Die Seminararbeit befasst sich mit der überbetrieblichen Integration von Banken. In anbetracht der Kosten- und Ertragskrise wird erläutert wie diese Maßnahmen im Rahmen der Instrialisierung des Bankensektors als Effektivitätssteigerungsmaßnahmen eingesetzt werden. Die wichtigsten Arten des Sourcing werden beschrieben und Vor- und Nachteile herausgestellt. Die Umsetzung von Sourcing-Strategien wird durch die Zerlegung der Wertkette, der Kerngeschäftsfokussierung und rechtlicher sowie organisatorischer Voraussetzungen erläutert. Im Zweiten Teil wird eine Befragung mittelst¨ andischer Banken im Leipziger Raum ausgearbeitet und bis zur Umsetzung und Auswertung vorbereitet. Ziel der Befragung ist es herauszufinden, welche Kernkompetenzen die Banken herausstellen, welche Sourcingformen und -strategien angewandt werden, und welche Entwicklung der Partnerschaftsnetzwerke zukünftig angestrebt wird.
Inhaltsverzeichnis
1 Einleitung
1.1 Problemstellung und Zielsetzung
1.2 Vorgehensweise
2 Formen und Strategien des Sourcing
2.1 Deutsche Banken in der Krise - Überblick und Lösungskonzepte
2.2 Allgemeine Sourcing-Konzepte
2.3 Vorteile und Nachteile durch Outsourcing
2.4 Umsetzung des Sourcing
2.4.1 Zerlegung der Wertkette und Kerngeschäftsfokussierung
2.4.2 Rechtliche Rahmenbedingungen und organisatorische Voraussetzungen
2.5 Dimensionen des IT-Sourcing
2.5.1 IT-Infrastruktur Outsourcing
2.5.2 Business Process Outsourcing
3 Befragung von mittelständischen Banken im Leipziger Raum
3.1 Fragestellung der Untersuchung
3.2 Situation des ostdeutschen Bankenmarkts
3.3 Strukturierung und Klassifizierung der relevanten Befragungsgruppe
3.4 Hypothesen
3.5 Untersuchungsdesign
4 Zusammenfassung und Ausblick
A Fragebögen
A.1 Vorfragebogen
A.2 Fragebogen
B Adressen und Telefonnummern Leipziger Banken der relevanten Befragungsgruppe
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht im Kontext der Kosten- und Ertragskrise deutscher Banken, wie überbetriebliche Integrationsprojekte mittels Sourcing-Strategien zur Effizienzsteigerung beitragen können. Im praktischen Teil wird eine Befragung mittelständischer Banken im Leipziger Raum vorbereitet, um deren Kernkompetenzen, Sourcing-Ansätze und die zukünftige Entwicklung von Partnerschaftsnetzwerken zu analysieren.
- Industrialisierung des Bankensektors als Antwort auf die Strukturkrise.
- Analyse verschiedener Sourcing-Konzepte (Outsourcing, Inhouse-Outsourcing, Co-Sourcing).
- Umsetzung von Sourcing-Strategien durch Zerlegung der Wertkette und rechtliche Rahmenbedingungen.
- Besonderheiten des IT-Sourcing und Business Process Outsourcing (BPO).
- Empirische Untersuchung der Sourcing-Praxis mittelständischer Banken im Leipziger Raum.
Auszug aus dem Buch
2.4.1 Zerlegung der Wertkette und Kerngeschäftsfokussierung
Die Zerlegung der Wertkette bedeutet eine Aufspaltung der Produktion, Marketing, Analyse, Vertrieb, Abwicklung und Steuerung in einzelne Stufen der Wertschöpfung. Erst nach diesem Auseinanderdividieren der Geschäftsprozesse können diese bewertet [(7), S. 38] und einem „Make or Buy“ Entscheid unterzogen werden. Das Ziel dieser Maßnahme ist durch Verkurzen der vertikalen Wertschöpfungskette eine Fokussierung auf die Kernkompetenzen5 des Geldinstituts [(4), S. 320]. Die Banken sollen sich nach dem Motto „Do the best you can best“ folgend auf die für die Kunden wichtigen Kerngeschäftsprozesse mit genügend Differenzierungspotenzial konzentrieren. Die Bearbeitung von „Nicht-Kerngeschäftsprozessen“ sollte an spezielle Dienstleister ausgelagert werden. Welche Prozesse in der Praxis zum Kerngeschäft zählen oder nicht, müssen die Banken jedoch in Abwägung der institutsspezifischen Stärken und Schwächen immer individuell entscheiden. Allen Banken ist jedoch gemein, dass die Komplexität ihrer internen Prozesse verringert werden muss, um überhaupt eine Auslagerung an externe Anbieter realisieren zu können. Durch eine zentrale Bearbeitung von Back-Office- und Management-Prozessen soll diese Voraussetzung geschaffen werden [(1), S. 370].
