bedenkt, dass Großbritannien sich nach dem zweiten Weltkrieg als selbstbewusste Siegernation fühlte, die sich außenpolitisch zwischen drei Kreisen bewegte: erstens dem Commonwealth, zu dem man enge Handelsbeziehungen unterhielt, zweitens den USA und schließlich Europa. Die Beziehungen zu einem der Partner durften nicht zu eng werden, um nicht zu Lasten der anderen Beziehungen zu gehen.

Die Annäherung an Europa und die Integration in die entstehenden europäischen Gemeinschaften in der Zeit vom Ende des zweiten Weltkriegs bis heute geschah daher langsam und zurückhaltend, oft widerwillig und bremsend; Andrew Moravcsik beschreibt dieses Verhalten mit einer Metapher passend als die „British tendency to then run alongside the departing train, trying to climb aboard at the next convenient point“.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Beschreibt die historische Sonderrolle Großbritanniens in Europa, geprägt durch das Empire, die Bindung zu den USA und eine ausgeprägte euroskeptische Stimmung.

2. Die Geschichte der britischen Integration in Europa: Chronologie verpasster Gelegenheiten: Analysiert den Weg Großbritanniens von der anfänglichen Distanz in der Nachkriegszeit über die Beitrittsgesuche bis hin zur schwierigen Ära unter Thatcher und Major.

2.1 Die Nachkriegsjahre: die Suche nach dem Platz der Briten in der Welt: Beleuchtet das Bestreben der Regierung Attlee, den Großmachtstatus zu erhalten und die politische Unabhängigkeit zu wahren.

2.2 Das Fernbleiben in Messina und die europa-politische Kehrtwende: Beschreibt die verpasste Chance zur Mitgestaltung der EWG und den anschließenden Versuch, die EFTA als Alternative zu etablieren.

2.3 Nach De Gaulles Absage: das zweite Beitrittsgesuch: Erläutert die wirtschaftlichen Gründe für den plötzlichen Kurswechsel Macmillans und das wiederholte Scheitern am Veto Frankreichs.

2.4 Der Beitritt unter Edward Heath & das Referendum unter Wilson: Dokumentiert den letztlichen Beitritt zu den Europäischen Gemeinschaften sowie die zunehmende wirtschaftliche Ernüchterung in den 1970er Jahren.

2.5 Margaret Thatcher: der Wandel von Kooperationsbereitschaft und Integration zur Isolation Großbritanniens: Skizziert Thatchers rigide Verhandlungspolitik, die zur finanziellen Rückerstattung führte, aber gleichzeitig eine tiefgreifende Isolation innerhalb der EU nach sich zog.

2.6 John Major: Vom Ausstieg aus dem EWS zum Tiefpunkt der Beziehungen: Beschreibt die durch interne Parteispaltungen und die BSE-Krise geprägte, schwierige Zeit, in der die europapolitischen Spannungen eskalierten.

3. Der Wandel der Labour-Partei und die Europapolitik New Labours unter Tony Blair: im Herzen Europas?: Analysiert die modernisierte, kooperativere Europapolitik unter Blair, wobei die verbleibenden Vorbehalte und die Rhetorik vs. Realität kritisch betrachtet werden.

4. Resümee: Die Prüfsteine des Tony Blair: Zieht ein Fazit über die historische Konstanz des britischen Zögerns und bewertet den Erfolg Blairs, der zwar rhetorisch offen agiert, aber bei der Euro-Einführung weiterhin zögert.

5. Literatur: Listet die verwendeten Quellen und wissenschaftlichen Publikationen zur britischen Europapolitik auf.

Schlüsselwörter

Großbritannien, Europäische Integration, New Labour, Tony Blair, Margaret Thatcher, Europäische Union, Euroskeptizismus, Außenpolitik, Beitrittsgesuch, Commonwealth, Souveränität, Euro, EFTA, Wirtschaftsbeziehungen, Europäische Gemeinschaften

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das ambivalente Verhältnis Großbritanniens zum europäischen Integrationsprozess seit dem Zweiten Weltkrieg bis zur Regierungszeit von Tony Blair.

Was sind die zentralen Themenfelder der Analyse?

Die Themenfelder umfassen die historische Entwicklung der britischen Integrationspolitik, den Einfluss politischer Führungsfiguren, wirtschaftliche Interessen sowie den Wandel der Labour-Partei.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, zu bewerten, inwieweit Tony Blairs Politik einen signifikanten und nachhaltigen Bruch mit der traditionell zögerlichen Haltung seiner Vorgänger darstellt.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit nutzt einen historisch-analytischen Ansatz, indem sie die politische Dokumentation der verschiedenen Regierungsperioden vergleichend auswertet.

Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?

Der Hauptteil analysiert chronologisch die Regierungszeiten von Attlee über Macmillan und Heath bis hin zu Thatcher, Major und Blair im Kontext ihrer jeweiligen Europapolitik.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wichtige Begriffe sind insbesondere Europäische Integration, Sonderrolle Großbritanniens, Souveränität, New Labour sowie das Spannungsfeld zwischen ökonomischen Interessen und politischer Union.

Wie unterscheidet sich die Haltung von Margaret Thatcher von der von John Major?

Während Thatcher durch eine konfrontative und oft isolierende Rhetorik bei gleichzeitiger konstruktiver Mitarbeit an Binnenmarkt-Projekten glänzte, war die Ära Major von internen Parteispaltungen und einer Blockadehaltung geprägt.

Inwieweit ist der „Prüfstein“ der Euro-Einführung für Tony Blair entscheidend?

Die Entscheidung über den Euro gilt als wesentliches Indiz dafür, ob Blair die Distanz zu den europäischen Integrationsleistungen tatsächlich überwinden kann, wobei er stark von innenpolitischen und ökonomischen Faktoren eingeschränkt bleibt.

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Details

Title
Die zögerliche Annäherung Großbritanniens an Europa
College
Catholic University Eichstätt-Ingolstadt
Course
Proseminar: Einführung in die Internationale Politik
Grade
gut (2,0)
Author
Nils Schnelle (Author)
Publication Year
2005
Pages
15
Catalog Number
V47809
ISBN (eBook)
9783638446754
ISBN (Book)
9783638777377
Language
German
Tags
Annäherung Großbritanniens Europa Proseminar Einführung Internationale Politik
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Nils Schnelle (Author), 2005, Die zögerliche Annäherung Großbritanniens an Europa, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/47809
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