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Entscheidungskriterien bei Risiko

Title: Entscheidungskriterien bei Risiko

Term Paper (Advanced seminar) , 2000 , 35 Pages , Grade: 2,0

Autor:in: Gero Hübenthal (Author)

Mathematics - Statistics
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PROBLEMSTELLUNG

Riskante Entscheidungen zu treffen ist eine Aufgabe, die sich nicht nur in der Ökonomie, sondern auch im Alltag stellt. Viele Menschen entscheiden in solchen Situationen „aus dem Bauch heraus“. Entscheidungskriterien sollen eine Grundlage für rationales Handeln bei solchen Entscheidungen darstellen. Doch was versteht man unter einem Entscheidungskriterium bei Risiko und inwiefern können diese Kriterien zur Lösung von Entscheidungsproblemen beitragen? Die Frage, wie ein Entscheider riskante Alternativen beurteilen sollte, wird in der Ökonomie schon seit langem diskutiert. Eine Alternative X sei durch die Konsequenzen xi und deren Wahrscheinlichkeiten pi definiert. Das bedeutet, dass die Bewertung der Alternative auf diesen Größen basieren(1) muss. Auch Wert- und Risikoeinstellung des Entscheiders darf nicht unberücksichtigt bleiben. Die Auswahl der
optimalen Handlungsalternative wäre dann unproblematisch, wenn eine der Alternativen eindeutig als „die Beste“ identifiziert werden könnte. Dies wäre dann der Fall, wenn sie im Vergleich zu anderen Alternativen in keiner relevanten Eigenschaft schlechter, aber
mindestens einer Eigenschaft besser abschneidet(2). In der Praxis ist das jedoch eher selten der Fall. Benötigt wird somit ein Entscheidungskriterium, mit dessen Hilfe die möglichen Folgen der Alternativen (unter Berücksichtigung ihrer Eintritts-wahrscheinlichkeit) gegeneinander abgewogen werden können. Die Fragestellung lautet also: gibt es ein solches Kriterium und ist dieses auch in der Lage sämtliche Formen an rationalem menschlichen
Verhalten mit zu berücksichtigen, oder existieren lediglich verschiedenste Ansätze die in ihrer Gesamtheit zum Lösen von Entscheidungen unter Risiko beitragen können ?
[...]
______
1 vergleiche EISENFÜHR/WEBER (1999). Rationales Entscheiden. S. 208
2 vergleiche EISENFÜHR/WEBER (1999). Rationales Entscheiden. S. 12 f.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1 PROBLEMSTELLUNG

1.1 Methodische Vorgehensweise

2. ERLÄUTERUNGEN UND TERMINOLOGISCHE ABGRENZUNG

3. DAS ERWARTUNGSWERTKRITERIUM

3.1 Darstellung des Erwartungswertkriteriums

3.2 Beurteilung des Erwartungswertkriterium

4 DAS ERWARTUNGSWERT-VARIANZ-KRITERIUM

4.1 Darstellung des Erwartungswert-Varianz-Kriteriums

4.2 Beurteilung des Erwartungswert-Varianz-Kriteriums

5 DER ERWARTUNGSNUTZEN ALS ENTSCHEIDUNGSKRITERIUM

5.1 Darstellung des Bernoulli-Prinzips

5.1.1 Axiomatische Grundlagen

5.1.2 Nutzentheorie und Risiko

5.1.3 Die Bestimmung der Nutzenfunktion

5.1.1 Die Berechnung der optimalen Alternative

5.2 Beurteilung des Bernoulli-Prinzips

6 ABWEICHENDES INTUITIVES VERHALTEN IN DER RISIKONUTZENTHEORIE

6.1 Intuitives Verhalten in der Risikonutzentheorie

6.2 Das Allais-Paradoxon

6.3 Phänomene des Entscheidungsverhaltens

7. DESKRIPTIVE PRÄFERENZTHEORIEN

7.1 Die Prospect-Theorie

7.2 DieTheorie vom antizipierten Nutzen

7.3 Cumulative Prospect Theorie

8. FAZIT

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht Entscheidungskriterien unter Risiko, um eine wissenschaftliche Grundlage für rationales Handeln zu identifizieren. Dabei wird analysiert, inwieweit klassische Modelle die menschliche Risikoeinstellung adäquat abbilden und warum intuitives Verhalten häufig von normativen Theorien abweicht.

  • Klassische Entscheidungskriterien (Erwartungswert, Erwartungswert-Varianz-Prinzip)
  • Die Bernoulli-Nutzentheorie und ihre axiomatischen Grundlagen
  • Empirische Anomalien menschlichen Entscheidungsverhaltens (Allais-Paradoxon, Endowment-Effekt)
  • Deskriptive Präferenztheorien (Prospect-Theorie, Theorie des antizipierten Nutzens)

Auszug aus dem Buch

6.2 Das ALLAIS-Paradoxon

Das „ALLAIS –Paradoxon“ (ALLAIS,1953) ist eine Abweichung intuitiven Verhaltens, die das Unabhängigkeitsaxiom verletzt.. Zur Darstellung hat ALLAIS Beispiele für zwei verschiedene Fragen zu Entscheidungssituationen entwickelt: die „common-consequence“ und die „constant-ratio“-Variante. Bei der „constant-ratio“ werden dem Entscheider zwei Lotteriepaare vorgelegt, bei denen dem Unabhängigkeitsaxiom nach die Präferenzen des ersten Paares (a und b) mit denen des zweiten Paares (a’ und b’) übereinstimmen müssen. Bei beiden Paaren sind die Lotterien die gleichen, mit dem einzigen Unterschied, dass das zweite Paar mit einer dritten und damit irrelevanten Lotterie c verknüpft wurde, bzw. alle Wahrscheinlichkeiten um einen konstanten (multiplikativen) Faktor verschieden sind. (es gilt a’=0,25a+0,75c und b’=0,25b+0,75c).

