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Die qualitative Einflussnahme des MfS auf das Schulleben in der DDR und welche Konsequenzen hatte diese Einflussnahme auf die Institution Schule sowie deren Mitglieder?

Title: Die qualitative Einflussnahme des MfS auf das Schulleben in der DDR und welche Konsequenzen hatte diese Einflussnahme auf die Institution Schule sowie deren Mitglieder?

Examination Thesis , 2005 , 86 Pages , Grade: 2

Autor:in: Janette Heyn (Author)

Didactics - Common Didactics, Educational Objectives, Methods
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In meiner Zulassungsarbeit mit dem Titel Die qualitative Einflussnahme der Staatssicherheit auf das Schulleben in der DDR beschäftige ich mich mit der Frage, in

welcher Art und Weise das Ministerium für Staatssicherheit Einfluss auf das Schulleben in der ehemaligen DDR nahm und welche Konsequenzen diese Einflussnahme auf die Institution Schule sowie deren Mitglieder hatte.

Die Merkmale der zwei Hauptkomponenten, Schule und Staatssicherheit, werden einzeln erörtert und später in Beziehung zueinander gesetzt. Im ersten Kapitel wird die Frage geklärt, wer oder was die Staatssicherheit in der DDR war. Das MfS war ein Ministerium der SED und bezeichnete sich selbst als „Schild und Schwert der Partei“. In dieser Stellung erhielt es Aufgaben von der Partei, führte diese konspirativ als Geheimdienst aus und erweiterte sie ebenso nach eigenen Vorstellungen. Die Staatssicherheit hatte die primäre Aufgabe, den sozialistischen Arbeiter- und Bauernstaat vor den subversiven Angriffen des Feindes zu schützen. Als Feind wurde das kapitalistische Ausland angesehen. Ihm wurden ständige ideologische Beeinflussungsversuche gegen den Sozialismus unterstellt, welche die Staatssicherheit unter dem Begriff "politisch ideologische Diversion" (PIP) zusammenfasste. Um den Staat zu schützen und die PID im Keim zu ersticken, schaffte sich die Staatssicherheit ein Netz von Überwachungsmöglichkeiten durch den Einsatz operativer Mittel und Methoden sowie durch den Aufbau eines allgegenwärtigen Netzes inoffizieller Mitarbeiter. So gelang es der Staatssicherheit, das Leben der DDR- Bürger, uneingeschränkt zu überwachen.

Das zweite Kapitel zeigt die für das MfS bestehende Notwenigkeit auf, das Schulleben zu überwachen. Grundlage des Kapitels bilden der Befehl 11/66 „zur politisch- operativen Bekämpfung der politisch- ideologischen Diversion und Untergrundtätigkeit unter jugendlichen Personenkreisen der DDR“ und die „Dienstanweisung 4/66 zur politischoperativen Bekämpfung der politisch- ideologischen Diversion und Untergrundtätigkeit unter jugendlichen Personenkreisen der DDR“. Jugendliche versuchten im Auge der Staatssicherheit eine Opposition darzustellen, die das Ziel der Herausbildung eines allgemeinen sozialistischen Bewusstseins, gefährden könnte. Am Beispiel der Stadt Dresden 1986 wird ein direkter Auftrag des MfS zur Überwachung des Schullebens aufgezeigt. [...]

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Das Ministerium für Staatssicherheit

