Die Volkshochschulen - Erläuterungen zum Selbstverständnis zur Angebotsgestaltung zur Teilnehmerstruktur und zur allgemeinen Zielsetzung


Seminararbeit, 2004

15 Seiten, Note: 2,3


Leseprobe


Inhaltsverzeichnis

I. Einleitung

II. Selbstverständnis der Volkshochschulen
II.1. Integration
II.1.1. Notwendigkeit der modernen pluralistischen Welt
II.1.2. Integration als historisch gewachsenes Selbstverständnis
II.2. Offenheit
II.3. Das demokratische Prinzip
II.3.1. Institutionelle und organisatorische Bedingungen
II.3.2. Demokratische Legitimation
II.3.3. Relative Autonomie
II.3.4. Transparenz

III. Angebotsvielfalt
III.1. Adressatenfreundliche Angebotsgestaltung
III.2. Teilnehmerorientierte Veranstaltungen
III.3. Formelle Aspekte der Angebotsgestaltung
III.4. Inhaltliche Aspekte der Angebotsgestaltung
III.5. Konkrete Veranstaltungsformen einer voll ausgebauten Volkshochschule

IV. Teilnehmer und Mitarbeiter
IV.I. Teilnehmer
IV.2. Mitarbeiter

V. Schluss

I. Einleitung

„Welche Einrichtungen im Bereich der Erwachsenenbildung kennen sie?“ Von 400 Passanten, die im Rahmen einer Qualifizierungsmaßnahme der Gesellschaft für Konsumforschung befragt wurden, antworteten 75% mit Volkshochschule (Kett, Bildungszentrum Stadt Nürnberg, Programmheft des Sommersemesters 2001). Dies zeigt in aller Deutlichkeit welche Relevanz Volkshochschulen im Bewusstsein der Bevölkerung inne haben. Ist ein Bedarf an Bildung vorhanden und der Entschluss gefasst diesen durch eine Weiterbildungsmaßnahme zu befriedigen, dann ist für den Großteil der Bevölkerung die Volkshochschule der erste Anlaufpunkt.

Im ersten Teil meiner Arbeit werde ich versuchen das allgemeine Selbstverständnis der Volkshochschulen wiederzugeben. Es wird sich zeigen, dass die darin enthaltenen Zielsetzungen, die als Ziel an sich immer den Charakter einer ideellen Vorstellung integrieren, durch die oben angeführten Umfrageergebnisse, zum Teil auch in der Wirklichkeit umgesetzt sind. Weiter soll die aus dem Selbstverständnis resultierende Angebotsstruktur einer Volkshochschule näher betrachtet werden. Vielfalt, Offenheit und Integration sind hierbei Schlagwörter, deren Erklärungen dann folgen werden.

Im darauffolgenden Teil richte ich den Blick auf die Teilnehmerstruktur der Volkshochschulen. Wer besucht die Volkshochschulen? Zeigt sich eine homogene Teilnehmerstruktur oder gibt es bestimmte Gruppierungen, welche die sich in den Volkshochschulen bietenden Möglichkeiten der Weiterbildung bevorzugt nutzen? Zudem werde ich auch einen kurzen Blick auf die Mitarbeiter der Volkshochschulen werfen.

Abschließend ergibt sich mit dem Blick auf die Zielsetzungen der Volkshochschulen auch ein Blick auf deren Perspektiven. Wohin verlagert sich die Schwerpunktsetzung von Volkshochschulen? Sind sie der Wirklichkeit, mit ihrem Selbstverständnis und der sich daraus ergebenden Angebotsgestaltung, überhaupt noch gewachsen? Ist eine Anpassung an eine immer mehr von Leistung und Effizienz gekennzeichnete Gesellschaft wünschenswert oder muss gerade die Volkshochschule eine Bastion sein, die sich dem Ansturm moderner Rationalitätsansprüche entzieht?

II. Selbstverständnis der Volkshochschulen (Vgl. Leitbilder der Volkshochschule Kiel, Volkshochschule Charlottenburg, DIE, 1997, S. 116 - 126)

II.1. Integration

II.1.1. Notwendigkeit der modernen pluralistischen Welt

In einer pluralistischen Welt gibt es die Neigung bestimmten Gruppeninteressen den Vorzug gegenüber anderen zu geben. Die Volkshochschulen versuchen mit ihrer Maxime der Integration dieser Entwicklung gegenüberzutreten.

„Indem sie den Pluralismus bei sich selbst verwirklichen, bieten sie die Möglichkeit der Begegnung verschieden Denkender und unterschiedlich Lebender. Eine solche integrative Aufgabe, die dem Zwischen der Gruppen verschiedenster Art zugewandt ist, macht Volkshochschule zu einer Einrichtung interkultureller Bildung im weiteren Sinne“(Tietgens, 1990, S.59).

Mit dieser integrativen Funktion der Volkshochschulen ist eine Flexibilität der Angebote verbunden. Denn wenn die Volkshochschule im erläuterten Sinn, Stätte des integralen Verständnisses sein will, so erfordert der permanente Wandel der Gesellschaft eine hohe Anpassungsfähigkeit. Für die Volkshochschule bedeutet dies, dass sie sich in ihren Angeboten auf die wechselnden Themen des gesellschaftlichen Lebens einstellen muss.

