Zusammenfassung
Die vorliegende Arbeit befasst sich mit der Fragestellung, welche Faktoren für die erfolgreiche Initiierung und Aufrechterhaltung gesundheitsbezogener Intentionen verantwortlich sind. Nach einem Überblick über den aktuellen Stand gesundheitspsychologischer Verhaltensforschung wird anhand des "sozial-kognitiven Prozessmodells des Gesundheitsverhaltens" von Ralf Schwarzer sowie volitionstheoretischer Modelle der Handlungsablauf eines Menschen von der Bildung einer gesundheitlichen Intention bis zur Umsetzung und Aufrechterhaltung des gewünschten Verhaltens beschrieben. Als Praxisbeispiel dient hierbei der Vorsatz, mit dem Rauchen aufzuhören. Anschließend werden aus dieser Untersuchung Schlüsse für Erfolgs- bzw. Misserfolgsfaktoren während der einzelnen Handlungsphasen gezogen.
Schlagworte: HAPA-Modell, Handlungstheorie, Rubikon-Modell, Volition
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Inhaltsverzeichnis
1. EINLEITUNG UND PROBLEMSTELLUNG
2. THEORETISCHE ANSÄTZE ZUM GESUNDHEITSVERHALTEN
3. DAS SOZIAL-KOGNITIVE PROZESSMODELL GESUNDHEITLICHEN HANDELNS
3.1 Überblick
3.2 Die Motivationsphase
3.2.1 Risikowahrnehmung
3.2.2 Selbstwirksamkeitserwartung
3.2.3 Handlungs-Ergebnis-Erwartungen
3.3 Die Volitionsphase
3.3.1 Handlungsplanung
3.3.2 Handlungsinitiierung und -aufrechterhaltung
4. ERFOLGSFAKTOREN UND INTERVENTIONSANSÄTZE BEI DER INITIIERUNG UND AUFRECHTERHALTUNG GESUNDHEITSFÖRDERNDEN HANDELNS
4.1 Ausgangsüberlegungen
4.2 Erfolgsfaktoren in der Motivationsphase
4.3 Erfolgsfaktoren in der Volitionsphase
5. FAZIT
Zielsetzung und Themen
Die Arbeit untersucht die psychologischen Faktoren, die den Prozess von der Bildung einer gesundheitsbezogenen Intention bis zur tatsächlichen Umsetzung und dauerhaften Aufrechterhaltung des Verhaltens steuern. Ziel ist es, die „Kluft zwischen Wissen und Handeln“ zu analysieren und Erfolgsfaktoren für eine nachhaltige Verhaltensänderung zu identifizieren.
- Analyse des sozial-kognitiven Prozessmodells (HAPA-Modell) von Ralf Schwarzer.
- Unterscheidung und Bedeutung von Motivations- und Volitionsphasen im Handlungsprozess.
- Die Rolle der Selbstwirksamkeitserwartung und Risikowahrnehmung bei der Zielbildung.
- Bedeutung von Ausführungsintentionen und Strategien zur Handlungsabschirmung.
- Übertragung der theoretischen Erkenntnisse auf das Praxisbeispiel der Raucherentwöhnung.
Auszug aus dem Buch
3.2.1 Risikowahrnehmung
Wer etwas vom Boden aufhebt, täglich in die Arbeit fährt und sonntags seine Mutter anruft, führt impulsive, aufgezwungene oder gewohnheitsmäßige Handlungen aus, die wenig Überlegungen benötigen. Ein Kettenraucher dagegen wird sich gut überlegen, ob er die Lebensumstellung zum „Nichtraucher“ mit all ihren Konsequenzen wirklich durchführen möchte. Vor der eigentlichen Handlung wird es daher zu einer Phase der reiflichen Überlegung kommen, die im Rubikon-Modell (Heckhausen, 1987) als „prädezisionale Phase“, im HAPA-Modell als „Motivationsphase“ bezeichnet wird.
