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Ethik und Homosexualität

Title: Ethik und Homosexualität

Term Paper , 2004 , 28 Pages , Grade: 1,5

Autor:in: Melanie Durst (Author)

Social Work
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Summary Excerpt Details

Hört man heute das Wort Homosexualität assoziieren viele dieses Thema gleich mit dem Christopher Street Day (Abkürzung CSD),einem Festtag der Homosexuellen. Man feiert und demonstriert für die Rechte von Homosexuellen und gegen Diskriminierung und Ausgrenzung. 1969 setzen sich die Besucher der Homosexuellenbar „Stonewall“, die sich in der Christopher Street im New Yorker Stadtteil Grennwich befand, das erste Mal gegen eine Polizeirazzia zur Wehr. Dieses Ereignis wird bei den Homosexuellen heute noch jährlich beim Christopher Street Day auf der ganzen Welt gefeiert. Die Umzüge und Paraden, die bei der Feier des Christopher Street Days durchgeführt werden stellen mittlerweile eine ähnliche Attraktion dar, wie Karnevalsumzüge, bei denen demonstrativ gezeigt werden soll, dass man stolz auf sich, sein Leben und seine sexuelle Identität sein kann.
Homosexuelle haben heute mit ihrem öffentlichen Bekenntnis zu ihrem Anderssein sicherlich dazu beigetragen, dass der Grauschleier von diesem Thema genommen wurde, wenn man bedenkt, dass es noch gar nicht so lange her ist, dass Homosexuelle verbannt oder sogar verbrannt wurden. Sie wurden ausgestoßen und als Ekel erregend empfunden. Homosexualität wurde als abartig, verwerflich, pervers und schmutzig eingestuft. Die Wissenschaft stufte die Homosexualität lange Zeit als Verbrechen und Krankheit ein.
Fragen zur Sexualität und dem Zusammenleben der Geschlechter sind schon von jeher Reflexionsgegenstand auch in der Philosophie. Platon, Aristoteles, Kant und Hegel, Max Horkheimer sie alle widmeten den Geschlechterverhältnissen große Bedeutung bei: Ihren Wurzeln, ihren Wandlungen, ihren Konflikten.
In unserer heutigen Gesellschaft ist Homosexualität trotz vieler Liberalisierungen allgemein im Bereich der Sexualität zwar kein Tabuthema mehr, aber immer noch ein „heißes Eisen“. Nach Ringeling besteht bei den heutigen Menschen so etwas wie eine Normenunsicherheit, die im Bereich des Sexualverhaltens besonders ausgeprägt ist. Ringeling geht davon aus, dass die heutige Lebenswelt eine Welt der Folgen des menschlichen Handelns ist, welche aber überflutet ist mit einer Fülle unterschiedlichster Auffassungen, Haltungen und Wertungen, welche es dem Menschen schwer machen sich standhaft einer Norm unterzuordnen.