II.1.2. Integration als historisch gewachsenes Selbstverständnis

Die Maxime der Integration ist, neben der bereits aufgezeigten Notwendigkeit der Moderne, ebenfalls im historischen Selbstverständnis der Volkshochschulen wiederzufinden. Bereits in der Weimarer Zeit, in der die Gründung von Volkshochschulen einen historischen Höhepunkt in Deutschland erreichte, ist die Überwindung von gesellschaftlichen Klassenkämpfen und politischen Weltanschauungen durch die Einbeziehung aller Volksschichten erklärte Zielsetzung. Durch das Bewusstmachen einer gemeinsamen Kultur- und Wissenstradition und durch die Förderung einer demokratischen Volkssolidarität wurde versucht den gesellschaftlich bzw. politisch getrennten Volksschichten eine Basis der Verständigung bereitzustellen (Vgl. Dohmen, Volkshochschulen, 1994, S. 407). Hierin findet sich neben den Erfordernissen einer globalen Welt, welche die nationalen und kulturellen Grenzen nicht mehr unbefragt hinnimmt, ein wesentlicher Aspekt, der die Aufnahme der Integration in die Zielsetzung der Volkshochschulen erklärt.

II.2. Offenheit

„Die Volkshochschulen verstehen sich als öffentliche Dienstleistungszentren, die ein flächendeckendes Weiterbildungsangebot für alle an Weiterbildung interessierten und zu interessierenden Bürgerinnen und Bürger in der Kommune zu gewährleisten haben“ (Ebd., S.409).

Mit dieser prägnant kurzen Definition des grundsätzlichen Selbstverständnisses der Volkshochschulen, ergeben sich mehrere zu berücksichtigende Aspekte. Als öffentliches Dienstleistungszentrum steht die Volkshochschule in der öffentlichen Verpflichtung, jedem die Möglichkeit zu bieten, Weiterbildungswünsche umzusetzen. Als politisch-ideelle bzw. philosophische Grundausrichtung liegt diesem Aspekt des Selbstverständnisses eine demokratische Denkweise zu Grunde (Vgl. ebd.).

II.3. Das demokratische Prinzip

Der erfolgreiche Vollzug dieser Zielsetzung erfordert ein aktives Mitdenken und Mitwirken der einzelnen Bürgerinnen und Bürger. Der Wunsch zur Aktualisierung bzw. zur Erweiterung der dazu nötigen Fähigkeiten ist der eigentliche Anlass, der die Bürgerinnen und Bürger dazu veranlasst Volkshochschulen zu besuchen und die darin angebotenen Weiterbildungsmöglichkeiten zu nutzen.

Die direkte finanzielle Unabhängigkeit der Volkshochschulen von Parteien, Konfessionen und sonstigen Gruppen ist in diesem Sinne eine unerlässliche Voraussetzung. Gerade in einer Zeit, in der die Tendenz immer mehr zur ökonomischen Wirtschaftlichkeit tendiert, ist die relative finanzielle Unabhängigkeit der Volkshochschulen ein nicht selbstverständliches Fakt unserer Bildungslandschaft.

II.3.1. Institutionelle und organisatorische Bedingungen

Mit der Maxime der Offenheit und dem demokratischen Prinzip verbinden sich organisatorische und institutionelle Bedingungen. Die Volkshochschule gewinnt gerade durch diese, ihre eigentliche demokratische Legitimation. Sie bewahrt ihre relative Autonomie, wird aber auch zur Transparenz ihrer Arbeit verpflichtet.

II.3.2. Demokratische Legitimation

Dadurch, dass Vertreter aus Parteien und organisierten gesellschaftlichen Gruppen aus der Gemeinde in den Aufsichtsgremien der Volkshochschulen delegiert werden, wird die Demokratie bewahrt. Somit ist die Arbeit der Volkshochschulen legitimiert (Vgl. Deutscher Volkshochschulen-Verband, 1978, S.40)

II.3.3. Relative Autonomie

Durch die demokratisch parlamentarische Kontrolle der BRD wird die Freiheit in Lehre, Information und Programmgestaltung garantiert. Dies bedeutet für die Volkshochschulen eine freie Arbeitsplanung und Mitarbeiterwahl. Da diese Autonomie an Recht und Gesetz gebunden ist, ist sie nur relativ (Vgl., Ebd.).

[...]

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten

Details

Titel
Die Volkshochschulen - Erläuterungen zum Selbstverständnis zur Angebotsgestaltung zur Teilnehmerstruktur und zur allgemeinen Zielsetzung
Hochschule
Otto-Friedrich-Universität Bamberg
Veranstaltung
Institutionen der Erwachsenenbildung
Note
2,3
Autor
Jahr
2004
Seiten
15
Katalognummer
V48615
ISBN (eBook)
9783638452762
Dateigröße
525 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Volkshochschulen, Erläuterungen, Selbstverständnis, Angebotsgestaltung, Teilnehmerstruktur, Zielsetzung, Institutionen, Erwachsenenbildung
Arbeit zitieren
M.A. Mirko Jungkunz (Autor:in), 2004, Die Volkshochschulen - Erläuterungen zum Selbstverständnis zur Angebotsgestaltung zur Teilnehmerstruktur und zur allgemeinen Zielsetzung, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/48615

Kommentare

  • Noch keine Kommentare.
Blick ins Buch
Titel: Die Volkshochschulen - Erläuterungen zum Selbstverständnis zur Angebotsgestaltung zur Teilnehmerstruktur und zur allgemeinen Zielsetzung



Ihre Arbeit hochladen

Ihre Hausarbeit / Abschlussarbeit:

- Publikation als eBook und Buch
- Hohes Honorar auf die Verkäufe
- Für Sie komplett kostenlos – mit ISBN
- Es dauert nur 5 Minuten
- Jede Arbeit findet Leser

Kostenlos Autor werden