„Wie immer das sein mag, es steht fest, dass das Angstproblem ein Knotenpunkt ist, an welchem die verschiedensten und wichtigsten Fragen zusammentreffen, ein Rätsel, dessen Lösung eine Fülle von Licht über unser ganzes Seelenleben ergießen müsste.“
Freud
Angst, das Gefühl kennt wohl jeder: Schüler plagt die Prüfungsangst, anderen graut es vor Schlangen, Spinnen und ähnlichem.
Angst gehört zu unserem täglichen Leben, ist fester Bestandteil dessen.
Angst ist zeitlos, das einzige was sich ändert sind die Angstauslöser und die Reaktionen, die entstehen, um dem unangenehmen Gefühl der Angst aus dem Weg zu gehen.
Angst warnt uns vor Gefahren, die von allem, was neu und unbekannt ist, ausgehen. Sie ermöglicht dem Menschen, sich mit voller Aufmerksamkeit gefährlichen Situationen zu stellen und solche zu meistern. Angst kann unsere Handlungen blockieren, aber andererseits auch motivierend wirken, sie zu bewältigen.
Der Mensch wird immer wieder neuen, unvertrauten und damit angstauslösenden Situationen gegenüber stehen.
In diesen Zusammenhang ist auch die Angst vor der Schule einzuordnen.
Schule stellt an das Kind neue Anforderungen und erzeugte bei Kindern schon immer Angst. Nimmt Schulangst jedoch krankhaften Charakter an, kann es für wirkungsvolle Gegenmaßnahmen schon zu spät sein.
Hier soll untersucht werden, wie sich die Prüfungsangst entwickelt und unter welchen Gesichtspunkten ihre Entstehung erklärbar ist. Die in der Überschrift schon gefallenen Begriffe der Angst und der Leistung sollen näher untersucht und erläutert werden. Ausgehend von der begrifflichen Klärung soll auf die theoretischen Grundlagen der Angst aufmerksam gemacht werden. Dabei ist es wichtig unterschiedliche Ansätze zu berücksichtigen, die die Angstentstehung unter verschiedenen Voraussetzungen beleuchten.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Begriffsbestimmungen
2.1. Angst und Furcht
2.2. Angst
2.2.1. Zustandsangst
2.2.2. Ängstlichkeit
2.3. Leistungs- bzw. Prüfungsangst
3. Wie entsteht Angst?
3.1. Psychoanalytische Theorie nach Freud
3.1.1. Erste Angsttheorie Freuds
3.1.2. Zweite Angsttheorie Freuds
3.2. Lerntheoretische Angsttheorie
3.3. Kognitionspsychologische Angsttheorie
3.3.1. Allgemein
3.3.2. Theorie nach Lazarus
3.4. Anwendung der Theorien auf die Prüfungsangst
4. Abschließende Zusammenfassung
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit verfolgt das Ziel, die Ursachen und die Entwicklung von Prüfungsangst fundiert zu analysieren. Dabei wird der Frage nachgegangen, wie sich Angst psychologisch definieren lässt und welche theoretischen Ansätze – psychoanalytische, lerntheoretische und kognitionspsychologische – geeignet sind, das Phänomen Prüfungsangst zu erklären und einzuordnen.
- Begriffsbestimmung von Angst, Furcht und Zustandsangst
- Psychoanalytische Betrachtung nach Freud
- Lerntheoretische und kognitionspsychologische Erklärungsmodelle
- Die Rolle von Leistungsdruck und elterlichen Erwartungen
- Anwendung theoretischer Ansätze auf den schulischen Kontext
Auszug aus dem Buch
3.3.2. Theorie nach Lazarus
Nach der Theorie von Lazarus ist die Angst eine Begleiterscheinung von Stress. Angst entsteht, wenn eine Person eine bestimmte Situation als bedrohlich empfindet. Wie eine Situation beurteilt wird, hängt von der Person selbst und von vorherigen Lernerfahrungen ab. Damit entsteht aus der Bewertung der Situation als gefährlich das Gefühl der Angst.
