Ein Interview führen zu können ist das Notwendigste überhaupt für Dokumentarfilmer/innen. Selbst wenn das Interview hinterher gar nicht im fertigen Film auftaucht, ist es eine Methode, wichtige Informationen zu bekommen, die vielleicht als voice-over benutzt werden können.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1. Vor dem Interview
1.1 Recherche
1.2 Am Drehort
2. Durchführen des Interviews
2.1 Die richtigen Fragen stellen
2.2 Die richtige Antwort geben
2.4 Strukturierung
2.3 Die zwei wichtigsten Fragen
3. Nach dem Interview
3.1 Schneiden des Materials
4. Literatur
Zielsetzung und thematische Ausrichtung
Die Arbeit untersucht das Interview als essenzielle journalistische Methode im dokumentarischen Film und beleuchtet den gesamten Prozess von der Vorbereitung über die Durchführung bis hin zur post-produktionellen Montage. Ziel ist es, aufzuzeigen, wie durch eine gezielte Gesprächsführung authentische Informationen gewonnen und dramaturgisch sinnvoll in ein filmisches Werk integriert werden können.
- Methodische Vorbereitung und Recherche zur inhaltlichen Fundierung
- Gestaltung der Drehsituation und psychologische Aspekte der Gesprächsführung
- Techniken der Fragestellung und aktiven Zuhörens zur Themenerschließung
- Praktische Ansätze für die strukturierte Montage von Interviewmaterial
Auszug aus dem Buch
1.1 Recherche
Während der Recherche muß herausgefunden werden, wer was zu sagen hat. Von wem bekommt man eine spezielle Information? Warum werde ich mit der bestimmten Person ein Interview führen, was kann sie zur Aussage des Films beitragen? Vorgespräche sind notwendig, um all diese Fragen abzudecken. Manchmal trifft man auch auf Menschen, die im persönlichen Gespräch sehr natürlich wirken, aber sobald eine Kamera läuft „versteinern“ sie oder fangen an zu schauspielern.
Als Interviewer muß man gut informiert sein über den Menschen und das Thema, welches man mit ihm beredet. Dieses Wissen braucht man, um die Richtung im Interview vorgeben zu können, dem Interviewpartner folgen zu können und Widersprüche erkennen zu können. Ebenso wichtig ist es, vorher herauszufinden, was man nicht weiß oder noch nicht in Erfahrung bringen konnte. Deshalb ist gründlichste Recherche und Informationsbeschaffung von besonderer Bedeutung. Bei dem Interview selbst muß man aber immer fragen, als ob man selbst sehr wenig Ahnung hat, schließlich fragt man stellvertretend für das Publikum, das sich ja nicht unbedingt in diese Thema stark hineingearbeitet hat und unter Umständen sehr wenig bis gar kein Vorwissen mitbringt.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Definition des Interviews als zielgerichtete Methode im Vergleich zum zufälligen Gespräch und Einordnung der Bedeutung für Dokumentarfilmer.
1. Vor dem Interview: Fokus auf die notwendige Vorbereitung durch Recherche und die Bedeutung der Gestaltung der Drehsituation.
2. Durchführen des Interviews: Erläuterung der Fragetechniken, des Antwortverhaltens des Interviewers und der Strukturierung des Gesprächsflusses.
3. Nach dem Interview: Behandlung der notwendigen Schritte zur Nachbereitung des Drehs sowie Techniken für den Schnitt und die Montage des Materials.
4. Literatur: Verzeichnis der verwendeten fachwissenschaftlichen Quellen.
Schlüsselwörter
Dokumentarfilm, Interview, Gesprächsführung, Recherche, Fragetechnik, Dokumentation, Filmarbeit, Regie, Schnitt, Montage, Interviewer, Gesprächspartner, Vorbereitung, Filmpraxis, Kommunikation.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in der Arbeit grundlegend?
Die Arbeit analysiert das Interview als professionelles Werkzeug innerhalb des dokumentarischen Films und betrachtet dabei die Phasen vor, während und nach der Aufnahme.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Themen umfassen die Recherche, die psychologische Gestaltung der Interviewatmosphäre, spezifische Fragetechniken sowie die praktische Schnittbearbeitung.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel besteht darin, Dokumentarfilmern praktische Leitlinien an die Hand zu geben, um Interviews methodisch fundiert zu planen und qualitativ hochwertig umzusetzen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer deskriptiven Analyse filmtheoretischer Grundlagen und praxisnaher Erkenntnisse erfahrener Dokumentaristen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Im Hauptteil werden konkrete Handlungsempfehlungen für die Recherche, die Interaktion mit dem Interviewpartner und die technische sowie inhaltliche Montage behandelt.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit lässt sich primär über die Begriffe Dokumentarfilm, Interviewtechnik, Gesprächsführung und Montage definieren.
Warum ist die Recherche vor dem Dreh so wichtig?
Eine gründliche Recherche ist notwendig, um die Richtung des Gesprächs vorzugeben, Widersprüche zu erkennen und den Interviewpartner gezielt zur Aussage des Films beitragen zu lassen.
Welche Rolle spielt der Interviewer während der Aufnahme?
Der Interviewer agiert als zielgerichteter Leiter des Gesprächs, der stellvertretend für das Publikum agiert, durch aktives Zuhören Vertrauen aufbaut und Themen strukturiert.
- Quote paper
- Robert Gücker (Author), 1999, Das Interview im dokumentarischen Film, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/483