Seit Beginn der Industrialisierung haben menschliche Aktivitäten die Umwelt stark verändert. Hauptsächlich durch die Verbrennung fossiler Brennstoffe wie Öl, Kohle und Gas, bei der unvermeidbar Kohlendioxid freigesetzt wird, stieg die Treibhauskonzentration in der Atmosphäre an. Ein weiterer Grund für die hohe atmosphärische Kohlendioxidkonzentration ist die immer stärkere Entwaldung des Planeten, so dass die verbleibenden Pflanzen das Treibhausgas nur noch unzureichend absorbieren. Als Konsequenz ist die CO²-Konzentration seit 1750 bis heute um ca. 31 % gestiegen, so dass die globale Mitteltemperatur im vergangenen Jahrhundert um 0,6 Grad Celsius zugenommen hat. Diese Erwärmung begründet sich im Treibhauseffekt. Dieser Effekt bedeutet nach Utsch (1994, S. 6 f.), dass einige der Gase, die sich in der Atmosphäre befinden, einen Teil der Wärmeabstrahlung der Erde wieder reflektieren, also zur Erde zurücksenden und somit für eine Erwärmung der erdnahen Luftschicht sorgen. Nach Stand der Klimaforschung ist davon auszugehen, dass ohne Klimaschutzmaßnahmen die natürliche und menschliche Lebenswelt ganz erheblich beeinträchtigt wird. Anstieg des Meeresspiegels, Abschmelzen der Polarkappen, Änderungen der Standortbedingungen für Pflanzen, Störung der allgemeinen atmosphärischen Zirkulation und Desertifikation sind einige mögliche Szenarien des Klimawandels.
In der vorliegenden Arbeit werde ich zum Verständnis der Entwicklung auch kurz auf die Geschehnisse vor der Weltklimakonferenz in Rio de Janeiro eingehen. Im Anschluss stelle ich dann die einzelnen Vertragsstaatenkonferenzen mit ihren jeweiligen Ergebnissen vor und bewerte die Resultate der wichtigsten Beschlüsse kritisch. Verdeutlichen möchte ich weiterhin die verschiedenen Akteure und Interessen in der internationalen Klimapolitik und auch die ökonomische Betrachtungsweise nicht außer Acht lassen.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
2. Konferenzen und Beschlüsse vor Rio de Janeiro 1992
3. Die Weltklimakonferenz in Rio de Janeiro 1992
3.1. Die Rio-Deklaration
3.2. Die Agenda 21
3.3. Die Klimarahmenkonventionen
4. Die Vertragsstaatenkonferenzen als Weiterentwicklung der Klimarahmenkonvention
4.1. Berlin und Genf
4.2. Kyoto
4.2.1. Zentrale Elemente des Kyoto-Protokolls
4.2.2. Die verschiedenen Interessengruppen bei der Entwicklung des Kyoto-Protokolls
4.3. Die Konferenzen seit Kyoto bis heute
4.4. Die Schwächen des Kyoto-Protokolls
5. Kosten des Klimaschutzes und Kosten des Nichthandelns
6. Schlussbetrachtung und Ausblick
Zielsetzung und thematische Schwerpunkte
Die Arbeit analysiert die internationale Klimaschutzpolitik seit der Konferenz von Rio de Janeiro 1992, wobei sie insbesondere die Entwicklung, die zentralen Beschlüsse und die Wirksamkeit der Weltklimakonferenzen bis zum Inkrafttreten des Kyoto-Protokolls kritisch untersucht.
- Historische Einordnung internationaler Klimakonferenzen.
- Die Bedeutung der Rio-Deklaration, der Agenda 21 und der Klimarahmenkonvention.
- Strukturen, Mechanismen und Interessengruppen des Kyoto-Protokolls.
- Kritische Analyse der Schwachstellen und Umsetzungsdefizite internationaler Verträge.
- Ökonomische Betrachtung von Klimaschutzinvestitionen versus Kosten des Nichthandelns.
Auszug aus dem Buch
4.2.1. Zentrale Elemente des Kyoto-Protokolls
Flexible Mechanismen:
Die beteiligten Staaten konnten sich darauf einigen, ihre Verpflichtungen zur Emissionsreduktion zum Teil im Ausland erbringen zu dürfen. Beispielsweise könnte sich Frankreich die Finanzierung eines Windparks in Deutschland auf die Kyoto Vereinbarungen anrechnen lassen. Trotzdem soll die heimische Emissionsreduktion Vorrang haben und die Erbringung von Leistungen im Ausland nur als Ergänzung gelten.
Senken:
Da Wälder und Böden Kohlenstoff aus der Atmosphäre entfernen und diesen speichern können, nennt man diese Ökosysteme Senken. Nach dem Kyoto-Protokoll können beispielsweise Aufforstungsprojekte bis zu einem gewissen Grad den Klimaschutzverpflichtungen angerechnet werden.
