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Aspekte des Wortschatzerwerbs im frühen Zweitspracherwerb des Deutschen mit Türkisch als Erstsprache

Title: Aspekte des Wortschatzerwerbs im frühen Zweitspracherwerb des Deutschen mit Türkisch als Erstsprache

Examination Thesis , 2004 , 89 Pages , Grade: 1

Autor:in: Tanja Dejl (Author)

Speech Science / Linguistics
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Migration ist kein neues Phänomen. Schon von Anbeginn der Menschheit verlassen wir aus den unterschiedlichsten Gründen, seien sie klimatisch, ökonomisch oder politisch begründet, unseren Lebensraum und begeben uns auf die Suche nach einem für uns individuell besser erscheinenden Ort zum Leben. Die Entscheidung, eine Zukunft in einem anderen Land aufzubauen, hat nicht nur für die Menschen Folgen, die diese Entscheidung für sich treffen, sondern sie treffen diese bewusst oder unbewusst für ihre Kinder und nachfolgende Generationen mit. So vereinen Kinder von Migranten in sich häufig Aspekte aus verschiedenen Gesellschaften und Kulturen. Einer davon ist es, mehrere Sprachen zu sprechen. Leider ist selbst heutzutage diese Fähigkeit noch mit sehr vielen negativen Vorurteilen besetzt. So hören wir nicht nur im alltäglichen Leben, dass Kinder, die mit zwei oder mehreren Sprachen aufwachsen, überfordert seien, auch in der wissenschaftlichen Diskussion wird immer wieder vertreten, dass der Gebrauch von zwei Sprachen zumindest klar voneinander abzugrenzen sei, damit es nicht zu negativen Auswirkung auf die Entwicklung des Kindes komme. Auf der anderen Seite werden z. B. sprachliche Auffälligkeiten von Migrantenkindern häufig unterschätzt, da diese oft am Kenntnisstand der deutschen Sprache gemessen werden, wie eine Untersuchung von MERTENS (1996) mit zukünftigen Grundschullehrern ergab. Was einerseits im Sinne der Vermeidung voreiliger Stigmatisierung als positiv zu bewerten ist, erweist sich auf der anderen Seite als nachteilig für die entsprechenden Kinder, denen notwendige Förderung versagt bleibt.
In persönlichen Gesprächen mit Lehrern zur sprachlichen Entwicklung von Kindern wurde immer wieder geäußert, dass vor allem Kinder mit Migrationshintergrund häufig Schwierigkeiten haben, sich angemessen auszudrücken, oder dass ihnen schlichtweg die passenden Worte zur Kommunikation oder zur Beschreibung von Situationen fehlen.

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Inhaltsverzeichnis

1. Einleitung

2. Das Phänomen Zweisprachigkeit

2.1 Begriffsbestimmung

2.2 Theorien des Zweitspracherwerbs

2.2.1 Die Kontrastivhypothese

2.2.2 Die Identitätshypothese

2.2.3 Die Interlanguagehypothese

2.2.4 Die Interdependenzhypothese

2.2.5 Bewertung der Hypothesen

3. Wortschatzerwerb

3.1 Das mentale Lexikon

3.2 Entwicklungsverlauf des frühkindlichen Lexikons

3.3 Komposition des frühkindlichen Lexikons

3.4 Studien zum Lexikonerwerb zweisprachiger Kinder mit Türkisch als Erstsprache

4. Wortschatzerwerb beim frühen Zweitspracherwerb des Deutschen

4.1 Leitideen und Fragestellungen der Untersuchung

4.2 Methoden der Datenerhebung

4.3 Methoden der Auswertung

4.4 Die Kinder

4.5 Auswertung

4.5.1 Furkan

4.5.1.1 Quantitative Auswertungen

4.5.1.2 Qualitative Auswertungen

4.5.2 Gizem

4.5.2.1 Quantitative Auswertungen

4.5.2.2 Qualitative Auswertungen

4.6 Vergleich der beiden Lexika

4.7 Die Wortschatzentwicklung im frühen Zweitspracherwerb im Vergleich zum Erstspracherwerb

Zielsetzung & Themen

Die Arbeit untersucht den lexikalischen Aufbau und die Wortschatzentwicklung bei zwei türkischsprachigen Kindern während ihres frühen Zweitspracherwerbs des Deutschen, um Unterschiede und Gemeinsamkeiten zum monolingualen Erstspracherwerb zu identifizieren.

  • Phänomene und Theorien der Zweisprachigkeit und des Zweitspracherwerbs
  • Aufbau und Komposition des mentalen Lexikons
  • Empirische Analyse des Wortschatzerwerbs von zwei Migrantenkindern
  • Vergleich von quantitativen und qualitativen Entwicklungsmustern
  • Vergleich mit dem Erstspracherwerb monolingualer Kinder

Auszug aus dem Buch

3.1 Das mentale Lexikon

Nehmen wir uns einfach mal ein Fremdwörterlexikon zur Hand und schauen nach, wie dieses aufgebaut ist. Als erstes werden wir wahrscheinlich bemerken, dass dieses alphabetisch sortiert ist. Vertiefen wir unsere Betrachtung etwas, sehen wir eine sehr große Auflistung von unterschiedlichen Wörtern. Suchen wir uns nun ein bestimmtes Wort heraus, werden wir verschiedene Einträge hierzu finden, so z. B. Aussprache, Genus, (ursprüngliche) Bedeutung oder Anwendungsbeispiele. Aber was hat dieses Beispiel mit unserem individuellen Wortschatz zu tun? Ist unser mentales Lexikon ähnlich strukturiert? Hat es auch verschiedene Einträge zu einzelnen Wörtern? Und wie bauen Kinder ihr Lexikon auf?

