Die Masterarbeit geht der Frage nach, welches Bild der Vereinten Nationen in überregionalen deutschen Tageszeitungen erzeugt und auf welche Weise über die Organisation berichtet wird. Zu diesem Zweck wurde eine Inhaltsanalyse der Süddeutschen Zeitung, der Frankfurter Allgemeinen Zeitung sowie der WELT durchgeführt. Nachdem zu Beginn die theoretischen Grundlagen, sowohl der Organisation der Vereinten Nationen als auch der politischen Berichterstattung im Allgemeinen, erarbeitet wurden, beschäftigt sich der praktische Teil der Arbeit mit der Berichterstattung über die Vereinten Nationen in den drei genannten Zeitungen. Die Zeitungsartikel wurden analysiert und auf der Basis einer Vielzahl von quantitativen und qualitativen Kriterien verglichen.
Politik hat einen großen Einfluss auf die Gesellschaft und Politiker bestimmen mit ihren Entscheidungen das Leben der Menschen. Im Rahmen der Globalisierung haben zwischenstaatliche Organisationen, wie auch die Vereinten Nationen, umfassendere Aufgaben bekommen. Deren Handlungen sind jedoch vom Alltag der Bürger in der Regel weit entfernt und für diese kaum greifbar.
In diesem Zusammenhang sind die Medien die wichtigste Informationsquelle, aus der die Bürger ihren eigenen Standpunkt ableiten und sich ihre Meinung bilden. Somit tragen die Medien im Rahmen der Berichterstattung, insbesondere im politischen Bereich, eine große Verantwortung. Die Vereinten Nationen versuchen mit ihrer Öffentlichkeitsarbeit, wie jede andere Organisation auch, ein positives Bild ihrer Tätigkeiten in den Köpfen der Rezipienten zu verankern.
Inhaltsverzeichnis
1. Einleitung
Teil A: Theoretische Grundlagen
2. Begriffe
2.1. Politische Berichterstattung
2.2. Überregionale Tageszeitungen
2.3. Vereinte Nationen
2.3.1. Was sind die Vereinten Nationen?
2.3.2. Geschichte
2.3.3. Aufbau und Struktur
2.3.4. Finanzierung
2.3.5. Wirkungsweise der UNO-Richtlinien
3. Theoretischer Hintergrund
3.1. Funktionen der Medien
3.2. Journalistische Selektionskriterien
3.2.1. Der Nachrichtenbegriff
3.2.2. Nachrichtenwerttheorie und Nachrichtenfaktoren
3.3. Journalistische Darstellungsformen in der Zeitung
3.3.1. Faktenberichtende Darstellungsformen
3.3.1.1. Nachricht
3.3.1.2. Bericht
3.3.1.3. Reportage
3.3.1.4. Feature
3.3.1.5. Porträt
3.3.1.6. Interview
3.3.1.7. Tabelle/ Hintergrund- bzw. Infokasten
3.3.1.8. Staaten- bzw. Landkarte
3.3.2. Wertende Darstellungsformen
3.3.2.1. Kommentar
3.3.2.2. Leitartikel
3.3.2.3. Bild
3.4. Qualitätskriterien
3.4.1. Glaubwürdigkeit
3.4.2. Verständlichkeit
3.4.3. Objektivität
3.5. Theoretische Grundlagen zur Untersuchungsmethode
Teil B: Analyse der Berichterstattung über die Vereinten Nationen in deutschen überregionalen Tageszeitungen
4. Ausgangslage für die eigene Untersuchung
4.1. Charakterisierung und Begründung der Auswahl der Untersuchungsgegenstände
4.1.1. Süddeutsche Zeitung
4.1.2. Frankfurter Allgemeine Zeitung
4.1.3. DIE WELT
4.2. Untersuchungszeitraum und Beschaffung des Datenmaterials
4.3. Forschungsfragen
4.4. Aufbau der vorliegenden Inhaltsanalyse
5. Analyse: Quantitativ-formale Merkmale
5.1. Autorengruppe
5.2. Gesamtzahl der Beiträge und Anteile der einzelnen Zeitungen an der gesamten Berichterstattung