Erfüllungskontrolle:
Vereinbart wurden eine Reihe von Hilfestellungen und Sanktionen, die gegeben oder verhängt werden können, wenn ein Land seine Auferlegungen nicht einhalten kann. Erfüllt ein Staat seine Emissionsreduktionsverpflichtungen zwischen 2008 und 2012 nicht, muss er in der zweiten Verpflichtungsperiode das 1,3fache der bis 2012 zu viel ausgestoßenen Emissionen zusätzlich vermeiden und der Staatengemeinschaft einen Erfüllungsplan vorlegen, der aufzeigt, wie das erhöhte Ziel in der zweiten Periode erreicht werden soll. Weiterhin verliert dieser Staat das Recht die „flexiblen Mechanismen“ nutzen zu dürfen, die ihm eine kostengünstigere Erfüllung seiner Verpflichtungen ermöglichen.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Beschreibt die Ursachen des anthropogenen Treibhauseffekts und definiert den Handlungsbedarf sowie den Begriff Klimaschutz.
2. Konferenzen und Beschlüsse vor Rio de Janeiro 1992: Gibt einen Überblick über die Entwicklung internationaler Umweltbemühungen von Stockholm 1972 bis zur Gründung des IPCC 1988.
3. Die Weltklimakonferenz in Rio de Janeiro 1992: Erläutert die zentralen Ergebnisse des UN-Gipfels, insbesondere die Rio-Deklaration, die Agenda 21 und die grundlegende Klimarahmenkonvention.
4. Die Vertragsstaatenkonferenzen als Weiterentwicklung der Klimarahmenkonvention: Analysiert den Prozess von den Konferenzen in Berlin und Genf bis zur Verabschiedung und Umsetzung des Kyoto-Protokolls unter Berücksichtigung der verschiedenen Interessengruppen.
5. Kosten des Klimaschutzes und Kosten des Nichthandelns: Beleuchtet die ökonomische Dimension, indem volkswirtschaftliche Kosten und Nutzen von Klimaschutzmaßnahmen gegenübergestellt werden.
6. Schlussbetrachtung und Ausblick: Bewertet das Kyoto-Protokoll als wichtigen Meilenstein und skizziert die kommenden Herausforderungen für die internationale Klimapolitik nach 2012.
Schlüsselwörter
Klimaschutz, Kyoto-Protokoll, Rio-Deklaration, Agenda 21, Klimarahmenkonvention, Treibhauseffekt, Emissionen, Treibhausgase, UNFCCC, flexible Mechanismen, Senken, Nachhaltigkeit, CO2-Reduktion, internationale Umweltpolitik, Weltklimakonferenzen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit bietet eine umfassende Analyse der internationalen Klimapolitik und verfolgt die Entwicklung der Weltklimakonferenzen von der Rio-Konferenz 1992 bis zur Etablierung des Kyoto-Protokolls.
Was sind die zentralen Themenfelder?
Die Schwerpunkte liegen auf den rechtlichen und politischen Rahmenbedingungen, den Verhandlungsprozessen zwischen verschiedenen Akteuren und den ökonomischen Aspekten des Klimaschutzes.
Was ist das primäre Ziel oder die Forschungsfrage?
Ziel ist es, die Entwicklung der internationalen Klimapolitik zu verstehen, die Ergebnisse der wichtigsten Vertragsstaatenkonferenzen kritisch zu bewerten und die ökonomische Relevanz des Klimaschutzes zu verdeutlichen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse und einer deskriptiven Aufarbeitung der historischen Konferenzverläufe, Beschlüsse und der daraus resultierenden politischen Mechanismen.
Was wird im Hauptteil behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in die Aufarbeitung der Meilensteine vor Rio, die Analyse der Konferenzen von Rio bis Kyoto sowie die detaillierte Untersuchung der Elemente, Interessengruppen und Schwächen des Kyoto-Protokolls.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird durch Begriffe wie Klimaschutz, Kyoto-Protokoll, Emissionsreduktion, Treibhauseffekt und internationale Klimapolitik geprägt.
Welche Rolle spielen die USA im Kyoto-Protokoll?
Die USA werden als größte Schwachstelle identifiziert, da sie das Kyoto-Protokoll nicht ratifizierten und eine ablehnende Haltung gegenüber verbindlichen Emissionsreduktionen einnahmen.
Was sind „flexible Mechanismen“ im Kontext des Kyoto-Protokolls?
Dies sind Instrumente, die es Staaten erlauben, ihre Verpflichtungen zur Emissionsreduktion teilweise im Ausland zu erbringen, um eine kosteneffizientere Zielerreichung zu ermöglichen.
Wie bewertet der Autor die „Endlichkeitsfalle“?
Der Autor führt diesen Begriff ein, um die Unmöglichkeit eines permanenten ökonomischen Wachstums in einem begrenzten System wie der Erde zu unterstreichen, was die Notwendigkeit globalen Klimaschutzes untermauert.
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- Stephanie Meyer (Author), 2005, Die Ergebnisse der Weltklimakonferenzen seit Rio de Janeiro, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/48716