Mehrwertproduktion bei Karl Marx. Entstehung des relativen und absoluten Mehrwerts


Hausarbeit (Hauptseminar), 2019
15 Seiten, Note: 2,0

Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

Einleitung

Hinführung

Die Darstellung des absoluten Mehrwerts bei Karl Marx

Die Darstellung des relativen Mehrwerts bei Karl Marx

Mehrwertproduktion und Arbeitstag heute

Schluss

Literaturverzeichnis

Einleitung

„Im Kapitalismus geht es nicht einfach darum, Wert zu produzieren und zu realisieren, um dagegen einen Gebrauchswert einzutauschen, mit dem die individuellen Bedürfnisse befriedigt werden können. In dieser Gesellschaft steht die Produktion und Realisierung eines größtmöglichen Mehrwerts im Vordergrund.“1

In der vorliegenden Arbeit sollen dieser beschriebene Mehrwert und die Mehrwertproduktion untersucht werden. Genauer werden hierzu die Theorien zur kapitalistischen Mehrwertproduktion von Karl Marx in die Betrachtung hinzugezogen werden. Exemplarisch hierzu dienen zunächst das Skizzieren des absoluten und relativen Mehrwerts aus dem dritten und vierten Abschnitt des ersten Buches der MEW Band 23. Innerhalb dieser Betrachtung wird zunächst die marxsche Darstellung der Mehrwertproduktion gegenständlich sein, woraus sich ein Handlungsspielraum innerhalb des von Karl Marx innovierten Begriffsfeldes ergibt. Diesem Umstand folgend sind somit neben den Mehrwertterminologien auch Begrifflichkeiten um die Arbeit an sich, den Arbeitstag und die damit einhergehende Tag – und Nachtarbeit, sowie zum Beispiel Mehrwertraten und Exploitationsgrade in die Betrachtung hinzuzuziehen. Diese sollen in einer prägnanten Hinführung den Weg in den Hauptteil ebnen um das Begriffsnetz, welches sich um die Mehrwertproduktion spannt, nicht außer Acht zu lassen. Das Erläutern dieses marxschen Begriffsfeldes mit seinen feststehenden Semantiken ist unabdingbar um die Mehrwertproduktion im Sinne Karl Marx durchdringen zu können. Auch aus diesem Grund wird der Primärtext die wesentliche Textgrundlage zur Darstellung und Erörterung des absoluten und relativen Mehrwerts bilden. Dies minimiert das Hinzuziehen bereits interpretierter Ausformulierungen aus der Sekundärliteratur was ein Verfälschen der marxschen Darstellung zur Folge haben könnte. Nur in Teilen werden also Exkurse in die Sekundärliteratur, welche sich mit diesen Themenfeldern beschäftigt, getätigt werden.

Bevor die vorliegende Arbeit in einem Fazit und einem Rekapitulieren der Ergebnisse mündet, soll ein Versuch eines Transfers der skizzierten Terminologien und Sachverhalte in die Gegenwart erfolgen. Hierbei ist eine sensible Behandlung der von Marx innovierten Terminologien unabdingbar, dennoch lassen sich möglicherweise im Prozess des Behandelns dieser Begriffe von „Arbeit“, „Arbeitstag“ und „Mehrwert“ Vergleiche zu denen der modernen leisten. Vor allem mit einem Blick auf die Populärmedien wird hierbei deutlich werden, dass heutzutage sowohl Politiker als auch Lobbyisten verschiedener Unternehmen, aber auch Wirtschaftsexperten Interesse und Einfluss auf eine modern gestaltetet Arbeitswelt haben, in welcher Arbeitnehmer für eine Anpassung des Arbeitstages und andere Rechte, Arbeitgeber hingegen für die zuvor angemerkte Produktion und Realisierung von Mehrwerten kämpfen.

Hinführung

In dem nachfolgenden Abschnitt werden die essenziellen Begrifflichkeiten der marxschen Mehrwertproduktion prägnant dargestellt. All diese Terminologien lassen sich um die Begriffe des absoluten und relativen Mehrwert positionieren und sind daher unabdingbar in der Erläuterung dieser Konzepte. Es ist innerhalb dieser kurz gefassten Skizzierung selbstredend unmöglich die Terminologie von Karl Marx, welche sich im Primärtext auf mehrere hundert Seiten beläuft allumfassend zu Erläutern und in ihrer Mannigfaltigkeit darzustellen, jedoch bedarf es bei einigen ausgewählte Begriffen einer kurzen Einführung.