Die Motivationsphase ist die des „Wählens und Wollens, in der man sich zwischen alternativen Handlungszielen entscheidet“ (Renner & Schwarzer, 2000, S. 39). Hierbei stellt sich nun die Frage, wie eine Person sich für bestimmte Ziele entscheidet. Allmer (1997) sieht dies als einen Umwandlungsprozess von begehrenswerten Zuständen im Leben („ich will gesund bleiben bis ins hohe Alter“) in konkrete Wünsche („ich möchte gern ein Nichtraucher sein“), in denen allerdings noch keinerlei Realisierungsmöglichkeit enthalten ist. Ein solcher Wunsch kann sowohl aus der kognitiven, als auch aus der emotionalen Einschätzung des Zustandes, den es zu erreichen gilt, resultieren.
Zusammenfassung der Kapitel
1. EINLEITUNG UND PROBLEMSTELLUNG: Einführung in die Problematik der "Kluft zwischen Wissen und Handeln" und Vorstellung der Forschungsfrage anhand des Beispiels Rauchen.
2. THEORETISCHE ANSÄTZE ZUM GESUNDHEITSVERHALTEN: Überblick über historische und psychologische Theorien, von der Furchtappellforschung bis hin zur handlungstheoretischen Unterscheidung von Zielsetzung und Zielstreben.
3. DAS SOZIAL-KOGNITIVE PROZESSMODELL GESUNDHEITLICHEN HANDELNS: Detaillierte Erläuterung des HAPA-Modells, unterteilt in die Motivationsphase der Intention und die Volitionsphase der Umsetzung.
4. ERFOLGSFAKTOREN UND INTERVENTIONSANSÄTZE BEI DER INITIIERUNG UND AUFRECHTERHALTUNG GESUNDHEITSFÖRDERNDEN HANDELNS: Analyse konkreter Faktoren wie Selbstwirksamkeitserwartung und Handlungskontrollstrategien, die zur erfolgreichen Umsetzung gesundheitsfördernden Verhaltens beitragen.
5. FAZIT: Kritische Würdigung des Modells und Zusammenfassung der Bedeutung volitionstheoretischer Forschung für die angewandte Psychologie.
Schlüsselwörter
HAPA-Modell, Handlungstheorie, Rubikon-Modell, Volition, Gesundheitspsychologie, Risikowahrnehmung, Selbstwirksamkeitserwartung, Handlungsplanung, Verhaltensänderung, Raucherentwöhnung, Intentionsbildung, Handlungsabschirmung, Selbstregulation.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht, warum Menschen trotz besseren Wissens oft nicht gesundheitsbewusst handeln und welche psychologischen Prozesse nötig sind, um gesundheitsbezogene Vorsätze langfristig umzusetzen.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Im Fokus stehen das HAPA-Modell von Ralf Schwarzer, die Unterscheidung zwischen Motivation und Volition sowie Strategien zur Aufrechterhaltung von gesundheitsförderndem Verhalten.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Ziel ist es, die Erfolgsfaktoren für die Initiierung und Aufrechterhaltung gesundheitsbezogener Intentionen zu identifizieren und die Kluft zwischen Wissen und Handeln zu überbrücken.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine theoretische Arbeit, die auf einer umfassenden Literaturanalyse aktueller gesundheitspsychologischer Modelle und handlungstheoretischer Ansätze basiert.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil analysiert detailliert die verschiedenen Phasen des HAPA-Modells (Motivation und Volition) und leitet daraus praktische Erfolgsfaktoren für eine Verhaltensänderung ab.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Wichtige Begriffe sind HAPA-Modell, Volition, Selbstwirksamkeitserwartung, Gesundheitsförderung und Handlungskontrolle.
Warum wird das Rauchen als Praxisbeispiel gewählt?
Das Rauchen dient als "roter Faden", da es ein deutliches Beispiel für die Diskrepanz zwischen bekanntem Gesundheitsrisiko und der Schwierigkeit einer dauerhaften Verhaltensänderung darstellt.
Welche Rolle spielt die Selbstwirksamkeitserwartung im Prozess?
Sie gilt als entscheidende Variable, da nur Personen, die von ihren eigenen Fähigkeiten zur Bewältigung überzeugt sind, auch bei Schwierigkeiten an ihrer Intention festhalten und konkrete Pläne umsetzen.
- Quote paper
- Sonja Bröning (Author), 2002, Handlungstheoretische Erfolgsfaktoren für die Initiierung und Aufrechterhaltung von Gesundheitsverhalten, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/4836