Wirtschaftspolitische Leitbilder im stabilitätspolitischen Kontext


Seminararbeit, 2004

17 Seiten, Note: 2,3


Leseprobe

Gliederung

1. Einführung

2. Historischer Überblick

3. Stabilitätspolitik

4. Der klassische Ansatz
4.1. Strömungen und Vertreter
4.2. Die klassische Lehre
4.3. Stabilitätspolitischer Kontext
4.4. Kritik an der klassischen Theorie

5. Der neoklassische Ansatz
5.1. Strömungen und Vertreter
5.2. Die neoklassische Lehre
5.3. Stabilitätspolitischer Kontext
5.4. Kritik an der neoklassischen Theorie

6. Der keynesianische Ansatz
6.1. Strömungen und Vertreter
6.2. Die Lehre des Keynesianismus
6.3. Stabilitätspolitischer Kontext
6.4. Kritik an der keynesianischen Theorie

7. Gegenüberstellung stabilisierungspolitischer Konzeptionen

8. Wirtschaftspolitik in der BRD

9. Thesenpapier

1. Einführung

In der makroökonomischen Theorie gibt es zwei konkurrierende Denkrichtungen, den (Neo-) klassischen und den keynesianischen Ansatz. Beide Ansätze unterscheiden sich in ihren Annahmen und Ergebnissen teilweise erheblich. Im Rahmen dieses Vortrages werden die grundlegenden Annahmen und Schlussfolgerungen sowie die Einordnung dieser beiden Theorien in den stabilitätspolitischen Kontext präsentiert und gegenübergestellt. Es soll erkennbar werden, dass für volkswirtschaftliche Zusammenhänge unterschiedliche Erklärungsmöglichkeiten gibt, die jeweils in sich stimmig sind, aber einander widersprechen und in Konkurrenz miteinander stehen. Keiner dieser beiden Erklärungen kann jedoch den Anspruch erheben, richtig oder grundsätzlich besser zu sein.

2. Historischer Überblick

Abbildung in dieser Leseprobe nicht enthalten

3. Stabilitätspolitik

Bei der Stabilitätspolitik handelt es um die Aufgabe des Staates, die sich aus Konjunkturzyklen ergebenden Schwankungen, insbesondere bei Arbeitslosigkeit und Inflation, einzuebnen, oder anders ausgedrückt, zu glätten.

Mit der Konjunkturpolitik sollen kurzfristige Schwankungen im Auslastungsgrad des Produktionspotentials vermieden bzw. verringert werden. Zur Stabilisierungsaufgabe des Staates gehören ferner die Sicherung der Wachstumsdynamik und die Förderung der Anpassungsflexibilität an den Strukturwandel durch eine sektorale, regionale und faktorale Strukturpolitik.

Dies ist notwendig, da die wirtschaftliche Entwicklung in marktwirtschaftlichen Systemen unstetig verläuft. Es handelt sich hierbei um zyklische Schwankungen unterschiedlicher Länge und unterschiedlichen Umfangs. Die staatliche Politik konzentriert sich dabei im wesentlichen auf vier stabilitätspolitischen Ziele, die in allen entwickelten Industrieländern Gültigkeit besitzen. Hierbei handelt es sich, um das bereits schon mehrfach kennen gelernte magische Viereck (hohe Beschäftigung, außenwirtschaftliches Gleichgewicht, angemessenes Wirtschaftswachstum, stabiles Preisniveau).

Diese stabilitätspolitischen Ziele sind in Deutschland für den Staat im Stabilitäts- und Wachstumsgesetz festgelegt.

Um die im § 1 des Stabilitätsgesetztes (StabG) aufgeführten Ziele (magisches Viereck) zu erreichen, stehen eine Reihe von Instrumenten zur Verfügung. Wichtigste Maßnahmen innerhalb der Stabilitätspolitik sind die Fiskal- sowie die Geldpolitik (weitere Maßnahmen: Außenwirtschafts- und Einkommenspolitik).