In der Psycholinguistik wird vom mentalen Lexikon gesprochen, wenn es um die Speicherung und Verarbeitung von Lexikoninformationen geht und mit großer Sicherheit ist dies nicht alphabetisch sortiert. Sonst bräuchte es mehr Zeit, ein Wort, welches die Anfangsbuchstaben x, y oder z hat, herauszusuchen und zu produzieren, als ein Wort das mit a, b oder c beginnt. Des Weiteren besteht die Annahme, dass sich Einheiten in unserem mentalen Lexikon befinden, die nicht in einem Wörterbuch zu finden sind. Solche Einheiten können z. B. Präfixe oder Suffixe sein.

Zusammenfassung der Kapitel

1 Einleitung: Diese Einleitung führt in die Relevanz der Migrationsforschung und den frühen Zweitspracherwerb ein und formuliert die Fragestellung bezüglich der lexikalischen Entwicklung von Migrantenkindern.

2 Das Phänomen Zweisprachigkeit: Hier werden zentrale Begriffe definiert, Spracherwerbstypen unterschieden und die wichtigsten theoretischen Hypothesen zur Zweisprachigkeit erläutert.

3 Wortschatzerwerb: Dieses Kapitel erläutert den Aufbau des mentalen Lexikons sowie den Erwerbsverlauf monolingualer Kinder und fasst existierende Studien zu türkischsprachigen Kindern zusammen.

4 Wortschatzerwerb beim frühen Zweitspracherwerb des Deutschen: Dieser Hauptteil dokumentiert die eigene Untersuchung, beschreibt die Methoden der Datenerhebung und -auswertung und analysiert die Entwicklung des Wortschatzes bei zwei Kindern im Detail.

5 Zusammenfassung: Abschließend werden die Ergebnisse der Untersuchung zusammengeführt und die Bedeutung für die pädagogische Förderung betont.

Schlüsselwörter

Zweisprachigkeit, Zweitspracherwerb, Wortschatzerwerb, mentales Lexikon, Kind, Türkisch, Deutsch, Migrationshintergrund, Sprachwissenschaft, Spracherwerbstheorien, Lexikonaufbau, Sprachförderung, Psycholinguistik, Erstspracherwerb, Datenerhebung.

Häufig gestellte Fragen

Worum geht es in dieser Arbeit?

Die Arbeit untersucht den Prozess des Wortschatzerwerbs bei zwei türkischsprachigen Kindern, die als Zweitsprache Deutsch erlernen.

Was sind die zentralen Themenfelder?

Im Fokus stehen Theorien der Zweisprachigkeit, die Struktur des mentalen Lexikons und die empirische Dokumentation der lexikalischen Entwicklung bei Migrantenkindern.

Was ist das primäre Ziel der Arbeit?

Das Ziel ist es, zu analysieren, wie Kinder mit türkischer Erstsprache ihr deutsches Lexikon aufbauen, und dies mit den Entwicklungspfaden monolingualer Kinder zu vergleichen.

Welche wissenschaftliche Methode wird verwendet?

Die Untersuchung basiert auf einer Längsschnittanalyse von Spontansprachdaten zweier Kinder, die über einen Zeitraum von acht Monaten kodiert und ausgewertet wurden.

Was wird im Hauptteil behandelt?

Der Hauptteil widmet sich der konkreten Untersuchung der Kinder Gizem und Furkan, wobei quantitative und qualitative Analysen des produktiven Wortschatzes (Nomina, Verben, Adjektive) präsentiert werden.

Welche Schlüsselwörter charakterisieren die Arbeit?

Die Arbeit lässt sich durch Begriffe wie Zweitspracherwerb, Wortschatzentwicklung, mentales Lexikon und Migrationspädagogik beschreiben.

Warum spielt die Unterscheidung zwischen Types und Tokens eine Rolle?

Die Unterscheidung ermöglicht eine präzise Auswertung: Types stehen für den Wortschatzumfang, während Tokens die Häufigkeit des Wortgebrauchs in der Kommunikation abbilden.

Welche Rolle spielen Kontaktmonate bei der Analyse?

Da das Lebensalter bei Migrantenkindern weniger über das Sprachniveau aussagt, dienen Kontaktmonate als aussagekräftigerer Indikator für die Dauer der Exposition gegenüber der Zweitsprache Deutsch.

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Details

Title
Aspekte des Wortschatzerwerbs im frühen Zweitspracherwerb des Deutschen mit Türkisch als Erstsprache
College
University of Hamburg
Grade
1
Author
Tanja Dejl (Author)
Publication Year
2004
Pages
89
Catalog Number
V48875
ISBN (eBook)
9783638454599
Language
German
Tags
Aspekte Wortschatzerwerbs Zweitspracherwerb Deutschen Türkisch Erstsprache
Product Safety
GRIN Publishing GmbH
Quote paper
Tanja Dejl (Author), 2004, Aspekte des Wortschatzerwerbs im frühen Zweitspracherwerb des Deutschen mit Türkisch als Erstsprache, Munich, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/48875
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