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Sammeln als ästhetisches Verhalten. Eine empirische Studie

Über das Sammelverhalten von Kindern, Jugendlichen, Erwachsenen und Künstlern

Title: Sammeln als ästhetisches Verhalten. Eine empirische Studie

Examination Thesis , 2005 , 149 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Eva Helmers (Author)

Pedagogy - Art education
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„Der wahre Reichtum bestünde also in dem Besitz solcher Güter, welche man zeitlebens behalten, welche man zeitlebens genießen und an deren Genuss man sich bei immer vermehrten Kenntnissen immer mehr erfreuen könnte“. Johann Wolfgang von Goethe (1749-1832)

Das Sammeln ist eine Beschäftigung, die Menschen seit jeher fasziniert. Zu allen Zeiten und in allen Kulturen werden Dinge entdeckt, bewundert, bestaunt, um dann gehortet, geordnet, und präsentiert zu werden. Was begehrt wird unterliegt einem ständigen Wandel und den ganz persönlichen Vorlieben des Sammlers. Gesammelt werden die kuriosesten und banalsten Dinge. Vom exquisiten Porzellan über Strickmuster, Kinokarten, toten Käfern, Souvenirs und Todesanzeigen bis hin zu Vogelstimmen und Barbiepuppen kann jedes noch so unscheinbare Objekt Anlass zum Sammeln geben. Es muss den Menschen nur in Staunen versetzen und seine Sinne reizen.

Heute werden die Menschen mit sinnlichen Reizen überflutet. Es gibt immer schönere, hochwertigere, buntere, ausgefallenere und attraktivere Angebote zum Sammeln. Das wählerische und lustvolle Zusammentragen von vielfältigen Objekten ist Bestandteil der Alltagskultur. Unsere Konsumkultur bietet eine unbegrenzte Produktpalette möglicher Sammelthemen, die ständig erweitert und vergrößert wird. Der Markt lockt mit Objekten, die in Serie hergestellt werden, aber auch mit limitierten Editionen. Der Sammler muss sich entscheiden, ob er eine Vollständigkeit seiner Sammlung anstrebt, oder gezielt nach außergewöhnlichen Gegenständen sucht, die er selbst zum Sammelobjekt erklärt. Er muss abwägen, wie er die Objekte aufbewahren und nach welchen Kriterien er sie ordnen möchte. Alle Sammler, ob jung ob alt, müssen mannigfache Entscheidungen im Zusammenhang mit ihren Sammlungen treffen. Sammeln impliziert zunächst eine differenzierte Wahrnehmung, im Weiteren einen handelnden Umgang mit den ausgewählten Objekten und schließlich die daraus resultierenden Erkenntnisse. Sammeln bedeutet ästhetisches Verhalten.

Ziel der vorliegenden Arbeit ist es, das Sammeln als ästhetisches Verhalten zu untersuchen. Unterschiede und Gemeinsamkeiten des Sammelverhaltens und deren mögliche Ursachen werden in Zusammenhang mit Kindern, Erwachsenen und Künstlern herausgearbeitet. Ein aktueller Bezug wird durch empirische Studien zum Sammelverhalten von Erwachsenen und schwerpunktmäßig zum Sammelverhalten von Kindern und Jugendlichen hergestellt.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Definitionen

