Star Wars - Zwei Gesellschaftsformen und das Ende der Thematisierung gesellschaftlicher Komplexe


Hausarbeit, 2000
15 Seiten, Note: 1,8

Leseprobe

Inhalt

eins.Einleitung

zwei. Der Science Fiction – Film der siebziger Jahre

drei. Der Kampf zweier Gesellschaften
a) Die Darstellungen der Gesellschaftsformen
b) Die Musik

vier. Fazit

fünf. Literaturverzeichnis

eins. EINLEITUNG

Als George Lucas` Film Star Wars 1977 in den USA in die Kinos kam, lief er nur in gerade mal 32 Kinos an, da man nicht mit einem großen Erfolg gerechnet hatte. Innerhalb einer Woche belief sich das Einspielergebnis von Star Wars auf 3 Millionen Dollar, und das trotz dieser geringen Anzahl der Kinos. Daraufhin ließ die Verleihfirma 20th Century Fox weitere Kopien anfertigen und belieferte damit so viele Kinos wie nur möglich war. Die Folge war, daß Star Wars so schnell wie kein anderer Film zuvor die 100-Millionen-Dollar-Grenze erreichte und letztlich der erfolgreichste Film aller Zeiten wurde. (vgl. Adams 1997: 48) /1/ Schließlich folgten die beiden Teile The Empire Strikes Back (1980) und Return of the Jedi (1983). Zusammen bilden diese drei Teile eine in sich abgeschlossene Trilogie. Berücksichtigt man die Einspielergebnisse der Special Edition von 1997, in welcher einige überarbeitete Sequenzen präsentiert werden, und die gesamten Einnahmen durch Merchandising-Produkte, so dürfte Star Wars die Position des erfolgreichsten Films aller Zeiten auch heute noch inne haben. 1999 kam ein neuer Teil der Star Wars – Saga in die Kinos. Episode 1: The Phantom Menace soll der erste Teil einer weiteren Trilogie sein, die noch vor der Handlung der älteren Trilogie spielen soll.

Der immense Erfolg des ersten Films von 1977 führte letztlich dazu, daß Star Wars mehr ein soziales Phänomen wurde als ein bloßer Film. (vgl. Video: Making of Star Wars 1977) /14/

Ende November 1999 initiierte die englische BBC eine Umfrage zur Ermittlung des in der Zuschauergunst „besten Films aller Zeiten“ (Wahrscheinlich aus Gründen des auslaufenden Jahrhunderts oder Jahrtausends, um dieser Umfrage einen besonderen geschichtlichen Wert zu verleihen). 25 000 Personen wurden per E-Mail oder per Telefon nach ihrem Lieblingsfilm interviewt. Das Resultat dieser Umfrage war, daß Star Wars zum „besten Film aller Zeiten“ gewählt wurde. Platz zwei erreichte Ridley Scotts Blade Runner, Platz drei ging an Casablanca. Alien schaffte es auf den vierten Platz. Die Top Five schloß dann mit Star Wars – Episode 1: The Phantom Menace. (vgl. 15 Uhr aktuell 1999: 14) /13/

Wie man auch immer diese Umfrage bewerten möchte, zweifelsohne zeigt sie, daß der Film Star Wars auch 22 Jahre nach seiner Entstehung nichts von seiner Popularität eingebüßt hat. Diese Popularität stellt kein ausschließliches Produkt einer extremen Merchandising – Kampagne dar, sondern sie ist bereits in der Struktur des Films angelegt.

Die narrative Struktur von Star Wars beruht auf der althergebrachten mythologischen Erzählstruktur. Mythenforscher Joseph Campbell definierte diese Struktur 1949 folgendermaßen:

„Der Heros verläßt die Welt des gemeinen Tages und sucht einen Bereich übernatürlicher Wunder auf, besteht dort fabelartige Mächte und erringt einen entscheidenden Sieg, dann kehrt er mit der Kraft, seine Mitmenschen mit Segnungen zu versehen, von seiner geheimniserfüllten Fahrt zurück.“ (vgl. Wessely 1997: 53) /12/ (Eine genaue Analyse der Mythologie erfolgt in Campbells Veröffentlichung von 1949 Der Heros in tausend Gestalten)

Die Verwendung der Mythologie und deren Erscheinungsformen in Star Wars soll allerdings nicht Gegenstand dieser schriftlichen Arbeit sein. Vielmehr beschränke ich mich auf einen einzigen Aspekt der Narrationsform, nämlich der Darstellung der beiden Gesellschaften, die in Star Wars aufeinandertreffen. Die Darstellungsart dieser beiden Gruppen ist zwar sicherlich eine Folge der Übernahme der mythologischen Narration, beinhaltet jedoch auch eine Reihe anderer Querverweise.

