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Erich Kästner: Chronist seiner Zeit - biographische Anspielungen in seiner Literatur

Title: Erich Kästner: Chronist seiner Zeit - biographische Anspielungen in seiner Literatur

Seminar Paper , 2005 , 17 Pages , Grade: 1,0

Autor:in: Franziska Kraus (Author)

German Studies - Modern German Literature
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Summary Excerpt Details

Erich Kästner gilt als erfolgreichster Autor dieses Jahrhunderts. Er war nicht nur Verfasser zahlreicher Kinderbücher, Romane und Gedichte, sondern auch Moralist und Gesellschaftskritiker.
In seinen Werken finden sich zahlreiche Anspielungen zu seinem Lebenslauf, ja sind sogar geprägt von ihnen. Bei genauem Hinsehen wird erkennbar, in wie weit Erich Kästner eigene Erfahrungen, Personen und Schauplätze in seinen literarischen Werken unterbringt.
Der Autor beschränkt sich bei der Verdeutlichung der Parallelen von Lebenslauf und Literatur auf zwei verschiedene Werke: Zum einen das Kinderbuch "Emil und die Detektive" und zum anderen seine Satire "Fabian - die Geschichte eines Moralisten", da nach Erachten des Autors diese beiden Werke die besten sind, an denen man die den Chronisten Kästner "ertappen" kann. Denn diese Werke sind seine Debüt-Werke: "Emil" ist sein erstes Kinderbuch und "Fabian" der erste Roman Kästners, nachdem er schon mehrere Gedichtbände veröffentlicht hatte.
Da Kästner eine sehr innige, alles andere ausgrenzende Beziehung zu seiner Mutter hatte, stellt sich natürlich die Frage, in wie weit sich diese Beziehung und das daraus resultierende "Nicht-Vorhanden-Sein" des Vaters auf die Literatur auswirkt. Wie sehr sind Kästners Werke tatsächlich von der Mutterfigur geprägt und welches Bild entsteht dabei von ihr?
Kästner hat uns in "Emil und die Detektive" gezeigt, dass sich der Autor selbst in sein Werk einbringen kann: Er selbst, oder zumindest ein Redakteur mit gleichem Namen, kommt in einem der letzten Kapitel vor. Dort spielt er aber nur eine Nebenrolle. Doch in wie weit trifft dies auch auf sein Werk "Fabian" zu? Ist die Figur Fabian eine Synonymfigur Kästners?
Bemerkenswert ist auch, dass Kästner seine Memoiren in Form eines Kinderbuches verfasst hat. Er schreibt in seinem Werk "Als ich ein kleiner Junge war" von seiner Kindheit für Kinder. Er verfasste dieses Werk erst spät in seinem Leben, nämlich 1957 im Alter von 58 Jahren. Auf die Besonderheiten dieses Werkes möchte ich im letzten Kapitel kurz eingehen.
Schließlich bleibt die Frage, warum Kästner so viele Dinge seiner Biographie, seien es Personen, Namen oder Schauplätze, in seinen Werken verwendet. Warum er einige Tatsachen genau, die anderen nur andeutungsweise übernimmt, kann wohl nur er selbst beantworten. Jedoch möchte ich versuchen, einige Erklärungsansätze zu finden und sein Vorgehen zu deuten.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

Einleitung

1. Der wissbegierige Musterknabe – eine kurze Biographie

2. Zwei Werke als Beispiele

3. Kästners Verhältnis zu seiner Mutter und das „Nicht-Vorhanden-Sein“ des Vaters

3.1. Die Mutter-Sohn Beziehung in „Emil und die Detektive“

3.2. Die Mutter-Sohn Beziehung in „Fabian“

4. Biographische Übereinstimmungen in „Emil und die Detektive“

5. Kästners Einstellung zu Moral und Gesellschaft in seiner Literatur

5.1. Kästners Einstellungen und Eigenschaften in Emil und was er damit erreichen will

5.2. Ist der Moralist Fabian eine Synonymfigur des Moralisten Kästners?

6. Kästners „Memoiren“ in Form eines Kinderbuchs

Fazit

Zielsetzung & Themen

Die vorliegende Arbeit untersucht den Einfluss der persönlichen Biographie Erich Kästners auf sein literarisches Schaffen. Dabei wird analysiert, inwieweit reale Erlebnisse, familiäre Konstellationen und gesellschaftliche Beobachtungen in seine Werke einfließen und ob seine Protagonisten als Synonymfiguren für den Autor selbst fungieren.

  • Biographische Prägung durch die Mutter-Sohn-Beziehung
  • Die literarische Verarbeitung von Kindheitserfahrungen
  • Moralvorstellungen und Gesellschaftskritik in Kästners Werken
  • Vergleich zwischen Kinder- und Erwachsenenliteratur
  • Die Rolle des Autors als "Chronist seiner Zeit"

Auszug aus dem Buch

3. Kästners Verhältnis zu seiner Mutter und das „Nicht-Vorhanden-Sein“ des Vaters

Erich Kästners Verhältnis zu seiner Mutter ist ein nicht unbedingt gewöhnliches Verhältnis. Die beiden haben eine sehr innige und liebevolle Beziehung zueinander, was sich auch im Laufe der Jahre nicht ändert. Bedingungsloses Geben absolutes Verständnis und Liebe im Überfluss schweißen die Beiden so sehr zusammen.

Kästner beschreibt in seinen Erinnerungen die Beziehung zu seiner Mutter so: „Ida Kästner wollte die vollkommene Mutter werden. Um das zu erreichen nahm sie auf niemanden Rücksicht, auch auf sich selbst nicht. Sie wurde die vollkommenene Mutter. All ihre Liebe und Phantasie, ihren ganzen Fleiß, jede Minute und jeden Gedanken, ihre gesamte Existenz setzte sie auf eine einzige Karte: auf ihren einzigen Sohn. Um diesem gerecht zu werden musste Erich der vollkommene Sohn werden.“

Er beschreibt, dass die Eltern um die Liebe des Sohnes rivalisieren, wobei der Vater meist den Kürzeren zieht. Erst 1981 gibt Erich Kästners Sohn Thomas das mit Rücksicht auf die Mutter streng gehütete Familiengeheimnis preis: Dass Erichs leiblicher Vater Dr. Emil Zimmermann ist, jener „freundliche Hausarzt mit dem Knebelbart“, wie er ihn in seinen Kindheitserinnerungen „Als ich ein kleiner Junge war“ (1957) beschreibt.

Obwohl er seine Mutter von Herzen liebte, wurde ihre bedingungslose Aufopferung für ihn zu einer Belastung: Von ständiger Arbeit ausgezehrt und erschöpft befand Ida Kästner sich manchmal in einem psychisch so labilen Zustand, dass sie Abschiedsnotizen schrieb und das Haus verließ. Der sie panisch suchende Junge fand seine Mutter dann fast immer auf einer der Elbbrücken stehen und in das Wasser hinabstarren.

Zusammenfassung der Kapitel

Einleitung: Vorstellung der Forschungsabsicht, den Einfluss von Kästners Lebenslauf auf seine Werke "Emil und die Detektive" und "Fabian" zu untersuchen.

1. Der wissbegierige Musterknabe – eine kurze Biographie: Überblick über Kästners Kindheit, seine familiären Verhältnisse und den frühen Wunsch, Lehrer zu werden.

2. Zwei Werke als Beispiele: Einführung in die gewählten Vergleichswerke, den Roman "Fabian" und das Kinderbuch "Emil und die Detektive".

3. Kästners Verhältnis zu seiner Mutter und das „Nicht-Vorhanden-Sein“ des Vaters: Analyse der prägenden, innigen Mutter-Sohn-Beziehung und der Abwesenheit des Vaters.

3.1. Die Mutter-Sohn Beziehung in „Emil und die Detektive“: Untersuchung der Mutterfigur im Kinderbuch und deren Parallelen zur Realität.

3.2. Die Mutter-Sohn Beziehung in „Fabian“: Analyse der Bindung an die Mutter im Kontext des Erwachsenenromans.

4. Biographische Übereinstimmungen in „Emil und die Detektive“: Aufzählung konkreter biographischer Anspielungen und Details im Kinderbuch.

5. Kästners Einstellung zu Moral und Gesellschaft in seiner Literatur: Diskussion von Kästners moralischen Werten als Gesellschaftskritiker und Pädagoge.

5.1. Kästners Einstellungen und Eigenschaften in Emil und was er damit erreichen will: Beleuchtung der didaktischen Absichten und Vorbildfunktionen in seinem ersten Kinderbuch.

5.2. Ist der Moralist Fabian eine Synonymfigur des Moralisten Kästners?: Untersuchung, inwieweit Fabian als Sprachrohr und Projektionsfläche des Autors dient.

6. Kästners „Memoiren“ in Form eines Kinderbuchs: Auseinandersetzung mit der Autobiographie "Als ich ein kleiner Junge war" als bewusste Form der Selbstdarstellung.

Fazit: Zusammenführende Betrachtung der Ergebnisse zur biographischen Prägung von Kästners Literatur.

Schlüsselwörter

Erich Kästner, Biographie, Emil und die Detektive, Fabian, Mutter-Sohn-Beziehung, Moral, Gesellschaftskritik, Literaturanalyse, Kindheitserinnerungen, Chronist, Zeitgeschichte, Autobiographie, Werkvergleich, Pädagogik, Vorbilder.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in der Arbeit im Kern?

Die Arbeit untersucht, wie Erich Kästner persönliche Erfahrungen aus seinem Leben, insbesondere sein Verhältnis zur Mutter, in seine literarischen Werke einfließen ließ.

Welche Themenfelder stehen im Zentrum?

Zentrale Themen sind die biographische Prägung, die Mutterfigur in der Literatur, Moralvorstellungen sowie der Vergleich von Kinder- und Erwachsenenliteratur des Autors.

Was ist die Forschungsfrage der Arbeit?

Es wird analysiert, warum und in welcher Form Kästner biographische Elemente in seine Romane und Kinderbücher integriert und ob dies als autobiographisches Dokument zu verstehen ist.

Welche Methode wird angewandt?

Die Arbeit nutzt eine komparative Analyse, bei der ausgewählte Werke wie "Emil und die Detektive" und "Fabian" mit biographischen Fakten und autobiographischen Schriften des Autors verglichen werden.

Was behandelt der Hauptteil?

Der Hauptteil gliedert sich in eine Kurzbiographie, die Analyse der Mutter-Sohn-Beziehung in verschiedenen Werken, die Suche nach biographischen Übereinstimmungen und die Untersuchung von Kästners moralischem Weltbild.

Was sind die charakteristischen Schlüsselwörter?

Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Moralist, Gesellschaftskritiker, biographische Anspielungen, Mutter-Sohn-Bindung und Chronist definiert.

Welche Bedeutung hat die Rolle der Mutter für Kästners Literatur?

Die Mutter wird als zentrale, idealisierte Bezugsperson dargestellt, deren bedingungslose Liebe und die finanzielle Not der Familie das Verhalten und die Moralvorstellungen der Protagonisten stark beeinflussen.

Gibt es einen Unterschied zwischen der Darstellung der Mutter im Kinderbuch und in der Autobiographie?

Ja, während in den Romanen oft eine idealisierte Mutterfigur erscheint, schildert Kästner in seiner Autobiographie "Als ich ein kleiner Junge war" die Mutter differenzierter, auch mit ihren psychischen Labilitäten und Fehlern.

Wird die Romanfigur Fabian als direktes Abbild des Autors gesehen?

Die Arbeit diskutiert Fabian als eine Art Sprachrohr und Synonymfigur, wobei das gesamte Werk eher als Ausdruck von Kästners Weltbild und Denken denn als rein biographisches Porträt interpretiert wird.

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Details

Title
Erich Kästner: Chronist seiner Zeit - biographische Anspielungen in seiner Literatur
College
University of Mannheim
Course
Proseminar: Kinderbuchautoren schreiben Erwachsenenliteratur
Grade
1,0
Author
Franziska Kraus (Author)
Publication Year
2005
Pages
17
Catalog Number
V48275
ISBN (eBook)
9783638450300
ISBN (Book)
9783638596596
Language
German
Tags
Erich Kästner Chronist Zeit Anspielungen Literatur Proseminar Kinderbuchautoren Erwachsenenliteratur Thema Erich Kästner
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Franziska Kraus (Author), 2005, Erich Kästner: Chronist seiner Zeit - biographische Anspielungen in seiner Literatur, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/48275
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