Diese Arbeit soll zunächst einen Überblick über die Ursprünge und die Entwicklung des Lean Banking als bankbetriebliche Konkretisierung des Lean Management Ansatzes verschaffen. Daraufhin wird eine Anzahl an verschiedenen Ansätzen und Konzepten im Rahmen des Lean Banking auf ihre Kernaussagen zusammengefasst und dargestellt. Hierbei wird sich auf die Darstellung der zwei zentralen Ansatzpunkte beschränkt, die den Großteil der verschiedenen Lean Banking Konzepte charakterisieren: Die Aufbauorganisation und die Ablauforganisation. Abschließend erfolgt eine kritische Würdigung der dargestellten Ansätze und Konzepte.
Inhaltsverzeichnis
1. Einführung
1.1. Problemstellung und daraus resultierende Notwendigkeiten für Lean Banking Konzepte
1.2. Ziele und Aufbau der Arbeit
2. Begriffliche Grundlagen und Darstellung des Übergangs vom Lean Management zum Lean Banking
1.3. Zum Begriff Lean Management
1.4. Die Transferierung des Lean Management Konzeptes auf den Bankenbereich
3. Darstellung verschiedener Ansätze und Konzepte des Lean Banking
3.1. Umgestaltung der Aufbauorganisation
3.1.1. Kundengruppenorientierung
3.1.2. Outsourcing
3.1.2.1. Rechtliche Restriktionen für das Outsourcing
3.1.2.2. Risiken und Hemmnisse des Outsourcing
3.1.2.3. Vorteile des Outsourcing
3.1.2.4. Erfolgsfaktoren des Outsouring
3.1.3. Dezentralisierung
3.2. Umgestaltung der Ablauforganisation im Sinne der Prozessorientierung
3.3. Kurzer Überblick über weitere Ansätze des Lean Banking
4. Schlussbetrachtung
Zielsetzung und Themen
Diese Arbeit verfolgt das Ziel, die Ursprünge und die Entwicklung von Lean Banking als bankbetriebliche Konkretisierung des Lean-Management-Ansatzes zu analysieren und dessen zentrale Konzepte, insbesondere in Bezug auf die Aufbaustruktur und prozessuale Gestaltung, kritisch zu würdigen.
- Ursprünge und Grundlagen des Lean Management
- Transferierung der Lean-Prinzipien auf den Bankenbereich
- Umgestaltung der Aufbauorganisation (Kundengruppenorientierung, Outsourcing, Dezentralisierung)
- Optimierung der Ablauforganisation durch Prozessorientierung
- Kritische Würdigung der operativen Umsetzbarkeit in deutschen Kreditinstituten
Auszug aus dem Buch
3.1.1. Kundengruppenorientierung
Traditionell dominiert wurde die Aufbauorganisation von Banken durch das Konzept der Spartenorganisation, welches sich an den innerbetrieblichen Arbeitsvorgängen orientierte. Im Rahmen dessen wurden Abteilungen in der Bank aufgrund ihrer Zurechenbarkeit zu einem bestimmten Geschäftszweig gebildet, wie beispielsweise das Kreditgeschäft oder das Effektengeschäft. Der aus diesem Konzept resultierende hohe Spezialisierungsgrad der einzelnen Abteilungen führt zu einer Vernachlässigung der Kundenbedürfnisse sowie der Nichtbeachtung der Tatsache, dass unterschiedliche Kundengruppen verschiedene Deckungsbeiträge erwirtschaften.
Im Rahmen des Lean Banking Konzeptes hat die konsequente Kundenorientierung, bei gleichzeitiger Vermeidung von Verschwendung, höchste Priorität für den Dienstleistungsbetrieb Bank. Als Folge dessen wird beim Lean Banking anstelle der Spartenorganisation die sogenannte Kundengruppenorganisation befürwortet. Diese beinhaltet die Abgrenzung homogener Kundenstrukturen anhand bestimmter Kriterien wie Verhaltensrelevanz, Zugänglichkeit, Rentabilität, soziodemographischer Merkmale, Messbarkeit, Stabilität sowie Zugehörigkeit zu einer bestimmten Region, einem bestimmten Wirtschaftsbereich oder einer bestimmten Branche.