5.3. Artikelgröße
5.4. Platzierung der Artikel
5.4.1. Verhältnis Artikel auf Titelseiten – Artikel auf übrigen Seiten
5.4.2. Verteilung der Artikel auf Rubriken/Ressorts
5.5. Zusammenfassung der quantitativen Analyse
6. Analyse: Qualitativ-formale Merkmale
6.1. Akteure
6.1.1. Akteure insgesamt und ihre Gewichtung
6.1.2. Akteure nach Zeitungen und ihre Gewichtung
6.2. Länder bzw. Regionen
6.2.1. Länder bzw. Regionen insgesamt und ihre Gewichtung
6.2.2. Länder bzw. Regionen nach Zeitungen und ihre Gewichtung
6.3. Themen
6.3.1. Themenfelder insgesamt und ihre Gewichtung
6.3.2. Themenfelder nach Zeitungen und ihre Gewichtung
6.4. Journalistische Darstellungsformen
6.4.1. Journalistische Darstellungsformen insgesamt
6.4.2. Journalistische Darstellungsformen nach Zeitungen
6.5. Wertungen und Tendenzen der Artikel
6.5.1. Tendenz der Artikel insgesamt
6.5.2. Tendenz der Artikel nach Zeitungen
6.6. Qualitätskriterien: Glaubwürdigkeit, Verständlichkeit, Objektivität
6.7. Auffälligkeiten im Sprachstil
6.8. Voraussetzung von Hintergrundwissen
6.9. Haupt- bzw. Nebenrolle im Artikel
6.10. Auftreten von Nachrichtenfaktoren
6.11. Berufung auf Recherchequellen
6.12. Aufmerksamkeitsgenerierung
6.13. Zusammenfassung der qualitativen Analyse
Teil C: Schluss
7. Fazit
Zielsetzung & Themen
Die Arbeit untersucht, welches Bild der Vereinten Nationen in deutschen überregionalen Tageszeitungen erzeugt wird und wie diese Medien über die Organisation berichten. Dabei wird analysiert, ob die Zeitungen ihrer Rolle als neutrale Vermittler gerecht werden oder ob eine subjektive Berichterstattung erfolgt, wobei die Süddeutsche Zeitung, die Frankfurter Allgemeine Zeitung und DIE WELT als Fallbeispiele dienen.
- Analyse des journalistischen Bildes der Vereinten Nationen
- Untersuchung von quantitativen und qualitativen Berichterstattungsmerkmalen
- Vergleich der redaktionellen Arbeitsweisen und politischer Tendenzen
- Bewertung der journalistischen Qualität hinsichtlich Verständlichkeit und Objektivität
- Rolle von Nachrichtenfaktoren bei der Themenauswahl
Auszug aus dem Buch
3.3.1.2. Bericht
Auch der Bericht ist eine „tatsachenbetonte Darstellungsform“. Hier handelt es sich um eine längere Meldung, die auch oft Zweispalter oder Dreispalter genannt wird. Dabei ist der Bericht an objektiver Berichterstattung orientiert und soll den Leser gründlich informieren. „Er ist ein Bruder der Nachricht, aber größer und auch schon ein wenig reifer.“ Ursprünglich basiert der Bericht auf der Nachricht und zoomt in seinem Verlauf vom Fernen zum Nahen. Statt des Fünf-Satz-Aufbaus der Nachricht gilt hier aber der Fünf-Absatz-Aufbau.
Meist wird unter dem Bericht eine mehrspaltige Nachricht verstanden, die mehr Hintergrund als eine Meldung liefert. Der Text beginnt auch hier mit der wichtigsten Information, wobei der erste Absatz Antworten auf die sechs W-Fragen bereitstellen soll. Im Anschluss folgen detaillierte Informationen in logischer und chronologischer Abfolge. Zusätzlich beschreibt der Bericht meist die Vorgeschichte sowie andere Zusammenhänge, wobei er oft durch ein Foto oder eine Grafik ergänzt wird.
