In dieser Seminararbeit soll transparent gemacht werden, inwiefern die Darstellung der Protagonistin Maria in Friedrich Schillers Werk "Maria Stuart" und in Bjørnstjerne Bjørnsons Drama "Maria Stuart i Skotland" Gemeinsamkeiten und Unterschiede aufweist.
Zu Beginn wird das Stück "Maria Stuart" auf die Darstellungsweise der Maria hin untersucht. Dabei werden sowohl ihr Äußeres als auch ihre Charakterzüge und Verhaltensweisen aufgedeckt. Darüber hinaus findet eine Einordnung der Figur in Schillers Theorie der schönen Seele statt. Anschließend werden Aspekte der Darstellung der Protagonistin in Bjørnsons "Maria Stuart i Skotland" ermittelt. Darauf aufbauend sollen die distinktiven Merkmale gegenübergestellt werden, um sie im Hinblick auf Gemeinsamkeiten und Unterschiede zu analysieren und zu einem Fazit zu gelangen.
Schillers Maria Stuart, die sich in England in einem Konflikt mit Königin Elisabeth wiederfindet, durchläuft während des Stückes eine Persönlichkeitsentwicklung. Es wird ein Wandel von einer eher leidenschaftlichen, sich ihren Affekten hingebenden Figur zu einem Charakter illustriert, der sich treffend durch Schillers Theorie der schönen Seele darlegen lässt. Maria ist am Ende des Stückes mit sich im Reinen und nimmt ihre Verurteilung zum Tode an. Auch Bjørnsons Drama "Maria Stuart i Skotland" zeichnet die Figur der Maria von zweierlei Seiten. Dies lässt sich darauf zurückführen, dass Maria eine Fassade errichtet, die sie allerdings in einigen Szenen durchbricht, sodass ihr wahres Inneres zum Vorschein kommt.
Inhaltsverzeichnis
Einleitung
1 Die Figur der Maria…
1.1 … in Schillers Maria Stuart
1.2 … in Bjørnsons Maria Stuart i Skotland
2 Vergleich der Figurendarstellungen
Fazit
Ausblick
Zielsetzung & Themen
Die vorliegende Arbeit untersucht die Gemeinsamkeiten und Unterschiede in der Darstellung der historischen Figur Maria Stuart in Friedrich Schillers Drama Maria Stuart und Bjørnstjerne Bjørnsons Maria Stuart i Skotland. Dabei steht die Frage im Zentrum, wie die jeweiligen Autoren die Protagonistin charakterisieren und ob sie damit unterschiedliche dramatische Ziele oder Idealbilder verfolgen.
- Analyse der Figurendarstellung von Maria Stuart bei Friedrich Schiller
- Untersuchung der Charakterisierung Marias in Bjørnstjerne Bjørnsons Drama
- Vergleichende Gegenüberstellung der beiden Dramen
- Die Rolle der "schönen Seele" als dramatisches Leitmotiv bei Schiller
- Herausarbeitung von psychologischer Ambivalenz und Kontrastbildern bei Bjørnson
Auszug aus dem Buch
1.1 … in Schillers Maria Stuart
Dieses Kapitel untersucht, wie die Figur der Maria in Schillers Maria Stuart dargestellt wird. Zunächst einmal kann angemerkt werden, dass Marias Äußeres in diesem Drama durch außerordentliche Schönheit gekennzeichnet wird. Mortimer beschreibt ihre Erscheinung durch einen „Schönheitsglanze“ und „Licht und Leben“ (MS, S.29). Männer fühlen sich verstärkt zu ihr hingezogen, wie es am Beispiel von Mortimer oder Leicester deutlich gemacht wird.
Maria absolviert im Verlauf des Dramas eine Entwicklung und wird dementsprechend als dynamische Figur illustriert. Zu Beginn wird sie als ein äußerst leidenschaftlicher, später als sehr erhabener Charakter gezeichnet. Dieses Stück hat demnach „die innere Entwicklung der Charaktere [, vor allem der Maria,] zum Gegenstand“. Dieser Wandel lässt sich am Beispiel von Schillers Ideal der schönen Seele nachvollziehen, welches in seinem Werk Über Anmut und Würde bereits angedeutet wird. Gabriele von Bassermann-Jordan stellt dieses Ideal differenzierter dar: „Die ‚schöne Seele‘ ist es, der innere Schönheit zukommt, denn in ihrem Charakter stimmen Sinnlichkeit und Vernunft harmonisch überein. […] Die schöne Seele ist als eine solche zuverlässig daran zu erkennen, daß sie sich unter momentaner äußerer Gewalteinwirkung (‚im Affekt‘) in eine erhabene Seele verwandelt.“ Diese Theorie schließt sowohl das Vorhandensein von „Mitgefühl für fremdes Leid, Empfindsamkeit, Gerechtigkeitsliebe [und] soziale[n] Sinn“ als auch die „Sanftmut des Herzens“ mit ein. Darüber hinaus weiß eine Person, die sich durch eine schöne, beziehungsweise erhabene Seele auszeichnet, ihre sinnlichen Affekte zu kontrollieren und einzuschränken.