Stellt man Probanden vor die Wahl, sich pro Paar für eine Alternative zu entscheiden, so fällt die Wahl beim ersten Paar auf b, da sichere 3000 € einer Chance auf 4000€ vorgezogen werden. Bei dem zweiten Paar wird hingegen von der Mehrheit die Alternative b’ gegenüber a’ vorgezogen. Beide Gewinne sind riskant, bevorzugt wird die mit dem höheren Gewinnbetrag. Der Wiederspruch besteht nun darin, dass der Entscheider nicht nach dem erwarteten Nutzen entscheidet. Bei der zweiten Fragevariante ist die Situation analog, wieder wird das Unabhängigkeitsaxiom verletzt und es stehen wieder zwei Lotteriepaare zur Wahl.

Viele Probanden bevorzugen a gegenüber b und b’ gegenüber a’. Auch hier wird nicht im Sinne der Erwartungsnutzentheorie entschieden, da sich nach Subtraktion einer dritten Lotterie c (1 Mio. € mit p=0,89 und 0 € mit p=0,11) von beiden Lotterien die Präferenz ändert. Das Unabhängigkeitsaxiom ist somit verletzt.

Zusammenfassung der Kapitel

1 PROBLEMSTELLUNG: Einführung in die Thematik der Entscheidungen bei Risiko und Definition des methodischen Vorgehens.

2. ERLÄUTERUNGEN UND TERMINOLOGISCHE ABGRENZUNG: Definition zentraler Begriffe wie Entscheidung, Risiko und Unsicherheit zur Abgrenzung der folgenden Modelle.

3. DAS ERWARTUNGSWERTKRITERIUM: Vorstellung der Bayes-Regel als klassische Entscheidungsregel und deren Schwächen bei der Risikoerfassung.

4 DAS ERWARTUNGSWERT-VARIANZ-KRITERIUM: Einführung des (μ,σ)-Prinzips, das neben dem Erwartungswert auch die Streuung als Risikomaß berücksichtigt.

5 DER ERWARTUNGSNUTZEN ALS ENTSCHEIDUNGSKRITERIUM: Detaillierte Darstellung des Bernoulli-Prinzips, der axiomatischen Grundlagen sowie Methoden zur Bestimmung von Nutzenfunktionen.

6 ABWEICHENDES INTUITIVES VERHALTEN IN DER RISIKONUTZENTHEORIE: Analyse von Abweichungen des menschlichen Verhaltens von der Nutzentheorie, insbesondere durch das Allais-Paradoxon und Heuristiken.

7. DESKRIPTIVE PRÄFERENZTHEORIEN: Diskussion alternativer Theorien wie der Prospect-Theorie, die versuchen, empirische Irrationalitäten in Modelle zu integrieren.

8. FAZIT: Zusammenfassende Bewertung der Modelle und Einordnung der Erwartungsnutzentheorie als Ausgangspunkt für weiterführende Forschung.

Schlüsselwörter

Entscheidungstheorie, Risikoanalyse, Erwartungswert, Bernoulli-Prinzip, Nutzentheorie, Allais-Paradoxon, Prospect-Theorie, Sicherheitsäquivalent, Risikoprämie, Axiome, Rationalität, Entscheidungsmatrix, Antizipierter Nutzen, Wahrscheinlichkeitsgewichtung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit befasst sich mit der theoretischen Herleitung und kritischen Bewertung von Entscheidungskriterien bei Risiko, insbesondere in der Ökonomie.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Die zentralen Felder umfassen klassische Entscheidungsregeln, das Bernoulli-Prinzip, die Nutzentheorie sowie deskriptive Ansätze, die bei Abweichungen durch menschliches Verhalten greifen.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Ziel ist es zu klären, welche Kriterien rationales Handeln bei riskanten Alternativen ermöglichen und ob diese in der Lage sind, menschliches Entscheidungsverhalten vollständig abzubilden.

Welche wissenschaftlichen Methoden werden verwendet?

Die Arbeit nutzt mathematische Modellierungen, formale Darstellungen von Präferenzfunktionen und die vergleichende Analyse von Axiomensystemen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil erstreckt sich von klassischen Erwartungswertmodellen über die Bernoulli-Nutzentheorie bis hin zu modernen deskriptiven Ansätzen wie der Prospect-Theorie.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Kernbegriffe sind Risikoeinstellung, Nutzenfunktion, Erwartungsnutzen, Allais-Paradoxon und Axiome der Entscheidungstheorie.

Wie unterscheidet sich das (μ,σ)-Prinzip vom Erwartungswertkriterium?

Während das Erwartungswertkriterium lediglich den Durchschnittswert einer Alternative betrachtet, bezieht das (μ,σ)-Prinzip zusätzlich die Standardabweichung der Ergebnisse ein, um das Risiko explizit zu berücksichtigen.

Warum wird das Unabhängigkeitsaxiom in der Theorie oft diskutiert?

Es ist das am stärksten umstrittene Axiom, da empirische Beobachtungen wie das Allais-Paradoxon zeigen, dass Menschen ihre Präferenzen ändern, wenn identische Lotteriekomponenten kombiniert werden, was das Axiom verletzt.

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Details

Title
Entscheidungskriterien bei Risiko
College
University of Cologne  (Fakultät für Wirtschafts- und Sozialwissenschaften)
Grade
2,0
Author
Gero Hübenthal (Author)
Publication Year
2000
Pages
35
Catalog Number
V479
ISBN (eBook)
9783638103404
Language
German
Tags
Entscheidungskriterien Risiko
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Gero Hübenthal (Author), 2000, Entscheidungskriterien bei Risiko, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/479
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