2.1. Die Stasi- ein Ministerium der SED

2.2. Die Aufgaben des MfS

2.3. Maßnahmen zur Überwachung und Kontrolle von Personen durch die Stasi

2.4. Die Maßnahmen zur Beeinflussung durch das MfS

3. Die Begründung des MfS für die Einflussnahme auf das Schulleben

3.1. MfS- interne Richtlinien und Dienstanweisungen

3.2. Jugendliche als scheinbare Opposition im Blickfeld der Staatssicherheit

3.3. Der Auftrag des MfS zur Überwachung des Schullebens

4. Ansatzpunkte einer möglichen MfS- Einflussnahme im Volksbildungsbereich

4.1. Das Aufnahmeverfahren in die Erweiterte Oberschule (EOS)

4.2. Die Partei in der Schule

4.3. Der Erziehungsauftrag im sozialistischen Staat

5. Die Einflussnahme der Staatssicherheit auf das Schulleben

5.1. Die Präsenz der Staatssicherheit an Schulen

5.2. Meldepflicht für „außergewöhnliche Vorkommnisse“

5.3. Lehrer im Visier der Staatssicherheit

5.4. Die Einflussnahme der Stasi auf Schüler

5.5. Einzelne Teilbereiche des Schulalltags als Interessengebiete des MfS

6. Konsequenzen aus der Einflussnahme durch das MfS

6.1. Die Veränderung in der Köpfen der Menschen

6.2. Auswirkungen auf die Lehrer- Schüler- Interaktion

6.3. Folgen der Kooperation mit der Stasi für inoffizielle Mitarbeiter

6.4. Auswirkungen auf die Schule als Bildungs- und Erziehungsinstanz

7. Das Beispiel der „Schule der Freundschaft“ in Staßfurt

7.1. Die Tätigkeit ausländischer Mitarbeiter an der SdF für das MfS

7.2. „außergewöhnliche Vorkommnisse“ an der SdF

7.3. Versuch der Kontaktaufnahme durch Vertreter der Kirche

8. Zusammenfassung

Zielsetzung & Themen

Diese Arbeit untersucht, auf welche Art und Weise das Ministerium für Staatssicherheit (MfS) in das Schulleben der DDR eingriff und welche tiefgreifenden Konsequenzen diese Überwachung für die Bildungsinstitutionen, Lehrkräfte und Schüler hatte.

  • Strukturen und Arbeitsweisen des MfS als Überwachungsorgan
  • Methoden der psychologischen Zersetzung und Kontrolle im Bildungsbereich
  • Die Rolle von inoffiziellen Mitarbeitern (IM) innerhalb der Schule
  • Einflussnahme auf Schullaufbahnen und politisch-ideologische Erziehung
  • Beispielhafte Analyse der „Schule der Freundschaft“ in Staßfurt

Auszug aus dem Buch

Die operative Personenkontrolle

Im Mittelpunkt der Stasikontrolle stand die Aufklärung der Frage „Wer ist Wer?“. Es galt auffällige Personen und sie umgebende Gruppen zu durchschauen. Personen, die als Andersdenkende auffällig wurden, möglicherweise dem Einfluss der PID unterlagen oder solche, die scheinbar anfällig für die PID waren, gerieten in die Fänge der Stasi. Die auf sie angewandte Methode nannte sich „operative Personenkontrolle“.

Es sollten ausgehend von operativ bedeutsamen Anhaltspunkten so genannten „Operative Ausgangsmaterialien“ (OAM) Handlungen und Umstände ermittelt werden, die für die Einschätzung von Personen wichtig waren. Es wurden Akten dieser Personen erstellt und ständig erweitert. Bei beobachteten Personen bestand der ständige Verdacht der Beeinflussung durch den Gegner. Also wurde versucht, dessen Wirksamwerden mit verschiedensten Mitteln zu unterbinden. In die Kategorie der „Operativen Vorgänge“ vielen solche Verdächtige, bei denen sich der Verdacht bestätigt hatte. Sie stellten Feinde der SED- Herrschaft dar.

Die operative Personenkontrolle hingegen diente nicht nur der Auskundschaftung negativer Personen. Es sollte auch solche Personen selektiert werden, die eventuell für eine Arbeit als offizieller oder inoffizieller Mitarbeiter gewonnen werden konnten. Besonderer Beobachtung unterlagen Anträge auf Ausreise in westliche Länder oder anderweitig versuchte Grenzübertritte.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Darstellung der Forschungsfrage nach der Art der Einflussnahme des MfS auf das DDR-Schulleben und deren Konsequenzen.

2. Das Ministerium für Staatssicherheit: Analyse der Organisationsstruktur, der Rechenschaftspflicht gegenüber der SED und der eingesetzten Methoden zur Geheimhaltung.

3. Die Begründung des MfS für die Einflussnahme auf das Schulleben: Erörterung der ideologischen Bedrohungsszenarien wie der "politisch-ideologischen Diversion" und der Überwachung von Jugendgruppen.