Zusammenfassung der Kapitel
Einleitung: Diese Einleitung stellt die beiden zu untersuchenden Werke vor, nennt die Forschungsfrage und erläutert die methodische Herangehensweise sowie die genutzte Forschungsliteratur.
1 Die Figur der Maria…: Dieses Kapitel dient als theoretischer Rahmen, um die Darstellung der Maria in beiden Dramen getrennt voneinander zu beleuchten.
1.1 … in Schillers Maria Stuart: Dieser Abschnitt analysiert Schillers Maria Stuart im Kontext der Theorie der "schönen Seele" und ihre Entwicklung von einer leidenschaftlichen zu einer erhabenen Figur.
1.2 … in Bjørnsons Maria Stuart i Skotland: Hier wird Marias Charakterisierung bei Bjørnson untersucht, wobei insbesondere ihre Ambivalenz, ihre Einsamkeit und ihr Glaube im Zentrum stehen.
2 Vergleich der Figurendarstellungen: Dieser Vergleich arbeitet die zentralen Unterschiede heraus, etwa die Platzierung der Figur im politischen Konflikt oder in England, sowie die Gemeinsamkeiten im äußeren Erscheinungsbild.
Fazit: Das Fazit fasst zusammen, dass Maria bei Schiller als Idealbild der "schönen Seele" fungiert, während sie bei Bjørnson als Gegenentwurf und Ausdruck für die Komplexität der Wirklichkeit dient.
Ausblick: Der Ausblick schlägt vor, den Einfluss weiterer Figuren auf die Darstellung Marias sowie die Gründe für ihren inneren Wandel in künftigen Untersuchungen stärker zu berücksichtigen.
Schlüsselwörter
Maria Stuart, Friedrich Schiller, Bjørnstjerne Bjørnson, Schöne Seele, Geschichtsdrama, Figurendarstellung, Literaturvergleich, Dramenanalyse, Psychologisches Porträt, Charakterentwicklung, Historischer Stoff, Affektkontrolle, Erhabenheit, Identität, Skandinavisches Drama.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Arbeit grundsätzlich?
Die Arbeit vergleicht die Darstellung der schottischen Königin Maria Stuart in den Dramen von Friedrich Schiller und Bjørnstjerne Bjørnson.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Neben der Figurenanalyse der Maria stehen Schillers Ideal der „schönen Seele“ sowie Bjørnsons Ansatz, die historische Figur als Gegenentwurf und ambivalente Persönlichkeit zu zeichnen, im Fokus.
Was ist das primäre Ziel der Arbeit?
Ziel ist es, Gemeinsamkeiten und Unterschiede in der Charakterisierung der Protagonistin herauszuarbeiten, um die unterschiedlichen dramatischen Intentionen der beiden Autoren transparent zu machen.
Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?
Es handelt sich um eine textanalytische und vergleichende literaturwissenschaftliche Untersuchung, die auf Basis von Primärtexten und einschlägiger Forschungsliteratur durchgeführt wird.
Was wird im Hauptteil der Arbeit behandelt?
Der Hauptteil gliedert sich in eine detaillierte Einzelanalyse der Figur bei Schiller und Bjørnson sowie einen anschließenden komparativen Vergleich der Figurendarstellungen.
Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?
Zentrale Begriffe sind Maria Stuart, "schöne Seele", Dramenanalyse, Ideendrama, Figurendarstellung und Literaturvergleich.
Wie unterscheidet sich die Maria bei Schiller von der bei Bjørnson?
Während Schillers Maria eine Entwicklung hin zur "schönen Seele" und Erhabenheit durchläuft, zeichnet Bjørnson ein ambivalentes Bild, das die Figur oft schwach, einsam und von inneren Konflikten zerrissen darstellt.
Welche Rolle spielt das Äußere der Maria in beiden Stücken?
In beiden Werken dient die Schönheit Marias als Anziehungspunkt für die Männer in ihrem Umfeld; zudem nutzen beide Autoren Lichtmetaphern, um ihr Äußeres positiv zu konnotieren.
- Citar trabajo
- Anonym (Autor), 2018, Die Figurendarstellungen der Maria in "Maria Stuart" von Friedrich Schiller und "Maria Stuart i Skotland" von Bjørnstjerne Bjørnson, Múnich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/487458