Diese Bewertung, die aus drei aufeinander folgenden Phasen, der Primärbewertung, der Sekundärbewertung und der Neubewertung, besteht erfolgt auf Grund von internen oder externen Reizen.
Die Primärbewertung dient der Feststellung, ob es sich bei der gegebenen Situation um eine Bedrohung handelt. Diese Einschätzung wird anhand von Schicksalsschlägen, Alltagsanforderungen oder Reizkonfigurationen getätigt, indem es drei verschiedene Möglichkeiten der Bewertung gibt. Die Situation wird entweder als irrelevant, günstig oder stressinduzierend eingestuft. Bei Irrelevanz sind keine Auswirkungen auf das Wohlbefinden zu verzeichnen, eine günstige Situation steigert das Wohlbefinden. Eine stressinduzierende Situation kann das Selbstwertgefühl schädigen, bedrohen oder stellt eine Hersausforderung zur Gefahrenbewältigung dar.
Für den Fall, dass eine gefährliche Situation festgestellt wird, folgt ein weiterer Bewertungsprozess, die Sekundärbewertung, die sich auf personelle Merkmale, wie Kompetenz, Ziele, Überzeugung, etc. stützt.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet das Angstproblem als menschliches Grundphänomen und führt in die Thematik der Schul- und Prüfungsangst ein.
2. Begriffsbestimmungen: Dieses Kapitel differenziert zwischen den Begriffen Angst und Furcht sowie zwischen Zustandsangst und Ängstlichkeit als Persönlichkeitsmerkmal.
3. Wie entsteht Angst?: Hier werden verschiedene psychologische Theorien, insbesondere von Freud und Lazarus, vorgestellt und kritisch auf das Phänomen der Prüfungsangst angewendet.
4. Abschließende Zusammenfassung: Das abschließende Kapitel fasst die Bedeutung von Bewertungsprozessen und frühkindlichen Einflüssen zusammen und warnt vor den Folgen unangebrachter Leistungsdruck-Erziehung.
Schlüsselwörter
Prüfungsangst, Angst, Furcht, Zustandsangst, Ängstlichkeit, Psychoanalyse, Freud, Lerntheorie, Kognitionspsychologie, Lazarus, Leistungsdruck, Selbstwertgefühl, Bewertung, Stress, Schulangst
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit untersucht die theoretischen Hintergründe und Ursachen für die Entstehung von Prüfungsangst bei Schülern.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Die Schwerpunkte liegen auf der begrifflichen Abgrenzung von Angstformen sowie der Analyse psychologischer Theorien zur Angstentstehung.
Was ist das primäre Ziel der Untersuchung?
Das Ziel ist es, ein Verständnis dafür zu entwickeln, wie Prüfungsangst psychologisch erklärt werden kann und welche Faktoren dabei eine Rolle spielen.
Welche wissenschaftlichen Theorien werden verwendet?
Es werden die psychoanalytischen Theorien nach Freud, lerntheoretische Ansätze sowie die kognitionspsychologische Theorie nach Lazarus herangezogen.
Was steht im Hauptteil der Arbeit im Mittelpunkt?
Der Hauptteil widmet sich der systematischen Darstellung von Angsttheorien und deren direkter Anwendung auf den schulischen Leistungsdruck.
Welche Schlüsselbegriffe charakterisieren die Arbeit?
Wesentliche Begriffe sind Prüfungsangst, Leistungsdruck, Selbstwertbedrohung, Bewältigungsstrategien und psychoanalytische Instanzen.
Wie unterscheidet sich laut Lazarus die Bewertung einer Situation?
Lazarus unterscheidet zwischen der Primärbewertung (Feststellung einer Bedrohung), der Sekundärbewertung (Prüfung der Bewältigungsmöglichkeiten) und der Neubewertung.
Warum kann Leistungsdruck laut der Arbeit kontraproduktiv sein?
Laut der Autorin erzeugt zu hoher Druck oft Blockaden durch Angst, anstatt die gewünschte Leistungssteigerung herbeizuführen.
- Citation du texte
- Anika Timm (Auteur), 2004, Hintergründe zur Entstehung von Prüfungsangst, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/48576