4. Ansatzpunkte einer möglichen MfS- Einflussnahme im Volksbildungsbereich: Untersuchung der parteilichen Kontrolle über Bildungswege, Aufnahmeverfahren und den Erziehungsauftrag.

5. Die Einflussnahme der Staatssicherheit auf das Schulleben: Detaillierte Darstellung der Präsenz an Schulen, der Meldepflichten sowie der gezielten Beeinflussung von Lehrern und Schülern.

6. Konsequenzen aus der Einflussnahme durch das MfS: Betrachtung der psychologischen Folgen, der Veränderung der sozialen Interaktion und der Auswirkungen auf die Bildungsinstanz.

7. Das Beispiel der „Schule der Freundschaft“ in Staßfurt: Praxisnahe Analyse eines speziellen DDR-Schulmodells unter Berücksichtigung der vorliegenden MfS-Akten.

8. Zusammenfassung: Abschließende Einordnung der Rolle des MfS als Kontrollinstanz und der Reaktionen der Betroffenen in der DDR-Bildungspolitik.

Schlüsselwörter

MfS, Stasi, DDR, Volksbildung, Schule der Freundschaft, inoffizielle Mitarbeiter, politische Untergrundtätigkeit, politisch-ideologische Diversion, Überwachung, Zersetzung, SED, Erziehungsauftrag, DDR-Jugend, Repression, Kontrolle.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Arbeit analysiert, wie das MfS das Schulleben in der DDR überwachte, beeinflusste und welche Folgen dies für das pädagogische Umfeld und die Persönlichkeitsentwicklung der Schüler hatte.

Welche zentralen Themen werden behandelt?

Im Zentrum stehen die MfS-Strukturen, der Einsatz von IMs an Schulen, die Zersetzungsmethoden sowie die staatliche Kontrolle von Bildungsbiografien durch das SED-Regime.

Was ist die Forschungsfrage?

Die Autorin untersucht, in welcher Art und Weise das MfS Einfluss auf das Schulleben nahm und welche Konsequenzen dies für die Institution Schule sowie deren Mitglieder hatte.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Es handelt sich um eine qualitative Quellenarbeit, die auf Fachliteratur sowie ausgewerteten MfS-Akten der BStU basiert.

Was behandelt der Hauptteil?

Der Hauptteil gliedert sich in die Begründung der Überwachung, die konkreten Ansatzpunkte an Schulen, die verschiedenen Einflussmethoden und die langfristigen Konsequenzen.

Was sind die wichtigsten Schlüsselwörter?

Wesentliche Begriffe sind MfS, Stasi, DDR, Volksbildung, inoffizielle Mitarbeiter, Überwachung, Zersetzung und politisch-ideologische Diversion.

Was zeichnet die „Schule der Freundschaft“ besonders aus?

Diese Schule diente als Bildungsanstalt für ausländische Schüler und unterlag einer besonders strengen Überwachung, da hier internationale Kontakte und politische Loyalität genauestens geprüft wurden.

Wie wirkten sich die „außergewöhnlichen Vorkommnisse“ auf Schüler aus?

Solche Meldungen führten häufig zu massiven Sanktionen, von der Einweisung in Jugendwerkhöfe bis hin zum Ausschluss von der Schullaufbahn und der Verwehrung des Hochschulstudiums.

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Details

Title
Die qualitative Einflussnahme des MfS auf das Schulleben in der DDR und welche Konsequenzen hatte diese Einflussnahme auf die Institution Schule sowie deren Mitglieder?
College
Friedrich-Alexander University Erlangen-Nuremberg  (EWF)
Grade
2
Author
Janette Heyn (Author)
Publication Year
2005
Pages
86
Catalog Number
V48034
ISBN (eBook)
9783638448420
Language
German
Tags
Einflussnahme Schulleben Konsequenzen Einflussnahme Institution Schule Mitglieder
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Janette Heyn (Author), 2005, Die qualitative Einflussnahme des MfS auf das Schulleben in der DDR und welche Konsequenzen hatte diese Einflussnahme auf die Institution Schule sowie deren Mitglieder?, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/48034
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