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Geschichte im Fernsehen

Title: Geschichte im Fernsehen

Seminar Paper , 2002 , 14 Pages , Grade: 2

Autor:in: Lena Marie Hahn (Author)

Didactics - History
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Summary Excerpt Details

Das Geschichtsbewusstsein des Durchschnittsbürgers ist nicht ausschließlich durch das Fernsehen geprägt - aber doch zu einem sehr großen Teil. Dem allgegenwärtigen Medium entkommt fast niemand. Dass geschichtsthematische Programmbeiträge relativ viele Zuschauer erreichen, liegt aber nur zum Teil am allgemeinen Interesse der Deutschen an der Vergangenheit. Medienforschungen zufolge gibt es neben dem Publikum, das sozusagen von Haus aus an Geschichte interessiert ist, auch eine Zuschauergruppe, „deren Neugier auf ‚Historisches’ von fernsehspezifischen Vermittlungsformen geweckt wurde“. Überspitzt gesagt gibt es also sowohl die, die fernsehen, weil sie sich über Geschichte informieren möchten, als auch die, die sich über Geschichte informieren, weil sie fernsehen möchten. Die der Verfasserin zugänglichen Quellen verschweigen leider, welche dieser Gruppen die größere ist. Ich wage jedoch zu behaupten, dass letztere eine nicht unbedeutende Rolle spielt und vermutlich in den Planungen der Programmmacher eine fest eingeplante Größe ist. Geschichte im Fernsehen soll daher auch immer unterhalten und publikumswirksam sein. Verfasser fachspezifischer Veröffentlichungen zu historischen Detailfragen mögen damit zufrieden sein, einem zahlenmäßig sehr beschränkten Rezipientenkreis zu dienen. Eine Dokumentation im Fernsehen aber hat ein anderes Selbstverständnis. Sie will zwar einerseits historische Wirklichkeit abbilden - bei allen Abstrichen, die im weiteren Verlauf der Arbeit beleuchtet werden -, sie ist jedoch auch immer auf Quotenfang und auf ein breites Publikum ausgelegt. Fernsehen kennt keine Fußnoten und Literaturverzeichnisse. Um es mit den Worten Rainer C.M. Wagners zu sagen: „Fernsehtürme sind aus Beton und Stahl (…), Fernsehtürme sind nie aus Elfenbein.“

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Voraussetzungen

1.1. Fernsehen und Wissenschaft

1.2. Objektivität

2. TV-Dokumentationen

2.1. Grundsätzliches

2.2. Merkmale einer Dokumentation

2.3. Zeitzeugen – ein Kapitel für sich

3. Zum Beispiel…

3.1. „Kohle, Chaos und Kartoffeln“

3.2. „Die eigene Geschichte“

4. Resümee

4.1. Fernsehen – ein geeignetes Medium zu Geschichtsvermittlung?

4.2. Was nun also?

Zielsetzung & Themen

Diese wissenschaftliche Arbeit untersucht die Rolle des Fernsehens als Vermittler historischer Inhalte und analysiert kritisch, wie TV-Dokumentationen zwischen dem Anspruch auf wissenschaftliche Darstellung und den Zwängen der publikumswirksamen Unterhaltung agieren.

  • Wissenschaftliche Anforderungen an Fernsehdokumentationen
  • Die Problematik von Objektivität und Inszenierung
  • Der Einsatz und die Bedeutung von Zeitzeugen
  • Vergleichende Analyse konkreter Filmbeispiele
  • Die Reichweite und Grenzen medialer Geschichtsvermittlung

Auszug aus dem Buch

1.2. Objektivität

Der Fernseh-Praktiker Dieter Franck sagt: „Das Beunruhigende an der historischen Dokumentation ist, daß manche glauben, es gebe sie wirklich.“ Er bezieht sich damit auf die Unmöglichkeit einer reinen Objektivität in einem Dokumentationsfilm, welche das Genre seiner Auffassung nach beanspruchen müsste. Ein Film ist der Natur der Sache entsprechend immer eine Darstellung, und eine Darstellung, argumentiert Franck, kann niemals objektiv sein. Dokumentarfilme besitzen „Standpunkt und Perspektive, Handlungsverlauf und Spannungsbogen, Bedeutungsstiftung und Sinnauslegung“, analysiert Bodo von Borries.

Auch wenn ein Filmemacher sich noch so sehr um uneingeschränkte Sachlichkeit bemüht und lediglich unkommentierte Quellen bündelt, kann das Ergebnis nicht völlig objektiv sein. Die getroffene Auswahl, Gliederung und Aufbau und nicht zuletzt der ausgewählte Titel der Quellensammlung geben am Ende doch Hinweise auf eine Intention des Filmemachers, sogar, wenn er selbst sich dessen gar nicht bewusst sein sollte.