2.1 Definition des Begriffs „Sammeln“

2.2 Definition des Begriffs „Ästhetisches Verhalten”

3. Die Geschichte des Sammelns

3.1 Sammlungen der Jungsteinzeit und der Antike

3.2 Kirchliche Sammlungen im Mittelalter

3.3 Kunst und Wunderkammern der Renaissance

3.4 Entwicklung des heutigen Museums

3.5 Sammeln heute

4. Kindliches Sammeln

4.1 Die Vielfalt der Dinge

4.2 Bedeutungen der Dinge

4.3 Aneignung der Welt

4.4 Sammeln als ästhetisches Verhalten

4.5 Tätigkeiten des Sammelns

4.5.1 Auswählen

4.5.2 (Auf-) Bewahren und Ordnen

4.5.3 Basteln

4.5.4 Ausstellen

4.5.5 Aneignung von Wissen

4.5.6 Ausbildung des Gedächtnisses

4.6 Die soziale und identitätsstiftende Funktion des Sammelns

4.7 Geschlechtsspezifische Aspekte des Sammelns

5. Das Sammeln der Erwachsenen

5.1 Geschlechtsspezifische Aspekte

5.2 Die Dinge und ihre Bedeutungen

5.3 Die Sammlerinnen

5.3.1 Sammlerin A.

5.3.2 Sammlerin B.

5.3.3 Sammlerin C.

6. Negative Aspekte des Sammelns

6.1 Sammeln als Form der Angstvermeidung

6.2 Sammelzwang

7. Kommerzialisierung des Sammelns

7.1 Entwicklung der Kommerzialisierung

7.2 Kinder und Konsum

7.3 Kitsch

7.4 Exklusives

8. Das Sammeln in der Kunst

8.1 Die Dinge der Künstler und Künstlerinnen

8.2 Künstlerischer Umgang mit den Dingen

8.3 Christian Boltanski

8.4 Stefan Hoderlein

9. Empirische Studie zum Sammelverhalten von Kindern

9.1 Zur Befragung

9.2 Themen der Sammlungen

9.3 Anlässe und Motive

9.4 Tätigkeiten

9.4.1 Auswählen und Zusammentragen

9.4.2 Aufbewahren, Ordnen und Ausstellen

9.4.3 Tauschen

9.4.4 Wissen aneignen

9.4.5 Weitere Beschäftigungen

9.5 Der soziale Aspekt

9.6 Der identitätsstiftende Aspekt

9.7 Der geschlechtsspezifische Aspekt

9.7.1 Sammelthemen

9.7.2 Beeinflussung durch die Medien

9.8 Der altersspezifische Aspekt

9.9 Zusammenfassung

10. Fazit und Ausblick

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht das Sammeln als ästhetisches Verhalten bei Kindern, Erwachsenen und Künstlern. Ziel ist es, Unterschiede und Gemeinsamkeiten im Sammelverhalten herauszuarbeiten und die Bedeutung des Sammelns als Form der Weltaneignung und Identitätsbildung zu analysieren, wobei ein besonderer Fokus auf dem Einfluss von Kommerzialisierung und Konsum liegt.

  • Sammeln als ästhetisches Verhalten und kreativer Akt
  • Entwicklung des kindlichen Sammelverhaltens
  • Einfluss von Geschlecht und Alter auf Sammeltrends
  • Reaktion der zeitgenössischen Kunst auf das Sammeln
  • Empirische Untersuchung mit Kindern und Jugendlichen

Auszug aus dem Buch

Die Geschichte des Sammelns

Zum Verständnis des heutigen menschlichen Sammelverhaltens ermöglicht die Geschichte des Sammelns einen Einblick in die Thematik. Sammeln ist „eine der ältesten, zielgerichteten Tätigkeiten des Menschen“. Art und Funktion des Sammelns haben sich jedoch im Laufe der Menschheitsgeschichte geändert. Kulturgeschichtlich betrachtet fängt diese Tätigkeit mit den Jägern und Sammlern an. Zu ihrer Zeit stellte neben der Jagd das Sammeln von Essbarem eine lebensnotwendige Tätigkeit für den Menschen dar. Der Mensch lebte im Einklang mit der Natur und sammelte nur, was er für seinen Lebensunterhalt brauchte. Durch das Anlegen von Vorräten und dem daraus resultierenden Zeitgewinn übertrug sich der Akt des Sammelns später auch auf Bereiche des Lebens, die nichts mehr mit der reinen Lebenserhaltung zu tun hatten. Der Mensch begann Naturgegenstände und eigene (Kunst-) Erzeugnisse zu sammeln, die für ihn von Bedeutung waren.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Definiert die grundlegende Forschungsfrage zur Untersuchung des Sammelns als ästhetisches Verhalten bei verschiedenen Personengruppen.

2. Definitionen: Erläutert die theoretischen Begriffe „Sammeln“ und „ästhetisches Verhalten“ als Basis der Untersuchung.

3. Die Geschichte des Sammelns: Skizziert die historische Entwicklung menschlichen Sammelns von prähistorischen Ansammlungen bis hin zur modernen Museumskultur.

4. Kindliches Sammeln: Beleuchtet Themen, Motive und Tätigkeiten des Sammelns im Kindesalter sowie dessen Rolle für Identität und Wissenserwerb.

5. Das Sammeln der Erwachsenen: Analysiert Besonderheiten des Sammelns bei Erwachsenen im Vergleich zu Kindern anhand von Sammlerbeispielen.