Zwischen dem Kapitalisten und dem Arbeiter steht die Arbeit. Die Arbeit beschreibt laut Marx den „Gebrauch der Arbeitskraft“.2 Der Kapitalist, welcher Besitzer dieser erworbenen Arbeitskraft ist und diese somit kontrolliert3, hat das Interesse, die gekaufte Arbeitskraft zu „konsumieren“4 um eine veräußerbare Ware zu produzieren mit Hilfe dieser er Wert erzeugt.5 Während dieser Konsumption verbraucht der Arbeiter die ebenfalls dem Kapitalisten gehörenden Produktionsmittel.6

Weiterführend nutzt er das „Arbeitsmittel“. Ein „Ding oder Komplex von Dingen, die der Arbeiter zwischen sich und den Arbeitsgegenstand schiebt und die ihm als Leiter seiner Tätigkeit auf diesen Gegenstand dienen.“7 Beispielhaft hierfür ließen sich zum Beispiel die Maschinen in einer Fabrik nennen. Der „Arbeitsgegenstand“ ist hierbei der Ausgangspunkt aus welchem sich im Prozess der Arbeit das Produkt formt.8 Da innerhalb des Produktionsprozesses lediglich Besitztümer des Kapitalisten, nämlich die Produktionsmittel sowie die „gekaufte“ Arbeitskraft konsumiert werden, gehört auch das Produkt des Prozesses ausschließlich dem Kapitalisten.9 Der Arbeiter bekommt lediglich den Tageswert seiner Arbeit ausgezahlt, was dem Erwerb der Arbeitskraft für den Kapitalisten gleich kommt.10

Um den Produktionsprozess in einem kapitalistischen Wertbildungsprozess zu verwandeln muss der Wert der Ware höher sein „als die Wertsumme der zu ihrer Produktion erheischten Waren, der Produktionsmittel und der Arbeitskraft […].“11 Aus diesem Grund entsteht die „Mehrarbeit“ welche den Ursprung für den Mehrwert des Kapitalisten bildet. Diese „Mehrarbeit“ äußert sich in dem Verlängern des Arbeitstages über den Punkt des Erreichens des Äquivalents des Werts der Arbeitskraft, welcher der Arbeiter benötigt um diese zu reproduzieren.12 Wie sich diese Verlängerung, in welcher Geld zu Kapital wird13, darstellt, und wie dieser Punkt des Äquivalents der Arbeitskraft früher erreicht wird, soll in dieser Untersuchung zum absoluten und relativen Mehrwert an einem späteren Punkt erläutert und in die Betrachtung hinzugezogen werden.

Abschließend bedarf es einer Darstellung der Begrifflichkeiten des „Arbeitstags“ in der Abhandlung von Karl Marx. Zunächst, und dies liegt nahe, ist der Arbeitstag das zeitliche Quantum in welchem der Arbeiter für den Kapitalisten produziert. Diesen teilt Marx in „notwendige Arbeit“ und „Mehrarbeit“. Die „notwendige Arbeit“ beschreibt Marx beispielhaft mit 6 Stunden pro Tag, welche der Arbeiter benötigt, „um seine Arbeitskraft täglich zu produzieren.“14 Schematisch stellt Marx diesen Abschnitt des Arbeitstages mit einer Strecke a----b dar.15 Die „Mehrarbeit“ beschreibt innerhalb dieses Schemas die addierte Strecke b----c.16 In diesem Abschnitt des Arbeitstages wird mit Hilfe der „Mehrarbeit“ der im Interesse des Kapitalisten liegenden „Mehrwerts“ erzeugt. Hierbei gilt:

Mehrarbeit/ notwendige Arbeitszeit = Rate des Mehrwerts.17

Die Minimalschranke des Arbeitstages (b----c = 0) würde also lediglich eine Arbeit zum Lebenserhalt des Arbeiters bedeuten.18 Die Maximalschranke beschreibt neben den 24 Stunden eines Tages auch die physischen Grenzen des Arbeiters.19