Excerpt


Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Definition

3. Die Frage nach der Ursache der Homosexualität

3.1 Die Ursachenforschung in der Vergangenheit

3.2 Homosexualität ist anlagebedingt

3.3 Homosexualität ist erworben

3.4 Man wird zur Homosexualität „verführt“

3.5 Therapie

3.6 Heutige Standpunkte über die Ursachen der Homosexualität

4. Die Geschichte der Homosexualität

4.1 Homosexualität im Alten Griechenland

4.1.1 Einige Persönlichkeiten der Antike

4.2 Homosexualität im Alten Rom

4.3 Homosexualität im Mittelalter

4.4 Homosexualität zur Zeit der Reformation

4.5 Homosexualität im Zeitalter der Aufklärung

4.6 Homosexualität Ende des 19. Jahrhunderts und in der Weimarer Republik

4.7 Homosexualität im Zeitalter der Nationalsozialisten

4.8 Homosexualität gegen Mitte bis Ende des 20. Jahrhunderts

4.9 Homosexualität Anfang des 21. Jahrhunderts

4.10 Homosexuelle Persönlichkeiten in der Zeitgeschichte

5. Die Kirche und Homosexualität

6. Die Gesellschaft und Homosexualität

6.1 Unterschiedliche Einstellungen zur Homosexualität in verschiedenen Kulturen und Ländern

6.1.1 Naturvölker

6.1.2 Neuguinea

6.1.3 Afrika

6.2 Zur heutigen Situation von Lesben und Schwulen in Deutschland

6.3 Gründe für die Abneigung

6.4 Die Eltern

6.5 Vorurteile

6.6 Klischeevorstellungen

6.7 Wie sollte sich die Gesellschaft verhalten

7. Der Homosexuelle selbst

7.1 Die Zeit der Entdeckung

7.2 Die Zeit der Selbstfindung und der Selbstbejahung

7.3 Die Subkultur

7.4 Die Probleme der Homosexuellen

7.4.1 Das Problem der Diskriminierung

7.4.2 Probleme am Arbeitsplatz

7.4.3 Das Thema Aids

7.5 Was ist nun anders?

8. Zur heutigen ethischen Position

9. Schluss

Zielsetzung und thematische Schwerpunkte

Die Arbeit verfolgt das Ziel, die Ursprünge der Homosexualität zu hinterfragen, die historische Entwicklung der gesellschaftlichen Einstellung hierzu aufzuzeigen und die Lebensrealität von Homosexuellen zu beleuchten, wobei ein besonderer Fokus auf den ethischen Implikationen für die Soziale Arbeit liegt.

  • Ursachenforschung der Homosexualität und Entkräftung von Mythen
  • Historische Analyse gesellschaftlicher und kirchlicher Haltungen
  • Unterschiedliche kulturelle Wahrnehmungen von Homosexualität
  • Herausforderungen und Diskriminierungserfahrungen im Alltag
  • Ethik und gesellschaftliche Verantwortung in der Sozialen Arbeit

Auszug aus dem Buch

3.4 Man wird zur Homosexualität „verführt“

Man begegnet auch immer wieder der Vorstellung, man könne zur Homosexualität verführt werden. Das ist auf Grund zahlreicher Untersuchungen aber nicht der Fall. So machen etwa ¼ aller Männer schon als Jugendliche homosexuelle Erfahrungen, was nach der Verführungshypothese dann als bedeuten würde, das wir heute einen Anteil von 25% homosexuell orientierter Männer in unserer Gesellschaft haben. Das ist aber nicht der Fall. Auf Grund der heterosexuellen Normierung unserer Gesellschaft versuchen auch viele homosexuell Orientierte vor ihrem „Coming-Out“ ( auf das ich später noch eingehen werde ) heterosexuelle Beziehungen, manchmal über Jahre, werden dadurch aber nicht selbst heterosexuell. 20 Zu denken, man kann zur Homosexualität verführt werden, heißt Ursache und Folge miteinander zu verwechseln. Man hat lesbische Beziehungen, weil man lesbisch orientiert ist. Man wird aber nicht lesbisch orientiert, weil man eine lesbische Beziehung hat. Man kann also weder zur Homo- noch zur Heterosexualität verführt werden. 21

Zusammenfassung der Kapitel

1. Einleitung: Diese Einleitung führt in die Thematik der Homosexualität ein, beleuchtet das öffentliche Bekenntnis als Prozess der Enttabuisierung und thematisiert die bestehende Normenunsicherheit sowie Vorurteile in der heutigen Gesellschaft.

2. Definition: Das Kapitel definiert grundlegende Begriffe, diskutiert die historische Etymologie und unterscheidet zwischen verschiedenen Erscheinungsformen wie der Gelegenheitshomosexualität und der Entwicklungshomosexualität.

3. Die Frage nach der Ursache der Homosexualität: Hier werden verschiedene Ansätze der Ursachenforschung, von biologischen Erklärungsmodellen bis hin zu sozialisationstheoretischen Hypothesen, kritisch auf ihre wissenschaftliche Validität geprüft.