Eine Möglichkeit der potentialorientierten Differenzierung von Kundengruppen ist die ABC-Analyse nach Kundendeckungsbeiträgen. Meist ergibt sich dabei, dass nur mit einem geringen Teil der Kunden ein hoher Deckungsbeitrag erwirtschaftet wird.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einführung: Das Kapitel erläutert die Herausforderungen für deutsche Banken in den 90er Jahren und leitet daraus die Notwendigkeit für Lean Banking als Prozessoptimierung ab.
2. Begriffliche Grundlagen und Darstellung des Übergangs vom Lean Management zum Lean Banking: Hier werden der Ursprung des Lean Management bei Toyota und die Herausforderungen der Übertragung dieses industriellen Konzepts auf den Dienstleistungssektor Bank beschrieben.
3. Darstellung verschiedener Ansätze und Konzepte des Lean Banking: Dieses Kapitel detailliert die strukturellen Anpassungen, insbesondere die Umgestaltung der Aufbauorganisation durch Kundengruppenorientierung, Outsourcing und Dezentralisierung sowie die Optimierung der Abläufe durch Prozessorientierung.
4. Schlussbetrachtung: Das Fazit stellt fest, dass Lean Banking ein ganzheitlicher, notwendiger Ansatz zur Stärkung der Wettbewerbsfähigkeit ist, dessen praktische Umsetzung aufgrund regulatorischer Rahmenbedingungen jedoch umstritten bleibt.
Schlüsselwörter
Lean Banking, Lean Management, Aufbauorganisation, Ablauforganisation, Prozessorientierung, Outsourcing, Kundengruppenorientierung, Dezentralisierung, Kostenreduktion, Wettbewerbsfähigkeit, Bankbetriebslehre, Effizienzsteigerung, Prozessstandardisierung, Kreditwirtschaft, Ganzheitlicher Ansatz.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit?
Die Arbeit untersucht die Anwendung von Lean-Banking-Konzepten als Strategie zur Effizienzsteigerung und Optimierung von Strukturen und Prozessen in deutschen Kreditinstituten.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die zentralen Themen umfassen die Neugestaltung der Aufbauorganisation, den Einsatz von Outsourcing, die konsequente Kundenorientierung sowie die Standardisierung von Bankprozessen.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist die Darstellung und kritische Würdigung von Lean-Banking-Konzepten, um aufzuzeigen, wie Banken durch diese Methoden wirtschaftlicher und wettbewerbsfähiger agieren können.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer fundierten Literaturanalyse bestehender betriebswirtschaftlicher Forschung zu Lean Management und deren spezifischer Anwendung auf den Bankenbereich.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden schwerpunktmäßig die Umgestaltung der Aufbauorganisation (insbesondere Kundengruppenorientierung und Outsourcing) sowie die Optimierung der Ablauforganisation durch Prozessorientierung detailliert analysiert.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Lean Banking, Prozessorientierung, Outsourcing, Aufbauorganisation und Wettbewerbsfähigkeit charakterisiert.
Warum ist die Dezentralisierung ein Kernpunkt des Lean Banking?
Die Dezentralisierung soll die Marktnähe erhöhen, um schneller auf Kundenbedürfnisse reagieren zu können, wobei gleichzeitig durch Hierarchieabbau Kosten reduziert werden.
Welche rechtlichen Hürden bestehen beim Outsourcing für Banken?
Banken müssen insbesondere die Vorgaben des §25a KWG einhalten, die sicherstellen, dass die Ordnungsmäßigkeit der Bankgeschäfte sowie die Kontrollmöglichkeiten der Geschäftsleitung und Aufsicht nicht durch Ausgliederungen beeinträchtigt werden.
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- Sven Reimer (Author), 2005, Darstellung und kritische Würdigung von Lean Banking-Konzepten, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/48134