Inwiefern Star Wars, besonders durch die Form des Dargestellten, eine Veränderung in dem Science Fiction-Film der siebziger Jahre darstellte, soll hier deutlich gemacht werden. Dazu folgendes Zitat von George Lucas aus dem Jahre 1977:

„Science-Fiction ist in Ordnung, aber sie hat sich so intensiv mit der Wissenschaft befaßt, daß sie das Gefühl für Abenteuer verloren hat.“ (vgl. Adams 1997: 51) /1/

Notwendig ist daher zunächst eine kurze Beschreibung des Science Fiction-Films der siebziger Jahre.

zwei. DER SCIENCE FICTION-FILM DER SIEBZIGER JAHRE

Bis zu dem Erscheinen von Star Wars im Jahre 1977 stellte der neuere Science Fiction-Film dieser Zeit eine Art Aufklärungsfilm dar. Ende der sechziger Jahre, mit Planet of the Apes (1969), und Anfang der siebziger Jahre fand der Science Fiction-Film seine Rolle bzw. seine thematische Gestaltung in der Auseinandersetzung mit, oder Reaktion auf, sozio-kulturell-politische Komplexe. (vgl. Seeßlen 1980: 79) /11/

Schon in den 60er Jahren erfuhr der Science Fiction-Film eine Ausweitung seiner thematischen Möglichkeiten. Die 70er Jahre bescherten dieser Entwicklung ihren innovativen Höhepunkt. (vgl. Seeßlen 1980: 80) /11/

Die Auseinandersetzung des Science Fiction mit Themen, welche unmittelbar die damalige Gesellschaft betrafen (und auch heute an Aktualität nichts eingebüßt haben) wuchs in gleichem Maße wie eine immer kritischer werdende Öffentlichkeit. Unter den Amtszeiten von Kennedy und Johnson erfuhren Studenten- und Bürgerrechtsbewegungen sowie Feministinen und Umweltschützer eine Unterstützung, die den Aktivismus dieser Bewegungen steigerte und ihre Popularität förderte. Diese Entwicklung fand auch unter Nixon ihre Fortsetzung und erlebte in den siebziger Jahren einen erneuten Aufschwung. Während sich 1960 die Mitgliederzahlen der Umweltgruppen in den Vereinigten Staaten auf insgesamt 124 000 beliefen, wurden 1972 1,127 Millionen Mitglieder registriert. (vgl. Johnson 1999: 223/235) /3/ Diese Zahlen zeigen einen eindeutigen Bewußtseinswandel in der populären Kultur, dem sich der Science Fiction-Film annahm und ihn wiederum durch seine Fiktionalität aufklärerisch veräußerte.

Folgerichtig waren auch die Themen des Science Fiction-Films der 70er äußerst vielfältig. Gemeinsam hatten sie allesamt, daß sie eine zukünftige Bedrohung verbildlichten und diese mit dem Vorwurf zivilisatorischer Schuld verbanden. (vgl. Mehlem 1996: 38) /6/ Bis 1977 zeichnete sich der Science Fiction-Film daher durch eine Darstellung von Dystopien und Untergangsszenarien aus.

Der rasante technologische Fortschritt, auch vor dem Hintergrund des gelungenen Mondfluges, erfuhr eine neuartige Thematisierung. Die Angst des Menschen über seinen eigenen Stellenwert in einer mehr und mehr mechanisierten Welt und ein Gefühl der Ohnmacht gegenüber einer immer mächtiger werdenden Staats- und Wirtschaftsmaschine wurden narrativ verarbeitet. Die Maschine wurde als eigenständiges Wesen (wie schon in 2001) aufgefaßt. Zwar wurde die typische Vorstellung vom Aufstand der Maschine, die sich gegen seinen Schöpfer stellt beibehalten, doch bekommt dieser Aufstand neuerdings eine bestimmte Berechtigung zugesprochen. Denn nicht die Maschine ist nunmehr fehlerhaft, sondern der Umgang des Menschen mit ihr, welcher zwangsläufig in einer direkten Auseinandersetzung zwischen Mensch und Maschine eskalieren muß. (vgl. Mehlem 1996: 39) /6/ Als Beispiel eines solchen Filmes sei hier Westworld von Michael Crichton aus dem Jahre 1973 genannt.

[...]

Ende der Leseprobe aus 15 Seiten

Details

Titel
Star Wars - Zwei Gesellschaftsformen und das Ende der Thematisierung gesellschaftlicher Komplexe
Hochschule
Universität Hamburg
Note
1,8
Autor
Jahr
2000
Seiten
15
Katalognummer
V48813
ISBN (eBook)
9783638454056
ISBN (Buch)
9783638764339
Dateigröße
527 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Star, Wars, Zwei, Gesellschaftsformen, Ende, Thematisierung, Komplexe
Arbeit zitieren
Christoph Kohlhöfer (Autor), 2000, Star Wars - Zwei Gesellschaftsformen und das Ende der Thematisierung gesellschaftlicher Komplexe, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/48813

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