Ebenfalls wichtig im Blick zu behalten ist die Tatsache, dass jedes historische Filmdokument an sich bereits eine Wertung darstellt. Festgehalten wurde nur, was das Filmmaterial wert war, was spektakulär genug war, um vom Publikum nachgefragt zu werden. „Die Entstehung der historischen Film-‚Dokumente’ zeigt, wie zufällig der jeweilige Ausschnitt aus der damaligen Wirklichkeit ist, wie manipulativ die Eigenarten des Mediums (…). Der Filmreporter eilte dorthin, wo etwas los war: ein großes Ereignis, eine Katastrophe, ein Krieg.“ Aus dem so eingefangenen winzigen Stück Wirklichkeit wurde im Schneideraum noch das Interessanteste herausgeholt, und oft genug verlieh man der Geschichte durch geschickte Schnitte eine mitunter fragliche Wertigkeit. Nur wenige Zuschauer sind informiert genug, um diese Gepflogenheiten zu durchschauen, und nur wenige kennen die „wahre Geschichte“ gut genug, um den Wert einer Dokumentation richtig einschätzen zu können.

Zusammenfassung der Kapitel

1. Voraussetzungen: Dieses Kapitel erläutert den Stellenwert des Fernsehens für das Geschichtsbewusstsein und diskutiert die grundlegende Problematik der Objektivität in historischen Filmbeiträgen.

2. TV-Dokumentationen: Hier werden die Typologie der Filmemacher, wichtige Qualitätskriterien nach Guido Knopp sowie die spezifische Rolle von Zeitzeugen in historischen Sendungen beleuchtet.

3. Zum Beispiel…: Anhand zweier konkreter Beispiele – „Kohle, Chaos und Kartoffeln“ und „Die eigene Geschichte“ – wird die theoretische Umsetzung von Dokumentationen beispielhaft analysiert und kritisch hinterfragt.

4. Resümee: Das abschließende Kapitel bewertet die Chancen und Risiken des Fernsehens als Medium der Geschichtsvermittlung und macht konkrete Vorschläge zur Verbesserung der Zuschauerkompetenz.

Schlüsselwörter

Geschichte im Fernsehen, Geschichtsvermittlung, TV-Dokumentation, Objektivität, Zeitzeugen, Guido Knopp, Medienkritik, Geschichtsbewusstsein, Dokumentarfilm, historische Darstellung, Unterhaltung, Publikum, Fernsehen, Quellenanalyse, Zeitgeschichte.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit untersucht, wie das Fernsehen Geschichte vermittelt und inwieweit das Medium in der Lage ist, historische Wirklichkeit korrekt und gleichzeitig unterhaltsam abzubilden.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Zentrum stehen die Qualitätsmerkmale von Dokumentationen, die Herausforderung der Objektivität, der Einsatz von Zeitzeugen sowie der Balanceakt zwischen wissenschaftlichem Anspruch und Quote.

Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?

Das Ziel ist es, die Möglichkeiten und Grenzen des Fernsehens als Geschichtsvermittler aufzuzeigen und die Verantwortlichkeit der Programmmacher sowie die Medienkompetenz der Zuschauer kritisch zu hinterfragen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Arbeit stützt sich auf eine theoretische Analyse medienwissenschaftlicher Fachliteratur sowie eine vergleichende Analyse und Kritik zweier ausgewählter historischer TV-Dokumentationen.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Erarbeitung der Voraussetzungen und Merkmale von TV-Dokumentationen sowie eine praxisnahe Fallstudie zweier spezifischer Filme.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Wesentliche Begriffe sind Geschichtsvermittlung, Objektivität, Zeitzeugen, Medienkritik und das Spannungsfeld zwischen Unterhaltung und Bildung.

Warum sind Zeitzeugen als historische Quelle problematisch?

Laut der Arbeit sind Erinnerungen psychologisch bedingt modifizierbar und nicht immer deckungsgleich mit objektiven Fakten, bieten jedoch einen einzigartigen Zugang zu atmosphärischen Details und Alltagsgeschichten.

Welchen konkreten Vorschlag macht die Verfasserin zur Verbesserung?

Sie schlägt die Produktion oder häufigere Ausstrahlung von Dokumentationen über die "Produktion von Dokumentationsfilmen" vor, um die Zuschauer über die Tricks und Zwänge des Mediums aufzuklären.

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Details

Title
Geschichte im Fernsehen
College
University of Hannover  (Historisches Seminar)
Course
Seminar (Deutsche Nachkriegszeit in TV-Dokumentationen)
Grade
2
Author
Lena Marie Hahn (Author)
Publication Year
2002
Pages
14
Catalog Number
V48182
ISBN (eBook)
9783638449588
Language
German
Tags
Geschichte Fernsehen Seminar Nachkriegszeit TV-Dokumentationen)
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Lena Marie Hahn (Author), 2002, Geschichte im Fernsehen, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/48182
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