Das Ziel des Kapitalisten liegt somit in dem Erzeugen größtmöglicher Mehrarbeit, also dem Verlängern der Strecke b----c, bei konstanten Produktionsmitteln.20 Der Arbeitstag, in welchem sich anders als in dieser schematischen Darstellung die Komponenten aus notwendiger Arbeit und Mehrarbeit nicht trennen lassen21, beschreibt also keine gleichbleibende Größe sondern nötige Arbeit zur Reproduktion der Arbeitskraft sowie der kapitalerzeugenden Mehrarbeit.22

Die Darstellung des absoluten Mehrwerts bei Karl Marx

Wie bereits in der Hinführung erwähnt, besteht das Interesse des Kapitalisten in der Mehrwertproduktion durch die von dem Arbeiter geleistete Mehrarbeit. Diese findet schematisch ab dem Zeitpunkt des Erreichens des Äquivalents des Werts der Arbeitskraft des Arbeiters23, welchen er benötigt um seine Arbeitskraft zu reproduzieren, statt. Obwohl der Arbeiter also zum Beispiel nur einen halben Tag benötigt um sich zu ernähren, arbeitet er einen ganzen24, lediglich durch die in der Hinführung skizzierten Minimal – und Maximalgrenzen limitiert. Es findet im Beispiel von Marx eine Verdopplung der Arbeitszeit von 6 auf 12 Stunden statt.25 Hierbei wird deutlich, dass die Arbeit, welche von dem Kapitalisten erworben wurde, lediglich als Zeitmaß zählt.26 Dies wird auch auf dem Weg des Entstehens des Kapitals durch die Mehrarbeit des Arbeiters deutlich. Karl Marx stellt hierfür zunächst verschiedene Kapitalformen auf, welche addiert mit der Mehrarbeit kapitalschaffend für den Kapitalisten wirken.27 So unterteilt er zunächst in variables und konstantes Kapital. Da die Arbeitskraft ihren Wert im Produktionsprozess verändert und einen Überschuss erzeugen kann beziehungsweise größer werden kann wird diese variables Kapital genannt.28 Das konstante Kapital hingegen umfasst alle Produktionsmittel, so zum Beispiel die Maschinen in einer Fabrik.29 Stellt man einen Ansatz zum Kalkulieren des Mehrwerts auf, so beschreibt C das Kapital, v das variable Kapital und c das konstante Kapital.30 Innerhalb dieser Rechnung gilt:

[...]


1 Mehrwert heute. S. 46.

2 Reader S. 192.

3 Ebd. S. 199.

4 Ebd. S. 199.

5 Ebd. S. 201

6 Ebd. S. 199.

7 Ebd. S. 194.

8 Ebd. S. 195.

9 Ebd. S. 200.

10 Ebd. 200.

11 Reader S. 201.

12 Ebd. S. 208.

13 Ebd. S. 209.

14 Ebd. S. 245.

15 Ebd. S. 245.

16 Ebd. S. 245.

17 Ebd. S. 246.

18 Ebd. S. 246.

19 Ebd. S. 246.

20 Reader S. 247.

21 Ebd. S. 251.

22 Ebd. S. 246.

23 Reader S. 223.

24 Reader S. 208.

25 Ebd. S. 208.

26 Ebd. S. 210.

27 Ebd. S. 226.

28 Ebd. S. 224.

29 Ebd. S. 226.

30 Ebd. S. 226.

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten

Details

Titel
Mehrwertproduktion bei Karl Marx. Entstehung des relativen und absoluten Mehrwerts
Hochschule
Christian-Albrechts-Universität Kiel  (Philosophisches Institut)
Veranstaltung
Karl Marx: Das Kapital
Note
2,0
Autor
Jahr
2019
Seiten
15
Katalognummer
V478180
ISBN (eBook)
9783668964006
ISBN (Buch)
9783668964013
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Karl, Marx, Kaptial, Philosphie, Wirtschaft, Mehrwert
Arbeit zitieren
Karl Huesmann (Autor), 2019, Mehrwertproduktion bei Karl Marx. Entstehung des relativen und absoluten Mehrwerts, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/478180

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Im eBook lesen
Titel: Mehrwertproduktion bei Karl Marx. Entstehung des relativen und absoluten Mehrwerts


Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden