Die Zeit hat sehr viele Facetten. Wie diese bei der Preissetzung genutzt werden können, um eine Wirkung auf die Preiswahrnehmung zu erzielen, wird in dieser Arbeit aus einer theoretischen Perspektive aufgezeigt. Dabei ist die Vorgehensweise dergestalt, dass die einzelnen Möglichkeiten jeweils dargestellt und mögliche Ursachen betrachtet werden. Auf die praktischen Anwendungsmöglichkeiten wird dabei kurz eingegangen. Neben den bekannten Phänomenen des Payment depreciations und des Pennies-a-day- Effektes werden die zeitlichen Umfelder der Preissetzung – Eigenzeit und Zeitdruck – näher beleuchtet.
Hierbei ist ein zentrales Ergebnis, dass der Wert der Eigenzeit nicht konstant, sondern von der Situation abhängig und subjektiv ist. Die Eigenzeitwahrnehmung unterscheidet sich von der Preiswahrnehmung. Zeitgewinne oder - verluste können nicht eingelöst und übertragen werden. Die Risikofreude, die bei der Wahrnehmung von monetären Verlusten gilt, ist bei Zeitverlusten nicht gegeben. Daher ist es wichtig, z.B. Wartezeiten so zu gestalten, dass sie subjektiv als kürzer empfunden werden. Zeitdruck hat zur Folge, dass Heuristiken angewendet werden, um den Entscheidungsprozess zu beschleunigen. Bei einem hohen Preisniveau wird der Preis unter Zeitdruck eher als Qualitätsindikator angesehen, bei einem niedrigen Preisniveau eher als monetäres Opfer. Wenn von Zeitdruck ausgegangen werden kann, sollte dieser Zusammenhang bei der Preissetzung beachtet werden.
Inhaltsverzeichnis
- Kurzfassung
- Inhaltsverzeichnis
- Abbildungsverzeichnis
- Tabellenverzeichnis
- Einleitung
- Payment depreciation
- Darstellung des Phänomens
- Mögliche Ursachen des Phänomens
- Der Pennies-a-day-Effekt
- Darstellung des Phänomens
- Mögliche Ursachen des Phänomens
- Umfelder, die über den Faktor Zeit Einfluss auf die Preiswahrnehmung ausüben
- Eigenzeit
- Wahrnehmung der Eigenzeit
- Wert der Eigenzeit und Gestaltungsmöglichkeiten
- Quantifizierung zeitbezogener Bedürfnisse
- Wahrnehmung der Eigenzeit im Vergleich zur Preiswahrnehmung
- Zeitdruck
- Mögliche Ursachen für einen empfundenen Zeitdruck
- Preiswahrnehmung unter Zeitdruck
- Eigenzeit
- Fazit
- Literaturverzeichnis
- Abbildungsverzeichnis
- Tabellenverzeichnis
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Diese Seminararbeit befasst sich mit der Zeit als Gestaltungsparameter bei der Preissetzung aus einer theoretischen Perspektive. Sie untersucht, wie der Faktor Zeit genutzt werden kann, um die Preiswahrnehmung des Konsumenten zu beeinflussen.
- Payment depreciation: Dieses Phänomen beschreibt die Abschreibung eines Preises über die Zeit, wenn die Zahlung vor dem Konsum erfolgt.
- Der Pennies-a-day-Effekt: Hierbei wird untersucht, ob Konsumenten geringe tägliche Zahlungen einer hohen jährlichen Einmalzahlung vorziehen.
- Eigenzeit: Die Arbeit analysiert die Wahrnehmung der Eigenzeit, ihren Wert und die Gestaltungsmöglichkeiten, die sich daraus ergeben.
- Zeitdruck: Es werden die möglichen Ursachen für Zeitdruck und dessen Auswirkungen auf die Preiswahrnehmung betrachtet.
Zusammenfassung der Kapitel
- Einleitung: Die Arbeit führt in die Thematik der Zeit als Gestaltungsparameter bei der Preissetzung ein und erläutert die verschiedenen Perspektiven auf das Konzept der Zeit in unterschiedlichen Disziplinen.
- Payment depreciation: Dieses Kapitel beschreibt das Phänomen, dass die Zahlung vor dem Konsum zu einer gedanklichen Abschreibung des Preises über die Zeit führt.
- Der Pennies-a-day-Effekt: Dieses Kapitel analysiert das Phänomen, dass Konsumenten geringe tägliche Zahlungen einer hohen jährlichen Einmalzahlung eventuell vorziehen.
- Umfelder, die über den Faktor Zeit Einfluss auf die Preiswahrnehmung ausüben: Dieses Kapitel widmet sich den Themen Eigenzeit und Zeitdruck, die die Preiswahrnehmung indirekt beeinflussen.
Schlüsselwörter
Die wichtigsten Schlüsselwörter dieser Arbeit sind: Preissetzung, Preiswahrnehmung, Zeit, Payment depreciation, Pennies-a-day-Effekt, Eigenzeit, Zeitdruck, Konsumentenverhalten.
Häufig gestellte Fragen
Was versteht man unter „Payment Depreciation“?
Dieses Phänomen beschreibt die mentale Abschreibung eines Preises über die Zeit. Wenn die Zahlung lange vor dem Konsum erfolgt, wird der Preis zum Zeitpunkt der Nutzung als weniger belastend wahrgenommen.
Was bewirkt der „Pennies-a-day-Effekt“?
Konsumenten nehmen Kosten eher an, wenn sie in kleine tägliche Beträge (z.B. "nur 1 Euro pro Tag") zerlegt werden, statt als eine hohe jährliche Einmalzahlung präsentiert zu werden.
Wie beeinflusst Zeitdruck die Preiswahrnehmung?
Unter Zeitdruck nutzen Konsumenten Heuristiken. Bei hohen Preisen dient der Preis dann eher als Qualitätsindikator, bei niedrigen Preisen wird er primär als monetäres Opfer wahrgenommen.
Was ist der Unterschied zwischen Preiswahrnehmung und Eigenzeitwahrnehmung?
Im Gegensatz zu Geld können Zeitgewinne nicht „gespart“ oder übertragen werden. Die Risikofreude bei monetären Verlusten gilt nicht für Zeitverluste; Wartezeiten werden subjektiv oft länger empfunden als sie sind.
Warum ist der Wert der Eigenzeit situativ abhängig?
Der Wert einer Stunde ist subjektiv und hängt davon ab, ob man unter Zeitdruck steht oder ob die Zeit sinnvoll gestaltet werden kann. Unternehmen sollten Wartezeiten daher subjektiv verkürzen.
- Citation du texte
- Cosima Lütge (Auteur), 2005, Die Zeit als Gestaltungsparameter bei der Preissetzung aus theoretischer Perspektive, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/47944