4. Klassischer Ansatz

4.1. Strömungen und Vertreter der klassischen Lehre

Die herrschende ökonomische Lehre des achtzehnten und neunzehnten Jahrhunderts ist die Klassische Lehre. Sie ist geprägt von dem Gedankengut des Individualismus und Liberalismus. Die Freiheit und Selbstbestimmung eines jeden Individuums stehen im Vordergrund (Privateigentum, Vertragsfreiheit und Selbstbestimmung über die Arbeitskraft) und gründen vor allem auf dem Menschenbild des nach Eigennutz strebenden homo economicus.

Vertreter:

- Adam Smith (1723-1790)
- Thomas Malthus (1766-1834)
- J. Baptiste Say (1767-1832)
- David Ricardo (1772-1832)
- John Stuart Mill (1806-1873)

4.2. Die klassische Lehre

a) Modellprämissen:

- Langfristige Betrachtungsweise
- Vollkommene Märkte (Arbeit, Kapital, Geld, Güter)
- Homogene Güter
- Privater Sektor ist inhärent stabil (Stabilitätsthese)
- Rationales Marktverhalten aller Teilnehmer
- Unendlich schnelle Anpassungsfähigkeit des Marktes

b) Preismechanismus

Das zentrale Leitmotiv der klassischen Theorie ist, dass die natürlichen Gesetze der Wirtschaft für einen Ausgleich der entgegengesetzten wirtschaftlichen Interessen der Individuen sorgen. Ungleichgewichte zwischen Angebot und Nachfrage können nicht bestehen, d.h. die Märkte sind stabil. Nach dieser Markteffizienz-Hypothese des klassischen Ansatzes bewegt sich langfristig jede Wirtschaft zum vollkommen Marktgleichgewicht hin. Die Gesetzmäßigkeit der Marktmechanismen gründet auf der rationalen Zielverfolgung der Individuen. Adam Smith bezeichnete den Wettbewerb deshalb als die „invisible Hand“ (Gleichgewichtsmechanismus am freien Markt), die dafür sorgt, dass der Egoismus des Einzelnen sich zum Wohl der Gemeinschaft auswirkt.

c) Say´sches Theorem

Das der Vollbeschäftigung entsprechende Produktionsniveau wird von den Unternehmen dauerhaft nur dann erstellt, wenn das aus der Produktion resultierende Güterangebot stets auf eine gleich große Güternachfrage trifft. Diese Bedingung wird im System der Klassik durch das Say´sche Theorem als erfüllt angesehen, da sich jedes Angebot seine eigene Nachfrage schafft. Diese Bedingung stütz sich im Wesentlichen auf die Überlegung, dass jeder Produktion ein Einkommen in gleicher Höhe entspricht. Menschen produzieren lediglich Güter, um mit dem erwirtschafteten Geld neue Güter nachzufragen. Ein Individuum wird deshalb so viele Güter produzieren bzw. anbieten, wie es Güter nachfragen möchte.

[...]

Ende der Leseprobe aus 17 Seiten

Details

Titel
Wirtschaftspolitische Leitbilder im stabilitätspolitischen Kontext
Hochschule
Duale Hochschule Baden-Württemberg Heidenheim, früher: Berufsakademie Heidenheim  (Berufsakademie Heidenheim - Staatliche Studienakademie)
Note
2,3
Autor
Jahr
2004
Seiten
17
Katalognummer
V48885
ISBN (eBook)
9783638454667
ISBN (Buch)
9783638764346
Dateigröße
480 KB
Sprache
Deutsch
Schlagworte
Wirtschaftspolitische, Leitbilder, Kontext
Arbeit zitieren
Alexander Schwaier (Autor), 2004, Wirtschaftspolitische Leitbilder im stabilitätspolitischen Kontext, München, GRIN Verlag, https://www.grin.com/document/48885

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