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Linguistische Klassifikationsversuche von Versprechern

Title: Linguistische Klassifikationsversuche von Versprechern

Term Paper (Advanced seminar) , 2005 , 28 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Nina Meyer (Author)

German Studies - Linguistics
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Äußert jemand 'Sie hat mir Honig in die Augen geschmiert', bestellt eine Person eine Pischelmuzza oder putzt gar der 'Kralli', so verbreitet sich bei den Rezipienten solcher Versprecher allgemeine Heiterkeit. Die Schöpferkraft der Sprache scheint sich bei Sprechfehlern einen Augenblick über die konventionellen Sprachregeln hinwegzusetzen.
Bereits seit Ende des 19. Jahrhunderts beschäftigt sich eine Reihe von Linguisten mit dem Phänomen der Versprecher, wie sie im Sprachzentrum unseres Gehirns zustande kommen und welche Hinweise sie z.B. über den Aufbau des mentalen Lexikons liefern. In dieser Arbeit werden in Kapitel 1 zunächst allgemeine Fakten zu den Versprechern vorgestellt. Darauf folgend wird auf Schwierigkeiten bei der wissenschaftlichen Analyse und Interpretation von Versprechersammlungen hingewiesen. Kapitel 3 beschreibt kurz Rudolf Meringers Kategorisierung von Versprechern. Dies dient als Grundlage für das folgende Kapitel in dem Nora Wiedenmanns Klassifikation von Sprechfehlern dargestellt wird. Kapitel 5 geht, bezogen auf die Versprecherforschung, zum einen auf einige linguistische Erkenntnisse ein, die Wiedenmann aus ihren Versprechersammlungen ableitet und zum anderen auf linguistische Erkenntnisse bezogen auf den Aufbau des mentalen Lexikons.

Diese Hausarbeit bezieht sich in erster Linie auf Nora Wiedenmanns Ausführungen in „Versprecher: Phänomene und Daten.“, sowie Helen Leuningers Werk „Reden ist Schweigen, Silber ist Gold.“ Für weitere verwendete Literatur verweise ich auf das Literaturverzeichnis.

Excerpt


Struktur der Arbeit

Einleitung

1. Allgemeine Fakten zu Versprechern

2. Schwierigkeiten bei der wissenschaftlichen Analyse und Interpretation von Versprechersammlungen

3. Meringers Klassifikation der Versprecher

3.1 Vertauschung

3.2 Antizipationen

3.3 Postpositionen

3.4 Kontamination

3.5 Substitution

4. Nora Wiedenmanns Klassifikation der Versprecher

4.1 Versprecher oberhalb der Lautebene

4.1.1 Assoziative Versprecher

4.1.2 Perzeptiv induzierte Versprecher

4.2 Versprecher auf der Lautebene

4.2.1 Antizipatorischer Versprecher

4.2.1.1 (Reine) Antizipation

4.2.1.2 Metathese und Mehrfachvertauschung

4.2.1.3 Shift in zwei Varianten

4.2.2 Repetitorische Versprecher

5. Linguistische Erkenntnisse durch die Versprecherforschung

5.1 Nora Wiedemanns linguistische Erkenntnisse

5.1.1 Affrikaten und Diphthonge

5.1.2 Freudsche Versprecher

5.2 Linguistische Erkenntnisse bezogen auf das mentale Lexikon

5.2.1 Die Organisation des mentalen Lexikons nach Bedeutungskriterien

5.2.2 Das mentale Lexikon als ein nach Formkriterien organisiertes Gebilde

5.2.2.1 Wortarten

5.2.2.2 Wortteilchen – Die innere Struktur der Wörter

Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Das Hauptziel dieser Arbeit ist es, das Phänomen der Versprecher zu untersuchen und aufzuzeigen, welche Erkenntnisse diese Sprachfehler über die Funktionsweise des mentalen Lexikons liefern können.

  • Klassifikation von Versprechern nach Meringer und Wiedenmann
  • Analyse der Bedingungen für das Auftreten von Sprechfehlern
  • Untersuchung der Struktur des mentalen Lexikons
  • Erforschung semantischer Netzwerke und Bedeutungskriterien
  • Diskussion der internen Struktur von Wörtern (Morpheme, Präfixe, Suffixe)

Auszug aus dem Buch

3.1 Vertauschungen

„Bei Vertauschungen wechseln zwei sprachliche Einheiten in einer Äußerung ihren Platz.“21 Dies können Wörter sein:

(1) Ich liebe Salz mit viel Suppe (statt: Ich liebe Suppe mit viel Salz).22

Ebenso können Bestandteile zusammengesetzter Wörter vertauscht werden:

(2) zwecktischer Prak (statt: praktischer Zweck).23

Bei einem durch Vertauschung hervorgerufenen Versprecher können auch Silben (3) und Laute betroffen sein, wobei Laute, Meringer zufolge, nur dann vertauscht werden können, „[...] wenn sie in derselben Silbenposition [...] vorkommen“24, wie z.B. in der Silbenmitte (4), der klassischen Vokalposition. An- und Auslaute desselben Wortes würden nicht verwechselt.25

(3) Pischelmuzza (statt : Muschelpizza)26

(4) à prapa Popo (statt : à propos Papa)27

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Vorstellung der Thematik der Versprecher und deren Bedeutung für die Erforschung des Sprachzentrums und des mentalen Lexikons.

1. Allgemeine Fakten zu Versprechern: Erläuterung, dass Sprechfehler ein natürlicher Teil des Sprechens sind, die regelgeleiteten Mustern folgen.

2. Schwierigkeiten bei der wissenschaftlichen Analyse und Interpretation von Versprechersammlungen: Darstellung der formalen und methodischen Probleme bei der Sammlung und Kategorisierung von Sprachfehlern.

3. Meringers Klassifikation der Versprecher: Kurze Beschreibung der fünf Grundklassen der Versprecher nach Rudolf Meringer.

4. Nora Wiedenmanns Klassifikation der Versprecher: Detaillierte Darstellung der erweiterten Klassifikation von Nora Wiedenmann nach temporalen und sprechgestischen Kriterien.

5. Linguistische Erkenntnisse durch die Versprecherforschung: Anwendung der Erkenntnisse aus der Versprecheranalyse auf die Biphonematik sowie die Struktur des mentalen Lexikons.

Schlüsselwörter

Versprecher, Mentales Lexikon, Sprachplanung, Semantische Netzwerke, Psycholinguistik, Klassifikation, Antizipation, Vertauschung, Kontamination, Substitution, Repetition, Morphologie, Affrikaten, Wortarten, Sprachfehler

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das Phänomen der Versprecher und nutzt diese als linguistisches Werkzeug, um Einblicke in die Funktionsweise und Organisation unseres mentalen Lexikons zu gewinnen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Zentrale Themen sind die Typologie von Versprechern (nach Meringer und Wiedenmann), deren statistische und linguistische Analyse sowie die daraus resultierenden Erkenntnisse über die Verknüpfungen von Wörtern und Morphemen im Kopf.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, aufzuzeigen, wie Sprechfehler zur Bestätigung oder Widerlegung von Theorien über den Aufbau des mentalen Lexikons beitragen und ob man das Lexikon als ein nach Bedeutungs- und Formkriterien organisiertes System verstehen kann.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf der Analyse und Interpretation existierender Versprechersammlungen (z.B. von Meringer, Wiedenmann und Leuninger) sowie einschlägiger fachwissenschaftlicher Literatur basiert.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil umfasst eine detaillierte Klassifikation der Sprechfehler, eine kritische Auseinandersetzung mit wissenschaftlichen Analysemethoden und eine Anwendung dieser Analysen auf linguistische Fragestellungen zur Wortstruktur und mentalen Speicherorganisation.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Mentales Lexikon, Sprachplanung, Versprecher, Semantische Netzwerke und Psycholinguistik charakterisieren.

Was sind „Freudsche Versprecher“ laut der Autorin?

Die Autorin ordnet diese nicht als rein unbewusste psychologische Durchbrüche ein, sondern betrachtet sie – in Übereinstimmung mit Leuninger – als assoziative Versprecher, die durch Nebengedanken ausgelöst werden.

Sind Affrikaten im Deutschen biphonematisch?

Ja, die Analyse von Versprechern, bei denen Affrikaten wie [ts] aufgebrochen werden, dient der Autorin als Beleg dafür, dass Affrikaten als biphonematisch anzusehen sind.

Wie sind Wörter im mentalen Lexikon organisiert?

Die Arbeit legt nahe, dass das mentale Lexikon ein dynamisches Gerüst darstellt, in dem Wörter über teils starke, teils schwache Verbindungen (z.B. semantische Felder, Wortart-Zugehörigkeit) miteinander verknüpft sind.

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Details

Title
Linguistische Klassifikationsversuche von Versprechern
College
Carl von Ossietzky University of Oldenburg
Course
Mentales Lexikon
Grade
1,0
Author
Nina Meyer (Author)
Publication Year
2005
Pages
28
Catalog Number
V47812
ISBN (eBook)
9783638446778
Language
German
Tags
Versprecher Mentales Lexikon
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Nina Meyer (Author), 2005, Linguistische Klassifikationsversuche von Versprechern, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/47812
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