Neurolinguistische Didaktik


Referat (Ausarbeitung), 2005

16 Seiten, Note: 2


Leseprobe

Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Einordnung im NLP-Didaktikgefüge

3. Emotionsverändernde Techniken
3.1 Das Ankern
3.2 Ein Beispiel zum Ankern
3.3 Bedingungen für das Etablieren von Ankern
3.4 Tipps für den Gebrauch von Ankern in der Schule

4. Techniken grundlegender Verhaltensänderung
4.1 Das Reframing
4.2 Beispiele für Reframing-Arten

5. Schlussbemerkungen

6. Literaturverzeichnis

1. Einleitung

Das Referat befasste sich mit einem Teil der NLP-Didaktik auf der Grundlage des Buches: „Das Lernen Lehren“ von B. F. Cleveland woraus ich hier noch ausführlich zitieren werde. Die Gruppe von drei Referenten/innen, zu denen ich gehörte, stellte dem Kurs den letzten Teil des o.g. Buches vor. Mein Teil des Vortrages setzte sich mit dem Thema emotionsverändernde Techniken und Techniken grundlegender Verhaltensänderung auseinander. Darin habe ich versucht mit Hilfe von Interaktiven Übungen, die Kursteilnehmer zu aktivieren und einige wenige Techniken des großen NLP-Didaktikkonzeptes am eigenen Leib erfahren zu lassen.

Um die Abhängigkeit der Informationsaufnahme vom gewählten Kanal zu veranschaulichen, habe ich mit dem Kurs, am Anfang des Referates eine aktivierende Übung gemacht, die den folgenden Verlauf hatte:

Alle Teilnehmer sollten als erstes aufstehen und sich einen Partner suchen. Diesem sollten sie dann den Satz: „Du bist ein toller Typ!“ abwechselnd in das linke und in das rechte Ohr sagen. Die zwei Ohren stellen hier verschieden Kommunikationseingangskanäle dar. Der Ausdruck und Rhythmus der Stimme musste hierbei in jedem Fall so ähnlich wie nur möglich gehalten werden. Nachdem jedes Paar dies getan hatte, sollten sie durch ein Gespräch herausfinden, ob und auf welchem Ohr sie das Kompliment eher angenommen haben bzw. dieses als wahrhaftiger empfanden.

Auch wenn einige keinen Unterschied bei sich feststellen konnten, gab es viele Kursteilnehmer, die vom Ergebnis verblüfft waren. Ich gewann den Eindruck, dass die allgemeine Akzeptanz gegenüber der didaktischen Methode NLP, durch dieses kleine Experiment gesteigert wurde. Die Methode hatte ich selbst in einem persönlichen Gespräch mit einem Bekannten, der den NLP-Practitioner Kurs gemacht hatte, erfahren.

2. Einordnung im NLP-Didaktikgefüge

Dieses didaktische Konzept umfasst ein sehr großes Feld an Techniken und Begrifflichkeiten die diese benennen. Um ein Allgemeinbild zu erzeugen werde ich die zwei Komplexe, die ich bearbeite, erst einordnen.

Als Erstes sollte der Lehrer die Grundlage für jede Interventionstechnik herstellen und Rapport aufbauen. „Rapport ist, kurz gesagt, ein Zustand, in dem ein Mensch für uns besonders aufgeschlossen ist.“[1] Dieser kann durch Techniken wie Pacing und Leading, auf die ich hier nicht näher eingehen will, hergestellt werden. Danach können die Schüler kalibriert werden. Dabei wird vom Lehrer das nonverbale Feedback der Schüler entziffert, wobei hauptsächlich die Deutung unwillkürlicher Augenbewegungen gemeint ist. Dadurch kann er das bevorzugte sensorische System des Schülers herausfinden, um es als Kommunikationskanal zu nutzen. Wenn er dann genau dieses benutzt, also bei einem visuell kommunizierenden, eine bildreichere Sprache auswählt, erreicht er den Schüler eher.[2]

Wenn nun Rapport aufgebaut und der Schüler oder die Gruppe kalibriert ist, kann zum nächsten Schritt, nämlich einer wohlgeformten Zieldefinition übergegangen werden. Die Definition des Zieles erfolgt meist durch helfende Fragen des Lehrers. Diese Fragen sollten jedoch offen und wenig suggestiv formuliert werden. Dabei sammelt der Lehrer Informationen über die Wünsche der Schüler. Deshalb ist dieser auch ein Teil des so genannten Informationsgewinnungsmodells. Die Fragen sollten den gewünschten Zielzustand und Anzeichen für das Erreichen dessen bestimmen. Weiterhin sollte ermittelt werden ob das gewünschte Ziel zum Lebensumstand des Schülers passt und Kontextinformationen gesammelt werden[3]. Wichtig ist hier das sich der Lehrer nicht zu lange mit der Erarbeitung von Problemen aufhält, denn darin kann man sich verfangen: „Bei solchen Problemen wird nicht das Problem selbst, sondern das Ziel in seinen Strukturen und Zusammenhängen genau erarbeitet.“[4]