4. Die Geschichte der Homosexualität: Dieses Kapitel zeichnet die wechselhafte Wahrnehmung von Homosexualität von der Antike bis in die Gegenwart nach und dokumentiert die Repressionen sowie den Wandel politischer und rechtlicher Rahmenbedingungen.

5. Die Kirche und Homosexualität: Der Autor erörtert die traditionell ablehnende Haltung der Kirchen, die Homosexualität als sündhaft und widernatürlich einstuft, und beleuchtet die aktuelle Kritik an dieser Position.

6. Die Gesellschaft und Homosexualität: Das Kapitel untersucht die unterschiedliche Behandlung von Homosexualität in verschiedenen Kulturen und analysiert gesellschaftliche Vorurteile sowie die Situation in Deutschland.

7. Der Homosexuelle selbst: Es werden die persönlichen Phasen von der Entdeckung der eigenen Neigung bis zum Coming-Out sowie die Bildung einer Subkultur und die spezifischen Diskriminierungserfahrungen thematisiert.

8. Zur heutigen ethischen Position: Der Fokus liegt auf der notwendigen Neuorientierung sexualethischer Diskurse und der Forderung nach einer Ethik, die alle Lebensformen gleichwertig miteinbezieht.

9. Schluss: Die Arbeit fasst die Erkenntnisse zusammen und betont die zentrale Rolle der Sozialen Arbeit bei der Beseitigung von Vorurteilen und der Förderung der gesellschaftlichen Integration.

Schlüsselwörter

Homosexualität, Sexualität, Diskriminierung, Coming-Out, Gesellschaft, Ethik, Soziale Arbeit, Geschichte, Normen, Vorurteile, Kirche, Toleranz, Identität, Subkultur, Sexualethik

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?

Die Arbeit behandelt die ethischen, historischen und sozialen Aspekte der Homosexualität sowie deren Wahrnehmung und Bewertung durch Gesellschaft und Kirche.

Welche zentralen Themenfelder werden abgedeckt?

Die Schwerpunkte liegen auf den Ursachenmodellen, der historischen Entwicklung, den kulturellen Unterschieden, den Diskriminierungserfahrungen und der Rolle der Sozialen Arbeit.

Was ist die Forschungsfrage der Arbeit?

Die Arbeit untersucht, woher Homosexualität kommt, wie sich die gesellschaftliche Einstellung im Zeitverlauf gewandelt hat und welche Auswirkungen dies auf die Betroffenen hat.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Autorin nutzt eine Literaturanalyse, um den aktuellen Forschungsstand, historische Hintergründe und soziologische sowie ethische Perspektiven zusammenzuführen und kritisch zu reflektieren.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Im Hauptteil werden die Ursachenforschung, die Historie von der Antike bis heute, kirchliche sowie gesellschaftliche Einstellungen und die Lebenswelt der Homosexuellen intensiv analysiert.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die zentralen Schlagworte sind Homosexualität, Diskriminierung, Coming-Out, Gesellschaft, Ethik und Soziale Arbeit.

Wie bewertet der Autor die Rolle der Kirche bei diesem Thema?

Der Autor kritisiert die traditionelle kirchliche Sexualethik als überholt und bemängelt, dass sie die heutigen Lebensrealitäten der Menschen ignoriert und zur Ausgrenzung beiträgt.

Welchen Beitrag leistet die Soziale Arbeit laut der Autorin?

Die Soziale Arbeit soll als Helfer fungieren, Vorurteile aktiv abbauen und Homosexuelle darin unterstützen, in freier Entscheidung ein selbstbestimmtes Leben zu führen.

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Details

Title
Ethik und Homosexualität
College
Baden-Wuerttemberg Cooperative State University (DHBW)
Grade
1,5
Author
Melanie Durst (Author)
Publication Year
2004
Pages
28
Catalog Number
V48301
ISBN (eBook)
9783638450478
Language
German
Tags
Ethik Homosexualität
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Melanie Durst (Author), 2004, Ethik und Homosexualität, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/48301
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