Die Interkulturelle Pädagogik ist eine zentrale Fachrichtung der Pädagogik, welche gleichzeitig Bestandteil des Studienganges Pädagogik an der Bundeswehruniversität in Hamburg ist. Sie wird auch als „multicultural education“ im Englischen bezeichnet und verdeutlicht das Entgegenkommen und Eingehen auf die in den Ländern Europas und auch in den Vereinigten Staaten von Amerika immer mehr vorherrschende Multikulturalität.
In dieser Fachrichtung der Pädagogik sind sehr viele Begrifflichkeiten entstanden, die sich auch in den verschiedensten Seminaren und Literaturen widerspiegeln. Aber die Interkulturelle Pädagogik bestand nicht immer so, wie sie heute praktiziert wird. In meinem Studium stellte ich fest, dass man sich sehr mit der jetzigen Situation beschäftigen kann, besonders wegen der Ereignisse in New York des letzten Jahres. Aber hier stellten sich letztlich für mich die Fragen: Wie entstand überhaupt die Interkulturelle Pädagogik in Deutschland? Warum war es nötig die Pädagogik auf so eine Weise Auszurichten und was waren dafür die Auslöser? Ich möchte also mit dieser Arbeit auf die Entstehung und Entwicklung der Interkulturellen Pädagogik eingehen und diese kritisch beleuchten. Dazu möchte ich in einem ersten Teil auf die Arbeitskräfteanwerbung der Bundesrepublik Deutschland als Ursache für die Entwicklung eingehen. In einem weiteren Abschnitt werde ich die Entwicklung anhand von Nieke, Wolfgang; Interkulturelle Erziehung und Bildung - Wertorientierungen im Alltag; 2., überarbeitete und ergänzte Auflage; Opladen: Leske + Budrich 2000 skizzieren. Dabei gehe ich v. a. auf das von ihm erstellte fünf Phasen Modell ein. In den letzten Abschnitten möchte ich gezielt die Ausländerpädagogik, als einen abgeschlossenen Prozess bis in die achtziger Jahre, der Interkulturellen Pädagogik gegenüberstellen. Die Entwicklung der Interkulturellen Pädagogik ist dabei noch nicht abgeschlossen, was mir auch die Möglichkeit gibt auf mögliche und zukünftige Veränderungen einzugehen.
Inhaltsverzeichnis
- Einleitung
- Migration als Auslöser der Entwicklung
- Überblick über die Entwicklung der Interkulturellen Pädagogik in Deutschland
- Gastarbeiterkinder an Deutschen Schulen: >Ausländerpädagogik< als Nothilfe
- Kritik an der >Ausländerpädagogik<
- Interkulturelle Pädagogik als neue Herausforderung
- Interkulturelle Pädagogik als Aufgabe für die gesamte Schule
- Interkulturelle Pädagogik als Herausforderung für das Konzept der Schule
- Ausländerpädagogik versus Interkulturelle Pädagogik
- Analyse der Ausländerpädagogik
- Die Interkulturelle Pädagogik im Gegensatz
- Kritik an der Interkulturellen Pädagogik
- Zusammenfassung
Zielsetzung und Themenschwerpunkte
Die Arbeit befasst sich mit der Entstehung und Entwicklung der Interkulturellen Pädagogik in Deutschland. Ziel ist es, die Auslöser und Ursachen der Entwicklung zu analysieren und die Interkulturelle Pädagogik im Vergleich zur Ausländerpädagogik zu betrachten. Dabei wird die Kritik an der Interkulturellen Pädagogik berücksichtigt.
- Die Rolle der Migration als Auslöser der Entwicklung der Interkulturellen Pädagogik
- Die Entwicklungsphasen der Interkulturellen Pädagogik in Deutschland
- Der Vergleich zwischen Ausländerpädagogik und Interkultureller Pädagogik
- Kritikpunkte an der Interkulturellen Pädagogik
- Zukünftige Herausforderungen der Interkulturellen Pädagogik
Zusammenfassung der Kapitel
Im ersten Kapitel wird die Bedeutung der Migration als Auslöser der Entwicklung der Interkulturellen Pädagogik beleuchtet. Es wird die Arbeitskräfteanwerbung in den 1960er Jahren und die Folgen für das Bildungssystem in Deutschland dargestellt. Das zweite Kapitel bietet einen Überblick über die Entwicklung der Interkulturellen Pädagogik in Deutschland, wobei die Phasenmodell von Wolfgang Nieke verwendet wird. Dieses Modell gliedert die Entwicklung in fünf Phasen: >Gastarbeiterkinder an Deutschen Schulen: >Ausländerpädagogik< als Nothilfe<, >Kritik an der >Ausländerpädagogik<<, >Interkulturelle Pädagogik als neue Herausforderung<, >Interkulturelle Pädagogik als Aufgabe für die gesamte Schule< und >Interkulturelle Pädagogik als Herausforderung für das Konzept der Schule<. Das dritte Kapitel widmet sich dem Vergleich zwischen der Ausländerpädagogik und der Interkulturellen Pädagogik. Dabei werden sowohl die Kritikpunkte an der Ausländerpädagogik als auch die Vorteile der Interkulturellen Pädagogik herausgestellt. Im vierten Kapitel werden kritische Punkte in Bezug auf die Interkulturelle Pädagogik diskutiert.
Schlüsselwörter
Die Arbeit behandelt zentrale Themen wie Interkulturelle Pädagogik, Ausländerpädagogik, Migration, Bildungssystem, Deutsch als Fremdsprache, Integration, Multikulturalität, Kritik, und Entwicklung.
Häufig gestellte Fragen
Wie entstand die Interkulturelle Pädagogik in Deutschland?
Sie entstand als Reaktion auf die Anwerbung ausländischer Arbeitskräfte in den 1960er Jahren und die daraus resultierende Multikulturalität im deutschen Bildungssystem.
Was war die "Ausländerpädagogik"?
Die Ausländerpädagogik war eine frühe Phase (bis in die 80er Jahre), die Migrantenkinder als "Problemgruppe" sah und primär auf Defizitausgleich und Nothilfe ausgerichtet war.
Was ist das Fünf-Phasen-Modell von Wolfgang Nieke?
Dieses Modell skizziert die Entwicklung von der reinen Nothilfe (Ausländerpädagogik) über die Kritik daran bis hin zur heutigen Interkulturellen Pädagogik, die als Aufgabe für die gesamte Schule verstanden wird.
Was unterscheidet Interkulturelle Pädagogik von Ausländerpädagogik?
Während die Ausländerpädagogik auf Integration durch Anpassung zielte, betrachtet die Interkulturelle Pädagogik Multikulturalität als Chance und Herausforderung für alle Schüler und das gesamte Schulkonzept.
Welche Rolle spielt "Deutsch als Fremdsprache" in diesem Kontext?
Die Sprachförderung ist ein zentraler Bestandteil, um Teilhabe und Integration in einem multikulturellen Bildungssystem zu ermöglichen.
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- Heiko Fischer (Author), 2002, Überblick über die Entwicklung der Interkulturellen Pädagogik in Deutschland, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/48406