Der immaterielle Charakter von Bankprodukten spielt bei dem vertikalen Verkürzen der Wertschöpfungskette eine Rolle, da beispielsweise im Vergleich mit Automobilen Produkte und Dienstleistungen der Banken für den Kunden kaum Differenzierungsmerkmale inne haben. Die Produkte der Banken sind von keinem physischen Vorhandensein, wie etwa in der Vergangenheit in Form von Münzen oder Papiergeld, sondern durch einen reinen Informationsgehalt gekennzeichnet. Die elektronische Tranksaktionsabwicklung läuft für den Kunden einhergehend mit einem stark gestiegenen Abstraktionsgrad bei der Produkterstellung unsichtbar im Hintergrund ab. Für Kunden ist also im Wesentlichen die Marke („Branding“) der Bank wichtig. Weniger beachtet wird, woher bestimmte Teilleistungen bezogen werden [(11), S. 24].
Zusammenfassung der Kapitel
1 Einleitung: Diese Einleitung beschreibt die aktuelle Kosten- und Ertragskrise deutscher Banken und skizziert das Ziel der Arbeit, die überbetriebliche Integration durch Sourcing-Strategien zu untersuchen.
2 Formen und Strategien des Sourcing: Dieses Kapitel erläutert den theoretischen Rahmen des Sourcings im Bankensektor, beleuchtet Vor- und Nachteile sowie die rechtlichen und organisatorischen Herausforderungen bei der Umsetzung.
3 Befragung von mittelständischen Banken im Leipziger Raum: Dieser Abschnitt beschreibt das Untersuchungsdesign der geplanten empirischen Befragung, inklusive Hypothesenbildung, Zielgruppendefinition und Erhebungsmethodik.
4 Zusammenfassung und Ausblick: Hier werden die Ergebnisse der Arbeit zusammengeführt und ein Ausblick auf die zukünftige Marktentwicklung sowie die Bedeutung von Sourcing für die Wettbewerbsfähigkeit gegeben.
Schlüsselwörter
Industrialisierung im Bankensektor, Sourcing, Outsourcing, Ausarbeitung einer Befragung, Leipziger Raum, Wertschöpfungskette, Kerngeschäftsfokussierung, Kosten- und Ertragskrise, IT-Sourcing, Business Process Outsourcing, Kreditfabriken, Transaktionsbanken, Bankenkrise, Risikomanagement.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit behandelt die Möglichkeiten der überbetrieblichen Integration durch Sourcing-Strategien als Antwort auf die strukturellen Probleme deutscher Banken.
Welche zentralen Themenfelder werden bearbeitet?
Im Fokus stehen die Industrialisierung des Bankensektors, die verschiedenen Sourcing-Konzepte, die Zerlegung der Wertkette und die praktische Implementierung dieser Strategien bei mittelständischen Instituten.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Das Ziel ist die theoretische Aufarbeitung von Sourcing-Strategien sowie die Ausarbeitung und Vorbereitung einer empirischen Befragung mittelständischer Banken im Leipziger Raum.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Die Arbeit basiert auf einer Literaturanalyse zur theoretischen Fundierung sowie auf dem Entwurf eines strukturierten Interviewleitfadens für die praktische Untersuchung.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine theoretische Analyse der Sourcing-Formen (Outsourcing, Co-Sourcing etc.), deren Umsetzung (Wertkettenzerlegung) und ein praxisorientiertes Kapitel zur Befragung mittelständischer Banken.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Die Arbeit wird maßgeblich durch Begriffe wie Industrialisierung im Bankensektor, Outsourcing, Wertschöpfungskette und die Untersuchung des Leipziger Bankenmarktes bestimmt.
Warum ist eine Zerlegung der Wertkette für Banken relevant?
Sie ermöglicht es Banken, ihre Kernkompetenzen zu identifizieren und Nicht-Kerngeschäftsprozesse an externe Anbieter auszulagern, um die Komplexität zu senken und die Effizienz zu steigern.
Welche Rolle spielt die BaFin bei Outsourcing-Projekten?
Die BaFin gibt bankenrechtliche Aufsichtsbestimmungen (z.B. § 25a KWG) vor, die bei einer Auslagerung zwingend eingehalten werden müssen, um eine Versagung der Auslagerung zu verhindern.
- Quote paper
- Christian Ehlert (Author), 2005, Überbetriebliche Integration mittelständischer Banken, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/48721