6. Negative Aspekte des Sammelns: Untersucht psychologische Hintergründe, wie Angstvermeidung und Sammelzwang.

7. Kommerzialisierung des Sammelns: Diskutiert den Einfluss von Markt, Medien und Konsum auf Sammeltrends bei Kindern und Erwachsenen.

8. Das Sammeln in der Kunst: Zeigt auf, wie Künstler das Sammeln thematisieren und künstlerisch verarbeiten.

9. Empirische Studie zum Sammelverhalten von Kindern: Präsentiert die Ergebnisse der eigenen Befragung von 26 Kindern und Jugendlichen.

10. Fazit und Ausblick: Zusammenfassende Betrachtung der Ergebnisse und pädagogische Empfehlungen für die Kunstpädagogik.

Schlüsselwörter

Sammeln, ästhetisches Verhalten, Kindheit, Kindliches Sammeln, Kunst, Kommerzialisierung, Konsum, Identitätsbildung, Empirische Studie, Sammelverhalten, Weltaneignung, Diddl, Sammelkarten, Museum, Kulturgeschichte

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht das menschliche Sammeln als ein ästhetisches Verhalten, das sowohl bei Kindern als auch bei Erwachsenen und in der Kunst auftritt.

Welche zentralen Themenfelder behandelt die Studie?

Zentrale Themen sind die Motivation hinter dem Sammeln, die Rolle der Dinge für den Sammler, der Einfluss der Konsumkultur und die Verbindung von Sammeln mit Identitätsbildung.

Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?

Das Ziel ist es, das Sammeln als eine aktive, ästhetische Form der Weltaneignung zu definieren und zu verstehen, warum Menschen bestimmte Dinge sammeln und wie sich dieses Verhalten über das Alter hinweg verändert.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit basiert auf einer theoretischen Aufarbeitung der Thematik und einer eigenen empirischen Untersuchung in Form von halboffenen Interviews mit 26 Kindern und Jugendlichen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in die theoretische Definition, die historische Entwicklung, das Sammeln in verschiedenen Lebensphasen (Kindheit/Erwachsenenalter), die negative Ausprägung des Sammelns, die Einflüsse durch Kommerzialisierung und die künstlerische Auseinandersetzung mit dem Sammeln.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit wird durch Begriffe wie Sammeln, ästhetisches Verhalten, Weltaneignung, Kindheit, Konsumkultur und Identitätsstiftung charakterisiert.

Warum betrachten Kinder ihre Sammlungen oft als "Schätze"?

Weil sie den Dingen oft einen hohen ideellen Wert beimessen, der losgelöst von ihrem finanziellen Wert ist und dazu dient, die eigene Identität zu stützen und die Welt "im Kleinen" zu ordnen.

Welchen Einfluss haben Medien auf das Sammelverhalten von Kindern?

Medien und Merchandising-Produkte beeinflussen Kinder stark, indem sie Trends setzen, Vollständigkeit einer Serie suggerieren und Kinder gezielt als Käufergruppe ansprechen, wodurch Sammelthemen oft kommerzialisiert werden.

Wie unterscheiden sich die Motive von Kindern und Erwachsenen beim Sammeln?

Während Kinder oft explorativ und spielerisch sammeln, um sich die Welt anzueignen, sammeln Erwachsene häufiger systematisch, mit Fokus auf Nostalgie, Statussymbolen oder als "Festung gegen die Vergänglichkeit".

Gibt es geschlechtsspezifische Unterschiede beim Sammeln?

Ja, die Arbeit stellt fest, dass Mädchen und Jungen oft unterschiedliche Sammelthemen bevorzugen, die durch gesellschaftliche Rollenbilder, Spielzeugdesign und Werbung verstärkt werden.

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Details

Title
Sammeln als ästhetisches Verhalten. Eine empirische Studie
Subtitle
Über das Sammelverhalten von Kindern, Jugendlichen, Erwachsenen und Künstlern
College
University of Paderborn
Grade
1,0
Author
Eva Helmers (Author)
Publication Year
2005
Pages
149
Catalog Number
V48033
ISBN (eBook)
9783638448413
Language
German
Tags
Sammeln Verhalten Eine Studie
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Eva Helmers (Author), 2005, Sammeln als ästhetisches Verhalten. Eine empirische Studie, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/48033
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