Nachdem ein gewünschtes Ziel vom Schüler formuliert wurde, kann man zum darauf folgenden Schritt, in dem Ressourcen herangezogen werden übergehen. Diese Ressourcen sind Erfahrungen aus der Vergangenheit die in der Gegenwart herangezogen werden können. „Um solche Erfahrungen für Veränderungsarbeiten zu mobilisieren, kann man den sogenannten ’Tu-so-als-ob-Rahmen’ benutzen. Ein solches Manöver macht häufig die unbewusst vorhanden Ressourcen bewusst verfügbar.“[5] Es gibt noch weitere Möglichkeiten unbewusste sowie bewusste Ressourcen zu erschließen. Auf diese jedoch näher einzugehen würde hier zu weit führen.

Bis jetzt hat der Lehrer: Rapport zum Schüler aufgebaut, sich selbst dazu kalibriert, diesen dazu gebracht ein Wohlgeformtes Ziel zu definieren und bestimmte Ressourcen aus seinem Erfahrungsschatz heranzuziehen. Dies alles bildet eine solide Kommunikationsbasis. Nun ist er an einem Punkt angelangt, an dem er sich für eine Interventionstechnik entscheiden muss. Er kann im groben zwischen emotionsverändernde Techniken wie: Ankern, Anker stapeln, Anker integrieren, Lebensmuster revidieren und Dissoziieren und Techniken grundlegender Verhaltensänderung wie: Reframing, Lernstrategien ermitteln und installieren, Gebrauch von Metaphern und Submodalitätsmuster wählen. „Erstere sollten eher dann gewählt werden, wenn ein bestimmtes Ziel in einer bestimmten Situation notwendig ist; oder wenn eine einzelne Veränderung in einem einzelnen Kontext notwendig ist;...“[6] Die zweiteren Techniken sind dann eher angebracht wenn die Veränderungen, in mehr als nur einem Kontext erwünscht sind. Im Folgenden werde ich auf diese Techniken etwas näher eingehen und diese mit Beispielen untermalen.

3. Emotionsverändernde Techniken

Gefühle steuern sehr stark unsere Wahrnehmung und konstruieren dadurch die Wirklichkeiten in denen wir leben. Wenn wir also aktiv die Realität unseres Alltags verändern wollen, sollten wir lernen unsere Emotionen in einem bestimmten Maße gezielter zu kontrollieren. Damit propagiere ich jedoch nicht eine Unterdrückung negativer Gefühle sondern derer bewusstere Kontrolle. Denn „[...]vermutlich setzt die effektive Steuerung der Gefühle eine Kettenreaktion in Gang. Da negative Emotionen bei Menschen mit mehr Aktivität im linken Stirnhirn weniger häufig auftreten und nicht so lang anhalten, schüttet ihr Körper insgesamt weniger Stresshormone aus. Nachweislich können Stresshormone wie Cortisol auf Dauer die Immunreaktion schwächen. Seine negativen Gefühle kontrollieren zu lernen bedeutet also, die Aktivität der linken Seite des Stirnhirns zu steigern,[...]. Wer sich darum bemüht, lebt nicht nur glücklicher. Er tut auch etwas für seine Gesundheit.“[7] Zu einem großen Teil konstruieren wir unsere Gefühle eigentlich unbewusst selbst, denken jedoch meist wir wären ihnen schicksalhaft ausgeliefert. „Diese unsere Kultur glaubt im Gegensatz zu anderen, daß emotionale Zustände etwas Unwillkürliches sind und durch äußere Zustände oder andere Leute geschaffen werden.“[8]

Wie sich Emotionen beeinflussen lassen, werde ich im Folgenden am Beispiel der Technik des Ankerns in NLP zeigen.

[...]


[1] CLEVELAND; S. 79

[2] O`CONNOR / SEYMOUR; S. 63

[3] vgl. CLEVELAND; S. 91-92

[4] MOHL; S.108

[5] MOHL; S.139-140

[6] CLEVELAND; S. 118

[7] KLEIN, S. 62

[8] O`CONNOR / SEYMOUR; S. 105

Ende der Leseprobe aus 16 Seiten

Details

Titel
Neurolinguistische Didaktik
Hochschule
Bergische Universität Wuppertal
Veranstaltung
Didaktische Neuentwicklung
Note
2
Autor
Jahr
2005
Seiten
16
Katalognummer
V47891
ISBN (eBook)
9783638447362
Dateigröße
556 KB
Sprache
Deutsch
Anmerkungen
Kommafehler sind nicht ausgeschlossen.
Schlagworte
Neurolinguistische, Didaktik, Didaktische, Neuentwicklung
Arbeit zitieren
Alex Weber (Autor:in), 2005, Neurolinguistische Didaktik, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/47891

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Titel: Neurolinguistische Didaktik



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