Zusammenfassung der Kapitel
1. Einleitung: Die Einleitung beleuchtet die Rolle der Medien als Informationsquelle über internationale Organisationen und definiert das Ziel der Inhaltsanalyse.
2. Begriffe: Dieses Kapitel definiert die zentralen Begriffe, wie politische Berichterstattung und die Struktur der Vereinten Nationen.
3. Theoretischer Hintergrund: Es werden medienwissenschaftliche Grundlagen, wie journalistische Selektionskriterien und Darstellungsformen, theoretisch hergeleitet.
4. Ausgangslage für die eigene Untersuchung: Die Wahl der untersuchten Zeitungen sowie die methodische Herangehensweise der Inhaltsanalyse werden dargelegt.
5. Analyse: Quantitativ-formale Merkmale: Der Abschnitt befasst sich mit quantifizierbaren Aspekten wie Autorengruppen, Artikelhäufigkeit und der Platzierung von Berichten.
6. Analyse: Qualitativ-formale Merkmale: Hier erfolgt eine tiefergehende Untersuchung von Inhalten, Akteuren, Themenfeldern und der Sprachqualität der Berichte.
7. Fazit: Die Ergebnisse der gesamten Untersuchung werden synthetisiert und kritisch bewertet.
Schlüsselwörter
Vereinte Nationen, UN, Inhaltsanalyse, politische Berichterstattung, Süddeutsche Zeitung, Frankfurter Allgemeine Zeitung, DIE WELT, Qualitätsjournalismus, Nachrichtenwert, Medienwirkung, Agenda-Setting, internationale Politik, Syrien, Berichterstattung, Journalistische Darstellungsformen.
Häufig gestellte Fragen
Worum geht es in dieser Masterarbeit?
Die Arbeit untersucht, wie deutsche überregionale Tageszeitungen über die Vereinten Nationen berichten und welches Bild dieser Organisation bei den Lesern erzeugt wird.
Welche Medien wurden als Untersuchungsobjekte ausgewählt?
Als Quellen dienen die Süddeutsche Zeitung, die Frankfurter Allgemeine Zeitung sowie die WELT.
Was ist das primäre Forschungsziel?
Ziel ist es zu analysieren, ob die Zeitungen als neutrale Vermittler fungieren oder ob eine subjektive, wertende Berichterstattung die Wahrnehmung der UN prägt.
Welche wissenschaftliche Methode kommt zum Einsatz?
Die Arbeit nutzt eine quantitative und qualitative Inhaltsanalyse von Zeitungsartikeln innerhalb eines festgelegten Untersuchungszeitraums.
Welche zentralen Themenfelder werden behandelt?
Der Fokus liegt auf politischen Aspekten, insbesondere UN-Missionen in Konfliktgebieten wie Syrien, sowie auf der Untersuchung von Qualitätskriterien und journalistischen Stilmitteln.
Was sind die wichtigsten Erkenntnisse der Arbeit?
Es zeigt sich ein starker Fokus auf Krisenberichterstattung und eine eher einseitige Darstellung der UN, wobei die Süddeutsche Zeitung eine hohe Objektivität und Quellentransparenz aufweist, während DIE WELT emotionaler und weniger faktenbasiert berichtet.
Wie unterscheidet sich die Qualität der Berichterstattung zwischen den Zeitungen?
Die SZ sticht durch eine ausgewogene Berichterstattung hervor, während die FAZ eine hohe Akteursvielfalt zeigt, jedoch bei der Tendenz der Artikel kritisch erscheint; DIE WELT wiederum nutzt ein sehr einladendes Layout, vernachlässigt aber teils die journalistische Objektivität.
Welchen Einfluss hat das Layout auf die Wahrnehmung?
Das Layout, insbesondere bei der WELT, wird als leserfreundlicher und attraktiver bewertet, was die Aufmerksamkeit des Lesers stärker bindet, aber gleichzeitig die Seriosität der Berichterstattung beeinflussen kann.
- Arbeit zitieren
- Calle Winkler (Autor:in), 2012, Die Berichterstattung über die Vereinten Nationen in deutschen überregionalen Tageszeitungen, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/488188